Nutzen statt Abregeln – Förderung von KWK- und Power-to-Heat-Anlagen in Norddeutschland

§ 13 Absatz 6a EnWG gibt Übertragungsnetzbetreibern ein Instrument zur sinnvollen Nutzung sonst abzuregelnder Strommengen aus EE-Anlagen an die Hand. Mit dem Prinzip „Nutzen statt Abregeln“ soll unter Einbeziehung bestehender KWK-Anlagen ins Netzengpassmanagement doppelter Nutzen geschaffen werden, indem die Wirkleistungseinspeisung der KWK-Anlage reduziert wird und gleichzeitig eine zuschaltbare Last (Power-to-Heat-Anlage, auch P2H-Anlage) elektrische Überschussenergie (aus EE-Anlagen) in Nutzenergie (Wärme) wandelt. Zur Ausgestaltung der Regelungen hat die Bundesnetzagentur im Beschlussentwurf BK8-17-0009-A vom 23.08.2017 Detailregelungen entwickelt, zu denen Netzbetreiber und Marktbeteiligte bis zum 29.09.2017 Stellung nehmen sollen.

KWK-Anlagenbetreiber mit KWK-Anlagen, die mehr als 500 kW leisten, können mit ihrem Übertragungsnetzbetreiber in der „Netzausbauregion“ Verträge über die Reduzierung der Wirkleistungseinspeisung und der Nutzung zuschaltbarer Lasten (P2H-Anlagen) für die Aufrechterhaltung der Wärmeversorgung abschließen. Als „Netzausbauregion“ gemäß § 88b EEG sind die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern sowie Teile von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen definiert.

Voraussetzungen für in Frage kommende KWK-Anlagen sind:

  • technische Eignung, die aufgrund ihrer Größe und Lage im Netz („Netzausbauregion“) effizient zur Beseitigung von Netzengpässen im Höchstspannungsnetz beizutragen,
  • Inbetriebnahme vor dem 01.01.2017 und eine elektrische Leistung von mehr als 500 kW

Gegenstände der vertraglichen Regelung zwischen Übertragungsnetz- und KWK-Anlagenbetreiber sind:

  • Entfall der Vorrangregelung zur Einspeisung von Strom aus der betroffenen EE- oder KWK-Anlage,
  • angemessene Vergütung vom Übertragungsnetzbetreiber und Kostenerstattung für die Lieferung der elektrischen Energie für die P2H-Anlage und
  • Erstattung der Investition für die P2H-Anlage vom Übertragungsnetzbetreiber.

Was können Sie tun?

Sofern Sie in der „Netzausbauregion“ eine bestehende KWK-Anlage, mit einer Leistung von mehr als 500 kW, betreiben, sollten Sie:

  • Ihren Übertragungsnetzbetreiber ansprechen, um die Vorteile der Regelung für sich nutzen zu können,
  • umgehend die Einsatzmöglichkeit einer P2H-Anlage prüfen und ein Angebot zur Anlagenerrichtung einholen bzw.
  • wenn Sie bereits über eine KWK-Anlage und eine P2H-Anlage verfügen, die gesonderte Berücksichtigung bei der BNetzA und beim Übertragungsnetzbetreiber einfordern.

Gern diskutieren wir die Folgen der neuen Festlegung mit Ihnen. Sprechen Sie uns an.

Ansprechpartner

Rolf Miljes, Dipl.-Ing.

PwC Utilities & Regulation

Tel.: +49 211 981 4499

E-Mail: rolf.miljes@de.pwc.com

Felix Thul, Dipl.-Ing.

PwC Utilities & Regulation

Tel.: +49 211 981 1863

E-Mail: felix.thul@de.pwc.com

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

/* */