PwC-Studie: Die Rolle von Emissionshandelssystemen zur Erreichung von Netto-Null

Das EU-Emissionshandelssystem (ETS) spielt in der Erreichung von Net Zero eine wichtige Rolle und hilft Unternehmen dabei, nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Das ETS ist die zentrale Säule der ambitionierten Klimastrategie der EU und war bei seinem Start im Jahr 2005 das weltweit erste große Treibhausgashandelssystem. Gemeinsam mit der International Emissions Trading Association (IETA) hat PwC einen globalen Bericht „Emissions trading systems: The opportunities ahead“ mit Umfragen zum ETS und deren Bilanzierung bei Unternehmen veröffentlicht.

Das ETS deckelt heute die Emissionen von rund 10.000 Energie- und Produktionsanlagen innerhalb der EU, schafft eine Rechtsverbindlichkeit in deren  Umweltbilanzen sowie Ziele für eine fortlaufende Emissionsreduzierung. Mit Blick auf die Kohlenstoffneutralität bis 2050 und das neue Ziel einer Nettoreduktion der Emissionen um 55 % bis 2030 hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, den Anwendungsbereich des Emissionshandelssystems zu überarbeiten und auf Branchen wie den Straßenverkehr und die Schifffahrt auszuweiten. Auch das Tempo der jährlichen Emissionsminderungen soll erhöht werden – hat das EU ETS in seiner 16-jährigen Laufzeit bereits zu einer Reduzierung der Treibhausgasemission um 35% beigetragen. Aufgrund der umfassenden Bedeutung und langjährigen Geschichte wird es damit oft als Vorbild für eine globale Vorgehensweise für eine Kohlenstoffbepreisung gesehen.

In den 16 Jahren seit Einführung des EU-Emissionshandelssystems wurde jedoch kein internationaler Rechnungslegungsstandard vereinbart, der sich speziell mit der Frage befasst, wie Kohlenstoffzertifikate in den Jahresabschlüssen zu bilanzieren sind. Dies ist jedoch zwingend notwendig, wenn das EU-ETS als Vorbild für die Kohlenstoffmärkte in der ganzen Welt dienen soll. Denn es würde Investoren und Stakeholdern Klarheit darüber verschaffen, wie weit die Unternehmen auf ihrem Weg zum Netto-Null-Emissionshandel sind. In einer Umfrage von 25 Unternehmen aus unter anderem den Branchen Öl und Gas, Zement, Stahl, Chemie und Luftfahrt – eine Fortsetzung und Aktualisierung einer Umfrage, die wir 2007 über die Nutzung des Systems durch Unternehmen durchgeführt haben – haben wir untersucht, welche Rechnungslegungspraktiken die Unternehmen anwenden, um sicherzustellen, dass ihre Bilanzen ihre Emissionszertifikate und damit den tatsächlichen Wert ihrer Assets adäquat widerspiegeln. Von den 25 Befragten wurden beispielsweise vier verschiedene Arten der Bilanzierung von gewährten und erworbenen Zertifikaten verwendet. Auch die Bewertung von gewährten Zertifikaten wird auf drei verschiedene Arten dargestellt.

Die Untersuchungsergebnisse der aktuellen Studie decken sich mit den Schlussfolgerungen unserer Umfrage aus dem Jahr 2007 und zeigen, dass bei der Schaffung standardisierter Bilanzierungsgrundsätze für Kohlenstoffemissionen nur geringe Fortschritte erzielt wurden. In Anbetracht der Entwicklung des CO2-Marktes in den letzten 14 Jahren, des Preisanstiegs und der Ausweitung des Anwendungsbereichs des EU-Emissionshandelssystems sehen wir hier klar einen Bereich, der von einer gemeinsamen Rechnungslegung profitieren würde.

Die Vielfalt der Rechnungslegungsansätze in unseren Umfrageergebnissen zeigt, dass es derzeit keine klare Möglichkeit gibt, die Jahresabschlüsse von Unternehmen in Bezug auf die Emissionsbilanzierung zu vergleichen. Eine Standardisierung der Bilanzierung von Emissionszertifikaten würde es den Unternehmen jedoch ermöglichen, Investoren und Verbrauchern die Kosten ihrer Emissionen und die Auswirkungen ihrer Bemühungen zur Emissionsreduzierung deutlicher aufzuzeigen. Welche Bilanzierungsansätze dabei etabliert werden könnten, wird anhand von Best-Practise-Modellen in unserem vollständigen Report ebenso aufgezeigt wie alle detaillierten Umfrageergebnisse.

Die Weltgemeinschaft muss sich zusammentun, um Emissionshandelssystemen, wie das EU-ETS, eine solide Basis zu geben. Dies unterstützt Unternehmen dabei, ihre Net-Zero-Ziele zu erreichen

Ansprechpartnerin:

Heike Kolbeck

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