Referentenentwurf zum EEG 2021 (Teil 2): Neue Ausschreibungsmengen/ -volumen

Der Referentenentwurf des EEG 2021 hält auch im Rahmen der Ausschreibungsmengen für Erneuerbare-Energie-Anlagen eine Vielzahl von Neuregelungen bereit. Im zweiten Teil unserer Blogreihe möchten wir daher über die geplanten Änderungen der neuen Ausschreibungsvolumina berichten.

Als Kernziele des Referentenentwurfs sind die Bestrebungen hervorzuheben, bis 2050 in Deutschland ausschließlich treibhausgasneutralen Strom zu erzeugen und zu verbrauchen sowie den Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien bis 2030 auf 65 % zu steigern. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen legt der Referentenentwurf insbesondere bei den Ausschreibungsmengen der einzelnen Technologien eine stetige Steigerung der installierten Leistung bis 2028 fest.

Die Ausschreibungsmengen sollen unter anderem dadurch „gefüllt“ werden, dass Projekte an Standorten entwickelt werden, die bisher nicht für eine Förderung in Betracht kamen. Weniger windstarke Standorte in Süddeutschland sollen künftig durch die Einführung einer sogenannten „Südquote“ an Attraktivität gewinnen und somit vermehrt genutzt werden können. Ziel ist es, die regionale Steuerung zu verbessern und die damit einhergehenden Systemkosten zu reduzieren. Für die Entwicklung von Freiflächen-PV-Anlagen soll die Flächenkulisse dahingehend erweitert werden, dass z.B. auch Seitenrandstreifen bis 220 Meter als Standort in Betracht kommen. Zudem werden für Freiflächen-PV-Anlagen Gebote bis 20 MW ermöglicht, so dass sich auch dadurch die Ausschreibungsmenge schneller füllen kann.

Ausgehend vom derzeitig geltenden Ausschreibungsvolumen bei Windkraftanlagen an Land bestimmt der Referentenentwurf eine deutliche Steigerung des Mengenziels auf insgesamt 71 GW. Die jährlichen Ausbauziele von 4,5 GW bis 5,8 GW liegen damit deutlich über dem zuletzt erreichten jährlichen Zuwachs von weniger als 1 GW.

Auch im Solarenergiesektor sieht der Referentenentwurf einen erheblichen Zuwachs der Ausschreibungsmengen auf 2,1 GW bis 2,8 GW vor. Um die Wettbewerbsfähigkeit von Solaranlagen auf Dächern zu steigern, werden zudem getrennte Ausschreibungen für große Dachanlagen mit einer Leistung von zunächst mehr als 500 kW und Freiflächenanlagen eingeführt. Ab dem Jahr 2025 sollen dann auch Dachanlagen größer als 100 kW an den Ausschreibungen teilnehmen dürfen. Bei den Freiflächenanlagen ist ein jährliches Niveau zwischen 1,6 und 1,9 GW bestimmt. Betreiber kleinerer Solaranlagen, die ab 2021 aus der EEG-Förderung fallen würden, dürfen nunmehr ihren erzeugten Strom bis Ende 2027 dem Netzbetreiber zur Verfügung stellen und erhalten dafür den Marktwert abzüglich der Vermarktungskosten.

Neben der Einführung des Ausschreibungssegments für Biomethananlagen mit erhöhter Flexibilitätsanforderungen mit jährlich 75 MW legt der Referentenentwurf den Zubaubedarf bei Biomasseanlagen auf etwa 2,8 GW fest.

Gerne beantworten wir Ihre Fragen zu den neuen Ausschreibungsmengen – und im Erneuerbaren-Energien-Bereich.

 

Ansprechpartner  

Dominik Martel

LL.M, Rechtsanwalt

Tel.: +49 521 96497-902

E-Mail: dominik.martel@pwc.com

Hanne Schöppner

Rechtsanwältin

Tel.: +49 40 6378-2512

E-Mail: hanne.schoeppner@pwc.com

 

 

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