Richtlinien-Entwurf “Bundesförderung für effiziente Wärmenetze” (BEW) erschienen.

Nach einigen Verzögerungen1  befindet sich die Richtlinie für die “Bundesförderung für effiziente Wärmenetze” (BEW) nun mutmaßlich auf der Zielgeraden: Das BMWi legte am 16. Juli 2021 einen neuen Entwurf für die Förderrichtlinie BEW vor, welcher den geplanten Aufbau des Förderprogramms zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen beschreibt.

Leitziel der neuen Richtlinie ist es, den Anteil von erneuerbaren Energien und Abwärme im Wärmesektor zu steigern und einen Beitrag zur Erreichung der europäischen Energie- und Klimaziele bis 2030 zu leisten. In diesem Zeitraum sollen jährlich durchschnittlich bis zu 400 MW erneuerbarer Wärmeerzeugungsleistung und Investitionen von etwa 690 Mio. Euro angestoßen werden. Die Transformation von bestehenden Wärmenetzen mit fossilen Brennstoffen und der Neubau von effizienten Wärmenetzsystemen mit überwiegendem Anteil an erneuerbaren Energien und Abwärme stehen im Zentrum der Richtlinie. Dabei basiert das BEW auf drei Modulen, welche unterschiedliche Maßnahmen und Stadien der Planung bzw. Umsetzung ansprechen.

Fördermodule der BEW:

Modul 1:
Transformationspläne & Machbarkeitsstudien
  • Pläne zur Transformation bestehender Wärmenetze zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Wärmequellen
  • Machbarkeitsstudien zur Errichtung von (zu mind. 75%) durch erneuerbare Wärmequellen und Abwärme gespeisten Neubau-Wärmenetze
  • Bewilligungszeitraum: 12 + 12 Monate
  • Maximale Förderung: 50 % förderfähige Kosten aber maximal 600.000 Euro
Modul 2:
Systemische Förderung
(Investitions- und Betriebskostenförderung)
  • Umsetzung von Transformationsplänen von bestehenden und auf Machbarkeitsstudien basierenden neuen Wärmenetzen
  • Förderfähig sind sowohl Wärmequellen aus erneuerbaren Energien, Infrastruktur zur Wärmeverteilung inklusive Maßnahmen zur Optimierung des Netzbetriebes, als auch einige Umfeld- und Planungsleistungen
  • Für Solarthermieanlagen, PVT-/Hybridanlagen und Wärmepumpen zur Nutzung von Umweltwärme ist eine Betriebskostenförderung für 10 Jahre vorgesehen.
  • Bewilligungszeitraum: 48 + 24 Monate
  • Maximale Förderung: 40 % förderfähiger Investitionskosten
Modul 3:
Einzelmaßnahmen
  • Förderung von schnell umsetzbaren Einzelmaßnahmen, auch außerhalb von oder ergänzend zu Modul 2    
    • Solarthermieanlagen
    • Wärmepumpen
    • Biomassekessel
    • Direkt elektrische Wärmeerzeuger
    • Wärmespeicher
  • Rohrleitungen für den Anschluss von EE-Erzeugern und die Integration von Abwärme sowie für die Erweiterung von Wärmenetzen
  • Wärmeübergabestationen
  • Bewilligungszeitraum: 24 + 12 Monate
  • Maximale Förderung: 40 % förderfähiger Investitionskosten

 

Komponenten von Wärmenetzen, die bereits durch andere staatliche Programme (u.a KWKG, EEG, EEW, BEG, EE-Premium, Energieforschungsprogramm) begünstigt werden, sind nicht förderfähig. Allerdings können übrige Komponenten generell Förderung nach dem BEW erhalten, sofern ihre Kosten abgrenzbar sind. Bis 50 Mio. Euro sind Vorhaben notifizierungsfrei, wobei Einzelmaßnahmen (Modul 3) mit Förderungen nach Modul 2 verrechnet werden.

Die Richtlinie soll zunächst auf sechs Jahre befristet werden und das Förderprogramm “Wärmenetze 4.0” nach einer sechsmonatigen Übergangsfrist ersetzen – bereits nach Wärmenetze 4.0 genehmigte Vorhaben bleiben aber unbeeinflusst. Vor einer zweiten Laufzeit der BEW erfolgt eine erneute Evaluierung des Programms und Überprüfung der Förderbedingungen, insbesondere hinsichtlich einer möglichen Erhöhung der erforderlichen Anteile erneuerbarer Energien und Abwärme bei neuen Wärmenetzen. Ein Termin für das Inkrafttreten steht aktuell noch nicht fest, ist aber noch für das 3. Quartal 2021 geplant[1].

1https://www.waerme-wohnen.org/wp-content/uploads/2021/06/20210616_Vortrag_BAFA_Bundesfoerderung-effiziente-Waermenetze_THI.pdf

Ansprechpartner:

Rolf Miljes 

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