Auf ein Watt

Startschuss zum Rollout intelligenter Messsysteme

Der 24. Februar 2020 ist ein sehr wichtiger Meilenstein für die deutsche Energiewirtschaft – mit der Allgemeinverfügung zur Feststellung der technischen Möglichkeit zum Einbau intelligenter Messsysteme, startet die Digitalisierung der Energiewende in Deutschland. Der verpflichtenden Rollout von intelligenten Messsystemen findet für grundzuständige Messstellenbetreiber (gMSB) Anwendung. Die am 7. Februar veröffentlichte Marktanalyse gibt nun den technischen Rahmen für den Rollout-Beginn vor und stellt insbesondere gMSB vor die anspruchsvolle Aufgabe, innerhalb der nächsten drei Jahre zehn Prozent der Pflichteinbaufälle zu erfüllen. Aber nicht nur Messstellenbetreiber sind davon betroffen, auch Energielieferanten müssen sich auf die neue Situation einstellen.

Die neue Vergleichsstudie zu ERP-Systemen in der Energiewirtschaft ist ab sofort verfügbar

Energieversorger stehen angesichts der fortschreitenden Regulierung und der dadurch ausgelösten Marktveränderungen sowie mit Blick auf das beschleunigte Digitalisierungstempo vor der enormen Herausforderung, ihre Geschäftsmodelle und IT-Landschaften grundlegend neu auszurichten.

Das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) und seine Folgen für Energieversorgungsunternehmen

Das im Dezember 2019 als Teil des Klimaschutzprogramms in Kraft getretene Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) mit dem darin verankerten nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) bringt für die verschiedenen Sektoren weitreichende Konsequenzen. Mit einem geschätzten Volumen von fast 10 Mrd. EUR/a wird durch die Regelungen zum nEHS die kostenintensivste staatliche Lenkungsmaßnahme im Energiemarkt seit Einführung der Ökosteuer im Jahr 1999 ausgelöst. Ein wesentlicher Teil der vom Staat erzielten Einnahmen soll durch Entlastungen bei staatlichen Abgaben im Strombereich oder durch Steuerentlastungen an die belasteten Unternehmen und Bürger zurückfließen. Trotz gewisser Unsicherheiten hinsichtlich der Umsetzung besteht bereits heute ein dringender Handlungsbedarf bei den betroffenen Unternehmen.

Neue Lösungsangebote für Energievertriebe auf Basis intelligenter Messsysteme

Der verpflichtende Rollout von intelligenten Messsysteme (iMS) hat mit der Markterklärung des BSI am 31.01.2020 begonnen. Grundzuständige Messstellenbetreiber (gMSB) werden nun kontinuierlich ihre Messstellen mit iMS ausstatten und entsprechend die Messentgelte erhöhen. Diese Messentgelte werden 1:1 über den Lieferanten an den Endkunden weiterverrechnet und fallen aus Kundensicht erstmal negativ auf den jeweiligen Energieanbieter zurück.

Wie Energieversorgungsunternehmen vertrauliche Geschäftsinformationen und betriebliches Know-how schützen

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen (GeschGehG) haben sich die Vorzeichen für Energieversorgungsunternehmen maßgeblich geändert: Vertrauliche Geschäftsinformationen und betriebliches Know-how werden gesetzlich grundsätzlich nur geschützt, wenn angemessene Schutzmaßnahmen ergriffen worden sind und diese Maßnahmen kontinuierlich evaluiert werden. Eine zentrale Herausforderung ist hierbei, aufgrund einer vorherigen Identifizierung der schützenswerten Informationen ein adäquates Schutzniveau herzustellen.

Nächste Schritte für die gMSB

Die Zertifizierung des dritten Smart-Meter-Gateways durch das BSI ist erfolgt, die Markterklärung steht aus. Zu welchem Ergebnis das BSI bei der Bewertung der Auswirkungen von geplanten Rechtsrahmenänderungen kommt bleibt abzuwarten. Dass es insgesamt zur Rechtssicherheit für die Markterklärung kommt ist zu hoffen. Wenn dies gelingt, startet die Rollout Pflicht für die grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB). Die zentrale Herausforderung ist es dabei, unter der gesetzlich vorgeschriebenen Preisobergrenze (PoG) möglichst effizient zu sein. Um die Wirtschaftlichkeit des Rollouts positiv zu beeinflussen, stehen dem gMSB eine Vielzahl von Optimierungspotentialen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Verfügung.

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