EU-Winterpaket (7): „EU-VNB“ – Geplanter Zusammenschluss der Verteilernetzbetreiber

Was mit dem dritten Binnenmarktpaket auf Übertragungsnetzbetreiberebene begonnen hat, will die Kommission nun auf der Ebene der Verteilernetze fortsetzen: Der von der EU-Kommission im Rahmen des EU-Winterpakets vorgelegte Entwurf einer revidierten Strommarkt-Verordnung sieht die Gründung der sog. „EU-VNB“ (Europäische Organisation der Verteilernetzbetreiber) vor. Vorbild ist der grenzüberschreitende Zusammenschluss der Übertragungsnetzbetreiber in der ENTSO-E.

Die Kommission verfolgt mit dem geplanten Zusammenschluss der Verteilernetzbetreiber im Wesentlichen zwei Zwecke: Zum einen soll die Effizienz der Stromverteilernetze in der Union gesteigert, zum anderen auf diese Weise die Zusammenarbeit der Verteilernetzbetreiber mit den Übertragungsnetzbetreibern sowie der ENTSO-E sichergestellt und effizient gestaltet werden.

Mögliche Teilnehmer

An der Organisation „EU-VNB“ können nur Verteilernetzbetreiber teilnehmen, die nicht Teil eines vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmens sind. Soweit sie einem vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmen angehören, können sie nur teilnehmen, wenn sie nach Art. 35 der novellierten Strombinnenmarktrichtlinie hinsichtlich Rechtsform, Organisation und Entscheidungsgewalt unabhängig von den übrigen, nicht mit der Verteilung zusammenhängenden Tätigkeitsbereichen sind. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Verteilernetzbetreiber mit weniger als 100.000 angeschlossenen Kunden, die von der De-minimis-Klausel nach §§ 7 Abs. 2, 7a Abs. 7 EnWG Gebrauch machen, sich dem EU-VNB nicht anschließen können.

Kosten und Aufgaben

Die Kosten, die im Rahmen der Tätigkeiten des Zusammenschlusses „EU-VNB“ entstehen, sollen von den als Mitgliedern eingetragenen Verteilernetzbetreibern getragen werden. Der Verordnungsentwurf sieht aber zugleich vor, dass die Kosten bei der Entgeltberechnung berücksichtigt werden können.

Die Aufgaben der Organisation werden ebenfalls im Verordnungsentwurf geregelt. Die „EU-VNB“ soll u.a. Betrieb und Planung von Übertragungs- und Verteilernetzen koordinieren, erneuerbare Energiequellen, dezentrale Energieerzeugung und andere in das Verteilernetz eingebundene Ressourcen (z.B. Energiespeicherung) integrieren, die Laststeuerung ausbauen und sich an der Ausarbeitung der Netzkodizes beteiligen. Hinsichtlich letzterer trägt der Zusammenschluss zudem die Verantwortung, alle betroffenen Akteure im Rahmen der Ausarbeitung der Netzkodizes zu konsultieren.

Im Rahmen unserer nächsten Ausgabe zum EU-Winterpaket stellen wir Ihnen geplante Regelungen zum Betrieb von Batteriespeichern sowie Ladesäulen vor.

Ansprechpartner

Peter Musseaus

PwC Tax & Legal

Tel.: +49 211 981 4930

E-Mail: peter.mussaeus@de.pwc.com

Dirk-Henning Meier

PwC Tax & Legal

Tel.: +49 211 981 2080

E-Mail: dirk-henning.meier@de.pwc.com

 

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