Bundesnetzagentur legt Interimsmodell zur Marktkommunikation fest

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat im Dezember die Festlegungen zur Anpassung der Vorgaben zur elektronischen Marktkommunikation an die Erfordernisse des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) veröffentlicht.

Mit den Festlegungen BK6-16-200 und BK7-16-142 hält die BNetzA grundsätzlich an der bestehenden kettenförmigen Messwertübermittlung fest. Dadurch soll der beschleunigte Einstieg in den Roll-Out von intelligenten Messsystemen und modernen Messeinrichtungen ermöglicht werden. Trotz des von BNetzA-Seite als minimal-invasiv bezeichneten Eingriffs stehen die betroffenen Energieversorgungsunternehmen jedoch vor einem großen Anpassungsbedarf in den Geschäftsprozessen und IT-Systemen.

Nachfolgend sind die wesentlichen Neuerungen im Überblick dargestellt:

Einführung der Begriffe Messlokation/Marktlokation und einer zentralen Codevergabestelle für Marktlokations-IDs

Der Begriff Messlokation entspricht der Messstelle im Sinne des § 2 Nr. 11 MsbG. Durch den Begriff Marktlokation werden die bislang in der Marktkommunikation verwendeten Begriffe Entnahmestelle, Abnahmestelle, Lieferstelle oder Einspeisestelle ersetzt. Strom- und Gasnetzbetreiber werden durch die Festlegungen verpflichtet, Markt- und Messlokationen mit eindeutigen Identifikationsnummern (IDs) zu versehen. Im Falle der Marktlokations-ID erfolgt die Generierung und Ausgabe der ID durch eine zentrale Codevergabestelle. Die betroffenen Netzbetreiber müssen bis zum 1. Februar 2018 alle Marktlokationen mittels einer Marktlokations-ID identifizieren.

Anpassung der Prozessbeschreibungen GPKE, GeLi Gas, WiM und MPES

Neben der Anpassung von bestehenden Prozessen hinsichtlich der Rollen und Begrifflichkeiten ist insbesondere der neue Prozess ‚Abrechnung Messstellenbetrieb‘ hervorzuheben. Dieser Prozess hat zum Ziel, eine Abstimmung zwischen grundzuständigem Messstellenbetreiber (gMSB), Lieferanten und VNB hinsichtlich der Kosten für den Messstellenbetrieb zu ermöglichen. Wird keine Einigung getroffen, so muss der gMSB direkt mit dem Anschlussnutzer abrechnen. Dies hat zur Folge, dass beim gMSB entsprechende Prozesse für Papierrechnung, Inkasso und Forderungsmanagement zeitnah einzuführen sind.

Verschlüsselung und Signatur von EDIFACT-Nachrichten

Spätestens zum 1. Juni 2017 sind EDIFACT-Nachrichten im Rahmen von GPKE, GeLi Gas, WiM und MaBiS verpflichtend per S/MIME zu verschlüsseln und zu signieren. Schon bis zum 1. Februar 2017 sind alle Adressaten der Festlegungen verpflichtet, die zur Umsetzung erforderlichen technischen Details zum abgesicherten Austausch zu erarbeiten und der BNetzA vorzulegen – EDI@Energy arbeitet diesbezüglich noch an dem bereits vorgelegten Konzept und nimmt Aktualisierungen vor.

Weitere Festlegungen betreffen unter anderem die Erarbeitung eines einheitlichen Geschäftsprozesses zur Bereitstellung von Zählpunkten gemäß § 20 Abs. 1d EnWG für Lieferantenwechsel innerhalb von Kundenanlagen durch die Netzbetreiber bzw. deren Verbände bis zum 1. Juni 2017 sowie die Beibehaltung der Möglichkeit von rückwirkenden Ein- und Auszügen.

Ansprechpartner

Steffen Schattner

PwC Finance & Regulation

Tel.: +49 69 9585 2712

E-Mail: steffen.schattner@de.pwc.com

Dr. Marc Salevic

PwC Legal

Tel.: +49 211 981 1603

E-Mail: marc.salevic@de.pwc.com

 

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