„Maßgebliche Stromkosten“ können Quoten der EEG-Entlastung schmälern

Die EEG-Begünstigung im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung nach §§ 63 ff. EEG 2014 und damit die Einsparung eines hohen Anteils der Energiekosten ist für viele Unternehmen ein zentraler Faktor, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle als zuständige Behörde ist stetig darauf bedacht, praxisbedingte Umsetzungsschwächen der Regelung auszuräumen und die Leitplanke des EU-Beihilferechts einzuhalten, sodass nur diejenigen Unternehmen in den Genuss der Begünstigung kommen, die auch tatsächlich als energieintensiv eingestuft werden. Auch aus diesem Grund wird es im Antragsjahr 2016 erstmalig eine Änderung bei der Ermittlung der Stromkosten geben, deren Wirkung jedoch insbesondere in den kommenden Jahren für viele aktuell privilegierte Unternehmen zu spüren sein wird.

Bei der Ermittlung der Stromkosten im Rahmen der Stromkostenintensität ist ab diesem Antragsjahr nicht mehr der tatsächliche Strompreis, sondern ein vorgegebener Strompreis aus der zwischenzeitlich in Kraft getretenen Besondere-Ausgleichsregelung-Durchschnittsstrompreis-Verordnung (DSPV) heranzuziehen, der sich anhand einer Matrix aus dem Gesamtverbrauch des Unternehmens und der gewichteten Benutzungsdauer ergibt. Hierbei ist zu beachten, dass die tatsächlichen Stromkosten weiterhin bruttowertschöpfungswirksam sind, die maßgeblichen Stromkosten hingegen nun im Zähler der Stromkostenintensität berücksichtigt werden müssen.

Der maßgebliche Strompreis ergibt sich aus den durchschnittlichen Strompreisen inkl. möglicher Begünstigungen aller antragstellenden Unternehmen, was zur Folge hat, dass darin enthaltene Marktpreisveränderungen, Netzentgeltveränderungen etc. berücksichtigt sind, auch wenn das antragstellende Unternehmen etwaige Marktvorteile selbst nicht realisiert hat.Blogbeitrag

Im aktuellen Antragsjahr ist der Effekt für die meisten Unternehmen vergleichsweise gering. Mit Blick auf die Zukunft geht das PwC-Team in seiner Prognose der DSPV-Strompreise jedoch davon aus, dass beispielsweise im Antragsjahr 2017 der maßgebliche Strompreis durchschnittlich um ca. 6 % sinkt. Bezogen auf die Stromkostenintensität bedeutet dies eine Reduzierung um ca. 1,3 Prozentpunkte.

Da durch die Nutzung des arithmetischen Mittels über die letzten drei Jahre sowohl in Bezug auf die Bruttowertschöpfung, aber auch in Bezug auf die Stromverbräuche kurzfristige Hebel nur sehr gering wirken, ist eine frühzeitige Kontrolle und Prognose sowie gegebenenfalls frühzeitiges „Gegensteuern“ notwendig, um die Privilegierung in den Folgejahren aufrecht zu erhalten. Hierzu bietet sich das PwC-Prognosetool für Strompreise an, um die Auswirkungen frühzeitig zu erkennen und ggfs. steuernde Maßnahmen einzuleiten.

 Ansprechpartner

Nicolas Deutsch

Dipl.-Oec.

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Lukas Krüger

Dr. rer. pol.

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Simon Fahrenholz

Dipl.-Oec.

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