Messstellenbetreiber müssen ab 2017 den Smart Meter-Rollout umsetzen

Am 23. Juni ist der Regierungsentwurf des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende mit nur geringfügigen Änderungen durch den Bundestag verabschiedet worden. Kernstück des Gesetzes ist das neue Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) mit der Verpflichtung des grundzuständigen Messstellenbetreibers zum Rollout von intelligenten Messsystemen (Smart Metern). Mit einem Inkrafttreten ist noch im Juli zu rechnen.

Die wichtigste gesetzliche Anforderung stellt unverändert die Verpflichtung des Netzbetreibers – als grundzuständigem Messstellenbetreiber – zum Rollout der Smart Meter für Verbrauchsfälle ab 6.000 kWh sowie EEG- und KWK-Anlagen ab einer installierten Leistung von 7 kW dar. Die dabei einzuhaltenden Preisobergrenzen sind insbesondere für kleine und mittelgroße Netzbetreiber herausfordernd. Für einen Letztverbraucher mit einem Verbrauch zwischen 6.000 und 10.000 kWh dürfen höchstens 100 € brutto jährlich in Rechnung gestellt werden. Netzbetreiber sollten ihre Handlungsoptionen – Eigen- oder Fremdleistung, Kooperation oder Stand-alone, Nischen- oder Volldienstleister – auf Basis der verschiedenen Anbieterpreise hinsichtlich einer optimalen Wirtschaftlichkeit untersuchen. Die einzelnen Komponenten der Smart Metering-Infrastruktur – Zähler, Gateways, Telekommunikation, IT – sind dabei getrennt zu betrachten.

Darüber hinaus sollte jetzt bereits mittels einer Inventarisierung der Pflichteinbaufälle (Lage und Zustand des Zählerschranks, mögliche TK-Anbindung, Mehrspartenanbindung, Klassifizierung des Kunden etc.) die Basis für einen möglichst effizienten Rollout gelegt werden. Für die konkrete Rollout-Planung ist zu beachten, dass mit Beginn des Rollouts ab 2017 – genauer gesagt: nach Feststellung der technischen Möglichkeit nach § 30 des MsbG – innerhalb von drei Jahren bereits 10% der Pflichteinbaufälle durchgeführt worden sein müssen. Ist dies nicht gegeben, droht dem Netzbetreiber der nachhaltige Verlust der Grundzuständigkeit.

Ansprechpartner

Dr. Steffen Schattner

PwC

Tel.:+49 69 9585-2712

E-Mail: steffen.schattner@de.pwc.com

 

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