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Ergebnispotenzial durch Umstellung von Erdgas-BHKW auf Biomethan

Bestehende Erdgas-BHKW bieten oft ungenutztes Ergebnispotenzial. Die Umstellung auf Biomethan kann dabei eine Maßnahme zur Ergebnisoptimierung darstellen. Mit dem Inkrafttreten des EEG 2014 zum 1. August 2014 wird die Förderung von Strom aus Biomasse generell erheblich eingeschränkt. Das EEG 2014 enthält allerdings eine Vielzahl bestandsschützender Vorschriften für Biogasaufbereitungsanlagen sowie der Verstromung von Biomethan. Eine Übergangsregelung des EEG 2014 ermöglicht eine Umstellung eines Erdgas-BHKW auf den Betrieb mit Biomethan bis zum 31. Dezember 2014, sodass BHKW-Betreiber von einer vergleichsweise höheren Vergütung gemäß einer Vorgängerfassung des EEG 2014 profitieren können.

Biomasse verliert im EEG 2014 an Bedeutung

Das EEG 2014 sieht Ausbaupfade bzw. Zielkorridore für die Erzeugung aus erneuerbaren Energien vor. Der Zubau von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Biomasse wird bei 100 MW installierter Leistung je Jahr gedeckelt. Neben der Deckelung des Zubaus von Biomasseanlagen wurden auch die Vergütungssätze für Strom aus Biomasse gekürzt und Boni gestrichen. So besteht unter dem EEG 2014 keine Möglichkeit einer Zusatzvergütung für bestimmte Einsatzstoffe mehr. Ein weiterer Einschnitt für Biomasseanlagen über 100 kW installierter Leistung ist die Beschränkung der finanziellen Förderung auf 50 % des erzeugten Stroms. Daneben besteht allerdings die Möglichkeit zur Inanspruchnahme einer Flexibilitätsförderung, die sich an der installierten Leistung orientiert.

Auch wenn die Biomethan-Branche die Neufassung des EEG 2014 äußerst kritisch betrachtet, wurden vom Gesetzgeber Übergangsvorschriften im § 100 Abs. 2 EEG 2014 aufgenommen, die eine Umstellung des BHKW-Betriebs von Erdgas- auf Biomethan bis zum 31. Dezember 2014 ermöglicht. Unter bestimmten Voraussetzungen können BHKW-Betreiber dann noch von den alten, hohen Fördersätzen profitieren.

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung anhand eines Muster-BHKW

Bedingt durch die aktuellen Entwicklungen an den Energiemärkten ist ein wirtschaftlicher Betrieb von Erdgas-BHKW, welche nicht mehr nach dem KWKG gefördert werden, immer seltener gegeben. BHKW-Betreiber stehen vor der Entscheidung, das BHKW ggf. abzuschalten oder unter anderen Voraussetzungen zu betreiben. Die Umstellung eines BHKW von einem Erdgas- auf einen Biomethanbetrieb hat Auswirkungen auf die dem BHKW zurechenbaren Kosten- und Erlöspositionen. Insbesondere werden die Beschaffungskosten und Stromerlöse durch eine solche Umstellung berührt. Unter der Annahme, dass das Einsatzverhalten durch die Umstellung nicht verändert wird, hat diese Maßnahme i. d. R. jedoch keinen Einfluss auf Kapital-, Wartungs-, Instandhaltungs- und Verwaltungskosten. Außerdem sind die Erlöse für die erzeugte Wärme zunächst gleich zu bewerten. Daher kann mithilfe einer isolierten Differenzbetrachtung der veränderten Kosten- und Erlöspositionen eine Entscheidungsgrundlage geschaffen werden. In der Tabelle 1 sind die wichtigsten Kenngrößen zusammengefasst und der sich daraus ergebene Ergebnisvorteil bei einer Umstellung auf Biomethan vor dem 31.12.2014 dargestellt, sodass eine Vergütung nach dem EEG 2009 gewährt wird.

Tabelle 1: Beispiel einer Differenzbetrachtung zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit
Erdgas-BHKW Biomethan-BHKW (EEG 2009)
Jahr der Inbetriebnahme 2010 2010
Umstellung bzw. Jahr der Betrachtung 2014 2014
elektrische Leistung 300 kW 300 kW
thermische Leistung 416 kW 416 kW
elektrischer Nutzungsgrad Hs 33,50% 33,50%
thermischer Nutzungsgrad Hs 46,40% 46,40%
Vollbenutzungsstunden 7.000 h/a 7.000 h/a
Stromproduktion 2,1 Mio. kWh/a 2,1 Mio. kWh/a
Gasbezugsmenge Hs 6,3 Mio. kWh/a 6,3 Mio. kWh/a
Stromerlöse 3,72 Ct/kWh 20,66 Ct/kWh
Gas- bzw. Biomethanbezugskosten Hs 2,53 Ct/kWh 7,20 Ct/kWh
Stromerlöse 89 TEUR/a 433 TEUR/a
Gasbezugskosten 159 TEUR/a 451 TEUR/a
Ergebnisvorteil 53 TEUR/a

Das betrachtete BHKW wurde Anfang 2010 in Betrieb genommen. Die Umstellung auf Biomethan wurde im Jahr 2014 vollzogen. Gemäß der Übergangsvorschriften im EEG 2014 findet für das BHKW das fossile Inbetriebnahmejahr Anwendung. Die Einspeisevergütung ermittelt sich deshalb nach dem EEG 2009. Kosten und Erlöse des Erdgas-BHKW wurden für das Jahr 2014 unterstellt. Dabei sind Stromerlöse von 3,72 Ct/kWh (Baseloadpreis EEX Cal 15 + 5%) zzgl. vermiedener Netzentgelte i. H. v. 0,50 Ct/kWh zu Grunde gelegt worden.

Eine mögliche Umstellung auf Biomethan sollte geprüft werden

Die finanzielle Förderung gemäß dem EEG 2014 hat wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit einer Umstellung. Durch die erheblichen Kürzungen der Biomassevergütung im EEG 2014 scheint eine Wirtschaftlichkeit kaum noch gegeben zu sein, soweit das EEG 2014 Anwendung findet. Wenn allerdings bestehende Erdgas-BHKWs vor dem 31.12.2014 umgestellt werden, dann kommt. je nach Inbetriebnahmezeitpunkt eine Vorgängerfassung des EEG 2014 zur Anwendung. Diese dann deutlich höhere EEG-Vergütung hat wiederum großen wirtschaftlichen Einfluss auf die Umstellung eines Erdgas-BHKW auf den Betrieb mit Biomethan.

Vor dem Hintergrund einer wirtschaftlichen Optimierung des BHKW-Betriebs sollte neben einer Umstellung auf Biomethan zudem eine flexiblere Fahrweise des BHKW bzw. weitere Vermarktungsmöglichkeiten (z.B. Regelenergie) geprüft werden. Steuerliche Aspekte z.B. im Rahmen des steuerlichen Querverbunds müssen bei einer Umstellung auf den BHKW-Betrieb mit Biomethan im Vorfeld geprüft werden.

Mehr Informationen zu diesem Thema entnehmen Sie bitte dem Fachbeitrag „Ergebnispotenzial durch Umstellung von Erdgas- BHKW auf Biomethan“.

Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist André Schnelte.

Biogas-Monitoringbericht 2013 veröffentlicht

Biogaseinspeisung in 2012 um über 50% gestiegen

Am 19. August 2013 hat die Bundesnetzagentur ihren Biogas-Monitoringbericht 2013 veröffentlicht. Hiernach wurde im Jahr 2012 ein Gesamtvolumen von 413 Mio. m³ Biogas in die Gasnetze eingespeist. Im Jahr 2011 betrug dieser Wert noch 275 Mio. m³. Somit hat sich die eingespeiste Menge Biogas in 2012 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um etwa 50 Prozent erhöht. Im Vergleich zum Wachstum des Vorjahreszeitraums bedeutet dies jedoch, dass sich das jährliche Wachstum verlangsamt hat (2011: 54 Prozent).

Anzahl der Biogasanlagen steigt kontinuierlich

Parallel zum Wachstum der eingespeisten Menge Biogas, hat sich auch die Anzahl der installierten Anlagen für das Jahr 2012 deutlich gesteigert. Betrug die Anzahl der Anlagen in 2011 noch 77, hat sich dieser Wert bis zum 31. Dezember 2012 auf 108 Anlagen erhöht. Dies bedeutet eine Steigerung installierter Anlagen von etwa 40 Prozent. Jedoch ist auch hier ein leicht rückläufiges Wachstum zu beobachten (2011: 75 Prozent).

Zielvorgaben für 2020 und 2030 bleiben nur schwer umsetzbar

Trotz des generell erneut starken Wachstums der Biogasproduktion wird „eine deutliche Zielverfehlung“ bei linearer Fortschreibung der eingespeisten Mengen erwartet. So belaufen sich die Produktionsziele auf 6 Mrd. m³ Biogasproduktion für das Jahr 2020, respektive 10 Mrd. m³ für das Jahr 2030. Der Zielerreichungsgrad beläuft sich somit für das Jahr 2020 auf lediglich 6,88 Prozent, für das Jahr 2030 auf 4,13 Prozent.

Herstellungskosten sinken weiterhin

Die mengengewichteten Herstellungskosten für Biogas (in Cent pro kWh) sind weiter gesunken. Eine kWh aufbereitetes Biogas in Erdgasqualität kostete im Jahr 2012 5,3 Cent, im Jahr 2011 kostete dieselbe Menge noch durchschnittlich 5,7 Cent.

Allerdings ist die Bandbreite der Herstellungskosten mit 1,8 Cent/kWh bis 8,3 Cent/kWh relativ groß, insbesondere bedingt durch die Kosten des eingesetzten Substrats: In 2012 wurden im Wesentlichen (82 Prozent) nachwachsende Rohstoffe wie Maissilage, Grassilage, Zuckerrüben, Getreide etc. eingesetzt. Abfall und Reststoffe (13 Prozent) sowie Gülle/Mist (5 Prozent) werden nur bei einer kleineren Anzahl der Anlagen eingesetzt.

Die Preisunterschiede zu fossilem Erdgas sind allerdings nach wie vor sehr deutlich: So betrug der Preis für eine kWh fossilen Erdgases im Jahresdurchschnitt 2012 2,9 Cent; der durchschnittliche mengengewichtete Verkaufspreis für Biogas lag mit 7,02 Cent/kWh deutlich darüber.

Wälzungskosten legen zu

Da die Gasnetzbetreiber die Kosten der Biogaseinspeisung auf die Netznutzer umlegen können, haben sich diese sogenannten Wälzungskosten aufgrund der gesteigerten Biogasproduktion für das Jahr 2012 weiter erhöht. So stiegen die Wälzungskosten im Jahr 2012 auf 107 Mio. Euro von 78 Mio. Euro in 2011, dies entspricht einer Steigerung von etwa 37 Prozent.

Hierbei ist zusätzlich darauf hinzuweisen, dass die Höhe der Wälzungskosten zum Teil erhebliche Unterschiede nach Regionen aufweist. So war die Biogasumlage im Marktgebiet Gaspool etwa dreimal so hoch wie im Marktgebiet NetConnect Germany. Dieser signifikante Unterscheid erklärt sich durch die relativ größere Anzahl an Biogasanlagen im Marktgebiet Gaspool bei gleichzeitig geringerer Gasausspeiseleistung.

Für 2013 wurde von den Netzbetreibern ein Einspeisevolumen von 539 Mio. m³ Biogas prognostiziert, wodurch sich die Wälzungskosten weiter erhöhen dürften (wenn auch mit einer geringeren Wachstumsrate).

Für die Erstellung des Berichts wurden die Gasnetzbetreiber, Biogasanlagenbetreiber, Biogashändler sowie die Marktgebietsverantwortlichen befragt. Mit dem Biogas-Monitoringbericht 2013 legt die Bundesnetzagentur ihren dritten Bericht dieser Art vor. Der vollständige Bericht kann auf der Internetseite der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de abgerufen werden.

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