Schlagwort: IFRS

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der IFRS RSS-Feed

Update unserer Publikation „Financial reporting in the power and utilities industry – IFRS“

 

Wir haben unsere langjĂ€hrige Publikation „Financial reporting in the power and utilities industry – IFRS“ aktualisiert.

Diese Publikation ist Teil einer Serie von industriespezifischen PraxishandbĂŒchern und analysiert die Herausforderungen von Energieversorgungsunternehmen bei der Anwendung der IFRS.

Anhand von Beispielen werden Praxisprobleme erlĂ€utert und wir geben AuszĂŒge aus KonzernanhĂ€ngen international agierender Energieversorgungsunternehmen wieder. Sehen Sie selbst: publication

IASB bittet um Informationen zu Preisregulierungssystemen

Das IASB hat im Zuge der Reaktivierung des Forschungsprojekts zur Bilanzierung von rate-regulated activities einen Aufruf veröffentlicht, in dem darum gebeten wird, dem IASB Beschreibungen von Systemen der Preisregulierung einzureichen. Ziel des Aufrufs ist es, tatsĂ€chliche Nachweise und Beispiele zu erhalten, die als Basis fĂŒr die weitere Arbeit des IASB dienen sollen (Request for Information Rate Regulation). Es wird explizit noch nicht danach gefragt, ob Preisregulierung zu Vermögenswerten oder Schulden fĂŒhren sollte. Vielmehr soll zunĂ€chst ein Bild gewonnen werden von der VielfĂ€ltigkeit der verschiedenen existierenden Preisregulierungssysteme sowie deren Gemeinsamkeiten. Alle Antworten werden auf der Website des IASB veröffentlicht.

Interessant an dem Aufruf ist, dass das IASB ebenfalls um die EinschĂ€tzung bittet, welche Systeme der Preisregulierung in dem geplanten Discussion Paper behandelt werden sollten und welche nicht – hier bietet sich fĂŒr interessierte Parteien die Möglichkeit, den Scope des Projekts mit zu beeinflussen. Falls Sie also zu der Frage, ob die facettenreiche Anreizregulierung in Deutschland im Zuge dieses Projekts behandelt werden sollte eine Meinung haben, böte sich die Mitwirkung am Request for Information an.

Stellungnahmen zu dem Aufruf werden in elektronischer Form erbeten und sind bis zum 30. Mai 2013 auf der Internetseite des IASB einzureichen (hier: ‘Comment on a Proposal‘).

In Kraft treten von IFRS-Rechnungslegungsstandards und Interpretationen beendet HĂ€ngepartie

Kurz vor Jahresende hat die EuropĂ€ische Kommission im Amtsblatt der EuropĂ€ischen Union L360 vom 29. Dezember 2012 Verordnungen zur Übernahme der in der folgenden Tabelle aufgefĂŒhrten internationalen Rechnungslegungsstandards und Interpretationen in das EU-Recht veröffentlicht. SĂ€mtliche genannten Regelungen traten somit am 1. Januar 2013 (drei Tage nach ihrer Veröffentlichung) in Kraft. Damit ist eine recht langwierige HĂ€ngepartie beendet und IFRS Anwender können planen:

Standard/Interpretation Inkrafttreten innerhalb der EU*
IFRS 10 „KonzernabschlĂŒsse“ ab GeschĂ€ftsjahr 2014**
IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ ab GeschĂ€ftsjahr 2014**
IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen“ ab GeschĂ€ftsjahr 2014**
IFRS 13 „Bemessung des beizulegenden Zeitwerts“ ab GeschĂ€ftsjahr 2013
IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen“ ab GeschĂ€ftsjahr 2014**
Änderung IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards“
– AusgeprĂ€gte Hochinflation und Beseitigung der festen Zeitpunkte fĂŒr erstmalige Anwender
ab GeschÀftsjahr 2013**
Änderung IFRS 7 „Finanzinstrumente: Angaben“
– Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
ab GeschÀftsjahr 2013
Änderung IAS 12 „Ertragsteuern“
– Latente Steuern: Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte
ab GeschÀftsjahr 2013**
Änderung IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“
– Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
ab GeschÀftsjahr 2014
 IFRIC 20 „Abraumkosten in der Produktionsphase eines Tagebaubergwerks“ ab GeschĂ€ftsjahr 2013
* FĂŒr Unternehmen mit kalendergleichem GeschĂ€ftsjahr.
** Das Inkrafttreten wurde im Vergleich zur Originalregelung verschoben.

Neustart fĂŒr offene Bilanzierungsfragen zu rate-regulated activities

Im September 2010 hatte das IASB das bereits existente Projekt zu rate-regulated activities gestoppt, da nach Ansicht des Boards keine kurzfristigen Lösungen fĂŒr die vielfĂ€ltigen Fragestellungen gefunden werden konnten. Das Thema bleibt aber  relevant und so hat das IASB hat in seiner Sitzung am 26. September 2012 den Neustart des Projekts zu rate-regulated activities beschlossen: zunĂ€chst soll durch den IASB staff ein Discussion Paper entworfen werden, dass auf den bereits erlangten Erkenntnissen aus dem rate-regulated activities Projekt als auch auf den Diskussionsstand zur Überarbeitung des Conceptional Framework  basieren soll. Das Discussion Paper soll das IASB darĂŒber informieren, welche Informationen Nutzer bezĂŒglich rate-regulated activities benötigen. Solch ein Discussion Paper könnte Ende 2013 zur VerfĂŒgung stehen und wĂ€re ein wichtiger Meilenstein hin zu neu zu entwickelnden Regelungen zur Bilanzierung von rate-regulated activities.

Da ein Standard vor diesem Hintergrund voraussichtlich nicht vor 2016 fertig wĂ€re, wurde kontrovers diskutiert ob eine Zwischenlösung  insbesondere bezĂŒglich der Frage der Abgrenzbarkeit von regulatorischen Vermögenswerten und Schulden entwickelt werden soll. Eine Entscheidung dazu wurde durch das IASB nicht getroffen, stattdessen wird sich zunĂ€chst das IFRS Advisory Council mit dem Thema beschĂ€ftigen.

Entwicklungen bezĂŒglich IFRS 10, 11 und 12

Zwei Entwicklungen bezogen auf die Standards IFRS 10, 11 und 12 haben in den letzten Monaten möglicherweise einige Erleichterungen fĂŒr Anwender im GepĂ€ck: der wahrscheinlich durch EU Endorsement auf 2014 verschobene Erstanwendungszeitpunkt sowie die aktuellen Änderungen der Übergangsregelungen durch das IASB.

Durch die wahrscheinliche Verzögerung des Erstanwendungszeitpunktes durch  EU Endorsement sind IFRS 10, 11 und 12 erst fĂŒr GeschĂ€ftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, d.h. ein Jahr spĂ€ter als in den Standards selbst vorgesehen. Dadurch erhalten Anwender in der EU ein Jahr lĂ€nger Zeit, die Auswirkungen der zum Teil komplexen Regeln zu untersuchen. Eine frĂŒhzeitige Anwendung (wie durch die Standards selbst vorgesehen) soll dabei möglich bleiben.

DarĂŒber hinaus ist die Änderung der Übergangsvorschriften durch das IASB selbst hilfreich: es wird klargestellt, dass der Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 10 das GeschĂ€ftsjahr ist, in dem erstmalig nach den neuen Standards bilanziert wird, d.h. in der EU beispielsweise der 1. Januar 2014 fĂŒr Anwender mit einem GeschĂ€ftsjahr, das dem Kalenderjahr entspricht und die die Standards ab 2014 anwenden. Das bedeutet, dass bei der Analyse, ob Kontrolle und damit Konsolidierungspflicht nach IFRS 10 vorliegt, auf die Faktenlage am 1. Januar 2014 abzustellen ist – die Vorjahresangaben richten sich dann nach dieser Analyse. Damit haben die oben genannten Anwender noch bis Ende 2013 Zeit, gegebenenfalls transaktionale Änderungen an UnternehmensvertrĂ€gen vorzunehmen, um das gewĂŒnschte Bilanzierungsergebnis nach IFRS 10 zu erreichen. Da die Analyse nach IFRS 10 gerade in Situationen mit knappen MehrheitsverhĂ€ltnissen und gleichzeitig vorliegenden KonsortialvertrĂ€gen komplex sein kann und möglicherweise durchaus zu anderen Ergebnissen als nach IAS 27 fĂŒhrt, ist die zusĂ€tzliche Zeit vielen Anwendern sicherlich willkommen.

/* */