Schlagwort: KWKG

Bleiben Sie auf dem laufenden - der KWKG RSS-Feed

Großtechnische KWK-Anlagen und die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes – Neue und bestehende Fördertatbestände

Die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes kommt und tritt voraussichtlich am 01.01.2016 in Kraft. Betreiber großtechnischer KWK-Anlagen können schon jetzt absehen, was sich für sie ändert: Neben den zwei bekannten Fördertatbeständen Neubau und Modernisierung bzw. Nachrüstung werden eine Bestandsförderung von Altanlagen und ein Bonus für den Ersatz von Kohle-KWK-Anlagen eingeführt. Bei jedem dieser Tatbestände ist die Qualität des für die Zulassung notwendigen Sachverständigengutachtens von enormer Bedeutung – ein unzureichendes Gutachten kann den Anlagenbetreiber mehrere hunderttausend Euro kosten.

Betreiber neuer oder modernisierter Anlagen mussten schon unter dem KWKG 2012 der zuständigen Bundesbehörde ein nach den anerkannten Regeln der Technik erstelltes Gutachten vorlegen. Diese Vorgabe wird auch unter dem KWKG 2016 bestehen bleiben. Mit der Novelle des Gesetzes kommt nun hinzu, dass auch für die neue Förderfähigkeit von Bestandsanlagen auf Basis gasförmiger Brennstoffe sowie für den zusätzlichen Bonus für Kohle-KWK-Anlagen Gutachten verlangt werden – und in allen Fällen kostet ein mangelhaftes Gutachten viel Geld.

Die Gesamtfördersumme einer Anlage ergibt sich direkt aus der im Gutachten angegebenen KWK-Nettoleistung. Wichtig ist: Die KWK-Nettoleistung entspricht dabei nur in wenigen Fällen der installierten, elektrischen Leistung der Anlage und muss im Gutachten individuell bestimmt werden. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass hier vielfach nicht mit der nötigen Sorgfalt gearbeitet wird. Insbesondere die Wahl des Lastfalls, die richtige Berücksichtigung der Anlagensystematik und die korrekte Abgrenzung des Eigenverbrauchs haben entscheidenden Einfluss auf die KWK-Nettoleistung und damit die Gesamtförderung.

Bei Ersatz von Kohle-KWK-Anlagen sind die Gutachten von doppelter Bedeutung

Für den sogenannten Kohle-Bonus gilt: Ersetzt ein Anlagenbetreiber eine kohlegefeuerte KWK-Anlage mit einer (oder mehreren) Neuanlage(n), besteht ein Anspruch auf die zusätzliche Förderung nur in Höhe der ersetzten KWK-Leistung. Diese KWK-Leistung ist allerdings in den wenigsten Fällen bekannt. In der Folge müssen zwei Sachverständigengutachten erstellt werden: eines für die Neuanlage und eines für die ersetzte Anlage. Beim Ersatz von Kohle-KWK-Anlagen sind die Gutachten für den Erfolg des Projekts daher von doppelter Bedeutung.

Bei der Zulassung von gasgefeuerten Bestandsanlagen als zuschlagsberechtigte bestehende KWK-Anlage wird es zumeist möglich sein, auf existierende Gutachten der Anlage zurückzugreifen. Aber auch hier ist die Überprüfung des alten Gutachtens lohnenswert und gegebenenfalls ist eine Aussage zur Hocheffizienz der Anlage zu ergänzen. So kann z.B. eine Anpassung des Eigenverbrauchs aufgrund von gesammelten Betriebsdaten den zu erwartenden Förderbetrag signifikant steigern.

Ist eine Modernisierungsmaßnahme förderfähig? Das Gutachten entscheidet mit.

Im KWKG 2016 werden die Fördertatbestände Modernisierung und Nachrüstung fortbestehen. Wie schon unter dem KWKG 2012 wird dem Gutachten auch bei der Modernisierung von KWK-Anlagen weiterhin eine Schlüsselrolle zustehen. Im Gutachten wird zwischen Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen unterschieden und die Bewertung der Maßnahmen nachvollziehbar dargelegt. In der Vergangenheit haben wir mehrfach gesehen, dass eine Fehleinschätzung der Fördervoraussetzungen zu unnötigen Hemmnissen geführt hat. Dies ist vermeidbar, denn die Rechtslage ist inzwischen größtenteils geklärt und der Tatbestand der Modernisierung hinreichend klar abgegrenzt.

Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist Maik Sinagowitz.

 

/* */