Schlagwort: Strommarkt

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EU-Winterpaket (13): Neuerungen in der Strombinnenmarktrichtlinie

Wie bereits im letzten Beitrag unserer Blogreihe angedeutet, liegt der Schwerpunkt der Neufassung der Strombinnenmarktrichtlinie – vor dem Hintergrund, dass Ziel des unter dem Titel „Saubere Energie für alle Europäer“ von der EU-Kommission vorgelegten Maßnahmenpakets die Implementierung eines neuen Strommarktdesigns ist – auf der (neuen) Rolle des Verbrauchers. Die Strombinnenmarktrichtlinie ist, ebenso wie die weiteren das Strommarktdesign betreffenden Gesetzgebungsakte, am 4. Juli 2019 in Kraft getreten. Die Umsetzungsfrist für die Mitgliedstaaten läuft bis zum 31. Dezember 2020.

EU-Winterpaket (11): Das neue Strommarktdesign „4.0“

Nachdem wir Ihnen basierend auf den seinerzeit veröffentlichten Entwürfen bereits die zu erwartenden wesentlichen Änderungen im Strommarkt durch das EU-Winterpaket vorgestellt haben , möchten wir nun – daran anknüpfend – auf die am 14. Juni 2019 im EU-Amtsblatt veröffentlichten Fassungen der im Zusammenhang mit dem neuen Strommarktdesign entscheidenden Legislativakte eingehen.

EU-Winterpaket (4): Europas Strompreiszonen – Ein Ein- und Ausblick

Teil des EU-Winterpakets ist die umfassende Novellierung der Strommarkt-Verordnung (VO Nr. 714/2009). In diesem Zuge soll in Art. 13 eine Ermächtigungsgrundlage zugunsten der EU-Kommission eingeführt werden. Damit wird es der Kommission erlaubt, nach Abschluss des sog. Bidding Zone Review über die künftige Gestaltung der überprüften Gebotszone zu entscheiden (siehe hierzu auch unser Beitrag vom 17.07.2017).

Praxishandbuch: Regulierung in der deutschen Energiewirtschaft –Digitalisierung, neue Technologien, Geschäftsmodelle

Die Energiewende sowie die Digitalisierung haben einen neuen Rahmen für den Strommarkt und seine Regulierung geschaffen. Ein interdisziplinäres Team von mehr als 70 PwC-Experten widmet sich in Band II von „Regulierung in der deutschen Energiewirtschaft“ dabei fokussiert dem Strommarkt.

EU-Winterpaket (1): Ein erster Überblick

Die EU-Kommission hat am 30.11.2016 ein umfassendes Maßnahmenpaket mit dem Titel „Clean Energy for all Europeans“ (auch als sog. Winterpaket bekannt) vorgelegt, das derzeit vom Europäischen Parlament und dem Rat im ordentlichen Rechtsetzungsverfahren beraten wird. In den kommenden Ausgaben unseres Blogs „Auf ein Watt“ möchten wir Sie fortlaufend über die zentralen Inhalte des Winterpakets und die jeweiligen Entwicklungen informieren. Mit diesem ersten Teil unserer Winterpaket-Reihe geben wir Ihnen zunächst einen Überblick über die zentralen Maßnahmen und Regelungsbereiche.

Bundestag beschließt Strommarktgesetz

Am 23.06.2016 nahm der Bundestag den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung des Strommarktes (BT Drs. 18/7317) in der vom Wirtschaftsausschuss geänderten Fassung (BT Drs. 18/8915) an. Mit dem Gesetz soll die Versorgungssicherheit in der Stromversorgung und die Synchronisierung von Einspeisung und Entnahme von Strom in der Übergangsphase des Strommarktes von der Kernenergie zur den erneuerbaren Energien gewährleistet werden.

Das Gesetz enthält umfangreiche Änderungen des EnWG sowie Änderungen einzelner Verordnungen. Zur Absicherung der Versorgungssicherheit wird das neue Instrument der Kapazitätsreserve eingeführt. Diese soll zum Einsatz kommen, wenn trotz freier Preisbildung an der Strombörse kein ausreichendes Angebot existiert, um einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zu ermöglichen. Einzelheiten hierzu bleiben der Kapazitätsreserveverordnung vorbehalten.

Die bereits nach alter Rechtslage bestehende Netzreserve wird weiter fortgeschrieben. Mit einem neuen § 13k EnWG werden die ÜNB zur Errichtung von Netzstabilitätsanlagen als besonderes netztechnisches Betriebsmittel ermächtigt. Diese sollen sicherstellen, dass den ÜNB ausreichend Anlagen zur Erbringung der für die Systemstabilität notwendigen Systemdienstleistungen, insbesondere Redispatch, zur Verfügung stehen. Vorgesehen ist dabei u.a. die Errichtung neuer Kraftwerkskapazitäten in Süddeutschland. § 13a EnWG regelt nunmehr, dass von den Redispatch-Maßnahmen nicht mehr nur die Wirkleistungs- und Blindleistungseinspeisung, sondern auch der Wirkleistungsbezug erfasst ist. Zudem enthält der neue § 13a Abs. 2 EnWG, vor dem Hintergrund der Beschlüsse des OLG Düsseldorf vom 28.04.2015, mit denen der konkretisierende Beschluss der BNetzA vom 30. Oktober 2012 (Az.: BK8-12-019) aufgehoben wurde, Vorgaben, die bei der Bestimmung einer angemessenen Vergütung für Maßnahmen Redispatch-Maßnahmen zu berücksichtigen sind. Die Regelung ist gemäß § 13a Abs. 5 EnWG rückwirkend anzuwenden.

Das Strommarktgesetz soll am 08.07.2016 im Bundesrat beraten werden.

Ansprechpartner

Dr. Boris Scholtka

PwC Legal

Tel.: +49 30 2636-4797

E-Mail: boris.scholtka@de.pwc.com

Dr. Jule Martin

PwC Legal

Tel.: +49 30 2636-4868

E-Mail: jule.martin@de.pwc.com

 

Ein Strommarkt für die Energiewende: Ergebnispapier des BMWi (Weißbuch)

Vor wenigen Tagen veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft das Weißbuch zum Strommarktdesign. Richtungsweisend ist die Abkehr vom Kapazitätsmarkt zu Gunsten eines Strommarkts 2.0. PwC begrüßt diese Entscheidung, sieht aber weiteren Handlungsbedarf. Hier die zentralen Punkte des Papiers samt anknüpfender Analyse.

Kerninhalte

  • Hauptthema des Weißbuchs ist die Grundsatzentscheidung für einen Strommarkt 2.0 und die damit verbundene Absage an einen Kapazitätsmarkt zu Gunsten eines Energy-Only-Marktes. Wie bereits im Grünbuch angekündigt, wird der Strommarkt 2.0 durch eine Kapazitätsreserve flankiert werden.
  • Das BMWi hat sich u.a. aus den folgenden Gründen für den Strommarkt 2.0 und gegen einen Kapazitätsmarkt entschieden:
    • Der Strommarkt 2.0 gewährleiste die Versorgungssicherheit unter Berücksichtigung des grenzüberschreitenden europäischen Stromhandels, der Belohnung von Flexibilität auf Angebots- und Nachfrageseite (durch sog. Flexibilitätsoptionen) und einer Kapazitätsreserve.
    • Der Strommarkt 2.0 fördere den Abbau von Überkapazitäten und ermögliche es umgekehrt durch die hervorgerufenen Preisspitzen tatsächlich benötigte flexible Kapazitäten zu refinanzieren. In der Folge geht das BMWi davon aus, dass sich die Marktteilnehmer durch langfristige Liefer- und Absicherungsverträge als Instrumente zur Risiko- und Kostenoptimierung gegen die Preisspitzen absichern werden.
    • Ein Energy-Only-Markt sei kostengünstig und fördere den Einsatz kosteneffizienter Technologien. Vorausgesetzt dass (insb. regulatorische) Hemmnisse abgebaut werden, könnten sich Flexibilitätsoptionen zukünftig im Markt durchsetzen.
    • Durch Wettbewerb sollen Anreize für Innovationen und Nachhaltigkeit geschaffen werden. Die freie Preisbildung soll dabei innovative Lösungen u.a. zur besseren Integration erneuerbarer Energien ermöglichen und damit Möglichkeiten für neue Geschäftsfelder eröffnen.

Die Alte und die Neue Welt: Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft

Sie ist der Branchentreff der Energiewirtschaft. Mehr als 1.200 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung kamen am 20. Januar nach Berlin zur Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft, um drei Tage lang über die Zukunft der Energiewirtschaft zu diskutieren. Diskussionsstoff gab es reichlich, denn die Branche befindet sich im Umbruch. Die „Energy Transformation“, so nennen wir bei PwC diese Phase des Umbruchs, zwingt Unternehmen zum Umdenken – und Handeln. Traditionelle Geschäftsmodelle haben ausgedient, innovative Konzepte sind gefragt. Dr. Norbert Schwieters, Global Energy Leader bei PwC, zeigte in seinem Vortrag, wie globale Megatrends das Verhältnis von Energie und Information verschieben und eine neue Energie- und Informationswelt einleiten. Dezentrale, volatile Erzeugung löst die zentrale, konventionelle ab und verlangt nach flexiblen Marktmodellen. Es gibt bereits einige Ansätze, Demand Side Management ist einer davon, weitere müssen folgen.

Neben der Industrie ist auch die Politik gefragt, auf diese Entwicklung zu reagieren. Sie muss die notwendigen Rahmenbedingungen setzen und von Kapazitäts- auf Flexibilitätsorientierung umstellen, davon ist PwC überzeugt. Noch beherrscht das Thema Versorgungssicherheit die öffentliche Debatte. Auch auf der Tagung sorgte die Frage nach Kapazitätsmechanismen für angeregte Diskussionen. Im Gespräch mit Klaus Stratmann, energiepolitischer Redakteur beim Handelsblatt und Moderator der Veranstaltung, sagte E.ON-Chef Johannes Teyssen, dass ein Kapazitätsmarkt ohnehin kommt; Energieminister Sigmar Gabriel sprach sich unmittelbar vorher gegen Kapazitätsmärkte aus – ebenso wie Kanzlerin Angela Merkel. Es gebe „kein Hartz IV für Kohlekraftwerke“, wie Andreas Mihm in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Minister zitiert.

Wie Deutschland eine Versorgungslücke, die laut einer PwC-Studie zum Strommarkt in Deutschland ab 2023 droht – dann, wenn die letzten Atomkraftwerke stillgelegt werden – abwenden kann, ist unklar. Das kritisiert, so schreibt es Daniel Wetzel in der WELT, auch BDEW-Chefin Müller. PwC plädiert für eine Politik der kleinen Schritte, die Kapazitätslösungen vorsieht und einen sicheren und bezahlbaren Übergang von alter in eine neue Energiewelt ermöglicht. Deutschland steht noch am Anfang der Energy Transformation – für Unternehmen ist das Herausforderung und Chance zugleich. Wie Energieunternehmen die richtigen Weichen stellen können, erfahren Sie zum Beispiel in der globalen Analyse von PwC und strategy& “The road ahead. Gaining momentum from energy transformation“ . Wo Deutschland nach vier Jahren Energiewende steht und wo dringender Handlungsbedarf besteht, erfahren Sie in unserem Energiewende Outlook.

Die besonderen Eindrücke der Handelsblatt Tagung 2015 sind in diesem Kurzfilm zusammengefasst (Passwort: handelsblatt2015) die Bereitstellung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Euroforum.

 

Ihr PwC Ansprechpartner für Fragen zum Energiewende Outlook ist Volker Breisig – bei Fragen rund um die Handelsblatt-Tagung sprechen Sie bitte Anja Cavunt an.

 

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