Schlagwort: Versorgungssicherheit

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EU-Winterpaket (14): Verbesserung der Versorgungssicherheit durch neue Risikovorsorgeverordnung

Zum – vorläufigen – Abschluss unserer Blogreihe möchten wir sie über den dritten zentralen Bestandteil des neuen Strommarktdesigns informieren: Die sogenannte Risikovorsorgeverordnung. Ziel dieser Verordnung ist es, durch konkrete Vorgaben zur Prävention und Bewältigung von Stromversorgungskrisen insgesamt zur Verbesserung der Versorgungssicherheit, aber auch der Erreichung der weiteren, mit dem neuen Strommarktdesign verfolgten Ziele wie dem Klimaschutz beizutragen. Da die Prävention und Bewältigung solcher Krisen in Zeiten vernetzter Strommärkte jedoch nicht mehr rein national angegangen werden können, wird dies mit der Risikovorsorgeverordnung, die am 4. Juli 2019 in Kraft getreten ist und unmittelbar in den Mitgliedstaaten gilt, nun einheitlich auf europäischer Ebene geregelt.

Bundestag beschließt Strommarktgesetz

Am 23.06.2016 nahm der Bundestag den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung des Strommarktes (BT Drs. 18/7317) in der vom Wirtschaftsausschuss geänderten Fassung (BT Drs. 18/8915) an. Mit dem Gesetz soll die Versorgungssicherheit in der Stromversorgung und die Synchronisierung von Einspeisung und Entnahme von Strom in der Übergangsphase des Strommarktes von der Kernenergie zur den erneuerbaren Energien gewährleistet werden.

Das Gesetz enthält umfangreiche Änderungen des EnWG sowie Änderungen einzelner Verordnungen. Zur Absicherung der Versorgungssicherheit wird das neue Instrument der Kapazitätsreserve eingeführt. Diese soll zum Einsatz kommen, wenn trotz freier Preisbildung an der Strombörse kein ausreichendes Angebot existiert, um einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zu ermöglichen. Einzelheiten hierzu bleiben der Kapazitätsreserveverordnung vorbehalten.

Die bereits nach alter Rechtslage bestehende Netzreserve wird weiter fortgeschrieben. Mit einem neuen § 13k EnWG werden die ÜNB zur Errichtung von Netzstabilitätsanlagen als besonderes netztechnisches Betriebsmittel ermächtigt. Diese sollen sicherstellen, dass den ÜNB ausreichend Anlagen zur Erbringung der für die Systemstabilität notwendigen Systemdienstleistungen, insbesondere Redispatch, zur Verfügung stehen. Vorgesehen ist dabei u.a. die Errichtung neuer Kraftwerkskapazitäten in Süddeutschland. § 13a EnWG regelt nunmehr, dass von den Redispatch-Maßnahmen nicht mehr nur die Wirkleistungs- und Blindleistungseinspeisung, sondern auch der Wirkleistungsbezug erfasst ist. Zudem enthält der neue § 13a Abs. 2 EnWG, vor dem Hintergrund der Beschlüsse des OLG Düsseldorf vom 28.04.2015, mit denen der konkretisierende Beschluss der BNetzA vom 30. Oktober 2012 (Az.: BK8-12-019) aufgehoben wurde, Vorgaben, die bei der Bestimmung einer angemessenen Vergütung für Maßnahmen Redispatch-Maßnahmen zu berücksichtigen sind. Die Regelung ist gemäß § 13a Abs. 5 EnWG rückwirkend anzuwenden.

Das Strommarktgesetz soll am 08.07.2016 im Bundesrat beraten werden.

Ansprechpartner

Dr. Boris Scholtka

PwC Legal

Tel.: +49 30 2636-4797

E-Mail: boris.scholtka@de.pwc.com

Dr. Jule Martin

PwC Legal

Tel.: +49 30 2636-4868

E-Mail: jule.martin@de.pwc.com

 

„women and energy“ zu Gast bei den Stadtwerken München

Zum zehnten Mal trafen sich Mitglieder des Branchennetzwerkes „women&energy“, welches wir im Jahr 2010 für weibliche Führungskräfte aus der Energiewirtschaft gegründet haben. 

„Sicher, nachhaltig, erschwinglich“: So lautet der Dreiklang, den EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker für die Europäische Energie-Union ausgerufen hat – eines der wichtigsten Themen auf seiner Agenda, wie Edith Hofer vom Generalsekretariat der Europäischen Kommission betonte. Sie eröffnete das 10. Netzwerktreffen von women&energy und skizzierte, welche Schwerpunkte die EU für die europäische Energieunion setzt. Dr. Ulrike Wolf, Abteilungsleiterin Energiepolitik beim bayerischen Wirtschaftsministerium, schilderte in ihrem Anschlussvortrag dann die regionale Perspektive: Der Freistaat Bayern unterstütze die Ziele zwar grundsätzlich, aber aus regionaler Sicht müsse das Wechselspiel zwischen Energie- und Klimazielen und den Anforderungen der regionalen Industrie in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Das Eckpunktepapier zur Reform des EEG – ein Schritt in die richtige Richtung?!

Im Rahmen der Handelsblatttagung Energiewirtschaft am 21.01.2014 stellte Bundesminister Gabriel sein Eckpunktepapier zur Reform des EEG vor. Klares Ziel der Reform ist neben den Umweltzielen die Sicherstellung der Energieversorgung sowie die Bezahlbarkeit der Energiewende.

PwC hat im Rahmen einer internen Untersuchung (Energiewende Outlook) rund 200 Studien zur Ausgestaltung der Energiewende ausgewertet und hierauf aufbauend Szenarien gebildet. Darauf basierende Simulationsrechnungen für den Stromsektor zeigen, dass zur Erreichung der Klimaziele und einer bezahlbaren sicheren Stromerzeugung der Stromverbrauch in Deutschland kontinuierlich sinken muss. Die angestrebte Reduzierung der CO2-Emissionen lässt sich zwar über den reinen Ausbau der Erneuerbaren Energien erreichen, würde aber ohne steigende Energieeffizienz eine erheblich höhere Kostenbelastung bedeuten. So ergibt sich in Abhängigkeit von der Entwicklung des Stromverbrauchs ein deutlich unterschiedlicher Ausbaubedarf bei den Erneuerbaren Energien.

Ohne quantifizierbare Zielsetzungen für die Energieeffizienz und für den Energiebedarf wird die dringend benötigte Planungssicherheit in der Energiebranche nicht verbessert, obwohl insbesondere hier Handlungsbedarf besteht. Von PwC durchgeführte Benchmarkanalysen haben ergeben, dass sich die wirtschaftlichen Kennzahlen vieler Energieversorger bereits in den letzten Jahren verschlechtert haben. Zwar verzeichneten Energieversorger in den Jahren von 2010 bis 2012 im Mittel noch ein positives Umsatzwachstum, dies liegt jedoch auch in den durch Umlagen gestiegenen Vertriebspreisen begründet. So war im gleichen Zeitraum ein durchschnittlicher Gewinnrückgang von rd. fünf Prozent pro Jahr zu beobachten. Hauptursachen sind steigender Preisdruck durch den vertrieblichen Wettbewerb und Kostensteigerungen. Weiterhin ist aufgrund notwendiger Investitionen das betriebsnotwendige Kapital in den Unternehmen angestiegen. Ein zunehmender Teil der Investitionen wird fremdfinanziert, so dass sich der Verschuldungsgrad von 2010 bis 2012 stetig erhöht hat. Zudem erfüllten sich die Renditeerwartungen vieler Investitionen nicht.

Auch mit den Vorgaben des Eckpunktepapiers bleibt die Notwendigkeit einer weiteren Zielkonkretisierung nicht nur im Bereich der Stromerzeugung bestehen. Einen wesentlichen Anteil an den CO2-Emissionen und Energiekosten haben neben Strom auch die Bereiche Wärme und Verkehr. Der Beitrag dieser Bereiche zur Energiewende sollte künftig konkretisiert werden. Die Fokussierung auf den Ausbau der Elektromobilität und Gebäudedämmung ist unter Kosten-Nutzen-Aspekten zu prüfen und mit weiteren Möglichkeiten wie einer stärkeren Erdgasnutzung abzuwägen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Webseite.

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