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Kryptoverwahrgeschäft doch in Kombination mit anderen Finanzdienstleistungen möglich

Am 29. November 2019 stimmte der Bundesrat dem Gesetz zur Umsetzung der Änderungsrichtlinie zur Vierten EU-Geldwäscherichtlinie zu (siehe dazu auch den Beitrag vom 28. November 2019).

Zuvor hatte es aus Branchen Kreisen Kritik am Gesetzesentwurf der Regierung gegeben. Insbesondere die Absicht, dass eine Erlaubnis für das Kryptoverwahrgeschäft nur dann erteilt werde, wenn das entsprechende Unternehmen keine anderen nach dem KWG erlaubnispflichtigen Tätigkeit erbringt, stieß auf Widerstand in der Finanzbranche.

Diese Kritik nahm der Finanzausschuss auf und schlug in seiner Beschlussempfehlung vom 13. November 2019 (BT-Drucksache 19/15163) folgende Änderungen des Gesetzentwurfs vor:

  • die ersatzlose Streichung der Regelung des § 32 Abs. 1g KWG-Neu (Regelung, dass eine Erlaubnis für das Kryptoverwahrgeschäft nur dann erteilt werde, wenn das entsprechende Unternehmen keine anderen nach dem KWG erlaubnispflichtigen Tätigkeit erbringt)
  • die Einführung des § 2 Abs. 7b KWG-Neu (Ausnahme von bestimmten Regelungen des KWG und der CRR, wenn außer dem Kryptoverwahrgeschäft keine weiteren Finanzdienstleistungen erbracht werden) sowie
  • die Verschiebung von Übergangsfristen

Diese Regelungen wurden so am 14. November 2019 durch den Bundestag beschlossen und am 29. November 2019 gab der Bundesrat dazu seine Zustimmung.

Nunmehr haben Unternehmen, die das Kryptoverwahrgeschäft bereits betreiben, die Möglichkeit bis zum 31. März 2020 bei der BaFin die Absicht anzuzeigen, einen entsprechenden Erlaubnisantrag für die Finanzdienstleistung des Kryptoverwahrgeschäfts stellen zu wollen. Damit gilt die Erlaubnis für den Betrieb des Kryptoverwahrgeschäfts als zu diesem Zeitpunkt für vorläufig erteilt, wenn der vollständige Erlaubnisantrag bis zum 30. November 2020 eingereicht wird.

Diese verlängerten Übergangsfristen gelten auch für Unternehmen, die aufgrund der Erweiterung des Begriffes des Finanzinstruments um Kryptowerte nunmehr eine Erlaubnis benötigen.

Erlaubnispflicht für das Kryptoverwahrgeschäft und Erweiterung des Begriffes Finanzinstrument

Am 14. November 2019 wurde das „Gesetz zur Umsetzung der Änderungsrichtlinie zur Vierten Geldwäscherichtlinie“ (Richtlinie (EU) 2018/843) durch den Bundestag verabschiedet. Die Frist zur Umsetzung läuft bis zum 10. Januar 2020. Mit der Verabschiedung durch den Bundestag wird zugleich die Fünfte EU-Geldwäscherichtlinie (5. GeldwäscheRL) in deutsches Recht umgesetzt. Die umfangreichen Änderungen, die im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses vorgenommen wurden, gehen hierbei weit über die Umsetzung der 5. GeldwäscheRL hinaus; unter anderem werden erstmals umfassende Regelungen im Zusammenhang mit Kryptowerten getroffen.

Das Geldwäschegesetz wird künftig auch für Finanzdienstleistungen mit bestimmten Kryptowerten und dem Kryptoverwahrgeschäft Anwendung finden. Die Umsetzungen der einzelnen Regelungen findet sich zukünftig im Kreditwesengesetz (KWG) wieder.

Der Gesetzgeber übernimmt im Wesentlichen die bisherige Verwaltungsauffassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und führt Kryptowährungen künftig als Finanzinstrument in § 1 Abs. 11 Nr. 10 KWG-Neu ein. Eine Legaldefinition für Kryptowerte liefert der Gesetzgeber hierbei gleich mit. Künftig werden Kryptowerte definiert als „… digitale Darstellungen eines Wertes, der von keiner Zentralbank oder öffentlichen Stelle emittiert wurde oder garantiert wird und nicht den gesetzlichen Status einer Währung oder von Geld besitzt, aber von natürlichen oder juristischen Personen aufgrund einer Vereinbarung oder tatsächlichen Übung als Tausch- oder Zahlungsmittel akzeptiert wird oder Anlagezwecken dient und der auf elektronischem Wege übertragen, gespeichert und gehandelt werden kann. …“, § 1 Abs. 11 S. 3 KWG-Neu.

Im Gegensatz zur bisherigen Verwaltungspraxis der BaFin, die lediglich den gewerbsmäßigen An- und Verkauf als erlaubnispflichtig i. S. d. § 32 Abs. 1 KWG betrachtete, weitet der Gesetzgeber die Erlaubnispflichten aus. Künftig wird bereits das Kryptoverwahrgeschäft, also „die Verwahrung, die Verwaltung und die Sicherung von Kryptowerten oder privaten kryptografischen Schlüsseln, die dazu dienen, Kryptowerte zu halten, zu speichern oder zu übertragen, für andere“, im Sinne des § 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 6 KWG-Neu, als erlaubnispflichtig angesehen, § 32 Abs. 1g KWG-Neu. Bereits im Rahmen der öffentlichen Anhörung zum Gesetzesentwurf zeigte sich, dass erhebliche Rechtsunsicherheit dahingehend besteht, wann Finanzdienstleistungsinstitute unter die Definition des Kryptoverwahrgeschäfts fallen.

Daneben verschärft der Gesetzgeber die Erlaubnispflicht nach § 32 Abs. 1 KWG dahingehend, dass Unternehmen nur dann eine Erlaubnis zu erteilen ist, wenn das Unternehmen keine anderen nach diesem Gesetz erlaubnispflichtigen Tätigkeiten erbringt, § 32 Abs. 1g KWG-Neu. Der Gesetzgeber verfolgt ausweislich der Gesetzesbegründung mit dieser Trennung das Ziel, dass insbesondere IT-bezogene Risiken des Kryptoverwahrgeschäfts nicht auf andere daneben erbrachte Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen durchschlagen sollen. Nach Ansicht des Gesetzgebers würden sich Finanzdienstleister und Kreditinstitute, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowerten anbieten, bereits heute für die Verwahrung, die Verwaltung oder die Sicherung derartiger Assets bzw. kryptografischer Schlüssel ihrer Kunden oftmals externer Dienstleister bedienen.

Mit Einführung des § 32 Abs. 1g KWG-Neu bleibt es somit etablierten Finanzdienstleistungsinstitut verwehrt, ihre geschäftlichen Aktivitäten innerhalb der bereits lizensierten Gesellschaft auf das Geschäftsfeld der Kryptoverwahrung auszuweiten.
Im Rahmen der Umsetzung des Gesetzes zur Umsetzung der Änderungsrichtlinie zur Vierten EU-GeldwäscheRL werden daneben bestimmte Übergangsvorschriften gewährt.

Für Unternehmen, die aufgrund des neuen Tatbestands des Kryptoverwahrgeschäfts künftig als Finanzdienstleistungsinstitut eingestuft werden, gilt die Erlaubnis für den Betrieb als zu diesem Zeitpunkt vorläufig erteilt. Dies gilt nur, wenn das betroffene Unternehmen bis zum 30. Juni 2020 einen vollständigen Erlaubnisantrag stellt und diese Absicht bis zum 1. Februar 2020 der BaFin schriftlich mitteilt, § 64y Abs. 1 KWG-Neu.

Entsprechende Ausführungen gelten für Unternehmen, die aufgrund der Erweiterung des Begriffs des Finanzinstruments um Kryptowerte (gem. § 1 Abs. 11 Nr. 10 KWG-Neu) einer Erlaubnispflicht nach § 32 Abs. 1 KWG unterliegen, § 64y Abs. 2 KWG-Neu.

Die aktuelle Auflage von Banking Business in Germany ist verfügbar

Seit wenigen Tagen ist die aktuelle, mittlerweile 6. Auflage des Buches “Banking Business in Germany” verfügbar. Hierbei handelt es sich um ein Kooperationswerk des Verband der Auslandsbanken Deutschland e.V. und PwC zu relevanten Themen beim Markteintritt in den deutschen Banken- und Kapitalmarktsektor.

Anbei finden Sie den Link zum Buch: https://www.pwc-wissen.de/pwc/de/shop/publikationen/Banking+Business+in+Germany/?card=33751

Auswirkungen des Brexits für UK-Institute und Bankkunden – Sonderregelungen für den grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr in Aussicht

Für Banken und Finanzdienstleister hat der Brexit enorme Auswirkungen. Da das Vereinigte Königreich durch den Brexit bekanntermaßen zu einem Drittstaat wird, können in Deutschland gelegene Niederlassungen von Instituten des Vereinigten Königreiches nicht mehr wie bisher den Europäischen Pass benutzen. Dieser ermöglichte es UK Instituten ohne eine weitere regulatorische Erlaubnis in Deutschland über eine Zweigniederlassung oder im Wege des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs tätig zu werden.
Bereits vor Monaten haben deswegen UK Institute begonnen, sich organisatorisch umzustrukturieren. Dabei kamen verschiedene Alternativen in Betracht, wie zukünftig das „Europa Geschäft“ betreiben werden kann. So gibt es die Möglichkeit in Deutschland selbstständige Einheiten zu gründen, die mit einer eigenen Erlaubnis ausgestattet werden. Oder aber man nutzt bereits bestehende selbstständige Einheiten in anderen europäischen Ländern, die wiederum durch eine Zweigniederlassung in Deutschland das Geschäft grenzüberschreitend erlaubnisfrei betreiben können (Europäischer Pass). Ggf. muss in diesen Fällen noch ein entsprechendes Anzeigeverfahren (sogenannten Passport-Verfahren) in den jeweiligen EU/EWR Jurisdiktionen geführt werden.
Zurzeit sind bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und auch bei anderen europäischen Aufsichtsbehörden zahlreiche Erlaubnis- bzw. Anzeigeverfahren anhängig. Ob diese alle bis Ende März 2019 abgeschlossen sein werden, ist allerdings fraglich.
Da man nun auch ernsthaft in Betracht ziehen muss, dass es keine Übergangsphase geben wird, stellt sich die Frage, was mit nicht beschiedenen Anträgen passiert. Abzuwarten bleibt, inwieweit die BaFin die Möglichkeit hat, noch in Bearbeitung befindliche Anträge zügiger abzuschließen. Aus rein rechtlicher Sicht müssten die betroffenen Unternehmen bzw. Niederlassungen nach dem 29. März 2019 ihr Deutschland-Geschäft umgehend einstellen, sofern sie bis dahin keine Erlaubnis bzw. Passport erhalten haben.
Als Folge davon sind nicht nur die Institute selbst betroffen, sondern auch deren Kunden. Dies ist auch mit Blick auf den Zahlungsverkehr und das Cash Management kritisch. So können von konzerninternen Cash Pools zum Beispiel diejenigen deutschen Unternehmen abgeschnitten sein, die ihre Konten zurzeit noch bei UK Instituten unterhalten, deren Erlaubnis- bzw. Anzeigeverfahren noch nicht beschieden wurden. Als Folge gerät der Cash Pool so möglicherweise in ein Ungleichgewicht. Dieses würde nur bereinigt werden, wenn die betroffenen Konzerngesellschaften Konten bei anderen Instituten eröffnen. Angesicht der etwa zu beachtenden Geldwäschevorschriften der Institute und der durchzuführenden Identifikationspflichten kann dieser Schritt einige Zeit in Anspruch nehmen. Auch Unternehmen, die bisher Kredite aus UK bezogen haben, müssten ihre Finanzierung dann ggfs. anders sicherstellen.
Für Kunden, die durch bereits bestehenden Zweigniederlassungen von UK Instituten oder im Wege des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr bedient werden, könnte es voraussichtlich eine leichte Entwarnung geben, da für solche Fälle eine Art Übergangsphase im Gespräch ist. So soll laut Gesetzesentwurf der Bundesregierung vom 4. Januar 2019 dem § 53b (Unternehmen mit Sitz in einem anderen Staat des EWR) Kreditwesengesetz ein Absatz 12 angefügt werden. Laut diesem kann, sofern kein Austrittsabkommen abgeschlossen wird, die BaFin zur Vermeidung von Nachteilen für die Funktionsfähigkeit oder die Stabilität der Finanzmärkte anordnen, dass die Vorschriften des Europäischen Passes für einen Übergangszeitraum (höchsten 21 Monate) nach dem Austritt, weiterhin gelten. Voraussetzung ist, dass zum Zeitpunkt des Austrittes der Europäische Pass bereits vorlag und nach dem Austritt lediglich Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen erbracht werden, die im engen Zusammenhang mit zum Zeitpunkt des Austritts bestehenden Verträgen stehen.

BaFin passt ihre Verwaltungspraxis der Geschäftsleitereignungsprüfung bei IT-Vorständen an

Die BaFin erwartet auch von Banken, dass sie die Herausforderungen der Digitalisierung bewältigen können. Insofern möchte die BaFin nun dem Vernehmen nach mehr Raum für die Bereitstellung von IT-Spezialisten zu Geschäftsleitern schaffen.
Da dies regelmäßig im Widerspruch zu den Anforderungen an die fachliche Eignung gemäß § 25c Abs. 1 KWG steht, beabsichtigt die BaFin für ausgesprochene IT-Vorstände vom Proportionalitätsprinzip stärker Gebrauch zu machen. Insofern ist geplant, dass in Einzelfällen und abhängig von den nachgewiesenen IT Kenntnissen, der erforderliche Nachweis des Geschäftsleiter Know-hows im Rahmen eines Erlaubnisantrages über einen kürzeren Zeitraum als bisher üblich ausreichen solle. Inwieweit sich dies in der Praxis umsetzen lässt, bleibt abzuwarten, da zum Beispiel Aspekte wie die Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung dagegen stehen könnten.
Mehr Informationen dazu finden Sie auf der BaFin Homepage.

New requirements for authorisation applications from securities trading companies

Since yesterday, 3 January 2018, securities trading companies and securities trading banks have to comply with new requirements if they wish to apply for authorisation from the Federal Financial Supervisory Authority (BaFin).
These new rules are based on the following regulations, that have been in force since yesterday and exist in connection with the MiFID II Directive: Delegated Regulation (EU) 2017/1943, Delegated Regulation (EU) 2017/1946 and Implementing Regulation (EU) 2017/1945.
The content of these EU regulations, which are directly applicable in Germany, are the documents and information that must be submitted as a part of application for authorisation.
In a note dated 2 January 2018, BaFin clarified that applications for authorisation must no longer be submitted formless, but that the appropriate form shall be used. Furthermore, the corresponding provisions of German Banking Act (KWG), Regulation on Reports (Anzeigenverordnung) and Holder Control Regulation (Inhaberkontrollverordnung) are no longer applicable to authorisation applications from securities trading companies and securities trading banks.

Further information can be found on BaFin’s homepage.

Neue Anforderungen für Erlaubnisanträge von Wertpapierhandelsunternehmen

Seit gestern, 3. Januar 2018, müssen Wertpapierhandelsunternehmen und Wertpapierhandelsbanken neue Anforderungen beachten, sofern sie eine Erlaubnis bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beantragen wollen.
Grundlage für diese neuen Regelungen sind die seit gestern geltenden und im Zusammenhang mit der MiFID II Richtlinie existierenden weiteren Verordnungen: Delegierte Verordnung (EU) 2017/1943, Delegierte Verordnung (EU) 2017/1946 und Durchführungsverordnung (EU) 2017/1945.

Inhalt dieser direkt in Deutschland geltenden EU-Verordnungen sind die Unterlagen und Informationen, die im Rahmen eines Erlaubnisantrages eingereicht werden müssen.
Die BaFin hat in einem Beitrag vom 2. Januar 2018 klargestellt, dass Erlaubnisanträge nunmehr nicht mehr formlos zu stellen seien, sondern das entsprechende Formular zu verwenden sei. Weiter seien die entsprechenden Vorschriften des Kreditwesengesetzes, der Anzeigenverordnung sowie der Inhaberkontrollverordnung nicht mehr auf Zulassungsanträge von Wertpapierhandelsunternehmen und Wertpapierhandelsbanken anwendbar.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der BaFin.

Auswirkungen des Brexit auf Outsourcings im Bankenmarkt

Ein knappes Jahr nachdem sich die Briten im Juni 2016 per Referendum mehrheitlich für einen Ausstieg aus der EU ausgesprochen haben gibt es in Finanzkreisen kaum noch Zweifel daran, dass Großbritannien ab 2019 nicht mehr Teil des EU-Binnenmarktes sein wird. Für den Finanzsektor bedeutet dies, dass Banken mit Sitz in London keine Produkte und Dienstleistungen mehr in die EU-Staaten verkaufen dürfen. Um diese Restriktionen zu umgehen, haben britische Banken jedoch u.a. die Möglichkeit, einen EU-Pass durch Gründung einer Tochtergesellschaft oder lizenzierten Zweigstelle (gem. § 53 KWG) in einem EU-Mitgliedsstaat zu erhalten. Aufgrund der zentralen Bedeutung des Standorts Frankfurt am Main innerhalb der Finanzbranche stellt die Verlagerung der Geschäftstätigkeiten nach Frankfurt für viele Banken ein attraktives Szenario dar.

Anforderungen der BaFin an die Verlagerung nach Deutschland

Um sich frühzeitig über die regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Fragen zum Standort Deutschland zu informieren, haben sich bereits zahlreiche Institute an die BaFin gewandt. Infolgedessen versammelte die BaFin Ende Januar Vertreter von rund 25 internationalen Banken in Frankfurt zu einem fachlichen Austausch rund um den Brexit. Dabei erwies sich insbesondere das Thema Outsourcing als ausgiebiger Diskussionspunkt, da die Institute bereits Interesse an der weiteren Inanspruchnahme bewährter konzerninterner Dienstleistungen bei einer Bankgründung in Deutschland signalisiert haben. Auch wenn die Zentralisierung von ausgewählten Aktivitäten und Prozessen aus Kosten- und Effizienzgründen nachvollziehbar ist, äußert die BaFin zwei Hauptanliegen im Zusammenhang mit Auslagerungen. Zum einen sollte ein potenzieller Kontrollverlust verhindert und zum anderen einer zu starken Abhängigkeit vom Auslagerungsunternehmen vorgebeugt werden. Die BaFin setzt daher – wie in AT9 der MaRisk gefordert – mindestens den Verbleib leitender Aufgaben der Geschäftsleitung sowie eine dem deutschen Unternehmen angemessene und verhältnismäßige Risikosteuerung voraus. Welche weiteren Geschäftstätigkeiten ausländischer Institute nach Deutschland zu verlagern sind, um eine Vollbanklizenz zu erhalten, ist aktuell noch in Prüfung. Reine „Briefkasten“-Konstruktionen akzeptiere die BaFin jedoch nicht. Wichtig sei zudem auch, dass die Aufsichtsbehörden aufgrund mangelnden Zugangs zu Informationen nicht die Kontrolle über die beaufsichtigten Unternehmen verlieren. Die  Institute haben dementsprechend Auskunfts- und Prüfungsrechte zu gewährleisten.

Umsetzung und Übergangsphase möglicher Verlagerungen nach Deutschland

Zur Vorbereitung auf den Brexit schlägt die BaFin vor, dass Zweigniederlassungen von Banken mit Sitz in Großbritannien und Verlagerungsabsichten nach Deutschland ihre internen Risikosteuerungs-kapazitäten ausbauen. So würde sich ihre Abhängigkeit von der Gruppenrisikosteuerung kontinuierlich reduzieren und die eigene Risikosteuerung bei Eintritt des „Brexit“ alle Pflichten erfüllen. In der Anfangsphase wären für neu gegründete Tochterunternehmen und Zweigstellen von Banken außerhalb des EWR ein höheres Maß an Auslagerungen und Abhängigkeiten von der Gruppenrisikosteuerung kurzzeitig akzeptabel. Die Institute müssten jedoch einen Geschäftsplan vorlegen, aus dem die Schritte zur umgehenden Erfüllung der regulatorischen Anforderungen deutlich werden, und dann schrittweise beginnen, ihre Risikosteuerung innerhalb des deutschen Unternehmens aufzubauen.

Umsetzung der PSD II Richtlinie – Erlaubnispflicht von Zahlungsauslösediensten

Am 13. Januar 2016 ist die Richtlinie über Zahlungsdienste (PSD II) in Kraft getreten. Ziel der Richtlinie ist (1.) die Schaffung von gleichwertigen Bedingungen unter den Marktteilnehmern sowie (2.) ein hohes Maß an Verbraucherschutz. Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie bis zum 13. Januar 2018 in nationales Recht umsetzen.

Der Begriff „Zahlungsdienste“ wurde ausgeweitet auf sog. „Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienste“, die auf dem Internet-Banking der Kreditinstitute aufbauen. Auch diese Dienste unterliegen künftig einer Erlaubnispflicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Zahlungsauslösedienste sind zum Beispiel Dienste, die auf Antrag des Zahlungsdienstnutzers (z.B. eines Käufers) einen Zahlungsauftrag in Bezug auf ein bei einem anderen Zahlungsdienstleister geführtes Zahlungskonto auslösen. Dabei handelt es sich um eine nahezu in Echtzeit und insbesondere durch den Käufer nicht mehr gemäß § 675 x Abs. 2 BGB rückgebbare Zahlung. Technisch wird dies umgesetzt, indem die Kreditinstitute den Dienstleistern für Zahlungsauslösedienste Zugang zu den bei ihnen im Online-Banking geführten Zahlungskonten gewähren. Im Gegenzug haben diese Dienstleister je nach Ausgestaltung ihres Geschäftsmodells besondere Vorschriften über den Zugang zum Zahlungskonto, zu den Kontoinformationen und deren Nutzung zu beachten.

Unternehmen, die diese Dienste anbieten wollen, müssen vorher einen Erlaubnisantrag bei der BaFin stellen. Dieser Antrag umfasst die Einreichung von zahlreichen Dokumenten und Informationen. So bedarf es zum Beispiel gemäß dem aktuell vorliegenden Referentenentwurfs des BMF der Übermittlung eines regulatorischen Geschäftsplans. Dieser muss neben weiteren Informationen auch eine Budgetplanung für die ersten drei Geschäftsjahre enthalten. Aus dem Geschäftsplan muss hervorgehen, dass das Unternehmen über geeignete und angemessen Systeme, Ressourcen und Verfahren verfügt, um seine Tätigkeit ordnungsgemäß auszuführen.

Für Unternehmen, die bereits Zahlungsauslösedienste anbieten, gelten bestimmte Übergangsvorschriften.

Banking business in Germany – Neuauflage in Vorbereitung

Vier Jahre sind seit der letzten Auflage der englischsprachigen Publikation "Banking business in Germany" vergangen. Die weitreichenden Veränderungen der Branche im Rahmen der zwischenzeitlichen Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf die Bankgründung sowie den laufenden Betrieb von Banken in Deutschland sollen nun in bewährter Zusammenarbeit zwischen dem Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V. und PwC in einer Neuauflage gewürdigt werden.

As time goes by …

Time is relative. But from a regulatory perspective the last four years since 2007 brought close to epochal changes. In nearly all areas of the financial industry the measures taken to scope with the financial crisis led to fundamental amendments and new regulations which already transformed the industry sustainably and will further do so in future.

What you can look forward to

Insofar it was high time to start a new edition of the English publication "Banking business in Germany", which was published last time 2007 as 2nd edition. The work offers its readers a detailed and comprehensive overview of Germany in general and its financial industry in particular, including the possible legal forms of an organisation in Germany, the relevant supervisory authorities and supervisory framework, and German tax law and labour relations. The book can be used as a helpful guide to the establishment of banks, branches or representative offices in Germany.

Time line

Also the new edition will be developed in close cooperation between the Association of Foreign Banks in Germany (Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V.) and PwC. It is scheduled for January 2012.

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