Category: Securities Business/Investment Service

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Kleinanlegerschutzgesetz: Regulations for FinTechs (Part 2)

The German legislature ratified the final draft of the Kleinalegerschutzgesetz, Germany’s new investor protection law, which became effective 10 July 2015 (see also my previous blog on the early stages of the early stages of this law making process). However, not all the provisions were implemented in July; exceptions apply on the provisions of Art 13 (1) and (2), which come into effect on 1 January 2016 and 3 January 2017 respectively.

1. New rules

The Kleinanlegerschutzgesetz introduces the following major changes:

  • Specification and Extension of the obligation to publish a prospectus,
  • An obligation to provide specific information also after the public offering ends,
  • A ban on advertisement for public places (e.g. public transport, public posters and flyers),
  • Establishment of a ‘product governance’ process,
  • Additional powers and obligations for Germany’s supervisory authority, the BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).

However, some important exceptions apply to specific FinTechs or financial technology companies.

2. Exemptions for crowdfunding/crowdinvesting

Investments provided through a financial instrument which do benefit from the following described exceptions will require a prespectus approved by BaFin. This prospectus will be valid only for 12 months maximum and will have to be updated afterwards, with BaFin approving the update.

For crowdfunding/crowdinvesting projects up to EUR 2.5 Million a prospectus is not needed, as Long as the equities are offered through an internet market place and each Investor (investment companies excluded) is only investing up to EUR 1,000 (or up to EUR 10,000 once the investor proves that he owns assets of more than EUR 100,000). However, the provider is obliged to provide to each investor with a “Key Information Document” (Vermögensanlagen-Informationsblatt).

3. Exemptions for “social projects”

Also for the investment in so-called social projects (projects for the common good of the society) the prospectus exception as described for crowdinvesting projects applies here as well. There is also no provisions for a certified annual report for the issuer. Having this said, there are strict requirements for “social projects” such as a cap for loan interest, no inducements allowed etc.

4. Exemptions for non-profit organisations

No prospectus (as mentioned for crowdfunding and “social projects”) is neeeded for projects with non-profit orgainizations and religious communities. There is also no requirement for a certified annual report. No accounting standards need apply for projects up to an investment sum of EUR 250,000.

5. Additional BaFin powers

Through the Kleinanlegerschutzgesetz, BaFin is not only allowed to supervise crowdfunding entities, but it is obliged to supervise the collective consumer-protection. BaFin has just established seven new departments covering consumer-protection issues. Therefore even when FinTech (e.g. crowdfunding, crowdinvesting) is not offering regulated banking/payment services and does not need to offer an approved prospectus. BaFin will still supervise such entity due to its obligation to support the collective consumer-protection.

Kleinanlegerschutz: Regularien für FinTechs (Teil 2)

Der deutsche Gesetzgeber beschloss das Kleinanlegerschutzgesetz, das zum 10. Juli 2015 in Kraft trat (vgl. meine vorigen Blog-Beitrag zum frühen Referentenentwurf des Kleinanlegerschutzgesetzes). Allerdings wurden nicht alle Regelungen des Kleinanlagerschutzgesetzes zum 10. Juli 2015 umgesetzt. Die Art. 13 Abs. 1, 2 sollen erst zum 01. Januar 2016 bzw. zum
01. Januar 2017 umgesetzt werden.

1. Neue Regelungen

Das Kleinanlegerschutzgesetz führt die folgenden wesentlichen Änderungen bei:

  • Konkretisierung und Erweiterung der Prospektpflicht,
  • Verschärfte Transparenzpflichten nach der Emission,
  • Ein generelles Verbot für Werbung an öffentlichen Plätzen (z. B. öffentliche Verkehrsmittel, öffentliche Poster, Flugblätter),
  • Zusätzliche Befugnisse und Pflichten der BaFin.

Jedoch bringt das Kleinanlegerschutzgesetz auch bestimmte Befreiungen für FinTechs und anderen Finanztechnologieunternehmen.

2. Befreiungen für Crowdfunding/Crowdinvesting

Investitionen, die durch ein Finanzinstrument Angebot werden und nicht von den folgenden Befreiungstatbeständen profitieren, benötigen grundsätzlich ein von der BaFin gebilligtes Prospekt. Ein solches Prospekt wird von der BaFin für einen Zeitraum von maximal 12 Monate gebilligt und bedarf danach einer Aktualisierung und einer erneuten Billigung der BaFin.

Für Crowdfunding/Crowdinvesting-Projekten gibt es eine Möglichkeit der Befreiung von der Prospektpflicht, wenn das gesamte Investitionsvolumen EUR 2,5 Millionen nicht überschreitet. Zudem muss das Projekt über eine Internetplattform angeboten werden, die Kleininvestoren (kleine Investmentunternehmen) investieren i.d.R. einen Maximalbetrag von EUR 1.000 (es besteht die Möglichkeit auf Erhöhung dieser Schwelle bis zu maximal EUR 10.000 wenn der Investor durch eine Selbstauskunft ein Vermögen von mehr als EUR 100.000 nachweist). Allerdings muss es ein Vermögensinformationsblatt für jedes Investitionsprojekt angeboten werden.

3.  Befreiungen für soziale Projekte

Für Investitionen in sog. “soziale Projekte” (gemeinnützige Projekte) gibt es ebenfalls Befreiungen von der Prospektpflicht wie für Crowdfundingunternehmen. Es gibt zudem kein Erfordernis eines testierten Jahresabschlusses. Allerdings gelten strenge Vorgaben für solche Projekte, wie u.a. strenge Zinsbeschränkung und das Verbot der Rückvergütungen.

4.  Befreiungen für gemeinnützige Körperschaften und Religionsgesellschaften

Auch für gemeinnützige Körperschaften und Religionsgesellschaften gelten Befreiungen von der Prospektpflicht. Ebenfalls gilt keine Pflicht zur Veröffentlichung eines testierten Jahresabschlusses. Für gemeinnützige Körperschaften und Religionsgesellschaften gelten zudem vollständige Ausnahmen von den besonderen Rechnungslegungspflichten, wenn die Vermögensanlagen eines Emittenten EUR 250.000 nicht überschreiten.

5.  Zusätzliche Befugnisse der BaFin

Durch das Kleinanlegerschutzgesetz hat die BaFin nun nicht nur weitere Befugnisse hinsichtlich der Beaufsichtigung von Crowdfundingplattformen sondern vielmehr auch besondere Pflichten hinsichtlich des kollektiven Verbraucherschutzes. BaFin hat daher jüngst sieben neue Referate für den Bereich Verbraucherschutz eingerichtet. Folglich kann es sein, dass selbst wenn FinTechs (wie Crowdfunding/Crowdinvesting-Plattformen) keine erlaubnispflichtige Geschäfte betreiben und auch kein gültiges Prospekt benötigen, von der BaFin beaufsichtigt werden.

 

 

Schweizer Banken: Neue Chancen für den Markteintritt in Deutschland durch vereinfachte Regelungen

Die FINMA und die BaFin haben sich vor kurzem final auf alle nötigen konkretisierenden Maßnahmen für das “vereinfachte Freistellungsverfahren” geeinigt. Damit wird im Verhältnis zur bisherigen Regelung den Schweizer Banken der Markteintritt nach Deutschland erheblich erleichtert.

 

Schweizer Banken, welche eine Geschäftstätigkeit in Deutschland ohne Errichtung einer physischen Präsenz anstreben, mussten bislang eine Reihe von Vorgaben beachten, welche die Aufnahme der Tätigkeit komplizierten. So benötigten Schweizer Banken in diesen Fällen die Einschaltung einer in Deutschland oder dem EWR lokal tätigen Bank für die Kundenidentifikation bei Geschäften mit Privatkunden.

Seit 2013 gibt es Bestrebungen der Schweizer Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland zur Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Finanzbereich. Dafür hat man sich auf das sogenannte „Memorandum zu verfahrensrechtlichen Aspekten grenzüberschreitender Tätigkeiten im Finanzbereich“ verständigt. Eines der Ziele dieses Memorandums ist es, den Schweizer Banken bei grenzüberschreitenden Kundenbeziehungen einen vereinfachten Markteintritt in Deutschland zu ermöglich, ähnlich den Instituten des EWR Raumes.

Allerdings konnte dieses Verfahren für den vereinfachten Markteintritt bisher nicht angewendet werden. Der politische Wille zur Einrichtung des Verfahrens war zwar da. Es fehlten jedoch die konkreten Vorgaben, welche die Pflichten für die Banken sowie die Rolle der Finanzmarktaufsicht (FINMA) und der BaFin in der praktischen Umsetzung festlegen sowie eine Verständigung über die Anwendbarkeit des Geldwäschereirechts.

Seit dem 4. Juli 2015 sind nunmehr jedoch alle Voraussetzungen dafür erfüllt, dass Schweizer Banken künftig das sogenannte „vereinfachte Freistellungsverfahren“ bei der BaFin vor Aufnahme ihrer Tätigkeit in Deutschland in Anspruch nehmen können. Insbesondere muss nun künftig keine in Deutschland oder dem EWR ansässige Bank mehr eingeschaltet werden.

Third Countries Regime pursuant to MiFID II

Single aspects of future market access in Germany for investment firms from third countries according to MiFID II (Directive no. 2014/65 / EU) and MiFIR (Regulation (EU) No. 600/2014)

Part of the revision of MiFID was the intended uniform regulation of market access in the European Union (EU) for providers of investment services and activities from third countries.

However, the EU Member States could agree on a single set of rules only in the area of (so called “born”) professional clients and eligible counterparties. In the future, providers of investment services domiciled in a third country are allowed to provide cross borders services (without a branch) to professional clients and eligible counterparties, if the European Commission has issued an equivalence decision regarding prudential and business conduct requirements for the country of origin. In addition, a cooperation agreement between ESMA (European Securities and Markets Authority) and the relevant competent authority of the third country is needed. Furthermore, the provider must be authorized in its home country for the investment services to be provided in the EU and be subject to effective supervision and enforcement ensuring a full compliance with the requirements applicable in that third country. Last but not least, a registration of the investment firm (third country) with ESMA is required.

These provisions were included in MiFIR. As an EU regulation, the MiFIR is directly applicable in all EU Member States, so that the provisions contained therein are consistent across the EU. Although the regulation will come into effect on January 3, 2017, the new rules on cross border services by third country providers will only apply, when an equivalence decision and an agreement for cooperation between supervisors will have been obtained. Therefore, the national rules will continue to apply after January 3, 2017 for a transitional period of up to three years after the conclusion of an equivalence decision and an agreement for cooperation between supervisory authorities.

With respect to the market access from third countries for the provision of investment services to private clients or clients treated as professionals on their request, MiFID II foresees only an optional implementation of the single Member State. MiFID II provides for the establishment of a branch in case of the provision of investment services to these customer groups. It remains to be seen whether the individual Member States will implement the provisions of MiFID II and to what extent cross border investment services to these kind of clients will be possible on the basis of national rules, e.g. in Germany through the so called “Freistellungsverfahren” (exemption procedure).

 

 

 

Drittstaatenregime nach MiFID II

Aspekte des künftigen Marktzugangs in Deutschland für Wertpapierdienstleistungsunternehmen aus Drittstaaten auf der Basis von MiFID II (Richtlinie Nr. 2014/65/EU) und MiFIR (Verordnung (EU) Nr. 600/2014)

 

Im Rahmen der Überarbeitung der Finanzmarktrichtlinie (MiFID) war beabsichtigt, auch den Marktzugang von Anbietern von Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten aus Drittstaaten EU-weit einheitlich zu regeln.

Die EU-Mitgliedstaaten konnten sich jedoch nur im Bereich der Dienstleistungen für (geborene) professionelle Kunden und geeignete Gegenparteien auf eine einheitliche Regelung einigen. Künftig sollen Anbieter von Wertpapierdienstleistungen die ihren Sitz in einem Drittland haben, grenzüberschreitend (d.h. ohne Zweigniederlassung) für professionelle Kunden und geeignete Gegenparteien tätig werden dürfen, wenn die Europäische Kommission für das Herkunftsland einen Gleichwertigkeitsbeschluss hinsichtlich der dort geltenden Aufsichts- und Wohlverhaltensregeln erlassen hat. Zudem muss eine Kooperationsvereinbarung zwischen der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) und der jeweils zuständigen Drittstattbehörde bestehen. Darüber hinaus muss der Anbieter in seinem Herkunftsland für die in der EU zu erbringenden Wertpapierdienstleistungen lizensiert sein und einer wirksamen Beaufsichtigung und Durchsetzung unterliegen, die die vollständige Einhaltung der in diesem Drittland gültigen Anforderungen sicherstellen. Außerdem muss eine Registrierung des Drittlandunternehmens bei der ESMA erfolgen.

Diese Regelungen fanden Eingang in die MiFIR. Als EU-Verordnung gilt die MiFIR unmittelbar in allen Mitgliedstaate, sodass die dort enthaltenen Vorschriftlichen EU-weit einheitlich sind. Die Regelungen treten zwar am 3. Januar 2017 in Kraft, können aber erst dann konkrete Anwendung finden, wenn ein Gleichwertigkeitsbeschluss sowie eine Vereinbarung für die Zusammenarbeit zwischen den Aufsichtsbehörden vorliegen. Die nationalen Regelungen gelten daher auch nach dem 3. Januar 2017 für eine Übergangszeitraum von maximal drei Jahren nach der Annahme eine Gleichwertigkeitsbeschlusses sowie einer Vereinbarung für die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsbehörden.

Hinsichtlich des Marktzugangs aus Drittstaaten für die Erbringung von Dienstleistungen für Privatkunden oder gekorene professionelle Kunden trifft die MiFID II Regelungen, deren Umsetzung für die einzelnen Mitgliedstaaten optional ist. Die MiFID II sieht die Errichtung einer Zweigniederlassung vor, falls diesen Kundengruppen Wertpapierdienstleistungen angeboten werden. Es bleibt abzuwarten, ob die einzelnen Mitgliedsstaaten diese Regelungen der MiFID II umsetzen und inwieweit künftig wie beispielweise in Deutschland im Rahmen einer Freistellung grenzüberschreitende Wertpapierdienstleistungen gegenüber Privatkunden und gekorenen professionellen Kunden möglich bleiben.

Kleinanlegerschutzgesetz: Das Ende von Crowdfunding und „Banking without a Bank“?

Crowdfunding, welches längst nicht mehr nur im angelsächsischen Raum praktiziert wird, soll schon in diesem Jahr stärker reguliert werden. In den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland ein Markt entwickelt, der Privatpersonen banktypische Geschäfte – wie das Einlagen- und das Kreditgeschäft sowie bestimme Finanzdienstleistungen– anbot, ohne dass man (unmittelbar) mit einer Bank Geschäfte machen musste. So oder so ähnlich wurde Privatpersonen durch viel Werbung suggeriert, dass man auch ohne eine Bank ein Projekt finanzieren kann und dabei eine hohe Rendite erzielen kann. Bei genauer Betrachtung kann man jedoch erkennen, dass es sich meist weder um klassisches Crowdfunding noch um „Banking without a Bank“ handelt, da bei sämtlichen deutschen Crowdfunding-Marktplätzen immer ein lizensiertes Unternehmen (Kreditinstitut, Zahlungs- oder Finanzdienstleister) beteiligt ist. Ordentliche Prospekte werden nur selten angeboten und Informationen zu den Projekten nach der Beendigung eines öffentlichen Angebots bilden die Ausnahme.

Der deutsche Gesetzgeber wird in den kommenden Monaten durch das Kleinanlegerschutzgesetz ein Maßnahmepaket umsetzen, welches die Grundlage für eine stärkere Regulierung und mehr Transparenz für den deutschen Crowdfunding-Markt herbeiführen wird.

Der Gesetzesentwurf, der am 12.11.2014 vom Bundeskabinett beschlossen wurde, soll folgende wesentliche Änderungen herbeiführen:

  • Konkretisierung und Erweiterung der Prospektpflicht,
  • Erweiterung der Angaben zu personellen Verflechtungen der Initiatoren,
  • Pflicht, auch nach Beendigung des öffentlichen Angebots für Vermögensanlagen bestimmte Informationen mitzuteilen,
  • Einführung einer Mindestlaufzeit der Vermögensanlage,
  • Werbeverbote für den öffentlichen Raum (öffentl. Verkehrsmittel, Plakate, Wurfsendungen),
  • Einführung eines Product-Governance-Prozesses,
  • Verschärfung der Rechnungslegungspflichten,
  • zusätzliche Befugnisse der BaFin.

Partiarische Darlehen und Anlagen, die den bisher prospektpflichtigen Vermögensanlagen wirtschaftlich gleichwertig sind (wie z.B. Genussrechtsscheine), erfordern zukünftig grundsätzlich einen von der BaFin gebilligten Prospekt. Dieser soll maximal 12 Monate gültig sein und bedarf danach einer Aktualisierung und Billigung durch die BaFin. Jede Vermögensanlage soll generell eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten und eine Kündigungsfrist von mindestens 12 Monaten haben.

Bestimmte Ausnahmen für klassisches Crowdfunding, also die Finanzierung von Start-Up-Unternehmen, sieht das Kleinanlegerschutzgesetz vor. So soll keine Prospektpflicht für Nachrangdarlehen oder partiarische Darlehen bestehen, mit denen ein Unternehmen mittels Crowdinvesting bis zu 1 Millionen Euro einnimmt, wenn diese über eine Internetplattform vermittelt werden und jeder Anleger bis zu 1.000 Euro ohne weitere Auskünfte (bei Anlagebeträgen über 1.000 Euro und bis zu 10.000 Euro muss der Anleger durch eine Selbstauskunft ein persönliches Vermögen von mehr als 100.000 Euro nachweisen) anlegen kann. Allerdings muss der Anbieter jedem Anleger, der mehr als 250 Euro investieren möchte, ein Vermögensanlagen-Informationsblatt zur Kenntnisnahme anbieten.

Neben weitreichenden Überprüfungs- und Untersagungsrechten darf die BaFin künftig die Rechnungslegung eines Emittenten einer Vermögensanlage durch einen externen Wirtschaftsprüfer überprüfen lassen. Die verspätete Veröffentlichung von Jahresabschlüssen kann zukünftig mit einem Bußgeld von bis zu 250.000 Euro geahndet werden. Die BaFin wird die Anleger über solche Maßnahmen auf ihrer Internetseite informieren.

MiFID II und künftige Regulierung von Warenhändlern

Die derzeit geltende Finanzmarktrichtlinie (MiFID) wird aktuell überarbeitet und wird als sogenannte „MiFID II“ voraussichtlich im Laufe dieses bzw. des nächsten Monats vom Europäischen Parlament final verabschiedet werden.

Durch die Neuregelung wird voraussichtlich der Finanzinstrumentenbegriff erweitert werden. Beispielsweise sollen Emissionszertifikate künftig als Finanzinstrumente eingestuft werden. Darüber hinaus werden alle physisch erfüllten Warenderivate, die nicht rein bilateral abgeschlossen werden, grundsätzlich als Finanzinstrumente eingestuft, mit Ausnahme von bestimmten Strom-, Gas-, Kohle- und Ölkontrakten.

Laut dem aktuellen Richtlinienvorschlag entfällt künftig außerdem die derzeit für Warenhändler geltende Bereichsausnahme, die es aktuell noch erlaubt, bestimmte Handelstätigkeiten in Warenderivaten ohne Erlaubnis durchzuführen (Art. 2 Abs. 1 lit. k). Die derzeit geltende sogenannte „Nebentätigkeitsausnahme“ (ancillary activity exemption), welche ebenfalls von Warenhändlern in Anspruch genommen wird, wird umfassend überarbeitet und tendenziell in ihrer Anwendung eher eingeschränkt (Art. 2 Abs. 1 lit. i). So dürfen etwa Wertpapierdienstleistungen (investment services) künftig lediglich für Kunden oder Lieferanten des Warenhändlers erbracht werden, der die Ausnahmeregelung in Anspruch nimmt. Darüber hinaus dürfen sich diese Wertpapierdienstleistungen lediglich auf Warenderivate, Emissionszertifikate oder deren Derivate beziehen.

Dies hat zur Folge, dass bisher erlaubnisfrei ausgeübte Tätigkeiten von Warenhändlern nach dem aktuellen MiFID II Entwurfstext voraussichtlich ab 2017 einer Erlaubnispflicht unterliegen. Obgleich derzeit noch nicht alle Details der künftigen Regulierung geklärt sind, bietet es sich an, rechtzeitig eine Analyse der ausgeübten Handels-, Beratungs- und Portfoliomanagementtätigkeiten im Hinblick auf eine mögliche Erlaubnispflicht durchzuführen.

Banking Business in Germany, 4. Auflage – jetzt erhältlich

Es ist vollbracht: die neue 4. Auflage von “Banking Business in Germany” ist nun erschienen.

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Auch diese Auflage wurde wieder in enger Zusammenarbeit zwischen dem Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V. und PwC herausgebracht.

Der Untertitel des Buches versucht, seine Zielsetzung in einem kurzen Satz zu beschreiben:

“A practical guide for foreign banks establishing a subsidiary or a branch in Germany”

(“Ein Praxisleitfaden für ausländische Banken, die eine Tochtergesellschaft oder eine Betriebsstätte in Deutschland errichten”)

Wohl wahr. Aber das Buch deckt viel mehr ab: Es präsentiert einen aktuellen Überblick über das geltende wirtschaftliche, regulatorische, rechtliche und steuerliche Rahmenwerk für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute in Deutschland.

Wegen der Vielzahl aktueller Entwicklungen im Finanzmarkt war es notwendig, das Intervall der Neuauflagen von vier auf zwei Jahre zu verkürzen. Insbesondere das Kapitel über die Eigenmittelregulierung musste im Wesentlichen neu geschrieben werden. Das Buch enthält nun auch ein neues Kapitel über die “Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)”, wie sie von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verlautbart wurden. Da es unwahrscheinlich ist, dass die Regulierung nunmehr innehält, kann man für 2016 die 5. Auflage erwarten.

Weil es so viele neue Themen zu beschreiben galt, sorgten wir uns, das Buch könnte seinen Charakter als kompakter Leitfaden verlieren und einfach zu voluminös werden. Es gelang uns jedoch, den Fokus der verschiedenen Kapitel zu schärfen. Zusätzlich findet sich nun ein Stichwortverzeichnis, das den Zugriff erleichtert.

Das Buch ist als Taschenbuch oder eBook erhältlich.

Ich wünsche eine angenehme Lektüre und freue mich auf Ihre Kommentare.

Banking Business in Germany, 4th edition – now available

We did it again: The 4th revised edition of “Banking Business in Germany” is now available.

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Also the new edition was developed in close cooperation between the Association of Foreign Banks in Germany (Verband der Auslandsbanken in Deutschland e.V.) and PwC.

The book’s subtitle tries to explain its ambition in one short sentence:

“A practical guide for foreign banks establishing a subsidiary or a branch in Germany”

True. But actually the book covers much more: It presents a current overview of the economic, regulatory, legal and tax framework that applies to credit institutions and financial service institutions in Germany.

Due to the current numerous developments throughout the financial market it was necessary to shorten the interval for the new edition from four to two years in order to keep up to date. Especially the chapter on prudential supervision in German got more or less completely re-written. The book now also comprises a new chapter regarding the ‘Minimum Requirements for Risk Management (MaRisk)’ published by the German regulator Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Since regulation is not likely to stop here, you can expect the 5th edition by 2016.

With so many new things to tell, we were concerned that the book might lose its character as a concise guide and become simply to voluminous. We therefore managed to enhance the book’s focus throughout the chapters. In addition, you find now a subject index for ease of use.

The book is available as paperback or e-book.

I hope you enjoy reading the book and look forward to receive your comments.

Requirements for licensing of alternative investment funds managers (AIFM) – Part 2

Outsourcing/delegating of tasks by an AIFM

While the last post addressed the issue of capital requirements (see below), the present blog deals with the question to which extent an AIFM may outsource functions already in the course of the licensing procedure (and later when conducting the business as licensed entity).

The outsourcing or delegating of tasks by an AIFM is possible as far as the outsourcing structure can be justified on objective grounds and certain other conditions, such as a written contract, are fulfilled.

However, an AIFM shall not transfer its functions to the extent that it becomes a mere letter box entity. The now adopted version of the implementing regulation (also known as Level II measures) gives indications under which conditions an AIFM is classified as a letter box entity.

An AIFM is generally required with respect to outsourcing that it maintains the necessary resources and expertise to supervise the outsourced functions and to control the risks associated with the outsourcing. Furthermore, the AIFM must be able to exercise the contractually stipulated information, auditing and managerial rights. The AIFM must also continue to make all important decisions especially with regard to the investment strategy.

To avoid to be classified as a letter box entity, the scope of the outsourced functions should not exceed the scope of the functions performed by the AIFM itself by a substantial margin.

The implementing regulation establishes not only quantitative criteria, such as the amount of assets managed, for evaluating the scope of the outsourced functions. The outsourcing structure is to be assessed by regulators with respect to the fulfillment of certain qualitative criteria. These are inter alia

• the importance of the assets the administration is outsourced to achieve the investment goals of funds

• the configuration of delegates

• the types of outsourced tasks in relation to the tasks retained by the AIFM

• the risk profile of the funds, etc.

The regulation was adopted on 19 December 2012 and shall enter into force after three months, unless the European Parliament or the Council raises objections. It is unlikely that the rules discussed here will change.

An AIFM should analyze its outsourcing structures accurately. It should take into account the requirements set forth in the regulation and adjust its outsourcing structures if necessary before submitting a license application to avoid classification as a letter box entity.

(To be continued)