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Blickpunkt Osteuropa

Estland: Gute Nachrichten für multinationale Konzerne


Zu der wahrscheinlich beachtenswertesten Änderung im Steuerrecht, auf die sich die neue Koalition geeinigt hat, gehört die Befreiung der Kapitalerträge aus der Veräußerung eines Anteils an einer ausländischen Tochtergesellschaft von der Körperschaftssteuer. Dies würde Estlands Attraktivität als Holdingstandort für multinationale Konzerne erheblich steigern.

Wenn beispielsweise eine estnische Holdinggesellschaft heute die Mehrheit ihrer Anteile an einer lettischen Tochtergesellschaft veräußern würde, würden die Nettoerträge bei späterer Verteilung als Dividenden der estnischen Körperschaftssteuer unterliegen. In vielen anderen europäischen Ländern würden Holdinggesellschaften in dieser Situation jedoch ganz oder teilweise von der Körperschaftssteuer befreit werden. Estland ist bei den Voraussetzungen für multinationale Holdinggesellschaften ganz klar in Verzug geraten. Es bleibt nun ein detaillierter Gesetzesentwurf des Finanzministeriums abzuwarten, der in naher Zukunft hoffentlich die richtigen Bedingungen dafür schaffen wird, dass Estland dem Wettbewerb um multinationale Holdinggesellschaften beitreten kann.

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