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Blickpunkt Osteuropa

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Mögliche Änderungen im tschechischen Einkommensteuerrecht ab 2015


Das Finanzministerium holt zurzeit zu seinen Reformvorschlägen im Einkommensteuerrecht externe Stellungnahmen ein. Anschließend erfolgen die Abstimmungen innerhalb der Regierung und die Debatte im Parlament. Die Änderungen sollen zum 1. Januar 2015 in Kraft treten.

 

Befreiung von Naturaleinkommen

Steuerfreies Naturaleinkommen von Angestellten im Bereich von Erholungs-, Gesundheits-, (Weiter-)Bildungs- und Sporteinrichtungen wird deutlich beschränkt. Eine Befreiung soll nunmehr bis zu einer Gesamthöhe von CZK 10.000 (ca. EUR 364) pro Jahr für sämtliches Naturaleinkommen dieser Art möglich sein. Eine Ausnahme, bei der die genannte Grenze von CZK 10.000 pro Jahr keine Anwendung findet, erfasst die Vorschulausbildung für Kinder. Weiterhin gilt, dass eine Befreiung nur möglich ist, wenn die entsprechenden Erwerbsaufwendungen auf der Seite des gewährenden Unternehmens steuerlich nicht in Abzug gebracht werden.

 

Steuererleichterungen bei Kindern

Die Steuererleichterung für das zweite und jedes weitere Kind soll sich ab dem Jahr 2015 um CZK 100 (ca. EUR 3,64) pro Monat erhöhen. Während für das erste Kind der aktuelle Betrag in Höhe von CZK 1.117 (ca. EUR 40,69) aufrechterhalten wird, können für das zweite und jedes weitere Kind CZK 1.217 (ca. EUR 44,32) pro Monat abgezogen werden.

 

Als Neuerung soll es eine Steuererleichterung dafür geben, dass ein Kind in den Kindergarten geht. Diese Steuererleichterung wird in Höhe der tatsächlichen Kosten, allerdings maximal bis zur Höhe des Mindestlohnes zuerkannt.

 

Automatische Pflicht zur Abgabe von Steuererklärungen

Als erwartete Neuerung entfällt die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung, wenn ein Angestellter eine Steuervorauszahlung für den Solidaritätszuschlag geleistet hat (z. B. im Falle einer Jahresbonuszahlung) und sein Jahresgesamteinkommen die entsprechende Jahresgrenze für die Sozialversicherung nicht erreicht. Ein solcher Fall kann im Fall der Bonuszahlung auftreten, da dann einmalig das monatliche Einkommen ein Zwölftel der Einkommensgrenze für den Solidaritätszuschlag überschreitet. Ein Angestellter kann dann die Durchführung der Steuerjahresabrechnung wieder in die Hände seines Arbeitgebers legen. Diese Änderung wird möglicherweise bereits für die Steuererklärung 2014 gelten. Ab diesem Zeitpunkt wird die automatische Pflicht zur Einreichung einer Steuererklärung nur noch für Angestellte mit einem Jahreseinkommen von mehr als CZK 1. 245.216 gelten (ca. EUR 45.361 = Beitragsbemessungsgrenze für das Jahr 2014).

 

Versteuerung von zinslosen Mitarbeiterdarlehen

Die Vergünstigung, die in der Gewährung eines zinslosen Darlehens liegt, hat der betreffende Arbeitnehmer zu versteuern, sofern die Kapitaleinkünfte über CZK 300.000 (ca. EUR 10.929) liegen.

 

Anspruch auf Steuerfreibeträge und Beschränkung der Ausgabenpauschalen

Erwerbstätige Ruheständler erhalten wieder einen Anspruch auf einen Grundfreibetrag. Außerdem wird für alle Selbstständigen eine Werbungskostenpauschale eingeführt, die der aktuellen „Deckelung“ der Pauschalen in Höhe von 30 % und 40 % entspricht.

 

Erklärungspflicht für steuerbefreites Einkommen

Ab dem Jahr 2015 tritt die Pflicht in Kraft, auch steuerbefreites Einkommen zu erklären, wenn dieses mehr als CZK 5.000.000 (ca. EUR 182.143) beträgt. In der Praxis kann es sich um Geschenke, Gewinne, Einnahmen aus dem Verkauf von Immobilien oder dem direkten Verkauf von Anteilen und Aktien handeln.

 

Weitere bereits angekündigte Maßnahmen werden voraussichtlich ab 2016 in Kraft treten. Hierzu zählt die Vereinheitlichung der Steuer- und Versicherungsgrundlage, die Abschaffung des Superbruttolohns und die Einführung einer klaren mehrstufigen Besteuerung natürlicher Personen.