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Blickpunkt Osteuropa

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Polen: Neue Regeln zum Vorsteuerabzug bei Fahrzeugen


Am 20. Februar 2014 hat der polnische Senat eine Änderung des Umsatzsteuergeset-zes verabschiedet. Diese dient der Durchführung eines Ratsbeschlusses, der Polen zu Einschränkungen der Umsatzsteuerabzugsfähigkeit von Kosten im Zusammenhang mit Fahrzeugen und deren Nutzung berechtigt. Der genaue Wortlaut der Bestimmun-gen ist bereits bekannt. Allerdings fehlt zurzeit noch die Zustimmung des Präsiden-ten. Die neuen Regeln gelten voraussichtlich ab dem 1. April 2014.

Die bevorstehenden umsatzsteuerlichen Änderungen ermöglichen unter bestimmten Voraussetzungen einen Vorsteuerabzug der Kosten für den Kauf, das Leasen, die Inspektion und die Nutzung eines Fahrzeugs in Höhe von 100 %. Hierfür ist Grundvo-raussetzung, dass Fahrzeuge ausschließlich zu Zwecken der wirtschaftlichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen genutzt werden.

 
Optimierungspotential

Eine Gestaltung der Fahrzeugnutzungspolicen derart, dass die Privatnutzung von Firmenwagen Arbeitnehmern in Rechnung gestellt wird, könnte unserer Meinung nach ausreichen, um eine ausschließlich geschäftliche Nutzung von Firmenwagen zu Umsatzsteuerzwecken zu beanspruchen (entweder als Teil der Hauptgeschäftstätig-keit oder zu Leasingzwecken für Arbeitnehmer).

Im oben beschriebenen Fall hat ein Steuerpflichtiger nach den neuen Regeln An-spruch auf Vorsteuerabzug der Kosten für den Kauf, das Leasen, die Inspektion und die Nutzung eines Fahrzeugs in Höhe von 100 %, wenn er den Kilometerstand des Fahrzeugs nachweisen kann, der bestätigt, dass dieses nur zu geschäftlichen und nicht zu privaten Zwecken genutzt wurde.

Bei dem diskutierten Fall ist es wichtig zu wissen, dass das Recht auf einen Vorsteu-erabzug in Höhe von 100 % unabhängig von technischen Eigenschaften des Firmen-wagens (Pkw, leichter Lkw, usw.) gewährt wird.

 

Wie kann man von der Optimierung profitieren?

Um von der Optimierung profitieren zu können, sollte die Fahrzeugnutzungspolice in der Art geändert werden, dass eine Privatnutzung von Firmenwagen in Form einer zahlungspflichtigen Leasingdienstleistung des Arbeitgebers ermöglicht wird. Aller-dings sollten Änderungen aufgrund ihrer heiklen und komplexen Natur steuerliche, rechtliche und personalpolitische Aspekte berücksichtigen.

 

Welche Bereiche sollten untersucht werden?

Die folgenden Aspekte sollten unserer Meinung nach untersucht werden, um das Optimierungspotential bewerten zu können:

• die aktuelle Fahrzeugnutzungspolice;

• die Herangehensweise des Unternehmens bei der Überleitungsrechnung hin-sichtlich der Privatnutzung von Fahrzeugen;

• Aspekte der Personalpolitik (einschließlich Zusatzleistungen für Arbeitneh-mer und deren Vergütung);

• Durchführbarkeit einer korrekten Aufzeichnung der Kilometerleistung des Fahrzeugs für Umsatzsteuerzwecke;

• Einschätzung, ob die vom Arbeitgeber erhobene Gebühr für die Privatnut-zung von Firmenwagen dem Marktniveau entspricht.