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Blickpunkt Osteuropa

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SCP zur Abstimmung im tschechischen Parlament


Das tschechische Parlament hat begonnen eine Gesetzesnovelle zu besprechen, deren Hauptziel in der Einführung eines Single Collection Points (SCP) für Steuern und andere Abgaben liegt. Im Wesentlichen geht es um eine Steuerreform, die zum 1. Januar 2013 wirksam wird. Das Finanzministerium hatte den ursprünglichen Vorschlag vorbereitet, allerdings wurden einige bedeutungsvolle Änderungen während der Regierungsverhandlung beschlossen.

Im Folgenden führen wir einige wichtige Punkte dieser Gesetzesnovelle auf:

Auswirkungen auf einzelne Personen
Das Konzept des Superbruttolohns wurde aufgehoben und der Einkommenssteuersatz auf 19 % erhöht. Daneben wurden weitere wichtigen Änderungen vereinbart; die Basen für die Steuerberechnung sowie für die Sozial- und Krankenversicherung wurden vereint, die Arbeitnehmer werden nach wie vor Erholungs-, Sport- u. a. Einrichtungen oder Beiträge zu Kultur- und Sportsveranstaltungen genießen können (die Befreiung dieser Geldwertleistung wird jedoch mit einem jährlichen Höchstbetrag von CZK 10.000 (ca. EUR 572,05) begrenzt) u.a.

Auswirkungen auf juristische Personen und Arbeitgeber
Es wurde eine neue Abgabe auf die Lohnsumme mit einer Gesamtrate von 32,4 % eingeführt. Diese wird die Sozial- und Krankenversicherung, die durch den Arbeitgeber gezahlt wurde, ersetzen. Zur gleichen Zeit wird die individuelle maximale Bemessungsgrundlage für Sozial- und Krankenversicherung beim Arbeitgeber aufgehoben, aber die Grenze wird für alle Arbeitnehmer gemeinsam anwendbar sein. Neu ist eine Befreiung der Dividenden, Gewinnanteile, Liquidationsteile und ähnlichem Einkommen, das von Unternehmen aus der Tschechischen Republik anderen EU-Staaten sowie Norwegen, Island und der Schweiz gezahlt wird und auch von Unternehmen aus der Tschechischen Republik anerkannt wird.

Auswirkungen für Gesellschaften und Personen
Die Steuergrenze für die obligatorische Anzahlung wurde von CZK 30.000 (ca. EUR 1.716,15) auf CZK 200.000 erhöht (ca. EUR 11.441). Dazu wurde ein neues System der monatlichen Vorschüsse eingeführt. Die Einkommen- sowie Schenkungssteuer wurden auf 19 % (mit Ausnahme von Emissionsberechtigungen) vereinheitlicht. Der Erbschaftsteuersatz beträgt 9,5 %.

Ein umfassender Beitrag zu diesem Thema wird in unserem nächsten Newsletter Osteuropa kompakt (November-Ausgabe) erscheinen. Sollten Sie bereits vorher Fragen haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.