Governanceanforderungen könnten für Banken weiter steigen – Outsourcing arrangements sind Gegenstand des neuen Konsultationspapiers der EBA (EBA/CP/2018/11)

Nicht zuletzt motiviert durch die sich in der CRD (2013/36/EU), sowie den in MiFID II (2014/65/EU) und PSD2 (2015/2366/EU) Direktiven konkretisierten Anforderungen hinsichtlich Outsourcing, überarbeitet die EBA mit dem Konsultationspapier die bestehenden CEBS Guidelines aus dem Jahre 2006.

Die Anforderungen an ein transparentes und risikoorientiertes Outsourcingmanagement sind bereits seit vielen Jahren in Deutschland in den MaRisk geregelt. Diese wurden zuletzt im letzten Jahr überarbeitet und geschärft. Nichts desto trotz konkretisiert die EBA mit dem Konsultationspapier ihre Anforderungen weiter. So enthält das Papier weitere, aus Sicht der nationalen Regulation in weiten Teilen formalen Anforderungen, die ab Juni 2019 gelten sollen.

Neben vielen Aspekten die bereits aus der MaRisk in Deutschland bekannt sind (Risikoanalyse, aktive Steuerung, Transparenz über Outsourcingvorhaben, zentrales Auslagerungsmanagement, etc.), werden auch Aspekte adressiert, die bisher in dieser Ausdrücklichkeit der nationalen Regulation nicht zu entnehmen waren. So wird beispielsweise ein einheitliches Auslagerungsregister (inkl. formeller Vorgaben) und die Berücksichtigung der eigenen Werte und des Codes of Conducts bei der Beurteilung von potentiellen Dienstleistern genannt.

Wo es sich beim Thema Auslagerungsregister potentiell für Anwender der MaRisk eher um ein formales Thema handeln wird (eine Vorlage zum Register ist im Annex des Konsultationspapieres enthalten), könnten die Anforderungen an die Berücksichtigung der eigenen Werte und des Code of Conducts durch den Dienstleister bzw. bei Weiterverlagerungen auch durch die Weiterverlagerungsunternehmen, eine Erweiterung der aktuellen Beurteilungspraxis darstellen.

Im Rahmen der Konsultation wird es unseres Erachtens zu weiteren Konkretisierungen hinsichtlich der Integration der Anforderungen in die täglichen Arbeitsabläufe geben müssen. Wir empfehlen Ihnen daher, die Konsultation weiter zu beobachten. Wir werden Sie hier über neue Erkenntnisse zeitnah informieren.

Gerne stehen wir Ihnen für einen weiterführenden Austausch zur Verfügung.

Susanne Schneider                                                           Michael Ilg

Susanne.Schneider@pwc.com                                         Michael.Ilg@pwc.com

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