Stellungnahme der Europäischen Bankaufsichtsbehörde zur Berücksichtigung von Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiken im aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP)

Aufbauend auf der Forderung des Rats der Europäischen Union im Jahr 2018 den Einbezug der Geldwäsche-Aufsichtsbehörden in den Aufsichtsprozess darzulegen, hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) eine Stellungnahme als Teil der laufenden Arbeit zur 4. November 2020 veröffentlicht. Eine detailliertere Anleitung zur Berücksichtigung von Aufsichtsbehörden im aufsichtsrechtlichen Überprüfungsprozess wird als integrierter Ansatz in der überarbeiteten Version der SREP-Leitlinien Ende Dezember 2021 publiziert.

Die EBA erwartet von den prudentiellen Aufsichtsbehörden, dass sie effektiv und rechtzeitig mit den für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zuständigen Aufsichtsbehörden (AML/CFT-Aufsichtsbehörden) zusammenarbeiten, um Fachwissen und Informationen über deren Risiken auszutauschen und die Auswirkungen dieser Informationen auf die Sicherheit und finanzielle Solidität der von ihnen beaufsichtigten Institution zu bewerten. 

 

Die geldwäscherelevanten Risiken im SREP-Prozess sind anhand folgender Komponenten innerhalb der Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden zu berücksichtigen:

Überwachung von Schlüsselindikatoren

Gemeinsame Nutzung der Ergebnisse der abgeleiteten Indikatoren zur Risikobewertung, die auf Grundlage quantitativer und qualitativer Informationen aus dem Meldewesen entwickelt wurden

Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells

Informationspflicht der prudentiellen Aufsichtsbehörden gegenüber den AML/CTF-Aufsichtsbehörden bezüglich der Erkenntnisse eines erhöhten Risikos aus der Analyse des Geschäftsmodells

Bewertung der internen Governance und institutionsweiten Kontrollen

Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden mit den prudentiellen Aufsichtsbehörden in Bezug auf die Beurteilung der Wirksamkeit des internen Kontrollrahmens und Entwicklung eines integrierten und umfassenden Risikomanagements

Beurteilung der Kapitalrisiken

Berücksichtigung von Reputations- und operationellen Risiken im Hinblick auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung und zusätzliche Beurteilung der Systeme und Kontrollen im Rahmen des Kreditvergabeprozesses

Bewertung der Risiken für Liquidität und Finanzierung

Beachtung des Liquiditäts- und Finanzierungsprofils bei der Bewertung von geldwäscherelevanten Risiken

 

Für eine Zusammenarbeit der AML/CTF-Aufsichtsbehörden mit den prudentiellen Aufsichtsbehörden erwartet die EBA die Entwicklung wirksamer Kanäle. Diese sollen nicht nur dem Informationsaustausch dienen, sondern auch der Nutzung von Ergebnissen aufsichtsrechtlicher Bewertungen. Die EBA erinnert in ihrer Stellungnahme nochmals an die Wichtigkeit der Verdachtsweiterleitung nach Artikel 97 Absatz 6 der Richtlinie 2013/36/EU an prudentielle Aufsichtsbehörden und EBA im Falle des Bekanntwerdens erhöhter Risiken für die Stabilität und Integrität des Finanzsystems.

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