Compliance FS Blog

FATF stellt die Erarbeitung von Maßnahmen zur Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung in den Mittelpunkt ihrer 26. Vollversammlung

Die FATF hat die Erarbeitung koordinierter Maßnahmen zur Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung in den Mittelpunkt ihrer 26. Vollversammlung, die vom 25. bis zum 27. Februar 2015 in Paris stattfand, gestellt. Wesentlicher Anlass hierfür war der Aufruf durch die G20 Finanzminister in ihrer Erklärung vom Februar 2015, wonach die FATF dieses Thema in ihren Fokus rücken sollte.

Die auf der Vollversammlung im Zusammenhang mit der Terrorismusfinanzierung vereinbarten Maßnahmen wurden in der Stellungnahme zur Terrorismusfinanzierung zusammengefasst. Diese umfasst die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen, operative Maßnahmen sowie sonstige Aktivitäten der FATF:

  • Die FATF und FATF-Style Regional Bodies (FSRBs) wollen weitere Empfehlungen zur Implementierung von Maßnahmen in den Mitgliedsländern erarbeiten, um sicherzustellen, dass Terrorgelder eingefroren und die Terrorismusfinanzierung gestoppt werden. Die FATF wird ferner für alle Mitgliedsländer prüfen, ob diese die bestehenden Empfehlungen vollständig implementiert haben. Die Ergebnisse dieser Prüfung werden im Oktober 2015 in dem Bericht an die G20 aufgenommen.
  • Die FATF wird Vorschläge für Maßnahmen erarbeiten, die sicherstellen sollen, dass bestehende gesetzliche und regulatorische Vorgaben zur Bekämpfung des globalen Terrorismus auch effektiv umgesetzt werden. Zudem müssen die Mitgliedsstaaten ganzheitliche Ansätze entwickeln, die die Bekämpfung der wesentlichen Risiken der Terrorismusfinanzierung beinhalten.
  • In ihrem am 27. Februar 2015 veröffentlichten Bericht „Financing of the terrorist organisation Islamic State in Iraq and the Levant (ISIL)“ analysiert die FATF Methoden, mittels derer der IS seine terroristischen Aktivitäten finanziert. Bis zur nächsten Vollversammlung im Juni 2015 wird die FATF die identifizierten Risiken weiter analysieren um erforderliche Maßnahmen zu erarbeiten, um den Missbrauch des Finanzsektors und weiterer Branchen vor bestehenden und neuen Gefahren der Terrorismusfinanzierung zu schützen.

Aus der Stellungnahme zur Terrorismusfinanzierung der FATF ergibt sich nach unserer Einschätzung kein unmittelbarer Handlungsbedarf für die Verpflichteten; es ist jedoch zu erwarten, dass die Ergebnisse der darin angekündigten Maßnahmen, insbesondere die Überprüfung des Implementierungsstands der FATF-Empfehlungen durch die Mitgliedstaaten sowie die Erarbeitung von erforderlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung, zu einer erhöhten Aufmerksamkeit durch Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden führen.

Vor diesem Hintergrund sollten die Verpflichteten die aktuelle Diskussion im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung zum Anlass nehmen, ihre bestehenden Sicherungsmaßnahmen zur Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung zu validieren.

Die weiteren Ergebnisse aus der 26. Vollversammlung haben wir im Folgenden zusammengefasst:

  • Erstellung zweier öffentlich zugänglicher Berichte zur Identifikation von Jurisdiktionen, welche eine Gefahr für das internationale Finanzsystem darstellen können.
  • Identifizierung von Jurisdiktionen mit strategischen Defiziten bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, bei welchen ein wesentlicher Handlungsbedarf besteht.
  • Identifizierung von Jurisdiktionen mit strategischen Defiziten bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, für welche mit der FATF ein Maßnahmenplan entwickelt wurde.
  • Diskussion der Verbesserungen bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Albanien, Kambodscha, Kuwait, Nicaragua, Pakistan und Simbabwe.
  • Diskussion des Berichts der vierten Runde zur gegenseitigen Evaluierung für Compliance mit den FATF Empfehlungen von Australien und Belgien.
  • Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen der FATF und der Egmont Group of Financial Intelligence Units einschließlich einer Unterrichtung durch den Vorsitzenden der Egmont Group zu den vergangenen Entwicklungen in den Financial Intelligence Units.
  • Überprüfung der freiwilligen Tax Compliance Programme in mehreren Jurisdiktionen.
  • Weiterentwicklung des Themas „Risikoreduktion“ entsprechend der effektiven Implementation des risikobasierten Ansatzes.
  • Aufbauend auf dem Bericht aus 2014 über virtuelle Währungen strebt die FATF auf der Vollversammlung im Juni 2015 eine Entscheidung über zukünftige Maßnahmen an.

Für Rückfragen sprechen Sie Oliver Eis (+49 69 9585 3935) oder Julian Schäfer (+49 69 9585 7986) gerne an!

BaFin Rundschreiben 2/2015 – Erklärung von MONEYVAL zu Bosnien und Herzegowina

In dem am 13. Februar 2015 veröffentlichten Rundschreiben 2/2015 bezieht sich die BaFin auf die Erklärung von MONEYVAL zum nach wie vor unzureichend ausgestalteten Regelwerk zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Bosnien und Herzegowina.

MONEYVAL hat für die Verpflichteten im Zuge der Plenarsitzung vom 12. Dezember 2014 eine aktualisierte Erklärung („public statement“) zu Bosnien und Herzegowina veröffentlicht:

http://www.coe.int/t/dghl/monitoring/moneyval/Publications/2nd%20Public%20Statement%20REV.pdf

Um den Risiken aus Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung Rechnung zu tragen, werden die Staaten mitsamt ihrer Finanzinstitute von MONEYVAL dazu aufgerufen, Personen und Finanzinstituten aus bzw. in Bosnien und Herzegowina besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

In diesem Zusammenhang müssen die Verpflichteten ab sofort bei Geschäftsbeziehungen mit natürlichen oder juristischen Personen sowie Gesellschaften, insbesondere Finanzinstituten, aus bzw. mit Sitz in Bosnien und Herzegowina verstärkte Anforderungen an die Kundensorgfaltspflichten treffen. Dies betrifft auch Finanztransaktionen für die zuvor genannten Kundengruppen.

Bei Fragen sprechen Sie Herrn Oliver Eis (069 9585 3935) oder Frau Helena Minich (069 9585 3709) gerne an.

Billigung der vierten EU Geldwäsche-Richtlinie und der Finanztransferverordnung durch den Rat der Europäischen Union

Die vierte EU Geldwäsche-Richtlinie und die neue Geldtransferverordnung befinden sich auf der Zielgeraden!

Nachdem der Rat der Europäischen Union eine mit dem Europäischen Parlament erzielte Einigung über die strengeren Vorschriften zur Verhinderung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung gebilligt hat, wird die Annahme durch das Europäische Parlament in zweiter Lesung noch im ersten Halbjahr 2015 erwartet. Danach haben die einzelnen Mitgliedstaaten insgesamt zwei Jahre Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

Gegenüber der dritten EU Geldwäsche-Richtlinie zeichnet sich die vierte EU Geldwäsche-Richtlinie insbesondere durch eine verstärkte Institutionalisierung des risikobasierten Ansatzes zur effizienteren Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aus. Weitere Änderungen betreffen eine Ausweitung des Kreises der Verpflichteten, strengere Vorschriften zu den Kundensorgfaltspflichten sowie eine wesentliche Verschärfung der möglichen Sanktionsmaßnahmen bei Nichteinhaltung der Vorgaben der Richtlinie durch die Verpflichteten.

Die aus unserer Sicht wesentlichen Veränderungen mit Relevanz für die Kreditinstitute sind nachstehend zusammengefasst:

  • Stärkere Institutionalisierung des risikobasierten Ansatzes durch eine faktengestützte Entscheidungsfindung, die es den Mitgliedstaaten und Verpflichteten ermöglichen wird, bestehenden Risiken geeignete Sicherungsmaßnahmen gegenüberzustellen. Zu diesem Zweck wird die Kommission zukünftig eine Bewertung der Risiken der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Binnenmarkt durchführen (unter Berücksichtigung der gemeinsamen Stellungnahme von EBA, EIOPA und ESMA), die mit grenzüberschreitenden Tätigkeiten im Zusammenhang stehen und gleichzeitig Empfehlungen für angemessene Maßnahmen gegen die ermittelten Risiken aussprechen. Die einzelnen Mitgliedstaaten müssen ‑ unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Bewertung der Kommission ‑ nationale Risikobewertungen vornehmen und auf dieser Grundlage alle etwaigen Bereiche identifizieren, in denen die Verpflichteten weitere Sicherungsmaßnahmen treffen müssen. Ferner müssen die Mitgliedstaaten dafür Sorge tragen, dass die Verpflichteten ihre Gefährdungslage hinsichtlich Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vollständig und sachgerecht identifiziert und diesen angemessene interne Sicherungsmaßnahmen gegenübergestellt haben.
  • Strengere Vorschriften für die Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden. Verpflichtete wie z.B. Kreditinstitute, müssen bei einem erhöhten Risiko strengere Maßnahmen ergreifen und können bei einem nachweislich geringeren Risiko eine vereinfachte Vorgehensweise befolgen.
  • Angaben zu den wirtschaftlichen Berechtigten von juristischen Personen werden zukünftig in einem Zentralregister gespeichert, auf das zuständige Behörden, zentrale Meldestellen und Verpflichtete wie z.B. Kreditinstitute, zugreifen können. Mitgliedsstaaten die dies wünschen, können ein öffentliches Register führen. Im Falle von Trusts erfolgt die zentrale Erfassung von Angaben zum wirtschaftlichen Eigentum, wenn mit dem Trust steuerliche Folgen verbunden sind.
  • Was die Sanktionen betrifft, so sehen die Vorschriften eine maximale Geldstrafe in mindestens der zweifachen Höhe der infolge des Verstoßes erzielten Gewinne oder von mindestens € 1 Mio. vor. Für Verstoße an denen Kredit- oder Finanzinstitute beteiligt sind, gilt im Falle einer juristischen Person eine maximale Geldstrafe von mindestens € 5 Mio. oder 10% des jährlichen Gesamtumsatzes; im Falle einer natürlichen Person gilt eine maximale Geldstrafe von maximal € 5,0 Mio.

Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen wird mit der vierten EU Geldwäsche-Richtlinie ein wesentlicher Umsetzungsbedarf auf die Kreditinstitute zukommen.

Aufgrund der stärkeren Institutionalisierung des risikobasierten Ansatzes in Verbindung mit der Verschärfung der Sanktionsmöglichkeiten bei Vergehen seitens der Verpflichteten, sollten die Kreditinstitute bereits heute ihre bestehenden Sicherungsmaßnahmen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung unter Berücksichtigung einer aktuellen und vollständigen Analyse der institutsspezifischen Gefährdungslage auf den Prüfstand zu stellen.

Für Rückfragen sprechen Sie Oliver Eis (+49 69 9585 3935) oder Julian Schäfer (+49 69 9585 7986) gerne an!

FIU veröffentlicht Jahresbericht 2013

Die Financial Intelligence Unit (FIU) Deutschland hat am 26. November 2014 ihren Jahresbericht 2013 veröffentlicht.

Der Jahresbericht 2013 der FIU Deutschland gibt einen Überblick über das Hinweisaufkommen, die Rückmeldungen der Staatsanwaltschaften gemäß § 11 Abs. 8 GwG und die Ergebnisse aus der Analyse von Verdachtsmeldungen. Ferner ist der Umfang der nationalen und internationalen Zusammenarbeit der FIU Deutschland beschrieben.

Demnach war das Hinweisaufkommen 2013 im Wesentlichen von zwei Kernentwicklungen geprägt:

Mit 19.095 Verdachtsmeldungen nach den §§ 11 und 14 GwG wurde ein neuer Höchststand seit Bestehen der FIU markiert. Dieser entspricht einem Anstieg von 33% gegenüber dem Vorjahr. Die FIU führt dieses erhöhte Hinweisaufkommen im Wesentlichen auf das Gesetz zur Optimierung der Geldwäscheprävention vom 22. Dezember 2011 zurück, wonach unter anderem die Verdachtsschwelle konkretisiert und der Begriff der „Verdachtsanzeige“ durch den der „Verdachtsmeldung“ ersetzt wurde.

Zugleich stellte die FIU fest, dass die Qualität der Verdachtsmeldungen aufgrund der niedrigeren Verdachtsschwellen für die Erstattung einer Meldung gegenüber den Vorjahren gesunken ist. So ergab zum Beispiel die Auswertung der insgesamt 11.868 bei der FIU Deutschland eingegangenen staatsanwaltschaftlichen Rückmeldungen gemäß § 11 Abs. 8 GwG, dass es sich bei 10.771 und somit ca. 91% um Einstellungsverfügungen handelt. Aus der detaillierten Fallanalyse aller Verdachtsmeldungen konnte die FIU Deutschland weder neue Entwicklungen bei den unter Beobachtung stehenden Trends und Typologien noch neue Methoden der Geldwäsche identifizieren.

Als Konsequenz dieser Kernentwicklungen sieht die FIU für die Zukunft die Herausforderung für alle beteiligten Stellen „eine angemessene Balance zwischen den Faktoren der effizienten Bearbeitung von immer höheren Fallzahlen, begrenzten personellen Ressourcen und Erkennung aller gehaltvollen, herausragenden und sensiblen Sachverhalte unter Beachtung der nationalen und internationalen (rechtlichen) Rahmenbedingungen zu finden“.

 

Bei Fragen zu diesen oder anderen Themen im Bereich Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen sprechen Sie gerne Herrn Oliver Eis (+49 69 9585 3935, oliver.eis@de.pwc.com) an.

BaFin Rundschreiben 8/2014 – aktualisierte Erklärung- und Informationsbericht der FATF sowie verbindliche Verwaltungspraxis zu § 11 GwG

Mit ihrem Rundschreiben 8/2014 vom 20. November 2014 greift die BaFin die aktualisierte Erklärung („FATF Public Statement“) sowie den aktualisierten Informationsbericht der FATF auf und verweist abschließend auf ihre aktuelle Verwaltungspraxis i.Zm.
§ 11 GwG.

I. Erklärung der FATF („Public Statement“)

Gegenstand der Erklärung vom 24.10.2014 sind Länder, die nach wie vor gravierende Defizite in ihren Maßnahmen zur Geldwäsche- und Terrorismusbekämpfung aufweisen.

Die bisherige Kategorisierung nach Ländern, von denen anhaltende und substantielle Risiken ausgehen (Kategorie 1), sowie Ländern, die strategische Mängel bei der Geldwäsche- und Terrorismusbekämpfung aufweisen (Kategorie 2), bleibt unverändert.

Im Zusammenhang mit Ländern der Kategorie 1 (Iran und Demokratische Volksrepublik Korea (Nord Korea)) verweist die BaFin auf den Fortbestand der FATF Erklärung vom 14.07.2014 sowie auf ihr Rundschreiben 6/2014.

Für Geschäftsbeziehungen mit Ländern der Kategorie 2 (Algerien, Ekuador, Indonesien, und Myanmar) verweist die BaFin auf Maßnahmen, die ihrem Rundschreiben 2/2010 entsprechen.

II. Informationsbericht der FATF

Im Rahmen des Informationsberichts werden die Ergebnisse der fortlaufenden Länderprüfungen durch die FATF resp. FSRB dargestellt und auf die anhaltenden Defizite einzelner Länder bei der Nichteinhaltung der wesentlichen Empfehlungen der FATF hingewiesen. Obwohl für diese Länder keine unmittelbaren Handlungspflichten hinsichtlich der zu ergreifenden Sorgfalts- und Organisationspflichten gegeben sind, sollten trotzdem angemessene Maßnahmen ergriffen werden, die dem individuellen Risiko adäquat Rechnung tragen.

III. Verwaltungspraxis zu § 11 GwG

Im Zusammenhang mit § 11 GwG wird auf die vom Bundesministerium aktualisierte Fassung der Auslegungshinweise zum Verdachtsmeldewesen im Bereich Geldwäsche sowie die von der BaFin analog aktualisierte Verwaltungspraxis hingewiesen.

 

Bei Fragen zu diesen oder anderen Rundschreiben sprechen Sie gerne Herrn Oliver Eis (+49 69 9585 3935, oliver.eis@de.pwc.com) an.

Arbeitshilfe zu den Hinweisen der Deutschen Kreditwirtschaft

Die Deutsche Kreditwirtschaft veröffentlichte am 1. Februar 2014 die neu überarbeiteten

Auslegungs- und Anwendungshinweise der Deutschen Kreditwirtschaft zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen (DK-Hinweise).

Die neuen DK-Hinweise beinhalten Konkretisierungen zu den Themen des Geldwäscherechts und sonstigen strafbaren Handlungen unter Einbeziehung neuester Entwicklungen und den Rundschreiben der Bundesandstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Unsere PwC Compliance-Experten haben daraus mit Einverständnis der DK eine Arbeitshilfe mit Änderungsmarkierungen gegenüber den DK-Hinweisen vom 16. Dezember 2011 erstellt. Diese Broschüre gibt einen schnellen Überblick über die Änderungen gegenüber dem Stand vom 16. Dezember 2011 und soll als Unterstützung im Compliance-Alltag dienen.

Wo Sie diese Broschüre finden und wie Sie unsere Research-Applikation zum Thema nutzen können, steht im CIS Blog.

BaFin Rundschreiben 7/2014 – Einscannen erfüllt Aufzeichnungspflicht gemäß Geldwäschegesetz

Die BaFin hat mit der Veröffentlichung des Rundschreibens 7/2014 am 26. September 2014 klargestellt, dass die Aufzeichnungspflicht gemäß § 8 Abs. 1 Satz 3 GwG von zur Überprüfung der Identität vorgelegten oder herangezogenen Unterlagen auch durch das Einscannen dieser erfüllt wird. Die Adressaten sind dem RS 7/2014 zu entnehmen.

Nach § 8 Abs. 1 Satz 3 GwG erfüllt eine Kopie der zur Überprüfung der Identität einzuholenden Unterlagen i.S.v. § 4 Abs. 4 GwG die Aufzeichnungspflichten des GwG. Die BaFin stellt nun aufgrund des zunehmenden Einsatzes neuer technischer Verfahren die Möglichkeit des Einscannens mit der Anfertigung einer Kopie der zur Identität vorgelegten Dokumente gleich.

Hinsichtlich der Aufbewahrung der eingescannten Dokumente müssen die Verpflichteten entsprechend angemessene technische und organisatorische Maßnahmen treffen.

Bei Fragen sprechen Sie Oliver Eis (069 9585 3935) gerne an.

BaFin formuliert Anforderungen für die Kundenidentifizierung per Videoübertragung

Am 5.März 2014 veröffentlichte die BaFin die Anforderungen für die Kundenidentifizierung per Videoübertragung, welche es Instituten ermöglicht, auch bei physisch nicht anwesenden Kunden die allgemeinen Sorgfaltspflichten nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 4 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 1 und Abs. 4 Nr. 1 GwG anzuwenden (Rundschreiben 1/2014).

Nach dem Rundschreiben ist die Zulässigkeit der Videoidentifizierung an eine Reihe von Anforderungen geknüpft. Zum einen dürfen nur entsprechend geschulte, bzw. ausgebildete Mitarbeiter die Videoidentifizierung in abgetrennten und mit einer Zugangskontrolle ausgestatteten Räumlichkeiten durchführen.

Die Videoidentifizierung ist außerdem nur zulässig, wenn der Kunde über ein Ausweisdokument verfügt, welches über optische Sicherheitsmerkmale verfügt, die mit holographischen Bildern gleichwertig sind. Da die Videoidentifizierung akustisch aufzuzeichnen ist, muss der Kunde sich mit einer Aufzeichnung zu Beginn des Verfahrens einverstanden erklären.

Im eigentlichen Verfahren muss sich der Mitarbeiter von den optischen Sicherheitsmerkmalen, der Übereinstimmung der Personenbeschreibung und des Lichtbilds mit dem Kunden, der generellen Schlüssigkeit der Angaben auf dem Ausweisdokuments und deren Übereinstimmung mit Vorhandenen Kundendaten überzeugen.

Schließlich muss der zu Identifizierende während der Videoübertragung eine zentral generierte und von dem Identifizierenden an ihn versendete Transaktionsnummer (TAN) unmittelbar online eingeben und an den Mitarbeiter elektronisch zurücksenden, womit die Identifizierung abgeschlossen wird.

Das Verfahren ist per akustischer Aufzeichnung und mit Screenshots zu dokumentieren. Bei schlechten Lichtverhältnissen, schlechter Bildqualität oder-Übertragung sowie wenn sprachliche Kommunikation nicht möglich ist, ist das Verfahren abzubrechen.

Die Videoidentifizierung könnte sich vor allem für Direktbanken eine Alternative zum PostIdent-Verfahren erweisen.

Geldwäschebeauftragte sollten im Falle eine Auslagerung die Videoidentifizierung unbedingt in ihre Kontrollen aufnehmen, die Interne Revision die Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Verfahren zeitnah prüfen.

Bei Fragen sprechen Sie Oliver Eis (069 9585 3935) gerne an.

Auslagerung der Compliance-Aufgaben: BaFin konsultiert MaComp

Die BaFin hat am 11. April 2014 mit der Konsultation 03/2014 einen Entwurf konkretisierender Anforderungen hinsichtlich der Auslagerung der Compliance-Aufgaben veröffentlicht. Der Entwurf enthält Konkretisierungen u.a. zu den folgenden Punkten:

  • Kreis möglicher Compliance-Beauftragter bei Auslagerungen
  • Möglichkeiten sowie Anforderungen zur Gestaltung einer Compliance-Organisation
  • Spezifizierung der bei einer Auslagerung zu beachtenden aufsichtsrechtlichen Regelungen

Die BaFin nimmt Stellungnahmen bis zum Ende der Konsultationsfrist am 11. Juni 2014 entgegen.

Bitcoins: Aufsichtliche Bewertung und Risiken für Nutzer

Die Bedeutung virtueller Währungen im Zahlungsverkehr nimmt ständig zu und wird auch von einem wachsenden öffentlichen und aufsichtlichen Interesse begleitet.

Erstmals hat die EBA am 13. Dezember 2013 einen an die Nutzer von virtuellen Währungen gerichteten Warnhinweis veröffentlicht und die BaFin hat am 19. Dezember einen Fachartikel zur Thematik der Bitcoins (BTC) veröffentlicht.

Bitcoins sind kein gesetzliches Zahlungsmittel, weshalb sie weder Devisen und Sorten, noch E-Geld i.S.d. ZAG darstellen. BTC sind eine seit 2009 existierende virtuelle Währung und von der BaFin als Finanzinstrumente in Form von Rechnungseinheiten qualifiziert, die für den Erwerb von Waren, Dienstleistungen, IT-Anwendungen oder Freizeitangeboten genutzt werden können. Transaktionen verlaufen hierbei teilanonym. Die Teilanonymität zeichnet sich dadurch aus, dass die zahlende Partei nicht bekannt und die Transaktion nicht mehr reversibel ist.

Die Schöpfung neuer Bitcoins basiert auf mathematischen Verfahren, deren Komplexität bei jeder neuen Generierung von Bitcoins zunimmt, weshalb deren maximale Anzahl begrenzt ist. Es gibt weder einen zentralen Emittenten noch eine zentrale staatliche Aufsicht oder Regulierung.

Der grundsätzlich einfachen Handhabung im virtuellen Zahlungsverkehr stehen vielseitige Risiken gegenüber, deren Folgen nicht zu unterschätzen sind. Hierzu gehören bspw. der Verlust ohne Ersatzansprüche (analog zu Bargeld) durch Diebstahl (Hacking), Wertschwankungen oder auch der Missbrauch für  Geldwäschezwecke.

Weiterführende Informationen zu Bitcoins sind dem Beitrag der BaFin zu entnehmen, in welchem das Wesen der Bitcoins, die aufsichtliche Einordnung, Risiken für Nutzer als auch die Aufsicht der Dienstleister thematisiert werden.

Bei Fragen sprechen Sie Oliver Eis (069 9585 3935) gerne an.

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