Compliance FS Blog

BaFin-Rundschreiben 02/2016 (GW): Erklärung und Informationsbericht der FATF

Die BaFin nimmt in ihrem Rundschreiben 02/2016 (GW) Bezug auf die Plenumssitzung der FATF vom 19. Februar 2016 und ihrer Erklärung zu Ländern, bei denen gravierende Defizite in Bezug auf die Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung festgestellt wurden.

Demnach werden weiterhin folgende Länder genannt, von denen substantielle Risiken ausgehen und für die alle anderen Länder zum Schutz des internationalen Finanzsystems zu Gegenmaßnahmen aufgerufen werden:

  • Iran
  • Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea)

In Bezug auf zu ergreifende Sicherungsmaßnahmen verweist die BaFin auf ihr Rundschreiben 2/2010 (GW), welches wiederum auf die Rundschreiben 13/2008 (GW) und 6/2009 (GW) Bezug nimmt.

Sicherungsmaßnahmen in Bezug auf den Iran – kurz gefasst:

  • Geschäftsbeziehungen und Transaktionen, einschließlich Unternehmen und Finanzinstitute, sind besondere Aufmerksamkeit zu widmen und zusätzliche Gegenmaßnahmen zu treffen
  • verstärkte Kundensorgfaltspflichten in Bezug auf Korrespondenzbanken mit Geschäftsbeziehungen bzw. Transaktionen zu bzw. von Personen oder Unternehmen mit Sitz im Iran sind erforderlich
  • überprüfen, ob und inwieweit ausländische Banken, mit denen sie Korrespondenzbeziehungen unterhalten, Konten für Unternehmen oder Personen aus dem Iran führen und ob diese in Bezug auf solche Konten verstärkte Kundensorgfaltspflichten anwenden
  • Sicherungsmaßnahmen gelten insbesondere auch auf Konten, die von ausländischen Banken für öffentliche Stellen im Iran geführt werden
  • es ist sicherzustellen, dass die vorgenannten Maßnahmen auch durch Zweigniederlassungen und Tochterunternehmen deutscher Kreditinstitute im Ausland ergriffen werden.

Ferner informiert die BaFin in ihrem aktuellen Rundschreiben darüber, dass die fortlaufende Länderüberprüfung der FATF ergab, dass sich weiterhin bei den Ländern Afghanistan, Bosnien und Herzegowina, Guyana, Irak, Jemen, Laos, Myanmar, Papua-Neuginea, Syrien, Uganda, Vanuatu Defizite im Hinblick auf wesentliche Empfehlungen der FATF gezeigt haben. Besondere Handlungspflichten werden nicht erteilt. Gleichwohl sollten die Institute bei der Bewertung der Länderrisiken die Situation dieser Länder angemessen berücksichtigen.

Nahezu vollständig haben die Länder Algerien, Angola und Panama die Umsetzung der FATF Empfehlungen erfüllt, so dass diese Länder nicht mehr unter verstärkter Beobachtung der FATF stehen.

Aktuell werden keine Länder auf der Liste „Kategorie 2“ geführt.

Delegierte Richtlinie: Zeit zu Handeln

Am 7. April 2016 hat die Europäische Kommission die delegierte MiFID Richtlinie angenommen, welche Klarheit in Bezug auf einige umstrittene Sachverhalte des Anlegerschutzes bringt und zudem wesentliche Änderungen enthält, die bei den betroffenen Unternehmen zu Umsetzungsaktivitäten in wichtigen Bereichen führen werden.

Der Fortschritt des MiFID II-Regimes erfolgt nur langsam und ist nicht vollständig und zweifelsfrei vorhersehbar, was zumindest teilweise der Komplexität und dem Umfang des Regelwerkes zuzuschreiben ist.

Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden sind sich durchaus bewusst, dass MiFID II auf die Funktionsweise der Märkte in Europa dramatische Einflüsse haben wird. So sind sie nicht von der Aufwendung zusätzlicher Zeit zurückgeschreckt um sicherzustellen, dass die detaillierten fachlichen Komponenten die Schwächen der Vergangenheit aufarbeiten, gleichzeitig aber keine unbeabsichtigten Konsequenzen verursacht werden. Dennoch wird die Verschiebung um ein Jahr (welche auf europäischer Ebene noch immer nicht final beschlossen ist) noch nicht einmal ausreichen, falls die nächsten Schritte der MiFID-II-Vorgaben – die Freigabe der technischen Standards – nicht zeitnah erfolgen.

Die Branche begrüßt die meisten neuen Vorgaben der delegierten MiFID Richtlinie unter Berücksichtigung der Tatsache, dass diese relativ begrenzt sind. Jedoch kam es seitens der Unternehmen verständlicherweise zu Frustrationen aufgrund der Zeitdauer bis zur Finalisieren der Vorgaben, denn eine Umsetzung ist ohne Klarheit über die genauen Anforderungen nur schwer möglich.

Zusätzlich sind unglücklicherweise noch immer einige wichtige “known unknowns” der MiFID II vorhanden. Während die delegierte Richtlinie Klarheit zum Anlegerschutz bringt und in diesem Bereich ein wirklicher Fortschritt in den Umsetzungsprojekten erreicht werden kann, bleiben viele wichtige marktbezogene Themen offen, welche durch die technischen Regulierungsstandards eingegrenzt werden sollen. Bis die technischen Standards finalisiert sind, bleiben die entscheidenden feineren Details, wie beispielsweise die Transparenzregelung, unklar.

Des Weiteren gibt die Verschiebung des Anwendungszeitpunkts für das MiFID II-Regime von Januar 2017 auf Januar 2018 Unternehmen nicht nur mehr Zeit für die Implementierung, sondern ebenfalls für die Berücksichtigung der strategischen Auswirkungen durch die Regulierung auf ihr Geschäftsmodell. Insbesondere sollten die Frage, wie verschiedene Maßnahmen die zukünftige Fähigkeit zur Erbringung nachhaltiger Einnahmen in der Kundenberatung beeinflussen, Teil dieser unerlässlichen Überlegungen sein. Es geht somit um weitaus mehr als die bloße Einhaltung eines neuen Regelwerks.

Auch die Berücksichtigung der Verbindung von MiFID II mit weiteren für die Branche relevanten Regulierungen – wie zum Beispiel die PRIIPs Verordnung – ist nicht zu vernachlässigen, das gesamte regulatorische Umfeld ist zu betrachten. „Wie könnte das Marktmissbrauchs-Überwachungssystem genutzt werden, um den Best Execution Anforderungen gerecht zu werden? Welche Informationen müssen zu welchem Zeitpunkt den Kunden zur Verfügung gestellt werden, um allen regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden?“ Die Unternehmen, welche sich trotz der Beeinträchtigungen mit diesen Fragen ganzheitlich auseinander setzen, werden die besten Erfolgschancen in der MiFID II Welt haben.

Bundestag verabschiedet Zahlungskontengesetz und statuiert damit Anspruch auf Eröffnung eines Basiskontos für Jedermann

Am 25. Februar 2016 verabschiedete der Bundestag das „Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie über die Vergleichbarkeit von Zahlungskontoentgelten, den Wechsel von Zahlungskonten sowie den Zugang zu Zahlungskonten mit grundlegenden Funktionen“, das neben der Einführung des Zahlungskontengesetzes u. a. auch Änderungen im KWG und GwG vorsieht.

Mit diesem Gesetz wird der Grundsatz aufgegriffen, dass jedermann das Recht auf die Eröffnung eines Kontos und die Möglichkeit zur Teilnahme am Zahlungsverkehr haben soll. Nach dem bisher geltenden Recht war dies nicht für alle Personengruppen ohne weiteres möglich. Von der geschäftlichen Entscheidungsfreiheit der Kreditinstitute abgesehen, standen dem oftmals auch rechtliche Hindernisse entgegen. So fordert das Geldwäschegesetz bei jeder Kontoeröffnung die Identifizierung des Vertragspartners durch Erhebung bestimmter Angaben, wozu bei natürlichen Personen u. a. die Anschrift gehört. Zusätzlich sind diese Angaben durch die Institute anhand von offiziellen Dokumenten wie Pässen, Personalausweisen oder einem Pass- oder Ausweisersatz zu überprüfen. Dies machte es beispielsweise für Obdachlose mangels fester Anschrift bislang schwierig, ein Konto zu eröffnen. Besondere Brisanz gewann die Problematik jüngst angesichts der aktuellen Flüchtlingsströme nach Europa, da viele Flüchtlinge über keine gültigen Legitimationspapiere verfügen und die zuständigen Ausländerbehörden stark überlastet waren bzw. noch immer sind.

Die BaFin hatte daher bereits im August 2015 entsprechende Übergangsregelungen geschaffen, um Flüchtlingen den Zugang zu einem Konto zu ermöglichen und die Entstehung unkontrollierter Bargeldströme zu verhindern. Hiernach sollte die Eröffnung eines sogenannten Basiskontos aufgrund von Bescheinigungen, die den normierten ausländerrechtlichen Dokumenten zwar materiell, nicht aber von der Form her entsprechen, nicht beanstandet werden. Aufgrund der erhöhten Risiken und der Pflicht, auch internationale Compliance- und Geldwäschevorschriften einhalten zu müssen, machten allerdings nicht alle Kreditinstitute von den Übergangsregelungen Gebrauch.

Im neuen Zahlungskontengesetz wird nun explizit für alle Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU – einschließlich Personen ohne festen Wohnsitz und Asylsuchenden sowie Personen, die zwar keinen Aufenthaltsstatus haben, aber aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden können – der Anspruch auf Eröffnung eines Basiskontos mit grundlegenden Funktionen (Ein- oder Auszahlungsgeschäft, Lastschrift- und Überweisungsgeschäft, etc.) statuiert. Dem Anspruch steht zugleich ein Kontrahierungszwang für die Institute gegenüber, da diese nur aus den gesetzlich benannten Gründen von der Eröffnung eines solchen Kontos absehen können.

Daneben sollen nun dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zufolge noch zusätzliche Regelungen im Rahmen einer Verordnung gemäß § 4 Abs. 4 Satz 2 GwG durch das Bundesministerium der Finanzen und das Bundesministerium des Inneren mit weiteren Dokumenten, die zur Identitätsprüfung geeignet sind, geschaffen werden.

Aktuelle Erweiterung der BCBS Guidelines: Neuer Annex als Hilfestellung für die Entwicklung risikoorientierter Kundenannahmeprozesse

Bereits im Januar 2014 hat das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) Guidelines mit dem Titel „Sound management of risks related to money laundering and financing of terrorism“ veröffentlicht, die Banken, Bankengruppen und Aufsichtsbehörden eine Hilfestellung im Umgang mit Risiken in Bezug auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie bei der Implementierung angemessener Präventionsmaßnahmen bieten.

Um die darin enthaltenen Prinzipien zu konkretisieren, wurden die Guidelines im Februar 2016 um einen Annex zum Kundenannahmeprozess und Mechanismen für die Entwicklung effektiver Prozesse zur Identifizierung und Verifizierung von Kunden erweitert. Hierbei unterstreicht das BCBS erneut die Wichtigkeit des risikobasierten Ansatzes und stellt zunächst klar, dass diese Prozesse stets die Risiken zu reflektieren haben, die sich aus den unterschiedlichen Kundentypen, Produkten und Geschäftsbeziehungen einer Bank ergeben.

So enthält der neue Annex zum einen eine Übersicht der bei Begründung einer Geschäftsbeziehung sinnvollerweise einzuholenden Informationen und Unterlagen und führt zum anderen Aspekte auf, die im Rahmen der Bildung von Kundenprofilen bzw. bei der Risikokategorisierung berücksichtigt werden sollten.

Die aus unserer Sicht wesentlichen Aspekte sind nachstehend zusammengefasst:

  • Nach Ansicht des BCBS sollten im Rahmen der Identifizierung natürlicher Personen neben den erforderlichen Mindestangaben je nach Risiko weitere Angaben wie etwa zusätzliche Namensbestandteile (z.B. Geburts- oder Künstlernamen), Firmenanschrift oder Postfach, E-Mail-Adresse, Festnetz- und Handynummern, Aufenthaltsstatus und Geschlecht erhoben werden. Für Zwecke der Kundenprofilbildung Risikokategorisierung sollten des Weiteren zumindest Beruf und Position, Einkommen, Informationen über die geplante Kontonutzung (Höhe der Einlage, Art, Zweck und Häufigkeit der Transaktionen, etc.) und die jeweiligen Produkte und Services sowie risikoabhängig weitere Angaben wie der Name des Arbeitgebers, die Herkunft der Mittel usw. erhoben werden. Eine Fernidentifizierung ist als risikoerhöhend zu berücksichtigen.
  • Anschließend soll die Identität anhand von vertrauenswürdigen, unabhängigen Dokumenten, Daten und Informationen verifiziert werden, wobei auch hier die Maßnahmen angemessen im Hinblick auf die Risiken sein sollten. Neben der Verifizierung anhand von offiziellen Dokumenten können zusätzlich auch Maßnahmen, wie etwa die Bestätigung der Adresse anhand von Rechnungen von Versorgungsunternehmen, das Kontaktieren der Kunden via Telefon oder Post oder die Abfrage von Wirtschaftsauskunfteien, sinnvoll sein.

    Bei Hoch-Risiko-Kunden sind darüber hinaus verstärkte Maßnahmen angebracht. So könnte beispielsweise deren Adresse durch Hausbesuche bestätigt und angemessene Maßnahmen ergriffen werden, um die jeweiligen Arbeits- und Einkommensverhältnisse zu überprüfen.

  • Gemäß der Guidelines sollten nicht nur die Vertragspartner und wirtschaftlich Berechtigten, sondern auch Verfügungsberechtige entsprechend identifiziert und verifiziert werden, wobei stets auch sicherzustellen ist, dass diese tatsächlich handlungsbefugt sind.

 

  • Sofern es sich beim Kunden um eine juristische Person handelt, ist es für die Erstellung des Risikoprofils essentiell, deren Geschäftstätigkeit sowie deren Beteiligungs- und Kontrollstruktur zu verstehen. Daher sollten neben den gesetzlichen Mindestangaben für die Identifizierung auch diesbezügliche Informationen erhoben und überprüft werden. Beispielhaft werden u.a. Firmenbesuche sowie das Anfordern von aktuellen Jahresabschlüssen und die Durchführung von Recherchen genannt, um sicherzustellen, dass sich das Unternehmen nicht in Auflösung oder Abwicklung befindet.

Regierungsentwurf für die nationale Umsetzung europäischer Rechtsakte veröffentlicht

Am 6. Januar 2016 hat das Bundeskabinett den Regierungsentwurf eines Ersten Finanzmarktnovellierungsgesetzes beschlossen.

Mit dem Gesetz werden vier europäische Rechtsakte in deutsches Recht umgesetzt bzw. darin verankert:

Die Europäische Kommission plant das Inkrafttreten der überarbeiteten Finanzmarktrichtlinie MiFID II, Richtlinie 2014/65/EU, zu verschieben. Vor diesem Hintergrund erfolgt eine Aufteilung des ursprünglichen Finanzmarktnovellierungsgesetzes. Die überarbeitete Finanzmarktrichtlinie wird durch ein Zweites Finanzmarktnovellierungsgesetz zu einem späteren Zeitpunkt in nationales Recht umgesetzt und zusammen mit den Vorgaben der Finanzmarktverordnung (Verordnung (EU) Nr. 600/2014 im deutschen Recht verankert.

BaFin-Rundschreiben 09/2015: Erklärung und Informationsbericht der FATF

Die BaFin hat am 25.11.2015 das Rundschreiben 09/2015 (GW) veröffentlicht.

In der Plenarsitzung am 23.10.2015 in Paris wurde von Seiten der FATF eine aktualisierte Erklärung („FATF Public Statement“) und ein aktualisierter Informationsbericht veröffentlicht, die sich mit wesentlichen Länderdefiziten in Bezug auf Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung befassen.

  1. Erklärung der FATF („FATF Public Statement“) vom 23.10.2015 zum Iran, zur Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) sowie weiteren Ländern

Länder der Kategorie 1 (weiterhin: Iran, Nordkorea) stellen anhaltende sowie substantielle Risiken für die internationalen Finanzsysteme aller Länder dar. Die Erklärung der FATF vom 26.06.2015 sowie die Rundschreiben 06/2015 (GW) und 02/2010 (GW) bestehen weiterhin fort.

Kennzeichnend für Länder der Kategorie 2 (weiterhin: Myanmar) sind strategische Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung einhergehend mit unzureichenden Fortschritten in der Beseitigung oder aber auch die Tatsache, dass sich diese Länder nicht auf einen in Zusammenarbeit mit der FATF erarbeiteten Aktionsplan zur Beseitigung der wesentlichen Defizite verpflichtet haben. Bei Geschäftsbeziehungen mit diesen Ländern oder mit in diesen Ländern ansässigen Geschäftspartnern sind dem Risiko angemessene Sorgfalts- und Organisationspflichten zu erfüllen. Die aus den Sicherungs- und Organisationsmaßnahmen gewonnenen Ergebnisse sind für die Innenrevision, Jahresabschluss- und etwaige Sonderprüfungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Diese Maßnahmen entsprechen dem Rundschreiben 02/2010 (GW).

 

  1. Informationsbericht der FATF vom 23.10.2015 zu Ländern unter Beobachtung

Nach den fortlaufenden Länderprüfungen der FATF weisen einzelne Länder weiterhin Defizite im Hinblick auf die Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung auf, gleichwohl diese zur Beseitigung einen mit der FATF gemeinsamen Aktionsplan aufgestellt haben (siehe Informationsbericht der Anlage 2). Auch wenn bezüglich dieser Länder keine direkten Handlungspflichten bestehen, sollte dennoch die aktuelle Situation in diesen Ländern bei Bewertung der Länderrisiken oder von in diesen Ländern ansässigen Personen angemessen berücksichtigt werden.

Übersicht Jurisdiktionen

Jurisdiktionen der Kategorie 1:

Iran

Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea)

Jurisdiktionen der Kategorie 2: Myanmar 
Jurisdiktionen, die mit der FATF bereits einen Aktionsplan vereinbart haben:

Afghanistan

Algerien

Angola

Bosnien und Herzegowina

Guyana

Irak

Jemen

Laos

Panama

Papua-Neuguinea

Syrien

Uganda

Jurisdiktionen ohne hinreichende Verbesserung: Laos 
Jurisdiktionen, die nicht länger unter den Überwachungsprozess der FATF fallen:

Ecuador

Sudan

 

Referentenentwurf für die nationale Umsetzung von MiFID II/MiFIR veröffentlicht

Das Bundesministerium der Finanzen versandte am 16. Oktober 2015 den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Novellierung von Finanzmarktvorschriften aufgrund europäischer Rechtsakte (Finanzmarktnovellierungsgesetz).

Schwerpunkt des Entwurfs ist die Umsetzung der überarbeiteten Finanzmarktrichtlinie MiFID II mit der entsprechenden Verordnung MiFIR in nationales Recht. Daneben dient das Finanzmarktnovellierungsgesetz der Umsetzung der überarbeiteten Marktmissbrauchsrichtlinie und -verordnung, der angepassten Verordnung über Zentralverwahrer (CSDR) sowie der Verordnung über Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte (PRIIPs-Verordnung).

Für den Text des Referentenentwurfs verweisen wir auf das Bundesministerium der Finanzen.

BaFin-Rundschreiben 08/2015(WA): Aufgaben und Pflichten der Verwahrstelle nach Kapitel 1 Abschnitte 3 des KAGB

Die BaFin hat am 7. Oktober 2015 das Rundschreiben 08/2015(WA) zu den Aufgaben und Pflichten der Verwahrstelle nach Kapitel 1 Abschnitt 3 des KAGB veröffentlicht. Dieses Rundschreiben ersetzt das Rundschreiben 6/2010(WA) zu den Aufgaben und Pflichten der Depotbank nach den §§ 20 ff. InvG.

Parallel können sich weitere Konkretisierungen oder Pflichten aus anderen Verlautbarungen der BaFin ergeben, so dass die Vorgaben aus diesem Rundschreiben nicht abschließend sind.

Eine Aktualisierung dieses Rundschreibens ist bereits absehbar, wenn die Richtlinie 2014/91/EG in nationales Recht umgesetzt sein muss. Hieraus voraussichtlich resultierende Anpassungen betreffen insbesondere:

  •  die Pflichten bei der Verwahrung von Finanzinstrumenten und sonstigen Vermögensgegenständen,
  • den Schutz für den Fall der Insolvenz des Unterverwahrers und
  • den Ausschluss einer Haftungsbefreiung der Verwahrstelle hervorgehen.

Weitere Änderungen z.B. bzgl. neuer Anforderungen an die Unabhängigkeit der Verwahrstelle von der Kapitalverwaltungsgesellschaft können sich zudem aus den Umsetzungsmaßnahmen zur OGAW-V-Richtlinie ergeben.

Die Anforderungen des Rundschreibens 08/2015(WA) müssen die Verwahrstellen und Kapitalverwaltungsgesellschaften spätestens bis zum 4. April 2016 umsetzen.

Das Rundschreiben steht unter folgendem Link zur Verfügung.

Rundschreiben 08/2015(WA) zu den Aufgaben und Pflichten der Verwahrstelle nach Kapitel 1 Abschnitt 3 des KAGB

ESMA informiert über verspätete Lieferung des RTS zum indirect clearing gemäß MiFIR

Die ESMA hat am 2. Oktober 2015 in einem Brief an die Europäische Kommission diese darüber informiert, dass sie bisher keinen Entwurf eines RTS zu börsengehandelten Derivaten vorgelegt hat. Dies sei vor dem Hintergrund erfolgt, dass die Übereinstimmung mit dem EMIR RTS zu indirekten Clearingdiensten von OTC Derivaten sichergestellt sein solle.
Gemäß der ESMA sind im EMIR RTS Änderungen vorzunehmen, um das ordnungsgemäße Funktionieren der Märkte sicherzustellen. Für diese Anpassungen wird die ESMA kurzfristig eine Konsultation initiieren.

Der Brief der ESMA an die Europäische Kommission steht unter folgendem Link zur Verfügung:
http://www.esma.europa.eu/system/files/2015-1498_-_letter_to_european_commission_-_technical_standards_on_indirect_clearing_under_emir_and_under_mifir.pdf

 

ESMA veröffentlicht finale Technical Standards zu MiFID II/MiFIR

Die ESMA hat am 28. September 2015 Konkretisierungen zu den wichtigen Finanzmarktregulierungen MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) und MiFIR (Markets in Financial Instruments regulation) der Europäischen Kommission vorgelegt und veröffentlicht.

Die Veröffentlichung umfasst den Final Report, den Annex I mit den Draft RTS und ITS sowie den Annex II mit einer Kosten-Nutzen-Analyse.

Die Technical Standards beinhalten folgende Themen:
Transparenz (Technical Standards 1 bis 5)
Marktmikrostruktur (Technical Standards 6 bis 12)
Zugang zu und Veröffentlichung von Daten (Technical Standards 13 bis 16)
Anforderungen an Handelsplätze (Technical Standards 17 bis 19)
Warenderivate (Technical Standards 20 und 21)
Berichterstattung von Marktdaten (Technical Standards (22 bis 25)
Post-Trading (Technical Standard 26)
Anlegerschutz (Technical Standard 27 und 28)

Die Europäische Kommission hat nun drei Monate Zeit, um über die finalen Technical Standards zu entscheiden.

Zusammen mit den finalen Technical Standards zu MiFID II und MiFIR veröffentlichte die ESMA Konkretisierungen zur neuen Marktmissbrauchsverordnung (MAR) und zur Verordnung zur Verbesserung der Wertpapierabrechnungen in der Europäischen Union und über Zentralverwahrer (CSDR).

Die Veröffentlichungen der ESMA stehen unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.esma.europa.eu/news/ESMA-readies-MiFID-II-MAR-and-CSDR?t=326&o=home

 

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