Schlagwort: ESG

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Hintergrund und Ziele der erweiterten EU-Taxonomie – Plattform erlĂ€utert das erweiterte Taxonomie-Rahmenwerk anhand einer Ampellogik

Durch die Taxonomie Verordnung wurde ein Klassifizierungssystem fĂŒr nachhaltige wirtschaftliche AktivitĂ€ten geschaffen, das einen wesentlichen Grundbaustein der nachhaltigen Finanzierungsstrategie der EU darstellt. Obwohl die Taxonomie ein Grundbestandteil eines nachhaltigen Finanzsystems ist, fĂŒhrte die Kommission auf, dass die Taxonomie oft fehlinterpretiert wird: AktivitĂ€ten, die nicht taxonomiekonform sind, werden fĂ€lschlicherweise oftmals als nicht-nachhaltig angesehen. Sowohl wichtige TransitionsbemĂŒhungen, als auch AktivitĂ€ten die eine geringe Auswirkung auf die Umwelt haben, werden außer Acht gelassen. Ein weiterer Grund, die Taxonomie zu erweitern ist, dass die bisherigen Initiativen zur nachhaltigen Finanzierung weder eine signifikante Erhöhung der Übergangsfinanzierung noch ambitionierte Umwelttransitionen vorangetrieben haben. Beispielsweise haben große GeschĂ€ftsbanken im letzten Jahr 750 Milliarden Dollar an Finanzierungen fĂŒr Kohle-, Öl- und Gasunternehmen bereitgestellt.

Laut Plattform soll die Taxonomie um weitere WirtschaftsaktivitĂ€ten und entsprechende Kriterien  ergĂ€nzt werden, wodurch fĂŒr mehr Transparenz und eine ambitioniertere Transition gesorgt werden soll. Hierbei ist der Plattform bewusst, dass dies gegen eine erhöhte KomplexitĂ€t, den Meldeaufwand, die Benutzerfreundlichkeit und die VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit abgewogen werden soll. BezĂŒglich der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit muss insbesondere bedacht werden, inwieweit kohlenstoffintensiven Sektoren durch eine erweiterte Taxonomie der Zugang zu Finanzmitteln fĂŒr z.B. Innovationen und Transitionsvorhaben im schlimmsten Fall verwehrt werden könnte.

Umstrittenes Lieferkettengesetz im Bundestag debattiert – Bedeutung fĂŒr Finanzdienstleister

Am 22. April 2021 hat der Bundestag den stark umstrittenen Gesetzesentwurf zum Lieferkettengesetz in 1. Lesung debattiert. Dieser wird nun zur weiteren Beratung an den federfĂŒhrenden Ausschuss fĂŒr Arbeit und Soziales geleitet.

Die Verabschiedung des finalen Lieferkettengesetzes wird bereits im September diesen Jahres erwartet und soll am 1. Januar 2023 in Kraft treten.

Unternehmen sollten sich frĂŒhzeitig mit den zu erwartenden Anforderungen des kommenden Lieferkettengesetzes befassen, da VerstĂ¶ĂŸe hohe Strafen zur Folge haben könnten. Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht Zwangs- und Bußgelder von bis zu 800.000 Euro, bzw. 2% des durchschnittlichen Jahresumsatzes (fĂŒr Unternehmen mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von mehr als 400 Millionen Euro) vor.