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Hintergrund und Ziele der erweiterten EU-Taxonomie – Plattform erlĂ€utert das erweiterte Taxonomie-Rahmenwerk anhand einer Ampellogik

Durch die Taxonomie Verordnung wurde ein Klassifizierungssystem fĂŒr nachhaltige wirtschaftliche AktivitĂ€ten geschaffen, das einen wesentlichen Grundbaustein der nachhaltigen Finanzierungsstrategie der EU darstellt. Obwohl die Taxonomie ein Grundbestandteil eines nachhaltigen Finanzsystems ist, fĂŒhrte die Kommission auf, dass die Taxonomie oft fehlinterpretiert wird: AktivitĂ€ten, die nicht taxonomiekonform sind, werden fĂ€lschlicherweise oftmals als nicht-nachhaltig angesehen. Sowohl wichtige TransitionsbemĂŒhungen, als auch AktivitĂ€ten die eine geringe Auswirkung auf die Umwelt haben, werden außer Acht gelassen. Ein weiterer Grund, die Taxonomie zu erweitern ist, dass die bisherigen Initiativen zur nachhaltigen Finanzierung weder eine signifikante Erhöhung der Übergangsfinanzierung noch ambitionierte Umwelttransitionen vorangetrieben haben. Beispielsweise haben große GeschĂ€ftsbanken im letzten Jahr 750 Milliarden Dollar an Finanzierungen fĂŒr Kohle-, Öl- und Gasunternehmen bereitgestellt.

Laut Plattform soll die Taxonomie um weitere WirtschaftsaktivitĂ€ten und entsprechende Kriterien  ergĂ€nzt werden, wodurch fĂŒr mehr Transparenz und eine ambitioniertere Transition gesorgt werden soll. Hierbei ist der Plattform bewusst, dass dies gegen eine erhöhte KomplexitĂ€t, den Meldeaufwand, die Benutzerfreundlichkeit und die VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit abgewogen werden soll. BezĂŒglich der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit muss insbesondere bedacht werden, inwieweit kohlenstoffintensiven Sektoren durch eine erweiterte Taxonomie der Zugang zu Finanzmitteln fĂŒr z.B. Innovationen und Transitionsvorhaben im schlimmsten Fall verwehrt werden könnte.

EU-Plattform fĂŒr nachhaltige Finanzen veröffentlicht einen Entwurf zur sozialen Taxonomie

Ökologische und soziale Aspekte sind Grundbestandteil der nachhaltigen Finanzstrategie der EU. Mit der Taxonomie Verordnung zu ökologisch nachhaltigen WirtschaftsaktivitĂ€ten wurde bereits ein Klassifizierungssystem geschaffen, welches wesentlich zur nachhaltigen Transformation des Finanzsektors beitragen soll. Soziale und Governance-Aspekte sind eher ein Merkmal als der Hauptfokus der Taxonomie-Verordnung. Angesichts der derzeit begrenzten Einbeziehung sozialer Nachhaltigkeitsaspekte in die Taxonomie erteilte die EuropĂ€ische Kommission der Plattform fĂŒr nachhaltige Finanzen das Mandat, auch an der Ausweitung auf soziale Ziele zu arbeiten.

Vor diesem Hintergrund hat die „Untergruppe 4“ der EU-Plattform fĂŒr nachhaltige Finanzen am 12.7.2021 einen Berichtsentwurf zu einer sozialen Taxonomie veröffentlicht, der vom 12.7. bis 31.8.2021 konsultiert wird. Unter BerĂŒcksichtigung der Konsultation soll im Herbst 2021 die finale Version des Berichts veröffentlicht werden. Die Empfehlungen der Untergruppe werden in den Bericht der Kommission ĂŒber eine mögliche Erweiterung der Taxonomie einfließen, der gemĂ€ĂŸ Artikel 26 der Taxonomie bis Ende 2021 veröffentlicht werden soll.

EU Green Bond Standard (EUGBS) veröffentlicht – ein weiterer Schritt zu einem nachhaltigen Produktuniversum

Ein freiwilliger „Goldstandard“ fĂŒr grĂŒne Anleihen

Die Emission von grĂŒnen Anleihen in der EU ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Die EU ist weltweit fĂŒhrend in diesem Markt, wobei 51 % der weltweiten Emissionen im Jahr 2020 von EU-Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen der EU begeben wurden. Trotz dieser ermutigenden Zahlen macht die aktuelle Emission von grĂŒnen Anleihen in der EU immer noch nur 2,6 % der gesamten EU-Anleiheemissionen aus. Ein weiteres Wachstum des Marktes fĂŒr hochwertige grĂŒne Anleihen könnte eine Quelle bedeutender grĂŒner Investitionen sein und dazu beitragen, die Ziele des EU Green Deal zu erreichen.

Um einen einheitlichen europĂ€ischen Standard fĂŒr grĂŒne Anleihen zu schaffen, hat die EuropĂ€ische Kommission am 6.7.2021 einen Legislativvorschlag fĂŒr einen Green Bond Standard veröffentlicht. Dieser basiert auf dem Vorschlag der Technical Expert Group fĂŒr einen EU Green Bond Standard vom Juni 2019 und dem Green Bond Standard Usability Guide vom MĂ€rz 2020. Der EU Green Bond Standard stellt einen entscheidenden Baustein zur Standardisierung nachhaltiger Finanzprodukte und Umsetzung der Ambitionen der Renewed Sustainable Finance Strategy dar.

EU-Kommisson verabschiedet ambitionierte Renewed Sustainable Finance Strategy

Was sind die nÀchsten geplanten Schritte zu einem nachhaltigen Finanzsektor?

Zur weiteren Förderung eines nachhaltigen Finanzsektors veröffentlichte die EU-Kommission am 6.7.2021 die EU Renewed Sustainable Finance Strategy. Die Renewed Sustainable Finance Strategy basiert auf dem EU Aktionsplan aus 2018 und zielt darauf ab, die bereits bestehenden Nachhaltigkeitsinitiativen zu bestĂ€rken und vier wesentliche LĂŒcken des derzeitigen Sustainable Finance Rahmenwerks durch ambitionierte Maßnahmen und VorschlĂ€ge bis Ende 2023 zu schließen. Folgende vier wesentliche LĂŒcken der bisherigen Strategie wurden hierzu identifiziert:

  1. die Finanzierung des Weges zur Nachhaltigkeit
  2. ein integrativer Ansatz um BĂŒrgern und kleinen Unternehmen den Zugang zu nachhaltigen Finanzierungen zu ermöglichen
  3. „Doppelte Wesentlichkeit“ im Finanzsektor und
  4. die Förderung von globalen Ambitionen.

Zu jedem dieser vier Punkte werden zahlreiche Regulierungstexte erarbeitet, die zwischen 2021 und 2023 veröffentlicht werden sollen.