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Länderrisiken – ein weites Feld

Zur Ermittlung von Länderrisiken in Bezug auf Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Betrug steht den Instituten eine Vielzahl von unterschiedlichen internationalen und nationalen Quellen zur Verfügung: Veröffentlichungen der FATF, Veröffentlichungen der BaFin, der FIU, der EU, der OECD, EU- und UN-Sanktionslisten für bestimmte Länder und Territorien, Einstufungen von Ländern und Territorien zum Thema Korruption (u.a. CPI von Transparency International).

Insbesondere bei global agierenden Instituten spielt die Betrachtung von Länderrisiken bei der Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen eine wichtige Rolle, so z.B. im Rahmen der Erstellung der institutsspezifischen Risikoanalyse, der Ermittlung des Kundenrisikos, bei der Ausgestaltung des Kundenannahmeprozesses sowie der Durchführung von Monitoring-Maßnahmen.

Neben konkreten, allgemeinverbindlichen Vorgaben, wie z.B. von der FATF über Hoch-Risiko-Jurisdiktionen, obliegt die Risikoeinstufung eines Landes dem jeweiligen Institut weitestgehend selbst.

Die im Rahmen unserer Prüfungen gesammelten Erfahrungen haben gezeigt, dass die Einstufung von Länderrisiken in Einzelfällen deutlich voneinander abweichen. Dies kann zum einen auf den unterschiedlichen Risikoappetit der Institute und zum anderen auf die Verwendung unterschiedlicher Informationsquellen zurückgeführt werden. Ferner ist eine unterschiedliche Granularität bei der Analyse der verschiedenen Risiken, d.h. gesonderte Betrachtung von Geldwäsche-, Terrorismusfinanzierungs- und Betrugsrisiken zu beobachten.

Eine einmal vorgenommene Risikoeinstufung sollte einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen werden und aktuellen, internationalen Erkenntnissen in Bezug auf Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Betrug Rechnung tragen. So sollten die Institute beispielsweise auch die Einstufung von Ländern, die zu sogenannten Steueroasen zählen, und solchen, die in der Vergangenheit durch die Ausgestaltung ihres rechtlichen und steuerlichen Rahmenwerks zur Gewährleistung einer gewissen Anonymität von Vermögenswerten aufgefallen sind, kritisch hinterfragen.

Bei Fragen zu diesem Themenkomplex sprechen Sie Oliver Eis (069/9585-3935) gerne an.

BaFin formuliert Anforderungen für die Kundenidentifizierung per Videoübertragung

Am 5.März 2014 veröffentlichte die BaFin die Anforderungen für die Kundenidentifizierung per Videoübertragung, welche es Instituten ermöglicht, auch bei physisch nicht anwesenden Kunden die allgemeinen Sorgfaltspflichten nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 4 Abs. 1, Abs. 3 Nr. 1 und Abs. 4 Nr. 1 GwG anzuwenden (Rundschreiben 1/2014).

Nach dem Rundschreiben ist die Zulässigkeit der Videoidentifizierung an eine Reihe von Anforderungen geknüpft. Zum einen dürfen nur entsprechend geschulte, bzw. ausgebildete Mitarbeiter die Videoidentifizierung in abgetrennten und mit einer Zugangskontrolle ausgestatteten Räumlichkeiten durchführen.

Die Videoidentifizierung ist außerdem nur zulässig, wenn der Kunde über ein Ausweisdokument verfügt, welches über optische Sicherheitsmerkmale verfügt, die mit holographischen Bildern gleichwertig sind. Da die Videoidentifizierung akustisch aufzuzeichnen ist, muss der Kunde sich mit einer Aufzeichnung zu Beginn des Verfahrens einverstanden erklären.

Im eigentlichen Verfahren muss sich der Mitarbeiter von den optischen Sicherheitsmerkmalen, der Übereinstimmung der Personenbeschreibung und des Lichtbilds mit dem Kunden, der generellen Schlüssigkeit der Angaben auf dem Ausweisdokuments und deren Übereinstimmung mit Vorhandenen Kundendaten überzeugen.

Schließlich muss der zu Identifizierende während der Videoübertragung eine zentral generierte und von dem Identifizierenden an ihn versendete Transaktionsnummer (TAN) unmittelbar online eingeben und an den Mitarbeiter elektronisch zurücksenden, womit die Identifizierung abgeschlossen wird.

Das Verfahren ist per akustischer Aufzeichnung und mit Screenshots zu dokumentieren. Bei schlechten Lichtverhältnissen, schlechter Bildqualität oder-Übertragung sowie wenn sprachliche Kommunikation nicht möglich ist, ist das Verfahren abzubrechen.

Die Videoidentifizierung könnte sich vor allem für Direktbanken eine Alternative zum PostIdent-Verfahren erweisen.

Geldwäschebeauftragte sollten im Falle eine Auslagerung die Videoidentifizierung unbedingt in ihre Kontrollen aufnehmen, die Interne Revision die Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Verfahren zeitnah prüfen.

Bei Fragen sprechen Sie Oliver Eis (069 9585 3935) gerne an.

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