Heute ist Tag der Umwelt

Ein guter Anlass, um sich klarzumachen: Wir sind von der Natur abhängig und es liegt in unserer Hand, die Umwelt zu schützen

Seit 1972 steht der 5. Juni ganz im Zeichen der Umwelt. Der internationale Aktionstag soll das Bewusstsein dafür stärken, dass es der Mensch ist, der die Vielfalt und Stabilität der Umwelt bedroht – mit weitreichenden Folgen für die Natur und unsere Gesundheit, aber auch für die globale Wirtschaft. Denn die wirtschaftlichen Aktivitäten von Unternehmen sind eng mit den natürlichen Ökosystemen und der Biodiversität verbunden: Mehr als die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung ist mehr oder weniger von der Natur abhängig.

Am 5. Juni 1972 wurde in Stockholm die Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Umwelt eröffnet. In Erinnerung an dieses Ereignis findet seitdem immer am 5.6. der World Environment Day (Tag der Umwelt) statt. Mittlerweile beteiligen sich rund 150 Staaten an diesem internationalen Aktionstag – mit jährlich wechselnden Gastgebern und Schwerpunkten. 2023 wird der Tag der Umwelt von der Côte d'Ivoire und den Niederlanden ausgetragen. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Lösungen zur Vermeidung und Reduktion von Plastikmüll. Unter dem Hashtag #BeatPlasticPollution soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass wir mehr tun müssen, um Plastikmüll zu vermeiden und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen.

“Natur stärken – Klima schützen”

Seit 1976 beteiligt sich auch Deutschland am Tag der Umwelt und erklärt jährlich ein eigenes Motto – in diesem Jahr lautet es "Natur stärken – Klima schützen“. Wie wichtig dieses Ziel ist, zeigt auch eine aktuelle PwC-Analyse. Sie kommt zu dem Schluss, dass der Biodiversitätsverlust ein ebenso dringliches Problem darstellt wie der Klimawandel – und empfiehlt Unternehmenschefs, die Natur in ihren Risikobewertungen auf eine Stufe mit dem Klimawandel zu stellen.

Der Grund: Jedes Unternehmen ist auf die eine oder andere Weise von der Natur abhängig. Die meisten Firmen sind beispielsweise auf Materialien aus natürlichen Ökosystemen angewiesen. Nicht immer sind diese Abhängigkeiten jedoch auf den ersten Blick zu erkennen. Dafür müssen Unternehmen die Güter genau analysieren, die sie in ihren Wertschöpfungsketten verwenden und diese bis zu ihren biologischen Quellen zurückverfolgen.

So benötigen Automobilhersteller für ihre Fahrzeuge beispielsweise Naturkautschuk für Reifen und Schläuche. Für die Herstellung von Elektrofahrzeugen werden Batterien mit Lithium verbaut. Um diese natürlichen Rohstoffe zu gewinnen und zu verarbeiten, wird zudem viel Wasser benötigt. Unternehmen sind folglich von Umweltgütern abhängig, um ihre Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten.

Was passiert, wenn sich Ökosysteme verschlechtern?

Werden die Ökosysteme zerstört, drohen Störungen der Wertschöpfungsketten. Und das Risiko dafür steigt: So zeigen aktuelle Studien des WWF, dass Wildtierpopulationen, die als Indikatoren für die Gesundheit der Ökosysteme dienen, in den vergangenen 50 Jahren um fast 70 % zurückgegangen sind.

Alle Branchen haben in ihren Wertschöpfungsketten Naturrisiken

Jede der 20 Branchen, die wir für unsere Analyse untersucht haben, ist durch die Zerstörung von Ökosystemen einem gewissen Risiko ausgesetzt, weil irgendwo in der Wertschöpfungskette starke oder moderate Abhängigkeiten von der Natur bestehen. Die meisten Industriezweige sind bereits in ihrer direkten Geschäftstätigkeit vom Ökosystem abhängig.

In fünf Branchen weist der gesamte wirtschaftliche Wert der Unternehmen – der etwa 12 % des globalen BIP ausmacht – eine hohe Abhängigkeit von der Natur auf. Werden die natürlichen Ökosysteme zerstört, wird dieser Wert vernichtet. Dazu zählen die

  1. Land- und Forstwirtschaft,
  2. Fischerei,
  3. Nahrungsmittel- und
  4. Getränkeindustrie
  5. sowie die Baubranche.

In elf weiteren Branchen – darunter die Automobil-, Einzelhandels- und Konsumgüterindustrie sowie der Immobiliensektor – sind mindestens 35 % des wirtschaftlichen Wertes, der durch die direkte Geschäftstätigkeit und Lieferketten generiert wird, von der Natur abhängig. Störungen der Ökosysteme können die finanziellen Erträge in diesen Branchen folglich erheblich verringern.

Zeit zum Handeln

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sich naturbezogene Probleme auf den Gewinn eines Unternehmens auswirken. Aus diesem Grund sind Unternehmenschefs gefordert, jetzt aktiv zu werden und die Natur in ihren Risikobewertungen auf eine Stufe mit dem Klimawandel zu stellen.

Dabei ist es sinnvoll, Klima- und Naturmaßnahmen zu verknüpfen. Denn viele Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels, wie beispielsweise die Wiederaufforstung, tragen dazu bei, Emissionen zu binden und gleichzeitig die biologische Vielfalt zu fördern.

Auf diese drei Maßnahmen kommt es jetzt an

1. Analysieren Sie Ihre Ausgangssituation

    Um die Risiken, die der Biodiversitätsverlust mit sich bringen kann, in den Griff zu bekommen, müssen Unternehmen zunächst feststellen, wo solche Risiken entstehen können – angefangen mit einer Bewertung ihrer eigenen Abhängigkeit von der Natur und der Quantifizierung der damit verbundenen Risiken und Chancen.

    2. Nutzen Sie Daten, um bessere Entscheidungen zu treffen

      Im zweiten Schritt geht es darum, die Mechanismen zur Erfassung und Verwaltung naturbezogener Daten zu verbessern, die bei wichtigen Geschäftsentscheidungen eine Rolle spielen. Dafür benötigen Sie zuverlässige Datenquellen, Systeme und Kontrollen.

      3. Setzen Sie sich Ziele, um Risiken zu managen und Chancen zu nutzen

        Sobald Sie wissen, in welchem Maße Ihr Unternehmen von der Natur abhängig ist und welche Auswirkungen dies hat, sollten Sie sich konkrete Ziele setzen, um die Risiken zu minimieren. Das Science Based Targets Network (SBTN) bietet einen guten Rahmen für Unternehmen, um ihre Ambitionen in Bezug auf das Ökosystem anhand wissenschaftlicher Daten zu formalisieren.

        Was tun Sie, um zur Lösung beizutragen?

        Um die Klimakrise zu lösen und die Natur zu schützen, spielt jede:r Einzelne eine Rolle. Auch wir bei PwC nutzen den Tag der Umwelt als Anlass, um darüber nachzudenken, wie wir unser Business noch schneller in Richtung einer emissionsarmen Zukunft transformieren können. Was wir genau tun, um unseren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren, lässt sich hier nachlesen. So haben wir uns dem Ziel einer Net Zero-Zukunft verpflichtet und wollen bis 2030 unsere Emissionen (u.a. aus unseren Geschäftsreisen) gemäß unserer validierten Science Based Targets auf die Hälfte reduzieren. Darüber hinaus fördern wir städtische und kommunale Biodiversität z.B. mit Stadtbienen, Urban Gardening und Waldwiederaufforstung.

        Weiterführende Links:

        Laufende Updates zum Thema erhalten Sie über das regulatorische Horizon Scanning in unserer Recherche-Applikation PwC Plus. Lesen Sie hier mehr über die Möglichkeiten und Angebote.

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        Kontakt

        Rainer Kroker

        Rainer Kroker

        Partner, Sustainability Leader
        Berlin

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