Mangel an Fachkräften: Gegenstrategien für ein wachsendes Problem

Dem Handel und der Konsumgüterindustrie droht ein ausgeprägter Fachkräftemangel.

Im Jahr 2035 könnte jede dritte Stelle unbesetzt bleiben. Unternehmen müssen gezielt gegensteuern, um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage nach qualifiziertem Nachwuchs zu schließen.

Der Mangel an ausgebildeten Fachkräften ist bereits heute zu spüren und in Zukunft wird sich die Lage dramatisch zuspitzen: Im Jahr 2035 könnten 2,55 Millionen Arbeitsplätze im Handel und in der Konsumgüterindustrie unbesetzt bleiben. Unsere Studie zum Fachkräftemangel, die auf Daten des Wirtschaftsinstituts WifOR und der Bundesagentur für Arbeit basiert, macht den Handlungsbedarf von Unternehmen deutlich, die sich mit gezielten Gegenmaßnahmen gegen den fortwährenden Fachkräftemangel stemmen müssen.

Die zentralen Ergebnisse unserer Analyse zum Fachkräftemangel im Handel und der Konsumgüterindustrie zeigen:

  • Der Mangel an geeignetem Personal wirkt sich negativ auf das Einkaufserlebnis aus: Lange Warteschlangen in Geschäften und Schwierigkeiten, Verkaufspersonal zu finden, trüben die Kauflaune der Konsument:innen. 28% der Befragten geben an, beim Einkaufen mangelnden Service im Geschäft durch fehlendes Personal zu erleben. Damit wirkt sich der Fachkräftemangel langfristig auch auf den Umsatz und den Erfolg des Unternehmens aus.
  • Der demographische Wandel ist ein wesentlicher Treiber des Fachkräftemangels: Im Jahr 2035 wird das Durchschnittsalter der Mitarbeitenden im Handel von 46 Jahren im Jahr 2020 auf 51 Jahre steigen. Die schwindende Attraktivität von Ausbildungsberufen macht sich ebenfalls bemerkbar: Knapp 60% der Ausbildungsstellen für den Verkauf blieben zuletzt vakant.
  • Während das Angebot an Fachkräften abnimmt, wächst die Nachfrage nach qualifiziertem Nachwuchs kontinuierlich: Rund 34% der Fachkräftestellen im Handel könnten im Jahr 2035 unbesetzt bleiben. In der Konsumgüterindustrie beläuft sich der Engpass der Fachkräftestellen sogar auf 36%. Das entspricht 1,95 Millionen Arbeitsplätzen im Handel und 600.000 Stellen in der Konsumgüterindustrie.
  • Händler und Konsumgüterhersteller müssen auf den Wandel reagieren und sich mit Gegenmaßnahmen rüsten: Um verlässlich für die Zukunft planen zu können, sollten Unternehmen ihre Personal- und Geschäftsstrategie verknüpfen und in gezieltes Upskilling der bestehenden Belegschaft investieren. Die Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsabläufen schafft zusätzliche Entlastung. Die Steigerung der Attraktivität von Branche und Arbeitsumfeld wirkt sich zudem nicht nur auf die Zufriedenheit vom bestehenden Personal aus, sondern kann auch das Interesse neuer junger Mitarbeiter erhöhen.

Weitere spannende Insights und Daten aus unserer Analyse können Sie hier herunterladen.

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Dr. Christian Wulff

Dr. Christian Wulff

Partner, Leiter Handel und Konsumgüter
Hamburg

Dr. Stephanie Rumpff

Dr. Stephanie Rumpff

Senior Managerin, Head of Business Development
Düsseldorf

Tel.: +49 211 981-2118

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