Herausforderungen und Lösungsansätze der Internen Revision

Nichts bleibt wie es einmal war. Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitsweise und die Gesellschaft in einem rasanten Tempo. Der Übergang von der realen in die virtuelle Welt verschwimmt zunehmend. Bei der Digitalisierung spielen neue, disruptive Technologien eine bedeutende Rolle. Wer sich anpasst und Technologien adaptiert, bekommt die Chance, effizienter zu arbeiten und Ziele schneller zu erreichen. Wer sich der Innovation stellt, sich den neuen Gegebenheiten anpasst und den Schritt nach vorne wagt, wird in der Lage sein, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Für Finanzdienstleistungsinstitute bedeutet digitale Transformation, tiefgründige Veränderungen vorzunehmen, bestehende Strukturen anzupassen und mit dem rasanten Tempo Schritt zu halten.
Auch wenn in den letzten Jahren viel passiert ist und Finanzdienstleistungsinstitute sich der Thematik angenommen haben, stehen viele Bereiche noch ganz am Anfang. Schlagwörter, welche immer wieder auftauchen und in Kombination mit der digitalen Transformation genannt werden, sind Robotic Process Automation (RPA), künstliche Intelligenz (KI), Process Mining und Blockchain. Dies alles sind Technologien, die neue Möglichkeiten eröffnen und Finanzdienstleistungsinstitute gleichzeitig vor enorme Herausforderungen stellen.

Auch die Interne Revision bleibt von der rasanten Entwicklung und den damit verbundenen Herausforderungen nicht unberührt – sowohl in ihrer Prüfungs- und Beratungsfunktion als auch in der administrativen Selbstverwaltung. Aufgrund der rasanten Entwicklung von Technologien steht die Interne Revision in den nächsten Jahren vor großen Aufgaben.

  1. Entwicklung einer Personalstrategie und das Schaffen von Werten
    Eine Herausforderung der Internen Revision liegt vor allem in der Suche nach geeigneten Mitarbeitern, welche neben den geforderten Fähigkeiten und dem notwendigen Fachwissen zur Erledigung der jeweiligen Aufgaben auch über ein grundlegendes technisches und analytisches Verständnis verfügen, das den Umgang mit neuen Technologien umfasst. Immer mehr Kandidaten orientieren sich an neuen Arbeitsweisen, dem New Work. Hierzu zählen Themenbereiche, wie Flexibilität, Agilität, Individualität und flache Hierarchien. Nach den Vorstellungen der New Work sollte Arbeit in Projekten organisiert werden. Die neuen Arbeitsweisen stellen das Arbeiten der Internen Revision und die Ausbildung von Mitarbeiter vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig kann nicht jedes Expertenwissen in der Internen Revision vorgehalten werden bzw. in kürzester Zeit aufgebaut werden. Ein möglicher Lösungsansatz kann die Zusammenarbeit mit einem externen Partner sein, der über Mitarbeiter mit dem nötigen Spezialwissen verfügt. Dieser kann beispielsweise – punktuell oder in Form der Übernahme kompletter Themengebiete – bei der Planung und Durchführung von Prüfungsaktivitäten die Interne Revision unterstützen. Darüber hinaus kann ein externer Partner in Form von Schulungen der Revisionsmitarbeiter zum Wissensaufbau in den eigenen Reihen beitragen. Dies führt dazu, dass die Erwartungen der Stakeholder erfüllt werden und die Innenrevision weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Erfolg ihres Finanzdienstleistungsinstitutes beiträgt.
  2. Geschwindigkeit
    In der heutigen Zeit wird es immer wichtiger, aktiv und vorausschauend neue Probleme zu adressieren. Es gilt, sowohl Chancen als auch Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Die Interne Revision muss in die Neugestaltung von Prozessen eingebunden sein und früh analysieren, wie neue Entwicklungen und Technologien sich auf das Finanzdienstleistungsinstitut auswirken, wie die Interne Revision ihre eigenen Prozesse und Arbeitsweisen optimieren kann und wie die neu gewonnenen Erkenntnisse schnell in der Praxis umgesetzt werden können.Um dieser Geschwindigkeit gerecht zu werden, ist es wichtig, dass die Interne Revision am Puls der Zeit bleibt und sich proaktiv mit neuen Technologien auseinandersetzt. Zudem ist es von enormer Bedeutung, dass sich die Innenrevision intensiv mit den Neuerungen im Unternehmen befasst und diese und die sich daraus ergebenden Risiken gezielt in ihre Prüfungen einbezieht.
  3. Datenmanagement
    Aufgrund der stetigen Weiterentwicklung regulatorischer Anforderungen in Kombination mit einem wachsenden Wettbewerb spielt die Datenqualität eine immer zentralere Rolle.
    Die Datenqualität ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Mangelnde Datenqualität und die daraus folgende Verwendung falscher Daten kann sich in Verzerrungen im Reporting niederschlagen, was zu Fehlentscheidungen des Managements oder einem Vertrauens- und Imageverlust führen kann. Eines der Prüfungsziele der Internen Revision sollte daher auch die Qualität der vom Institut im Rahmen der zu beurteilenden Geschäftsprozesse verarbeiteten Daten sein.Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen bietet hierbei beispielsweise durch geeignete automatisierte präventive Kontrollen bei der Datenverarbeitung Chancen zur Erhöhung der Datenqualität. Auch durch Datenanalysetools in Verbindung mit dem Aufzeigen von Verbesserungspotentialen kann die Interne Revision einen wichtigen Beitrag zur kontinuierlichen Qualitätssteigerung leisten.

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