Insurance Blog

IASB entscheidet im Februar-Meeting 2020 über weitere fachliche Änderungen an IFRS 17

Nachdem das IASB bereits Entscheidungen über 13 von 19 der in der November-Sitzung beschlossenen Themen (Liste mit den Themen), welche aus dem Feedback zum Exposure Draft (ED) resultieren, getroffen hat, wurden im Februar-Meeting nachfolgende Punkte diskutiert (Cover Note):

  1. Behandlung der CSM, die auf Investment Services entfällt
  2. Level der Aggregierung (Jahreskohorten)
  3. Anwendbarkeit der Risikominderungsoption
  4. Geringfügige Änderungen
  5. Zusätzliche spezifische Übergangserleichterungen
  6. Sonstige Themen

Aufsichtsrechtliche Stellungnahme zu den Auswirkungen des ultraniedrigen negativen Zinsumfelds

Am 19. Februar 2020 veröffentlichte EIOPA eine Stellungnahme zu den Auswirkungen des ultraniedrigen / negativen Zinsumfelds auf die Versicherungsbranche und sprach Empfehlungen für nationale Aufsichtsbehörden und Unternehmen aus, weiterhin Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds auf den EU-Versicherungssektor zu verringern.

Bank of England stellt neuen Szenarioanalysen-Ansatz in Bezug auf Klimarisiken zur Diskussion

Die Bank of England bittet um Feedback zu ihrem Diskussionspapier „The 2021 biennial exploratory scenario (BES) on the financial risks from climate change”. In dem Papier stellt die Bank of England ihren präferierten Ansatz vor, wie ab 2021 zweijährlich die Robustheit von britischen Banken und Versicherungen in Bezug auf Klimarisiken getestet werden könnte.

Auch wenn der BES initial nur Auswirkungen für britische Banken und Versicherer hat, lässt das Papier allgemein interessante Rückschlüsse auf zukünftig mögliche Ansätze zum Umgang mit Klimarisiken und der Ausgestaltung von Szenarioanalysen und Stresstests durch internationale Finanzmarktaufsichtsbehörden zu. Daher bittet die Bank of England auch um Feedback von allen interessierten Stakeholdern, sprich nicht nur zukünftigen Teilnehmern am BES, sondern auch von internationalen Unternehmen, Beratungsfirmen oder Klimaexperten. Im Folgenden wird dieser im BES enthaltende Ansatz grob beschrieben.

Spartenübergreifender ALM-Roundtable im März in Köln und München

Die anhaltenden Niedrigzinsphase und die damit gestiegene Komplexität von Markt- und Produktumfeld bleiben eine Herausforderung für Versicherungsgesellschaften sowie Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung („EbAV“). Vor diesem Hintergrund gewinnt die häufig unter dem englischen Schlagwort „Asset-Liability-Management“ zusammengefasste ganzheitliche Steuerung von Aktiv- und Passivseite an Bedeutung. Die Maßnahmen zum Bilanzstrukturmanagement, bei denen aktiv- und passivseitige Fragestellungen zur Ertragskraft und Risikosituation übergreifend angegangen werden, finden sich mittlerweile in verschiedenen Unternehmensbereichen und haben sich verstärkt in der Unternehmensführung und -steuerung etabliert.

Wir laden Sie herzlich zu unserem spartenübergreifenden ALM-Roundtable ein, der am 11. März 2020 in Köln und am 25. März 2020 in München stattfindet. Auf unserer Veranstaltung beleuchten wir den Themenbereich ALM aus den verschiedenen Blickwinkeln von Risiko-, Finanz- und Aktuarsfunktionen, sowie des Treasury- und Liquiditätsmanagements und zeigen auf, wie ALM hier die Entscheidungsfindung erleichtern kann – mithilfe von Analysen zu allgemeinen strategischen Fragestellungen bis hin zu wertorientierten Risiko-Chancen-Analysen einzelner Investments. Die beleuchteten Aspekte sind dabei möglichst spartenunabhängig und betreffen Personenversicherer ebenso wie Sach- und Rückversicherer.

EIOPA konsultiert die Überprüfung der technischen Modalitäten für die Berichterstattung und Offenlegung unter Solvency II

Im Zuge des Solvency II Reviews 2020 veröffentlichte EIOPA am 5. Februar 2020 das Konsultationspapier “Consultation Paper on proposals for Solvency II 2020 Review – Review of technical implementation means for the package on Solvency 2 Supervisory Reporting and Public Disclosure“.

Bis zum 20. April 2020 kann das Feedback der Stakeholder eingebracht werden.

Am 11. Februar 2019 erhielt EIOPA den Call for Advice der Europäischen Kommission zur Überprüfung der Richtlinie 2009/138/EG (Solvency II Review 2020).  Der Call for Advice deckt ein breites Spektrum an Themengebieten zur Änderung von Solvency II ab. Darunter fallen u.a. alle Themen, die EIOPA im Rahmen aktueller Konsultationen bereits aufgegriffen hat, wie z.B. die aufsichtsrechtliche Berichterstattung und Offenlegung.

Im Zusammenhang mit der Überarbeitung der Solvency II Berichterstattungs- und Offenlegungspflichten beschloss EIOPA zusätzlich zum ersten und zweiten Konsultationspaket (siehe Blogbeitrag vom 25. Juli 2019) die technischen Aspekte des Berichts- und Offenlegungsprozesses in die Überprüfung und Beurteilung der Angemessenheit der Berichterstattungs- und Offenlegungspflichten zu integrieren.

EIOPA Risk Dashboard – Drittes Quartal 2019 Solvency II Daten

EIOPA hat am 29. Januar 2020 das Risk Dashboard für das dritte Quartal 2019 auf Basis von Solvency II Daten veröffentlicht (siehe zum Vergleich auch die Blog-Beiträge zum Risk Dashboard des ersten und des zweiten Quartals 2019 vom 29. Juli 2019 und 5. November 2019). Die wesentlichen Erkenntnisse des dritten Quartals 2019 sind nachfolgend kurz zusammengefasst.

  • Das Risikoexposure der Europäischen Versicherungsbranche ist im dritten Quartal 2019 insgesamt stabil.
  • Die Makrorisiken bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Trotz jüngster Lockerungen in der Geldpolitik durch die großen Zentralbanken bleibt das makroökonomische Umfeld gedämpft. Außerdem stellt das anhaltende Niedrigzinsumfeld die Versicherungsbranche weiterhin vor eine Herausforderung.
  • Die Marktrisiken bewegen sich ebenfalls auf einem hohen Niveau. Die erwarteten geringeren Volatilitäten von Anleihen bzw. am Anleihenmarkt offenbaren jedoch seit Oktober einen rückläufigen Trend.
  • Auch wenn in allen Anleihensegmenten, mit Ausnahme von Staatsanleihen, ein leichter Rückgang der Kreditausfall-Spreads (CDS-Spreads) zu beobachten ist, bewegen sich die Kreditrisiken weiterhin auf einem mittleren Niveau.
  • Im 3. Quartal 2019 ist sowohl für Versicherungsgruppen als auch für Lebensversicherungsunternehmen ein Rückgang der Solvabilitätsquoten zu verzeichnen, wohingegen die Solvabilitätsquoten für Nicht-Leben-Versicherungsunternehmen weitestgehend stabil bleiben. Dennoch bewegen sich die Profitabilitäts- und Solvabilitäts-Risiken weiterhin auf einem mittleren Niveau.
  • Aufgrund höherer gemeldeter Bewertungen unter Solvency II, bspw. für das Exposure von Zinsswaps, steigen sowohl die Verflechtungen als auch die Ungleichgewichte zwischen den Investitionen am Kapitalmarkt, d.h. Verflechtungen und Ungleichgewichte zeigen einen ansteigenden Trend. Dies kann mitunter auf ausgewählte ALM-Strategien, getrieben durch das vorherrschende Niedrigzinsumfeld, zurückgeführt werden. Gleichwohl bleiben die Verflechtungen und Ungleichgewichte aber auf einem mittleren Niveau.
  • Auch wenn die Aktienperformance der Lebensversicherungsunternehmen die Performance der Aktienmärkte übertrifft und die Aktienperformance der Nicht-Leben-Versicherungsunternehmen unterdurchschnittlich abschneidet, bewegt sich die Marktwahrnehmung nach wie vor auf einem mittleren Niveau.

Der Buchauszug im Jahr 2020: Die ewige Geißel des Versicherers

Der Anspruch des Versicherungsvertreters auf Erteilung eines Buchauszugs durch den Versicherer beschäftigt erstaunlicherweise weiterhin die Gerichte. Man würde meinen, dass ein Buchauszug 50 Jahre nach der Mondlandung und insbesondere in Zeiten von Big Data, KI usw. kein Problem mehr darstellt. Das jedoch ist offenbar nicht der Fall. Dies zeigen eine Reihe von Urteilen aus dem Jahr 2019. Hintergründe, Ursachenforschung und Empfehlungen:

IFRS-Fachausschuss tauscht sich bezüglich des aktuellen Stands zu Versicherungsverträgen aus

Am 14. Februar tauschte sich der IFRS-Fachausschuss des DRSC in seiner 81. Sitzung über den aktuellen Stand der Diskussionen beim IASB (sog. Redeliberations) zu den Änderungsvorschlägen an IFRS 17 (ED/2019/4) sowie den Entwicklungen in der DRSC-Arbeitsgruppe „Versicherungen“ aus. (Unterlagen zur Sitzung)

In seiner Februar-Sitzung hat der Fachausschuss die aktuellen Entwicklungen der Diskussionen beim IASB diskutiert. Zudem hat der Fachausschuss zur Kenntnis genommen, dass das IASB die restlichen, in der November-Sitzung beschlossenen Themen voraussichtlich in seiner Februar-Sitzung diskutieren wird (Liste mit den Themen) und mit einer finalen Entscheidung hinsichtlich dem Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 17 und einer Verlängerung der Aussetzung von IFRS 9 im März zu rechnen ist.

Aus der DRSC-Arbeitsgruppe wird der Fachausschuss über die neuesten Ergebnisse zu folgenden Themen informiert:

  1. Die Arbeitsgruppe äußerte, dass sie keine Bedenken bezüglich des ausgedehnten Anwendungsbereichs zur Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsverträgen bei gehaltenen Rückversicherungsverträgen hat (nunmehr nicht mehr beschränkt auf proportionale Verträge).
  2. Die auf Grund des angepassten Anwendungsbereichs für Kreditkartenverträge erforderliche Abspaltung der Versicherungskomponente hat eine Bilanzierung nach IFRS 17 bei Kreditinstituten zur Folge. Hier geht die Arbeitsgruppe davon aus, dass die Komponente vom Kreditinstitut fast immer als unwesentlich beurteilt wird.
  3. Das zukünftige Wahlrecht zur Behandlung von in Zwischenabschlüssen vorgenommenen Schätzungen ist eher auf Unternehmensebene (legal entity) als auf Konzernebene (reporting entity) auszuüben.

Ergänzend platzierte der Fachausschuss bereits im Vorfeld Rückfragen im Hinblick auf den Umgang mit Primary Financial Statements für Versicherungsunternehmen und möglichen Anpassungen an IAS 39 resultierend aus der IBOR Reform Phase II für die nächste Sitzung der DRSC-Arbeitsgruppe.

Next Steps:

Die nächste Sitzung des IFRS-Fachausschuss findet vom 23. – 24. März 2020 in Berlin statt. Wir werden Sie zeitnah über die Entscheidungen und Ergebnisse der Diskussionen informieren.

Weitere Informationen können unter nachfolgenden Links aufgerufen werden:

EIOPA Diskussionspapier zur „IBOR-Transition“

Am 06. Februar 2020 veröffentlichte EIOPA ein Diskussionspapier zur „IBOR-Transition“ auf ihrer Homepage. Das Feedback der Stakeholder kann bis zum 30. April 2020 eingereicht werden.

Hintergrund

Die Europäische Benchmark-Verordnung (EU-BMR)[1] trat am 9. Juni 2016 in Kraft und ist seit dem 1. Januar 2018 vollständig anwendbar. Diese soll sicherstellen, dass in der EU ermittelte und/oder verwendete Referenzzinssätze robust, zuverlässig und für den angestrebten Einsatzzweck geeignet sind und wurde damals aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Genauigkeit und Integrität von Indizes, welche seit dem LIBOR-Skandal an den Finanzmärkten verwendet werden, eingeführt. Seit dem LIBOR-Manipulationsskandal und durch die Entwicklung sinkender Liquidität im unbesicherten Interbanken-Geldmarkt steht das aktuelle Verfahren der Ermittlung der Referenzzinssätze in der Kritik. Immer weniger Finanzdienstleister wollen als Panel-Banken agieren und dem Rechtsrisiko aus Falsch-Quotierungen ausgesetzt sein. In einer globalen Bemühung haben die bisherigen Panel-Banken ihre Mitwirkung bei der Festlegung der bestehenden LIBOR Fixierungen lediglich bis Ende 2021 zugesichert. Ziel der marktgetriebenen, globalen Initiative ist es, die bestehenden IBORs bis spätestens Ende 2021 vollumfänglich abzulösen. In diesem Zusammenhang befasst sich das vorliegende Diskussionspapier mit dem Thema der laufenden Änderungen der neuen Referenzzinssätze (oder „IBOR-Transition“).

Sustainable Finance Event am 5. März 2020 – Imagine the Future

Liebe Leserinnen und Leser,

wir laden herzlich ein zu unserer Veranstaltung „Sustainable Finance – Imagine the Future!“, die am 5. März 2020 von 12:15 bis 17:00 Uhr im Tower 185 in Frankfurt am Main stattfindet.

Der EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums, kurz „Sustainable Finance“, BaFin-Merkblatt, EBA-Aktionsplan und EU Green Deal forderten jedes Unternehmen der Finanzindustrie auf, eigene nachhaltige Investments bereitzustellen und die Investments ihrer Kunden bedarfsgerecht in nachhaltige Modelle zu lenken. Denn jedes Unternehmen steht vor der zentralen Aufgabe, seine Geschäftsstruktur nicht nur auf ökonomische, sondern auch auf ökologische Nachhaltigkeit auszurichten.

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