Insurance Blog

In der Oktober 2020 Ausgabe des BaFin Journal fasst die Aufsicht erste Ergebnisse und Erkenntnisse der vergange-nen VAIT-Prüfungen zusammen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 15.10.2020 die aktuelle Fassung des BaFin Journals veröffentlicht. In dieser Ausgabe vermittelt die Aufsicht ihre Eindrücke und Ergebnisse aus den vergangenen VAIT-Prüfungen, und erwähnt bereits Schwerpunkte für die nächsten BaFin-Prüfungen im Versicherungsumfeld.

EIOPA Anforderungen an Produkt Aufsicht und Governance

Am 8. Oktober hat die EIOPA einen Report veröffentlicht, welcher die aufsichtsrechtlichen Erwartung an die Umsetzung der Anforderungen aus der „Product Oversight and Governance (POG)“ Richtlinie sowie der „Insurance Distribution Directive (IDD)“ spezifiziert.

Der Report thematisiert insbesondere das Ziel der POG Richtlinie. Die POG Richtlinie beinhaltet Anforderungen an die Prozesse der Produkterstellung sowie der Produkt Governance. Die europäische Aufsichtsbehörde unterstreicht in ihrem Report, dass das primäre Ziel dieser Anforderung die Wahrung der Interessen des Verbrauchers ist.

Es soll somit sichergestellt werden, dass die Interessen des Verbrauchers bei der Produkterstellung, dem Vertrieb des Produktes sowie bei der Überwachung des Produktes priorisiert werden. Im Zuge der Umsetzung der POG Richtlinie sieht EIOPA folgende Maßnahmen, die bei der Implementierung und Überprüfung der Prozesse helfen sollen, um mit der POG Richtlinie konform zu sein:

  • Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit der internen POG-Politik und -prozesse
  • Berücksichtigung der Produktkomplexität und der Merkmale des Zielmarktes
  • Anwendung der POG-Richtlinien und -Prozesse bei der Einführung von neuen Produkten
  • POG-Politik und -Prozesse stellen sicher, dass die Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus den Bedürfnissen, Zielen und Merkmalen des Zielmarktes entsprechen und somit den Erwartungen der Verbraucher an das Produkt entsprechen.

Die Aufsicht wird, wie auch bei der gesamten Conduct of Business Strategy schon, einen risikobasierten Ansatz verfolgen und bei der Beurteilung der Umsetzung von POG Anforderungen  die Grundsätze Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit beachten.

Die EIOPA hat außerdem die folgenden, konkreten Anforderungen an die allgemeine Aufsicht der Produkte und Prozesse seitens der nationalen Aufsichtsbehörden gestellt:

  • Die Hersteller von Versicherungsprodukten müssen über klare interne POG -Verfahren verfügen, aus denen die Überwachung und Überprüfung der Produkte klar hervorgeht
  • Die POG-Verfahren müssen in der Praxis verhältnismäßig angewendet werden
  • Es ist eine ausführliche Dokumentation vorhanden, aus welcher die Begründungen für getroffene Entscheidung und / oder Maßnahmen, in Bezug auf die Produktüberwachungs- und Überprüfungsaktivitäten, hervorgehen
  • Es ist eine Dokumentation aller Aktivitäten vorhanden, die im Zusammenhang mit der Überwachung und Überprüfung von Produkten stehen (z.B. Folgemaßnahmen, Beschwerden, Anzahl der Verkäufe außerhalb des Zielmarktes)

Der Report der EIOPA soll den Versicherungsunternehmen und auch dem Vertrieb Klarheit darüber verschaffen, wie die POG Richtlinie und die IDD Richtlinie zur Zufriedenheit der Aufsichtsbehörden umgesetzt werden können. Dies soll insbesondere nicht nur die Umsetzung der Richtlinien vereinfachen, sondern auch eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Versicherern, Vertrieb und der Aufsichtsbehörde fördern. Die Aufsichtsbehörde betont jedoch, dass der Report lediglich Informationszwecken dient und keine rechtsbindende Wirkung hat.

Live-Webinar am 19. November 2020 zum Thema „Automatisierte Steuerberechnungen für Anleger in Investmentfonds“

Wir freuen uns, Sie zu unserem Live-Webinar am 19. November 2020 von 10 bis 11 Uhr zum Thema “Automatisierte Steuerberechnungen für Anleger in Investmentfonds“ einladen zu dürfen.

Im Rahmen der Veranstaltung möchten wir über die aktuellen Compliance-Herausforderungen für Anleger mit Blick auf die Fondsbesteuerung sprechen und Ihnen in diesem Zusammenhang unsere neue Tool-Lösung InvestorTax@OneClick vorstellen.

Also seien Sie dabei und halten Sie sich auf dem Laufenden hinsichtlich der Steuerfunktion der Zukunft – wir freuen uns auf Sie!

Falls Sie noch nicht angemeldet sind, können Sie dies unter folgendem Link nachholen: https://www.pwc-events.com/investortax

Wenn Sie sich vorab zu diesem Thema informieren möchten, finden Sie weitere Informationen hier:

https://store.pwc.de/de/investortax-oneclick

Live-Webcast am 3. November zum Thema COVID-19: Wirtschaftliche und regulatorische Auswirkungen auf Versicherer

Wir freuen uns auf den nächsten Live-Webcast am 3. November von 13 bis 14 Uhr zum Thema “COVID-19: Wirtschaftliche und regulatorische Auswirkungen für Versicherer”. 

In dieser Ausgabe möchten wir Ihnen COVID-19 getriebene Konsequenzen für Abschlussprozesse und Betrugsrisiken aufzeigen. Was sollte man jetzt tun, um spätere “forensische” Untersuchungen zu vermeiden? Wie wirkt sich COVID-19 auf Prozesse und Kontrollen insbesondere im Jahresabschluss aus? Darüber hinaus möchten wir Ihnen weitere Denkanstöße und Antworten rund um Best-Practice-Ansätze zur Planmodellierung bei Lebensversicherern und Bilanzierungsfragen zum Jahresende geben. Diese Themen und weitere Fragen werden unsere Referenten für Sie beantworten. 

Also seien Sie dabei und halten Sie sich auf dem Laufenden – wir freuen uns auf Sie!

Falls Sie noch nicht angemeldet sind, können Sie dies unter folgendem Link nachholen: https://www.pwc-events.com/covid-versicherer

EIOPA Leitlinien zu Sicherheit und Governance von ICT

Am 12. Oktober 2020 veröffentlichte die EIOPA (Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung) die finalen Leitlinien bezüglich Sicherheit und Governance von ICT (Informations- und Kommunikations-Technologie). 

Diese richten sich an die jeweiligen nationalen Aufsichtsbehörden und an weitere Marktteilnehmer. Es wird spezifiziert, wie die Regulierungsanforderungen aus der Solvency II Richtlinie (2009/138/EG) und der Delegierten Verordnung (DVO 2015/35) im Rahmen operationeller Risiken der ICT-Sicherheit und Governance auszulegen sind. Dabei werden auch die Leitlinien der EIOPA zum Governance-System berücksichtigt. 

Ziel der Leitlinien ist, die Belastbarkeit digitaler Prozesse von Versicherern und Rückversicherern im Hinblick auf zukünftige Risiken zu erhöhen. Die operative Belastbarkeit ist elementar für den Schutz digitaler Vermögenswerte von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen. Dies beinhaltet auch die Daten ihrer Versicherungsnehmer, sowie die aller anderen Beteiligten. Im Einzelnen fordern die Leitlinien:

  • Klarheit und Transparenz gegenüber allen Marktteilnehmern in Bezug auf die Mindestanforderungen im Rahmen von Informations- und Cybersicherheit;
  • Vermeidung möglicher aufsichtsrechtlicher Arbitrage; 
  • Förderung aufsichtsrechtlicher Konvergenz in Bezug auf Erwartungen und Prozesse an ICT Sicherheit und Governance als Wegbereiter für ein angemessenes Sicherheitsrisikomanagement 

Die EIOPA führte zwischen Dezember 2019 und März 2020 Konsultationen zu den Leitlinien durch und berücksichtigte die Interessen der verschiedenen Beteiligten, soweit dies möglich war.  Die Anmerkungen der Stakeholder wurden entsprechend veröffentlicht.

Es wird erwartet, dass die nationalen Aufsichtsbehörden die Richtlinie ab dem 1. Juli 2021 anwenden.

EIOPA-Aufruf: Vorbereitung des Versicherungssektors auf Ende der Brexit-Übergangsperiode

Am 13. Oktober 2020 rief die EIOPA (Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung) auf ihrer Internetseite den Versicherungssektor dazu auf, sich auf das Ende der Brexit-Übergangsperiode vorzubereiten.

Gemäß dem Austrittsabkommen endet diese Periode am 31. Dezember 2020. Nach diesem Datum wird sämtliches europäisches Primär- und Sekundärrecht für das Vereinigte Königreich keine Gültigkeit mehr haben. Dies schließt sowohl die Solvency II-Richtlinie als auch die IDD (Richtlinie über den Versicherungsvertrieb) ein. 

BaFin: Konsultation zum Entwurf eines Rundschreibens zur Solvabilität

Am 12.Oktober 2020 veröffentlichte die BaFin auf ihrer Internetseite eine Konsultation zum „Entwurf eines Rundschreibens zu der Solvabilität von kleinen Versicherungsunternehmen, Sterbekassen, Pensionskassen und Pensionsfonds“ (Konsultation 12/2020). 

Das Rundschreiben bildet die Neufassung des bisherigen „Rundschreibens 4/2005 (VA) – Solvabilität der Versicherungsunternehmen“. Die Umsetzung der EbAV II-Richtlinie in deutsches Recht im Januar 2019 mache eine Neufassung des Rundschreibens erforderlich (siehe Blogbeitrag vom 18. Januar 2019).

IAIS veröffentlicht aktualisierte Roadmap für 2020/21

Das IAIS (International Association of Insurance Supervisors) hat am 1. Oktober 2020 die aktualisierte Roadmap für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht.

Diese ist Bestandteil des SPFO (Strategic Plan and Financial Outlook) für 2020-2024, in dessen Rahmen die Ziele und Strategien des IAIS für diesen Zeitraum festgelegt worden sind. Das Ziel der Roadmap besteht in der Darstellung konkreter Projekte für die Periode 2020/21, mit deren Hilfe die Ziele des SPFO erreicht werden sollen. Die Aktualisierung folgt einem Treffen des Exekutivkomitees, in dessen Zentrum die Folgen der Covid-19 Pandemie auf die Industrie und Aufsichtsbehörden standen.

EIOPA Konsultation zu ESG Szenarien im ORSA

Am 5. Oktober 2020 veröffentlichte EIOPA eine Konsultation bezüglich der Verwendung von ESG-Risikoszenarien in der eigenen Risiko- und Solvabilitätsbewertung (Own Risk and Solvency Assessment – ORSA).

Die Konsultation baut auf der letztjährigen Stellungnahme zum Thema Nachhaltigkeit im Rahmen von Solvency II auf (siehe Blog-Beitrag vom 4. Oktober 2019). In dieser wurde empfohlen, dass Versicherungsunternehmen ESG-Risiken über einen längeren Zeitraum betrachten sollen, da sich Klimarisiken über einen langfristigen Horizont materialisieren. Unter Solvency II wird jedoch nur ein Ein-Jahres-Horizon berücksichtig. Diese Diskrepanz sollte im Governance-System, im Risikomanagement und im ORSA erfasst werden. Zudem wurde die Notwendigkeit identifiziert Szenarioanalysen anzuwenden, um der Unsicherheit bezüglich klimabezogener Auswirkungen auf die Bewertung besser begegnen zu können.

ESRB äußert sich zu den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie

Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board – ESRB) hielt seine 39. ordentliche Sitzung am 24. September 2020 ab. Auf der Tagesordnung standen die Folgen der COVID-19 Pandemie für das Wirtschafts- und Finanzsystem der EU. Zudem richtet sich der Ausschuss mit einem Brief vom 01. Oktober 2020 direkt an den Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) Vorsitzenden Steven Maijoor sowie den Vize-Präsidenten der Europäischen Kommission Validis Dombrovskis, in dem es um die prozyklische Auswirkungen der Herabstufung von Unternehmensanleihen auf Märkte und Unternehmen im gesamten Finanzsystem geht.

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