EIOPA – Ergänzende Informationsabfrage im Rahmen des Solvency II-Reviews

Im Juli 2020 startete EIOPA eine aktualisierte komplementäre Informationsabfrage in Bezug auf COVID-19, um die bisherige Auswirkungsstudie zum Solvency II-Review zu ergänzen. Diese Abfrage enthält dabei: 

  • Technische Spezifikationen (aktualisiert zur Fassung aus März 2020, vgl. Dokument “Tracked changes”)
  • Reporting Template
  • Technische Informationen zu Szenarioanalysen (aktualisiert zum 13. Juli 2020)
  • Q&A (laufende Aktualisierung, zuletzt zum 16. Juli 2020)

Die Abfrage bildet einen weiteren Baustein im „Technical Advice“ der EIOPA, welchen die Europäische Kommission im Februar 2019 zur Durchführung des Solvency II Reviews in Auftrag gegeben hat (siehe auch Blog-Beitrag vom 11. März 2020). 

Im März 2020 startete EIOPA hierzu eine Auswirkungsstudie, um mögliche Folgen der Veränderung in Säule 1 für Versicherungsunternehmen („Impact Assessment“) ganzheitlich abzuschätzen. Ursprünglich war die Übermittlung des „Technical Advice“ an die EU-Kommission für Juni 2020 geplant. Im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte und das Versicherungsgeschäft, wird das Impact Assessment nun um die aktuelle Abfrage ergänzt. Im Rahmen des neuen Zeitplans soll der „Technical Advice“ im Dezember 2020 veröffentlicht werden. Das Ziel dieser ergänzenden Abfrage ist die Sammlung aktualisierter Daten über die kombinierten Auswirkungen der Vorschläge, sowie spezifische Daten über die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Versicherungsgeschäft (z.B. die Auswirkungen auf Storno-Raten oder Krankheitskostenabrechnungen). 

Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen wurden dazu aufgerufen, das ausgefüllte Reporting Template bis zum 14. September 2020 bei der jeweiligen nationalen Aufsichtsbehörde einzureichen. Bis zum 24. September 2020 werden die gesammelten Ergebnisse bei EIOPA zusammenlaufen und im folgenden ausgewertet.

Die erweiterten Technischen Spezifikationen, basieren auf den Spezifikationen für die Abfrage aus März 2020, wurden zu diesem Zweck überarbeitet. EIOPA betont, dass die Abfrage sich auf die wesentlichsten Neuerungen konzentriert, um die Belastung für die entsprechenden Versicherungsunternehmen zu begrenzen. Auch die Alternativberechnungen zum Eigenmittelpuffer für komprimierte Spreads, zur dynamischen Volatilitätsanpassung für die Standardformel und zum Zinsrisiko werden nicht erneut angefordert, um die Belastung weiter zu begrenzen. EIOPA weist in diesem Zuge darauf hin, dass im Vergleich zur letzten Informationsanfrage diverse Punkte in dieser Anfrage nicht enthalten sind, was jedoch nicht bedeutet, dass EIOPA ihre Position zu diesen Vorschlägen geändert hat.

Versicherungsunternehmen werden gebeten Informationen über ihre Solvenzsituation anhand von drei Szenarien abzugeben (vgl. Technische Informationen): 

  • Das sogenannte Baseline Szenario beschreibt hierbei die Ausgangslage. 
  • Szenario 1 enthält Änderungen gemäß dem aktuellen Stand des „Technical Advice“. 
  • Szenario 2 entspricht Szenario 1, jedoch ohne Änderung der Zinsrisikokalibrierung sowie der SCR-Standardformel. 

Entsprechende Informationen werden für jedes Szenario einzeln abgefragt. Weiterhin sollen die Teilnehmer spezifische Informationen über die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf ihr Versicherungsgeschäft liefern. Eine Aufstellung der Änderungen in den technischen Spezifikationen der einzelnen Szenarien wurde separat zur Verfügung gestellt. Das Referenzdatum für die Berechnung der Szenarien ist der 30. Juni 2020.

Parallel hierzu startete die EU Kommission eine Konsultation zum Solvency II Review 2020, in der verschiedene Themenbereiche, auch jeweils mit den Auswirkungen zur COVID-19-Krise, beleuchtet wurden (siehe auch Blog-Beitrag vom 9. Juli 2020).

Der Gesetzgebungsvorschlag der Europäischen Kommission soll zwischen Ende 2020 und Anfang 2021 folgen.

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