EIOPA Risk Dashboard – Viertes Quartal 2019 Solvency II Daten

Am 18. Mai 2020 hat EIOPA das Risk Dashboard für das vierte Quartal 2019 auf Basis von Solvency II Daten veröffentlicht (siehe auch Blog-Beiträge zu den Risk Dashboards der vorherigen Quartale 2019 vom 19. Februar 2020, 05. November 2019 und dem 29. Juli 2019). Folgendes waren die wesentlichen Erkenntnisse des vierten Quartals 2019:

  • Das Risikoexposure des europäischen Versicherungssektors nahm durch den Ausbruch von Covid-19 zu. Die Marktentwicklungen deuten auf ein „Doppelschlag“-Szenario hin, das sich negativ auf die Versicherer sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite auswirkt.
  • Die Indikatoren für Makro- und Marktrisiken verschlechterten sich im März 2020 und bewegten sich von einem hohen auf ein sehr hohes Niveau. Insgesamt wurden die BIP-Prognosen für das Jahr 2020 länderübergreifend deutlich nach unten revidiert. Für das erste Quartal 2020 deuten die Schätzungen der EU auf den stärksten Rückgang des BIP und der Beschäftigung in den letzten zwei Jahrzehnten hin. Die Inflationsprognosen deuten auf Abwärtskorrekturen für die nächsten vier Quartale hin. Alle großen Zentralbanken haben geldpolitische Unterstützungsmaßnahmen umgesetzt. Die Finanzmärkte waren durch Ausverkäufe in allen Anlageklassen, erhöhte Volatilitäten an den Anleihe- und Aktienmärkten und steigende Risikoprämien gekennzeichnet.
  • Das Kreditrisiko hat in allen Anlageklassen zugenommen.
  • Die Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken sind auf ein hohes Niveau gestiegen. Grund sind die jüngsten Marktentwicklungen und die starke Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Aktivitäten, welche durch sinkende Prämien und einem Rückgang des Neugeschäfts zu Einkommenseinbußen führen kann. Darüber hinaus könnten der potenzielle Anstieg der Schadensfälle und die Illiquidität bestimmter Vermögenswerte die verfügbare Liquidität der Versicherer mittel- bis langfristig zusätzlich belasten.
  • Profitabilitäts- und Solvenzrisiken stiegen auf ein hohes Niveau. Die Verschlechterung der Indikatoren wird als Folge der jüngsten negativen Marktentwicklungen und einem Rückgang des Überschusses der Aktiva gegenüber den Passiva gesehen. Andererseits wurde jedoch im vierten Quartal 2019 eine Verbesserung der SCR-Quoten für Gruppen und Lebensversicherungsunternehmen über die gesamte Verteilung beobachtet.
  • Verflechtungen und Ungleichgewichte bleiben stabil mit einem beobachteten Rückgang im oberen Quartil der Verteilung der Derivatebestände, der möglicherweise auf eine Marktwertverminderung zurückzuführen ist.
  • Versicherungstechnische Risiken wurden auf ein hohes Niveau angehoben. Die negativen Marktentwicklungen können sich hier über Einkommensrückgänge und eine mögliche Zunahme der Schadensfälle in bestimmten Geschäftszweigen negativ auswirken.
  • Auch die Markterwartungen des Versicherungssektors hat sich verschlechtert. Der EU-Versicherungssektor schnitt sowohl im Lebens- als auch im Nichtlebensgeschäft schlechter ab als der Markt, und das mittlere Preis-Leistungs-Verhältnis der Versicherungsgruppen in der Stichprobe ist seit der letzten Bewertung gesunken. Die CDS-Spreads der Versicherer haben sich erhöht, während die externen Ratings und die Ratingaussichten der Versicherer bis Ende März 2020 keine Anzeichen einer Verschlechterung erkennen lassen.

 Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar:

 

 

 

 

 

 

Dabei charakterisieren die Pfeile den Trend wie folgt:

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