#fredwagner – Interview zu Trends und Themen der Versicherungsbranche

Folge 22 – Daniel Bahr, Mitglied im Vorstand der Allianz Private Krankenversicherung AG 

Im aktuellen Beitrag sprechen Prof. Fred Wagner und Daniel Bahr, Mitglied im Vorstand der Allianz Private Krankenversicherung AG über Entwicklungsperspektiven der privaten Kranken- und Pflegeversicherung.

Zur immer wieder aufkommenden Diskussion der “Bürgerversicherung” erklärt Herr Bahr, dass das duale Krankenversicherungssystem in Deutschland sehr gut funktioniere und dass die Lage ohne die PKV nicht besser wäre. Es werde für alle Versicherten eine wohnortnahe Versorgung garantiert und jeder profitiere von diesem System. 

Die Vertriebskosten könne man laut Herrn Bahr nicht mit jener der GKV vergleichen, da es sich bei dieser um eine Pflichtversicherung handele. Generell lasse sich aber sagen, dass die Vertriebskosten in den letzten Jahren gesunken seien. Es müsse berücksichtigt werden, dass sich der Entscheidungsprozess, einen Wechsel in die PKV vorzunehmen, verlängert habe und dass demzufolge eine aufwendigere Beratung notwendig sei. Dies rechtfertige aus Sicht von Herrn Bahr, Versicherungsvermittlern einen entsprechenden Anreiz zu geben, angesichts der Zeit, die sie sich für die Beratung nehmen.

Auf die Frage, warum vollständig automatisierte Beratungen nicht weiter ausgebaut werden, antwortet Herr Bahr, dass Analysen ergeben hätten, dass der Großteil der Bürger weiterhin eine persönliche Beratung wünsche.

In der Telemedizin sieht er hingegen großes Potenzial und hofft auf eine Beschleunigung des Ausbaus. So könnten dadurch nicht zwingend notwendige Arztbesuche und damit Leistungsausgaben eingespart werden.

Einen Einstieg der sogenannten „BigTechs“ wie Amazon oder Berkshire Hathaway und JP Morgan Chase in den deutschen Markt hält Herr Bahr für unwahrscheinlich. Sie schrecken seiner Meinung nach davor zurück selbst zum Versicherer zu werden und wollen vielmehr als Plattform und Kundenschnittstelle wahrgenommen werden.

Positiv sieht Herr Bahr, dass die Allianz sich kürzlich die Marktführerschaft in der Betrieblichen Krankenversicherung sichern konnte. Seiner Meinung, gebe es hier noch viel Markt- und Wachstumspotenzial, da die Unternehmen sehr daran interessiert seien, eine schnelle, erlebbare Versicherungsleistung zu haben. 

Auf die Frage, ob sich bereits Effekte der Covid-19 Pandemie abzeichen würden, antwortet Herr Bahr, dass es zwar Szenarien gebe, aber diese noch keine endgültige Analyse zulassen würden. Sorge bereite ihm allerdings die rückläufigen Zahlen bei den Früherkennungsuntersuchungen. 

Das komplette Interview sehen Sie hier:                                                                                                   https://playout.3qsdn.com/11a357c5-a023-11ea-97a4-002590c750be

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