GDV und europäische Versicherer äußern sich zu den ersten Ergebnissen der Auswirkungsstudie der EIOPA über den Solvency II-Review

Im Rahmen des fortlaufenden Solvency II-Reviews zur Anpassung der Solvency II Richtlinie (siehe Blog vom 13. März 2020) hat EIOPA eine Auswirkungsstudie mittels Befragung (siehe Blog vom 21. Juli 2020) vorgenommen und auch die Folgen der Corona Pandemie berücksichtigt. Die ersten Ergebnisse wurden nun veröffentlicht. Ende August kommentierte Insurance Europa die Ergebnisse. Der GDV hat sich ebenfalls zu den Erkenntnissen geäußert.

Durch die Anpassung der Solvency II-Richtlinie sollen Versicherer als Kapitalgeber gestärkt werden, sodass sie die Ziele der EU, wie den European Green Deal, in vollem Umfang unterstützen können. Versicherer sind als Langzeitanleger relevant für die Stabilität der europäischen Finanzmärkte. Die aktuellen Ergebnisse der Auswirkungsstudie zeigen, dass der Kapitalbedarf der Versicherer durch die Anpassungen der Richtlinie stark beeinflusst wird.

Folgende Anpassungen würden nach Meinung des GDV negative Auswirkungen für die Versicherer haben:

  • Extrapolation der Zinskurve: Durch eine Veränderung der Extrapolationsmethode könnten die vorhergesagten Zinskurve unzuverlässiger werden, was zu einer Schwankung der Kapitalausstattung führen würde und langfristig das Investitionsklima der Versicherer behindert
  • Risikozinskurve: Derzeit wird eine Änderung nicht diskutiert. Dies sollte aber durch technische Anpassungen adressiert werden, um negative Auswirkungen bei Zinsschocks zu verhindern.
  • Volatilitätsanpassungen: Diese sind konzipiert, um kurzfristige Spreadausweitungen zu mildern. Die aktuellen Anpassungen bewirken allerdings das Gegenteil.

Neben den oben genannten negativen Auswirkungen, gibt es auch Anpassungen, die begrüßt werden. Dazu zählt die Einführung eines neuen Parameters bei der Ausgestaltung der Risikomarge. So wird die Volatilität bei langfristigen Verbindlichkeiten geringer ausfallen. Grundsätzlich sieht der GDV die Anpassungen der Solvency II Richtlinie positiv. Die Anpassungen müssen aber auf einen langfristigen Horizont ausgerichtet sein. Auch Insurance Europe stimmt der langfristigen Ausrichtung zu und merkt an, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Versicherer sichergestellt werden muss. Besonders die Reportingpflichten müssen harmonisiert werden. Die aktuellen Anpassungen stellen neue Herausforderungen für die Unternehmen dar, die niedrige Zinssätze noch verschärfen.

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