EbAV: EIOPA veröffentlicht Ergebnisse des Stresstests für EbAV 2019

Am 17. Dezember 2019 hat EIOPA die Ergebnisse des diesjährigen europaweiten Stresstests für EbAV veröffentlicht. Nach den ersten beiden Stresstests 2015 und 2017 war das Ziel des dritten Stresstests, die Widerstandsfähigkeit des EbAV-Sektors in einem negativen Marktszenario einzuschätzen. Des Weiteren wurde analysiert, wie sich die daraus ergebenden Schocks auf die Finanzmärkte übertragen (siehe Blogbeitrag vom 28. Mai 2019).

EIOPA kam zu dem Ergebnis, dass die Kapitalanlagen der EbAV teilweise nicht ausreichen, um deren Verpflichtungen zu decken. Hauptfaktor hierfür ist der anhaltende Niedrigzins, weswegen Arbeitgeber sich mit höheren finanziellen Aufwendungen konfrontiert sehen könnten. Unter Umständen hat das negative Folgen für die Finanzmärkte. Viele der EbAV stellen sich bereits den daraus resultierenden Herausforderungen. Dabei ist zu beachten, dass EbAV aufgrund des langfristigen Charakters der Pensionsverpflichtungen natürlich in der Lage sind, kurzfristige Marktvolatilitäten in ihrem Anlageportfolio über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten als andere Arten von Finanzinstituten.

Der im Szenario unterstellte Anstieg der risikolosen Zinsen führte zu einem leichten Rückgang des Werts der Verpflichtungen. Dieser wurde jedoch durch den Wertverfall der Kapitalanlagen überkompensiert.

Nachhaltiges Handeln und die Berücksichtigung von ESG-Risiken sind von zentraler Bedeutung, um die Altersvorsorge in Europa zukünftig zu sichern. Daher wurde im diesjährigen Stresstest erstmalig auch der Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken untersucht. Der Großteil der im Stresstest vertretenen Einrichtungen kann auf Informationen zurückgreifen, ob und inwieweit die Kapitalanlagen solchen Risiken ausgesetzt sind. Zudem hat der Großteil bereits Schritte unternommen, um diese Überlegungen in ihr Risikomanagement und ihre Investitionsrichtlinien zu integrieren. Es werden jedoch noch weitere Schritte erforderlich sein, um die ehrgeizigen Ziele der EbAV-II-Richtlinie und anderer Initiativen umzusetzen.

Gegenüber den vergangenen Stresstests hat EIOPA die Analyse der Zahlungsströme um solche aus Sicherheitsmechanismen und möglichen Leistungskürzungen erweitert. Dabei zeigte sich, dass im Fall eines Stress-Ereignisses zusätzliche Aufwendungen der Arbeitgeber tendenziell eher in den ersten Jahren nach Eintritt des Ereignisses besonders hoch ausfallen, während sich Leistungskürzungen über einen längeren Zeitraum auswirken.

Das angestrebte Ziel einer Marktabdeckung von 60 Prozent pro teilnehmendem Land wurde in Deutschland mit einer für den heimischen Markt repräsentativen Auswahl von Pensionskassen und -fonds erreicht. In Zukunft plant EIOPA ihre Stresstests weiter zu verfeinern, um alle Besonderheiten und aktuellen Herausforderungen im EbAV-Sektor zu berücksichtigen. Die Teilnehmer des Stresstests sollen die gesammelten Erfahrungen nutzen und ihre Stresstests- und ihr Risikomanagement zu verbessern.

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