Kategorie: Risk, Finance & Regulation

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IAIS Konsultation zur Kultur der Versicherer

Die IAIS (International Association of Insurance Supervisors) hat am 23. Juni 2021 eine Konsultation zur Kultur der Versicherer veröffentlicht und bittet um Feedback bis zum 23. August 2021.

Im Fokus der Konsultation steht die wachsende Bedeutung der Unternehmenskultur durch die damit einhergehenden und drohenden Conduct- und finanziellen Risiken. Als Dimensionen einer Kultur bezeichnet die IAIS festgelegte Normen, Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen eines Versicherers, die charakteristisch für die Geschäftsorganisation sind.

Den vollständigen Blogbeitrag stellen wir Ihnen im kostenfreien Registrierbereich von PwCPlus zur VerfĂĽgung: Link zum Beitrag in PwCPlus.

Neue Vorteile des PwC Insurance Blogs

Unser Insurance Blog informiert nun seit über 5 Jahren über spannende und dynamische Entwicklungen der Versicherungsbranche und steht als zuverlässige Informationsquelle zur Verfügung. Wir schätzen diesen Austausch mit unseren Leser:innen sehr und freuen uns über das Interesse und die zahlreichen Aufrufe unserer Beiträge. Auch für uns bedeutet dies einen täglichen Ansporn relevante Informationen zeitnah und mit einem hohen Anspruch an Qualität für unsere Leserschaft aufzubereiten und einen kleinen Beitrag als Wegweiser durch die komplexen Zusammenhänge des Versicherungssektors zu leisten.

Wer uns – wie Sie – auf dem Weg von den Anfängen des Insurance Blogs seit 2015 begleitet hat, hat sich mit uns zusammen durch groĂźe Umwälzungen und Reformen des Versicherungssektors gearbeitet. Seit Solvency II haben regulatorische Anforderungen an den Versicherungssektor stetig zugenommen. Auch die Transformation im Bereich Nachhaltigkeit fĂĽhrt zu neuen Regularien, neuen Aufsichtsprozessen und vielen ergänzenden Neuerungen.

Live-Webcast: PwC Insurance Topics – Special: FISG fĂĽr Versicherungsunternehmen am 1. Juli 2021 von 13:00 bis 14:00 Uhr

Das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) bringt zahlreiche Änderungen für Versicherungsunternehmen mit sich. Dazu zählen sowohl Änderungen, die Vorstände und Aufsichtsräte betreffen, als auch Neuerungen bei der Bilanzkontrolle und der Abschlussprüfung.

Solvency II 2020 Review – Erwartete quantitative Auswirkungen auf die S2-Quoten

Die EIOPA hat im Dezember 2020 ihre “Opinion on the 2020 review of Solvency II” vorgelegt. Diese umfasste auch eine umfangreiche Auswirkungsanalyse[1]: In zwei zentralen Studien wurden mögliche Effekte der vorgeschlagenen Änderungen auf die Versicherungsunternehmen untersucht: Einmal zum Stichtag 31. Dezember 2019 im sogenannten Holistic Impact Assessment (“HIA”) und einmal zum Stichtag 30. Juni 2020 im sog. Complementary Information Request (“CIR”), dort konnten dann auch die Einflüsse der COVID-19-Pandemie beobachtet werden. Getestet wurden drei grundlegende Szenarien, das “Basisszenario”, welchem die aktuell gültigen Solvency-II-Vorgaben zugrunde gelegt wurden, “Szenario 1”, bei dem der Effekt aller kombinierten Anpassungsvorschläge untersucht wurde und “Szenario 2”, bei dem die Rekalibrierung des Zinsrisikos ausgeklammert wurde (ansonsten entsprach dieses dem Szenario 1).

Aktuelles zur Taxonomie-VO: EU verabschiedet Delegierten Rechtsakt mit Screening-Kriterien und Konsultation zum Delegierten Rechtsakt zu Art. 8 Taxonomie-VO (KPIs) endet

Delegierte Verordnung zur Festlegung der technischen Bewertungskriterien 

Der delegierte Rechtsakt inklusive der beiden Anhänge mit technischen Screening-Kriterien zu den ersten beiden Umweltzielen (Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel) wurde am 21. April 2021 von der Europäischen Kommission genehmigt (siehe auch Blog-Beitrag vom 27. April 2021). Nach dem nun die Übersetzung der Dokumente in allen Amtssprachen der EU vorliegt, konnte der Delegierte Rechtsakt am 4. Juni 2021 formell von der EU-Kommission verabschiedet werden.

Wie erwartet, wurden die Screening-Kriterien für die Aktivität „Versicherung“ nicht geändert. Dennoch betont die EU-Kommission, dass es sich bei der EU-Taxonomie um ein lebendes Dokument handelt, das im Laufe der Zeit weiterentwickelt wird. Insbesondere die technischen Screening-Kriterien werden einer laufenden Überprüfung (alle 3-5 Jahre) unterzogen.

Der delegierte Rechtsakt wurde nun an den EU-Rat sowie an das EU-Parlament übermittelt. Beide haben zunächst vier Monate Zeit, um den Vorschlag zu prüfen, wobei diese Frist um weitere zwei Monate verlängert werden kann. Nach der anschließenden Veröffentlichung im Amtsblatt der EU tritt der delegierte Rechtsakt in Kraft.

Delegierter Rechtsakt zu Art. 8 Taxonomie-VO (KPIs)

Der Entwurf des delegierten Rechtsakts zu denen im Rahmen der Taxonomie-VO zu veröffentlichenden Kennzahlen (KPIs), die (Rück-)Versicherer im Rahmen der Erweiterung der nicht-finanziellen Erklärung veröffentlichen müssen (siehe auch Blog-Beitrag vom 12. Mai 2021), wurde bis zum 2. Juni 2021 konsultiert. Der Entwurf basierte auf den von den Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) veröffentlichten Stellungnahmen (siehe auch Blog-Beitrag vom 3. März 2021), wobei die EIOPA-Opinion nicht vollständig übernommen wurde, sodass sich für Versicherer einige Änderungen ergeben.

Statt der zunächst angekündigten zwei Kennzahlen, die gemäß EIOPA-Opinion berichtet werden sollten, veröffentlichte die EU-Kommission im Entwurf des delegierten Rechtsakts jeweils eine Tabelle bezogen auf die Versicherungstätigkeit sowie auf die Kapitalanlage von Versicherern.

Mit Blick auf die Versicherungstätigkeit hat sich für Versicherer nicht viel geändert. Nicht-Lebens- und Rückversicherer müssen offenlegen, welcher Anteil der „gebuchten Bruttoprämien“ aus bestimmten Nicht-Leben-Produkten – im Verhältnis zu den gesamten gebuchten Bruttoprämien aus diesen Produkten -, auf Versicherungstätigkeiten entfällt, die in der EU-Taxonomie als ökologisch nachhaltig identifiziert wurden. Weiterhin ist anzugeben, welcher Anteil hiervon rückversichert ist.

Hinsichtlich der Kapitalanlage von Versicherern sind laut aktuellem Entwurf deutlich mehr Kennzahlen zu veröffentlichen als ursprünglich geplant. Hierbei handelt es sich vor allem um Kennzahlen, die die Zusammensetzung von Zähler und Nenner erläutern, mit dem Ziel, die Kennzahlen leichter interpretieren zu können.

In einigen Bereichen schaffte der delegierte Rechtsakt zudem Klarheit bzw. Erleichterungen, u.a.:

  • FĂĽr die Erstanwendung ab dem 1. Januar 2022 ist bezogen auf das Geschäftsjahr 2021 fĂĽr die Kapitalanlagen nur ĂĽber die Taxonomie-Eignung (“Taxonomy-Eligibility“) zu berichten. Eine Aktivität ist “eligible“ soweit fĂĽr diese Aktivitäten technische Screening-Kriterien in einem der beiden oben genannten Anhängen des delegierten Rechtsakts vorliegen.
  • Erst ab dem 1. Januar 2023 ist ĂĽber das “Taxonomy-Alignment“ (Taxonomie-Konformität) zu berichten, d.h. darĂĽber, ob die technischen Screening-Kriterien erfĂĽllt worden sind.
  • Nach derzeitigem Entwurf muss im Bericht im Jahr 2022 nicht ĂĽber die Versicherungsaktivitäten berichtet werden, auch nicht ĂĽber die “Taxonomy-Eligibility“, sodass die erstmalige Berichterstattung ĂĽber Versicherungsaktivitäten im Bericht, der im Jahr 2023 veröffentlicht wird, erfolgt.
  • Keine BerĂĽcksichtigung von Staatsanleihen und Anleihen von Zentralbanken im Zähler und Nenner der Kennzahl zu den taxonomie-konformen Investments.
  • Keine BerĂĽcksichtigung von Derivaten im Zähler der Kennzahl zu den taxonomie-konformen Investments.

Im ersten Jahr werden darĂĽber hinaus von allen Finanzunternehmen qualitative Angaben gefordert.

Dennoch bestehen weiterhin offene Fragen und Inkonsistenzen, z.B. bei der Berücksichtigung bestimmter Investments in Zähler und Nenner, sodass Änderungen am Entwurf erwartet werden. Laut derzeitigem Plan soll der finale delegierte Rechtsakt bis Ende Juni 2021 veröffentlicht werden.

EIOPA Konsultationspapier zur „IBOR-Transition“

Am 30. April 2021 hat EIOPA ein Konsultationspapier zur „IBOR-Transition“  auf ihrer Homepage veröffentlicht. Stellungnahmen können bis zum 23. Juli 2021 eingereicht werden.

Die EU-Benchmark-Verordnung (EU-BMR), die seit dem 1. Januar 2018 vollständig anwendbar ist, besagt, dass verwendete Referenzsätze transparent und die wirtschaftliche Realität angemessen widerspiegeln sollen. Ziel der „IBOR-Transition“ ist es, die alten Referenzsätze durch neue risikofreie Zinssätze (RFR) zu ersetzen.

Die vorangegangene Diskussion und das dazugehörige Diskussionspapier, welches am 6. Februar 2020 von EIOPA veröffentlicht wurde, wurden bereits in unserem Blog erläutert (siehe Blog-Beitrag am 7. Februar 2020).

Webcastreihe Sustainable Finance: Deep Dive Taxonomie am 12. Mai

Im Rahmen der Webcastreihe Sustainable Finance: Imagine the Future 2021 findet am Mittwoch, den 12. Mai 2021 um 13 Uhr die Veranstaltung „Deep Dive Taxonomie“ statt. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt ĂĽber die europäischen Regulierungsaktivitäten zunehmend an Bedeutung. Die EU-Taxonomie ist kĂĽnftig relevant fĂĽr Unternehmen aller Sektoren, die verpflichtet sind nichtfinanzielle Angaben nach der CSR-Richtlinie zu veröffentlichen.

Net-Zero Insurance Alliance – Zusammenschluss führender Versicherer und Rückversicherer 2021

Am 21. April 2021 wurde der zukünftige Zusammenschluss von sieben weltweit führenden Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen zur Net-Zero Insurance Alliance bekannt gegeben. In Zusammenarbeit mit der Finanz-Initiative des UN-Umweltprogramms (UN Environment Programme Finance Initiative) und unter der Schirmherrschaft der PSI- Initiative gründet sich damit die Net-Zero Insurance Alliance (NZIA). Die Mitglieder des Bündnisses und Unterzeichner werden die AXA Group (Vorsitz), Allianz SE, Swiss Re, Zurich Insurance Group, Munich Re, Aviva plc und SCOR SE sein. Alle zukünftigen Mitglieder sind bereits Unterzeichner der Net-Zero Asset Owner Alliance (AOA) (siehe Blogbeitrag vom 27. Januar 2021) und können damit auf ihren Erfahrungen als klimapolitische Führungsrollen aufbauen.

EU veröffentlicht finalen Entwurf des Delegierten Rechtsakts zur Taxonomie

Am 21. April 2021 hat die EU-Kommission ein umfassendes Maßnahmenpaket im Bereich Nachhaltigkeit verabschiedet. Unter anderem wurden die finalen Entwürfe des Delegierten Rechtsakts zur Taxonomie inklusive der beiden Anhänge mit technischen Screening-Kriterien zu den ersten beiden Umweltziele (Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel) veröffentlicht.

Die Entwurfsfassung wurde durch die Europäische Kommission genehmigt, wobei die formelle Verabschiedung des delegierten Rechtsakts erst Ende Mai erfolgen soll, sobald die Übersetzung in allen EU-Sprachen vorliegt. Nach der formellen Verabschiedung durch die EU-Kommission wird der delegierte Rechtsakt anschließend durch das Europäische Parlament und den Rat geprüft. Diese haben für die Prüfung vier Monate Zeit, wobei eine einmalige Verlängerung um weitere zwei Monate möglich ist.

BerĂĽcksichtigung von ESG-Faktoren in IDD und Solvency II

Die Europäische Kommission hat am 21. April 2021 die bereits erwartete Verordnung zur Änderung der delegierten Verordnung (EU) 2015/35 (SII-DVO) herausgegeben. Ebenfalls am 21. April 2021 wurde die Verordnung hinsichtlich der Integration von ESG Faktoren in die Insurance Distribution Directive (IDD) veröffentlicht. Die Verordnungen 2017/2358 und 2017/2359 sollen diesbezüglich angepasst werden.