Kategorie: Risk & Finance

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der Risk & Finance RSS-Feed

EIOPA Anforderungen an Produkt Aufsicht und Governance

Am 8. Oktober hat die EIOPA einen Report ver√∂ffentlicht, welcher die aufsichtsrechtlichen Erwartung an die Umsetzung der Anforderungen aus der ‚ÄěProduct Oversight and Governance (POG)‚Äú Richtlinie sowie der ‚ÄěInsurance Distribution Directive (IDD)‚Äú spezifiziert.

Der Report thematisiert insbesondere das Ziel der POG Richtlinie. Die POG Richtlinie beinhaltet Anforderungen an die Prozesse der Produkterstellung sowie der Produkt Governance. Die europäische Aufsichtsbehörde unterstreicht in ihrem Report, dass das primäre Ziel dieser Anforderung die Wahrung der Interessen des Verbrauchers ist.

Es soll somit sichergestellt werden, dass die Interessen des Verbrauchers bei der Produkterstellung, dem Vertrieb des Produktes sowie bei der √úberwachung des Produktes priorisiert werden. Im Zuge der Umsetzung der POG Richtlinie sieht EIOPA folgende Ma√ünahmen, die bei der Implementierung und √úberpr√ľfung der Prozesse helfen sollen, um mit der POG Richtlinie konform zu sein:

  • Angemessenheit und Verh√§ltnism√§√üigkeit der internen POG-Politik und -prozesse
  • Ber√ľcksichtigung der Produktkomplexit√§t und der Merkmale des Zielmarktes
  • Anwendung der POG-Richtlinien und -Prozesse bei der Einf√ľhrung von neuen Produkten
  • POG-Politik und -Prozesse stellen sicher, dass die Produkte w√§hrend ihres gesamten Lebenszyklus den Bed√ľrfnissen, Zielen und Merkmalen des Zielmarktes entsprechen und somit den Erwartungen der Verbraucher an das Produkt entsprechen.

Die Aufsicht wird, wie auch bei der gesamten Conduct of Business Strategy schon, einen risikobasierten Ansatz verfolgen und bei der Beurteilung der Umsetzung von POG Anforderungen  die Grunds√§tze Angemessenheit und Verh√§ltnism√§√üigkeit beachten.

Die EIOPA hat außerdem die folgenden, konkreten Anforderungen an die allgemeine Aufsicht der Produkte und Prozesse seitens der nationalen Aufsichtsbehörden gestellt:

  • Die Hersteller von Versicherungsprodukten m√ľssen √ľber klare interne POG -Verfahren verf√ľgen, aus denen die √úberwachung und √úberpr√ľfung der Produkte klar hervorgeht
  • Die POG-Verfahren m√ľssen in der Praxis verh√§ltnism√§√üig angewendet werden
  • Es ist eine ausf√ľhrliche Dokumentation vorhanden, aus welcher die Begr√ľndungen f√ľr getroffene Entscheidung und / oder Ma√ünahmen, in Bezug auf die Produkt√ľberwachungs- und √úberpr√ľfungsaktivit√§ten, hervorgehen
  • Es ist eine Dokumentation aller Aktivit√§ten vorhanden, die im Zusammenhang mit der √úberwachung und √úberpr√ľfung von Produkten stehen (z.B. Folgema√ünahmen, Beschwerden, Anzahl der Verk√§ufe au√üerhalb des Zielmarktes)

Der Report der EIOPA soll den Versicherungsunternehmen und auch dem Vertrieb Klarheit dar√ľber verschaffen, wie die POG Richtlinie und die IDD Richtlinie zur Zufriedenheit der Aufsichtsbeh√∂rden umgesetzt werden k√∂nnen. Dies soll insbesondere nicht nur die Umsetzung der Richtlinien vereinfachen, sondern auch eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Versicherern, Vertrieb und der Aufsichtsbeh√∂rde f√∂rdern. Die Aufsichtsbeh√∂rde betont jedoch, dass der Report lediglich Informationszwecken dient und keine rechtsbindende Wirkung hat.

EIOPA Leitlinien zu Sicherheit und Governance von ICT

Am 12. Oktober 2020 ver√∂ffentlichte die EIOPA (Europ√§ische Aufsichtsbeh√∂rde f√ľr das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung) die finalen Leitlinien bez√ľglich Sicherheit und Governance von ICT (Informations- und Kommunikations-Technologie). 

Diese richten sich an die jeweiligen nationalen Aufsichtsbeh√∂rden und an weitere Marktteilnehmer. Es wird spezifiziert, wie die Regulierungsanforderungen aus der Solvency II Richtlinie (2009/138/EG) und der Delegierten Verordnung (DVO 2015/35) im Rahmen operationeller Risiken der ICT-Sicherheit und Governance auszulegen sind. Dabei werden auch die Leitlinien der EIOPA zum Governance-System ber√ľcksichtigt. 

Ziel der Leitlinien ist, die Belastbarkeit digitaler Prozesse von Versicherern und R√ľckversicherern im Hinblick auf zuk√ľnftige Risiken zu erh√∂hen. Die operative Belastbarkeit ist elementar f√ľr den Schutz digitaler Verm√∂genswerte von Versicherungs- und R√ľckversicherungsunternehmen. Dies beinhaltet auch die Daten ihrer Versicherungsnehmer, sowie die aller anderen Beteiligten. Im Einzelnen fordern die Leitlinien:

  • Klarheit und Transparenz gegen√ľber allen Marktteilnehmern in Bezug auf die Mindestanforderungen im Rahmen von Informations- und Cybersicherheit;
  • Vermeidung m√∂glicher aufsichtsrechtlicher Arbitrage; 
  • F√∂rderung aufsichtsrechtlicher Konvergenz in Bezug auf Erwartungen und Prozesse an ICT Sicherheit und Governance als Wegbereiter f√ľr ein angemessenes Sicherheitsrisikomanagement 

Die EIOPA f√ľhrte zwischen Dezember 2019 und M√§rz 2020 Konsultationen zu den Leitlinien durch und ber√ľcksichtigte die Interessen der verschiedenen Beteiligten, soweit dies m√∂glich war.  Die Anmerkungen der Stakeholder wurden entsprechend ver√∂ffentlicht.

Es wird erwartet, dass die nationalen Aufsichtsbehörden die Richtlinie ab dem 1. Juli 2021 anwenden.

EIOPA-Aufruf: Vorbereitung des Versicherungssektors auf Ende der Brexit-√úbergangsperiode

Am 13. Oktober 2020 rief die EIOPA (Europ√§ische Aufsichtsbeh√∂rde f√ľr das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung) auf ihrer Internetseite den Versicherungssektor dazu auf, sich auf das Ende der Brexit-√úbergangsperiode vorzubereiten.

Gem√§√ü dem Austrittsabkommen endet diese Periode am 31. Dezember 2020. Nach diesem Datum wird s√§mtliches europ√§isches Prim√§r- und Sekund√§rrecht f√ľr das Vereinigte K√∂nigreich keine G√ľltigkeit mehr haben. Dies schlie√üt sowohl die Solvency II-Richtlinie als auch die IDD (Richtlinie √ľber den Versicherungsvertrieb) ein. 

BaFin: Konsultation zum Entwurf eines Rundschreibens zur Solvabilität

Am 12.Oktober 2020 ver√∂ffentlichte die BaFin auf ihrer Internetseite eine Konsultation zum ‚ÄěEntwurf eines Rundschreibens zu der Solvabilit√§t von kleinen Versicherungsunternehmen, Sterbekassen, Pensionskassen und Pensionsfonds‚Äú (Konsultation 12/2020). 

Das Rundschreiben bildet die Neufassung des bisherigen ‚ÄěRundschreibens 4/2005 (VA) ‚Äď Solvabilit√§t der Versicherungsunternehmen‚Äú. Die Umsetzung der EbAV II-Richtlinie in deutsches Recht im Januar 2019 mache eine Neufassung des Rundschreibens erforderlich (siehe Blogbeitrag vom 18. Januar 2019).

IAIS ver√∂ffentlicht aktualisierte Roadmap f√ľr 2020/21

Das IAIS (International Association of Insurance Supervisors) hat am 1. Oktober 2020 die aktualisierte Roadmap f√ľr die Jahre 2020 und 2021 ver√∂ffentlicht.

Diese ist Bestandteil des SPFO (Strategic Plan and Financial Outlook) f√ľr 2020-2024, in dessen Rahmen die Ziele und Strategien des IAIS f√ľr diesen Zeitraum festgelegt worden sind. Das Ziel der Roadmap besteht in der Darstellung konkreter Projekte f√ľr die Periode 2020/21, mit deren Hilfe die Ziele des SPFO erreicht werden sollen. Die Aktualisierung folgt einem Treffen des Exekutivkomitees, in dessen Zentrum die Folgen der Covid-19 Pandemie auf die Industrie und Aufsichtsbeh√∂rden standen.

EIOPA Konsultation zu ESG Szenarien im ORSA

Am 5. Oktober 2020 ver√∂ffentlichte EIOPA eine Konsultation bez√ľglich der Verwendung von ESG-Risikoszenarien in der eigenen Risiko- und Solvabilit√§tsbewertung (Own Risk and Solvency Assessment – ORSA).

Die Konsultation baut auf der letztj√§hrigen Stellungnahme zum Thema Nachhaltigkeit im Rahmen von Solvency II auf (siehe Blog-Beitrag vom 4. Oktober 2019). In dieser wurde empfohlen, dass Versicherungsunternehmen ESG-Risiken √ľber einen l√§ngeren Zeitraum betrachten sollen, da sich Klimarisiken √ľber einen langfristigen Horizont materialisieren. Unter Solvency II wird jedoch nur ein Ein-Jahres-Horizon ber√ľcksichtig. Diese Diskrepanz sollte im Governance-System, im Risikomanagement und im ORSA erfasst werden. Zudem wurde die Notwendigkeit identifiziert Szenarioanalysen anzuwenden, um der Unsicherheit bez√ľglich klimabezogener Auswirkungen auf die Bewertung besser begegnen zu k√∂nnen.

ESRB äußert sich zu den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie

Der Europ√§ische Ausschuss f√ľr Systemrisiken (European Systemic Risk Board ‚Äď ESRB) hielt seine 39. ordentliche Sitzung am 24. September 2020 ab. Auf der Tagesordnung standen die Folgen der COVID-19 Pandemie f√ľr das Wirtschafts- und Finanzsystem der EU. Zudem richtet sich der Ausschuss mit einem Brief vom 01. Oktober 2020 direkt an den Europ√§ische Wertpapier- und Marktaufsichtsbeh√∂rde (ESMA) Vorsitzenden Steven Maijoor sowie den Vize-Pr√§sidenten der Europ√§ischen Kommission Validis Dombrovskis, in dem es um die prozyklische Auswirkungen der Herabstufung von Unternehmensanleihen auf M√§rkte und Unternehmen im gesamten Finanzsystem geht.

EIOPA Aufsichtsschwerpunkte f√ľr die Jahre 2021 bis 2023

Die EIOPA hat am 30. September 2020 ihre Aufsichtsschwerpunkte unter Ber√ľcksichtigung der aktuellen COVID-19 Krise sowie der politischen Ziele der Europ√§ischen Kommission festgelegt.

Im Fokus stehen hierbei insbesondere, in Anbetracht der andauernden COVID-19 Krise, das Krisenmanagement, die Risikominderung sowie die Förderung der Erholung der europäischen Wirtschaft. Angesichts der zunehmenden und auch neu entstehenden Risiken wird auch der Verbraucherschutz eine zentrale Rolle der europäischen Aufsicht sein.

Konsultation zu Risikominderungstechniken der Versicherungsbranche

EIOPA hat am 29. September 2020 eine Konsultation bez√ľglich der Anwendung von Risikominderungstechniken durch Versicherungs- und R√ľckversicherungsunternehmen ver√∂ffentlicht. Das Ziel besteht darin, die aufsichtliche Konvergenz bei der Bewertung der Anwendung von Risikominderungstechniken unter Solvency II zu f√∂rdern.

European Sustainable Finance Summit: Aufruf zu mehr nachhaltigen Investitionen

Am 28. September 2020 fand der European Sustainable Finance Summit (ESFS) statt, organisiert durch das Green and Sustainable Finance Cluster Deutschland (GSFC). Der internationale Kongress steht, vor dem Hintergrund der deutschen EU-Ratspr√§sidentschaft, unter der Schirmherrschaft des Bundes. Darin diskutierten Vertreter aus Finanzbranche, Realwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft √ľber die Finanzierung nachhaltigen und klimaneutralen Wachstums, sowohl auf nationaler, als auch auf europ√§ischer Ebene. Entscheidende Themen waren dieses Jahr unter anderem:

/* */