Kategorie: Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung RSS-Feed

EIOPA veröffentlicht finales Paket 2 der Level 3-Leitlinien

Am 14. September 2015 veröffentlichte die EIOPA das zweite Paket der finalen Level 3-Leitlinien (Guidelines, GL) in den jeweiligen EU-Amtssprachen. Das erste Paket der finalen Level 3-Leitlinien wurde am 02. Februar 2015 von der EIOPA veröffentlicht und gilt bereits seit dem 01. April 2015 (siehe hierzu auch den Blog-Artikel vom 03. Februar 2015).

Analog zur Vorgehensweise bei der Veröffentlichung des ersten Pakets im Februar diesen Jahres sind nun bei der Veröffentlichung des zweiten Pakets der finalen Level 3-Leitlinien wiederum die nationalen Aufsichtsbehörden im Rahmen des „Comply-or-explain“-Verfahrens gefordert, innerhalb der nächsten zwei Monate Stellung zu nehmen, inwiefern man den Leitlinien auf nationaler Ebene nachkommen wird oder aus welchen Gründen eine Umsetzung der Leitlinien nicht erfolgen soll.

Die folgende Tabelle listet die Level 3-Leitlinien des zweiten Pakets vom 14. September 2015 mit Verlinkungen zu den jeweiligen Dokumenten in deutscher Sprache auf:

 

 EIOPA-BoS-15/106 Leitlinien zu den Methoden für die Bestimmung von Marktanteilen für die Berichterstattung (Guidelines on methods for determining the market shares for reporting)
 EIOPA-BoS-15/107 Leitlinien über die Berichterstattung zum Zwecke der finanziellen Stabilität (Guidelines on reporting for financial stability purposes​​)
 EIOPA-BoS-15/108 Leitlinien für die Verlängerung der Frist für die Wiederherstellung gesunder Finanzverhältnisse im Falle außergewöhnlicher widriger Umstände (​​Guidelines on the extension of the recovery period in exceptional adverse situations​)
 EIOPA-BoS-15/109 Leitlinien über die Berichterstattung und die Veröffentlichung (Guidelines on reporting and public disclosure)
 EIOPA-BoS-15/111 Leitlinien für die Umsetzung von langfristigen Garantien (Guidelines on the implementation of the long-term guarantee measures)
 EIOPA-BoS-15/112 Leitlinien zum systematischen Informationsaustausch innerhalb von Kollegien (Guidelines on exchange of information on a systematic basis within Colleges)
 EIOPA-BoS-15/113 Leitlinien für den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, bei denen es sich nicht um versicherungstechnische Rückstellungen handelt (Guidelines on recognition and valuation of assets and liabilities other than technical provisions)
 EIOPA-BoS-14/253 Leitlinien zum Governance-System (Guidelines on system of governance)
 EIOPA-BoS-14/259 Leitlinien für die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (Guidelines on own risk and solvency assessment)

 

EIOPA veröffentlicht überabeitetes ITS – Set 2 Reporting & Disclosure Package

Am 7. August 2015 veröffentlichte EIOPA eine Liste (Mistakes amended in reporting and disclosure package) mit Korrekturen am ITS – Set 2 Reporting & Disclosure Package, welche gegenüber der Erstveröffentlichung am 6. Juli 2015 (siehe Blog-Beitrag vom 8. Juli 2015) vorgenommen wurden. Die nachfolgenden davon betroffenen Dokumente wurden bereits überarbeitet und in einer neuen Version veröffentlicht:

Die Änderungen bestehen sowohl aus redaktionellen als auch kleineren inhaltlichen Korrekturen. Beispielsweise wurden die folgenden Änderungen durchgeführt:

Template (Bezeichnung) Zelle (Bezeichnung) Änderung
S.02.01.01 (Balance sheet) R0740 (Contingent Liabilities) Kreuz in Spalte C0020 (Statutory Accounts Value) wurde gelöscht; Wert muss berichtet werden.
S.08.02 (Derivatives Transactions) C0160 (Profit and loss to date) Ergänzung in Log-Files: “This amount could be positive (profit) or negative (loss).”
S.23.04.04 (List of items on own funds)

C0450 (Other items approved by supervisory authority as basic own funds not specified above)

C0560 (Contribution to group other basic own funds)

Beide Spalten fehlten in der ‘clean‘ Version des Templates und wurden ergänzt.

 

EIOPA veröffentlicht erste Version des Data Point Models (DPM) und der XBRL Taxonomie für das Full Solvency II Reporting

Am 31. Juli 2015 hat EIOPA die erste Version des Data Point Models (DPM) sowie die zugrunde liegende XBRL Taxonomie für das QRT Reporting im Rahmen des Full Solvency Reporting veröffentlicht. Die Veröffentlichung unterteilt sich in drei Themenblöcke:

  • Related documentation for Solvency II implementation
  • Solvency II validations
  • DPM and Taxonomy 2.0.0 (Published 30/07/2015)

Related documentation for Solvency II implementation

Mit dieser Version werden die vorangegangenen Versionen an die aktuellen, nun vollständigen Inhalte und Anforderungen des Solvency II Reporting angepasst.

Solvency II validations

In den Solvency II validations werden alle Validierungsregeln, welche in den gemeldeten Quantitative Reporting Templates (QRTs) eingehalten werden müssen, definiert.

Die Validierungsregeln können auf der EIOPA Homepage im Downloadbereich heruntergeladen werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Nomenklatur der QRTs mit Veröffentlichung des PWD 1.7 (Public Working Draft) verändert wurde, wodurch es möglich ist ein QRT für mehrere Berichtsszenarien zu verwenden. Eine Übersicht über die geänderte Nomenklatur ist in den Release Notes zum PWD 1.7 enthalten.

Die Validierungsregeln sind in drei Bereiche aufgeteilt:

  • Verzeichnis der aktuellen Validierungsregeln (Business Validation for 2.0.0). Bisher sind nur von der EIOPA definierte Business Validation Rules (BV) aufgeführt, Technical Validations (TV) und ECB specific Validations (EV) wurden bisher nicht konkretisiert.
  • Verzeichnis der implementierten technischen Validierungen zur Umsetzung der Business Validation (XBRL Tax Assertions for 2.0.0).
  • Liste aller Datenpunkte, welche in mehr als einem Template eines Entry Points vorkommen – betroffene Zellen weisen den gleichen Wert auf (Identical datapoins for 2.0.0). Hierbei handelt es sich nicht direkt um Validierungen, da Daten in XBRL nur einmal berichtet werden.

Der Aufbau der Validierungsregeln wurde an die neue Nomenklatur angepasst. Die Validierungsregeln zur Preparatory Phase (Taxonomie V1.5.2.c) unterteilten sich in die bis dato verwendeten Reporting Szenarien (Annual Solo/Group; Quarterly Solo/Group) und fünf Hauptkategorien (Content, CAS, CQS, CGS, CGQS).

Aufgrund des erweiterten Meldescopes (Erweiterung der Reporting Szenarien) und der veränderten Nomenklatur der Templates, werden die Validierungsregeln für ein bestimmtes Reporting Szenario im „Full Solvency II Reporting“ anhand der für das Szenario relevanten Entry Points definiert. Beispielhafte Entry Points sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Entry Point Entry point acronym Entry point code Business variants covered Number of all templates Number of unique templates
Annual Solvency II reporting Solo ars .01 b+l 89 89
Quarterly Solvency II reporting Solo qrs .02 a 13 5
Day 1 Solvency II reporting Solo d1s .03 s 10 1

Tabelle 1: Auszug Meldescope Taxonomie V2.0.0

Das Entry Point Akronym konkretisiert das Reporting Szenario innerhalb der XBRL Taxonomie. Der Entry Point Code definiert das Reporting Szenario eines QRTs (bspw. S.01.01.03.01 für Day One Reporting). Der Standard Entry Point ist jedoch der für das ARS Szenario (S.01.01.01.01). Dieser ändert sich, wenn das QRT nicht zu den Anforderungen der entsprechenden Business Variant passt und somit ein angepasstes QRT benötigt wird (siehe Blog-Beitrag vom 22. Juli 2015, insb. zur Veränderung der Data Entry Points).

Im Validierungskatalog werden die Validierungsregeln nummeriert aufgelistet. Hierbei ist zu beachten, dass nicht jede Validierungsregel für jeden Entry Point anzuwenden ist. Demnach ist es möglich diese im Validierungskatalog nach Entry Point zu filtern (z.B. Entry Point .03 – Day One Reporting).

In den XBRL Tax Assertions werden die in den Business Validations aufgeführten Regeln technisch umgesetzt. Dies bedeutet, dass es pro angesprochenem Template einer Validierungsregel eine technische Umsetzung per Business Variant gibt. Regel BV103 umfasst bspw. zwei Business Variants (a und b), entsprechend gibt es Regel BV103_1 und BV103_2. Hier ist zu beachten, dass es mehr Varianten als technisch umgesetzte Regeln geben kann (ein Template für mehrere Entry Points).

DPM and Taxonomy 2.0.0 (Published 30/07/2015)

Neben Details zur Methodik der Modellierung von Solvency II-Metadaten sowie den zu Grunde liegenden architektonischen Prinzipien des Modells enthalten die Ausführungen von EIOPA Informationen zum XBRL-Design und Regeln zur Übersetzung des DPM in die Solvency II-XBRL-Taxonomie.

 

Nächste Schritte

Weitere Validierungsregeln werden zwischen Q3 und Q4 2015 von EIOPA veröffentlicht. Insbesondere innerhalb der Business Validation werden weitere Regeln der Kategorien Technical Validations (TV) und ECB specific Validations (EV) sowie für die noch nicht abgedeckten Reporting Szenarien (EZB, Financial Stability (FS) und Special Purpose Vehicles (SPV)) erwartet. Zudem ist es laut EIOPA geplant eine überarbeitete Version (Taxonomie V2.0.1) am 30. September 2015 zu veröffentlichen.

 

EIOPA veröffentlicht Paket 2 der ITS und GL – Details zu Säule 3

Wie bereits im Blog-Beitrag vom 8. Juli berichtet wurde (siehe Blog-Beitrag vom 8. Juli), veröffentlichte EIOPA am 6. Juli 2015 das zweite Paket (Set 2) der Finalen Reports der Technischen Standards (Implementing Technical Standards, ITS) und Leitlinien (Guidelines, GL) betreffend der Säulen 1, 2 und 3.

Die wohl umfangreichste Änderung EIOPAs bildet bei den ITS der Säule 3 die vollzogene, abermalige Namensänderung der QRTs. Diese soll eine Vereinfachung darstellen und besteht im Wesentlichen darin, dass QRTs lediglich einmalig (inhaltlich) definiert werden, sofern diese identisch für mehrere Berichtsanlässe (sog. „Variants“) verwendbar sind. Liegt also keine inhaltliche Änderung eines QRTs zwischen unterschiedlichen Berichtsanlässen vor (z.B. Solo vierteljährlich und Solo jährlich), so ist die Kodierung eines QRTs für mehrere Berichtsanlässe gleich – so z.B. das QRT S.05.02.01. Liegen hingegen inhaltliche Änderungen zwischen zwei Berichtsanlässen vor, erfolgt die Vergabe einer neuen Endung mittels sog. „Entry Points“, welche jeweils einen Berichtsanlass abbilden. Eine gesamthafte Darstellung ist folgender Matrix zu entnehmen: Data Entry Points.

Die vollzogene Kodierung stellt durch die erhebliche Reduktion der bestehenden Varianten (in Summe verringern sich die Varianten aller bestehenden QRTs um etwa 50%) zwar eine Vereinfachung dar, jedoch ist es anhand eines QRT-Namens nicht mehr möglich, den konkreten Berichtsanlass zu erkennen.

Inhaltlich haben sich ebenfalls einige Änderungen ergeben, die sich meist auf Klarstellungen in den Log-files beziehen oder zu inhaltlichen Veränderungen führen. Bspw. wurden folgende Themen geändert bzw. klargestellt*:

Thema/QRT Änderung/Klarstellung
Berichtswährung Die Definitionen der „Solvency II reporting currency” und der „local currency“ wurden zwecks Berechnung des Währungsrisikos des SCR angeglichen. Es ist die Währung zu verwenden, welche im Rahmen des Geschäftsberichts Anwendung findet. Außer es besteht eine anderslautende Anforderung seitens der lokalen Aufsicht.
Berichtsformat Mit Ausnahme des Datentyps „Monetary“ (kommt bspw. in den Templates bzgl. Derivaten vor) sind keine Dezimalstellen zu berichten.
Wechselkurse Im Rahmen der Solo- und Gruppen-Berichterstattung ist es konform, die Wechselkurse derselben Quelle zu nutzen, welche für den Geschäftsbericht genutzt werden. Es sei denn, die lokale Aufsicht fordert die Verwendung anderer Wechselkurse. In der Konsultation wurde vormals die Verwendung der Wechselkurse der EZB oder der jeweiligen Nationalbanken gefordert.
Q4 Berichterstattung Die Notwendigkeit einer separaten Berichterstattung des Q4 wird beibehalten, da die Fristen der Jahresmeldung seitens EIOPA als zu spät angesehen werden, um adäquat auf etwaige Veränderungen reagieren zu können.
Freigabe der QRTs durch VMAO (Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan) Es wurde klargestellt, dass eine Freigabe der qualitativen Berichte nicht ausreicht, sondern auch alle QRTs freigegeben werden müssen.
Solvabilitätsübersicht (S.02.01)

Für das Day 1 Reporting wurde die Spalte „Solvency I“ gelöscht. Die Kommentierung der bestehenden Differenzen ist im narrativen Berichtswesen zu leisten.

„Recoverables not recognized under article 41” müssen nicht gesondert ausgewiesen werden, sondern unter “Any other assets”.

Best Estimate by country and currency (S.12.03 & S.17.03) Beide QRTs sind ersatzlos entfallen. Im Falle der Verwendung von LTG- oder Übergangsmaßnahmen ist fortan das QRT S.22.06 zu berichten, dieses entspricht inhaltlich den zuvor genannten QRTs.
Basic Information – RFF and matching adjustment portfolios (S.01.03) und Premiums, claims and expenses by country (S.05.02) Beide QRTs sind im Quartal nicht mehr zu melden.
Beschreibung der variablen Annuitäten (S.15.01) und Hedging der Garantien (S.15.02) Beide QRTs sind nun auch von Gruppen jährlich zu berichten.
Veränderungsanalyse (S.29.01 – S.29.04) Es wurde klargestellt, dass diese QRTs erstmalig in 2018 für den Vergleich der Jahre 2016 und 2017 zu melden sind.
Risikokonzentration (S.37.01) Wesentliche inhaltliche Änderungen – Wegfall eines gemischten Ansatzes ausschließlich hin zum „line-by-line exposure approach“.
Rückversicherung EIOPA hat entschieden, dass es anders als geplant aktuell keine Rückversicherer Datenbank geben wird, um die Rückversicherer Codes zu harmonisieren. Es wird die Verbreitung des LEI Codes für diesen Zweck abgewartet und in 2017 erneut über das Thema entschieden.
Financial Stability Reporting

Die folgenden QRTs sind vierteljährlich nicht mehr für das Financial Stability Reporting zu berichten: S.08.01, S.09.01, S.06.03, S.10.01 & S.31.01

Die folgenden QRTs sind jährlich nicht mehr für das Financial Stability Reporting zu berichten: S.30.03 & S.30.04

* Nur eine beispielhafte Auflistung und keine vollständige Liste.

EIOPA veröffentlicht Stellungnahme zu SFCR und Externer Prüfung

Am 10. Juli 2015 veröffentlichte EIOPA die Stellungnahme “Need for high quality public disclosure: Solvency II’s report on solvency and financial condition and the potential role of external audit” (EIOPA-BoS-15/154). In ihrer Veröffentlichung betont EIOPA die Wichtigkeit der mit Solvency II einhergehenden umfangreichen Offenlegung von hochwertigen Informationen gegenüber der Öffentlichkeit und ermutigt die Versicherungsunternehmen dazu, die gestiegenen Transparenzpflichten als Chance für die Kommunikation mit den Stakeholdern zu verstehen. Dabei skizziert EIOPA auch die Rolle von externen Prüfern zur Sicherstellung der Qualität.

Mit der in 2017erstmaligen Publikation des Berichtes über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report, SFCR) über das Geschäftsjahr 2016 schaffen Versicherungsunternehmen Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit über ihre Solvabilität und finanzielle Situation. Dies stellt für den größten Teil des europäischen Versicherungsmarktes eine Veränderung gegenüber der Vergangenheit dar, in der  Versicherungsunternehmen zumeist nur verpflichtet waren, gegenüber der Aufsicht Bericht zu erstatten.

Nach Ansicht von EIOPA sind der SFCR und die dort veröffentlichten Zahlen eine wichtige Basis für die Kommunikation mit Stakeholdern. Die Qualität dieser veröffentlichten Informationen nimmt dabei eine besonders wichtige Rolle ein, da nur durch hohe Qualitätsstandards und gute Berichte die mit Solvency II verfolgten Ziele erreicht werden können. Daher ist EIOPA der Meinung, dass die externe Prüfung der Veröffentlichungen – wie sie in einigen Mitgliedsstaaten bereits gefordert ist – ein wirkungsvolles Instrument sein kann. Insbesondere die Solvenzbilanz, die Eigenmittel und die Kapitalanforderungen könnten auf Einzel- als auch auf Gruppenebene ein wichtiger Teil dieser Prüfung sein.

Nach Ansicht von EIOPA sind die Wirtschaftsprüfer innerhalb der bestehenden Regularien und auf Basis der geltenden Prüfungsstandards dazu qualifiziert, eine Prüfung der oben beschriebenen Elemente des SFCR durchzuführen. Die Veröffentlichung eines öffentlichen Urteils sowie eines Prüfberichts im Hinblick darauf, ob die veröffentlichten Elemente ordnungsgemäß und im Einklang mit dem regulatorischen Solvency II-Rahmenwerk erstellt wurden, ist nach Meinung von EIOPA von allerhöchster Bedeutung. In Zukunft wird EIOPA die Umsetzung der Solvency-II-Offenlegungspflichten beobachten und behält sich vor, im Falle von divergierender Qualität der Offenlegungen innerhalb der Mitgliedsstaaten, weitere regulatorische Maßnahmen zu ergreifen.

In Deutschland ist mit der neuen VAG-Novelle die Prüfung der Solvenzbilanz auf Einzel- als auch auf Gruppenebene vorgesehen, und damit ein wichtige Grundlage der öffentlichen Berichterstattung im Prüfungsumfang enthalten. Dennoch bleiben wichtige Elemente – wie die Prüfung der Kapitalanforderung – außen vor. Details zur konkreten Umsetzung der Prüfungspflicht rund um die Solvenzbilanz sind derzeit Gegenstand von berufsständischen Diskussionen.

EIOPA veröffentlicht Paket 2 der ITS und GL

Am 6. Juli 2015 veröffentlichte EIOPA das zweite Paket (Set 2) der Finalen Reports der Technischen Standards (Implementing Technical Standards, ITS) und Leitlinien (Guidelines, GL). Dieses zweite Paket umfasst nun weitere ITS und GL mit umfangreichen Anforderungen zu Säule 1 (quantitative Anforderungen), Säule 2 (qualitative Anforderungen) und Säule 3 (Anforderungen an die Berichterstattung) und sind das Ergebnis der Konsultationsphase (siehe Blog-Beitrag vom 5. Dezember 2014), welche am 2. März dieses Jahres endete.

Die folgende Tabelle listet die ITS und GL des zweiten Pakets mit Verlinkungen zu den jeweiligen Dokumenten auf:

Säule 1  
ITS  
EIOPA-Bos-15/119 Final Report on the public consultation CP-14-057 ITS on regional governments and local authorities treated as exposures ​
EIOPA-Bos-15/120 Final Report on the public consultation CP-14-058 ITS on equity index for the equity dampener
EIOPA-Bos-15/121 Final Report on the public consultation CP-14-059 ITS on adjustment for pegged currencies
EIOPA-Bos-15/122 Final Report on the public consultation CP-14-060 ITS on health risk equalisation systems standard deviations
Guidelines  
EIOPA-BoS-15/113 Final Report on the public consultation CP-14-043 Guidelines on Valuation assets and liabilities
EIOPA-BoS-15/111 Final Report on the public consultation CP-14-049 Guidelines on long term guarantees and transitional measures
Säule 2  
ITS  
EIOPA-Bos-15/114 Final Report on the public consultation CP-14-051 ITS on supervisory transparency and accountability ​
EIOPA-Bos-15/116 Final Report on the public consultation CP-14-053 ITS on capital add-on
EIOPA-Bos-15/117 Final Report on the public consultation CP-14-054 ITS on risk management: procedures when assessing external credit assessments
Guidelines  
EIOPA-BoS-15/108 Final Report on the public consultation CP-14-046 Guidelines on extension of the recovery period
Säule 3  
ITS  
EIOPA-Bos-15/115 Final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
  Resolution comments on final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
  Annexes (clean) to final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
  Annexes (track changes) to final Report on the public consultation CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting
EIOPA-Bos-15/118 Final Report on the public consultation CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates
  Resolution comments on final Report on the public consultation CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates
  Annexes to final Report on the public consultation CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates
Guidelines  
EIOPA-BoS-15/106 Final Report on the public consultation CP-14-044 Guidelines on methods to determine the market share for the purpose of exemptions to supervisory reporting
EIOPA-BoS-15/107 Final Report on the public consultation CP-14-045 Guidelines on financial stability reporting
  Annexes to final Report on the public consultation CP-14-045 Guidelines on financial stability reporting
EIOPA-BoS-15/109 Final Report on the public consultation CP-14-047 Guidelines on reporting and disclosure
EIOPA-BoS-15/112 Final Report on the public consultation CP-14-050 Guidelines on exchange of information on a systematic basis within colleges
EIOPA-BoS-15/110 Final Report on the public consultation CP-14-048 Guidelines on third country branches
  Annexes to final Report on the public consultation CP-14-048 Guidelines on third country branches

Die Final Reports werden nun der EU Kommission vorgelegt und sind von dieser binnen 3 Monaten zu genehmigen. Im Anschluss erfolgt die Übersetzung und Veröffentlichung in alle offiziellen EU-Amtssprachen. Die ITS entfalten mit finaler Veröffentlichung unmittelbar rechtlich bindende Wirkung. Für die GL startet mit Veröffentlichung der Übersetzungen das „Comply-or-explain“-Verfahren der nationalen Aufsichtsbehörden. Diese haben innerhalb von 2 Monaten Stellung zu nehmen, inwiefern sie den GL auf nationaler Ebene nachkommen werden oder aus welchen Gründen eine Umsetzung der GL nicht erfolgen soll.

Als nächste Schritte wird EIOPA zudem im Laufe des Juli 2015 die XBRL-Taxonomie auf Basis der Durchführungsstandards für die aufsichtsrechtliche Berichterstattung veröffentlichen. Dies ermöglicht es Versicherungsunternehmen ihre Vorbereitungen für die Berichterstattung im Rahmen von Solvency II abzuschließen. Fragen zur Anwendung der Vorschriften, insbesondere im Hinblick auf die EIOPA Leitlinien und den risikofreien Zinssatz, werden durch ein Q&A-Tool auf der Homepage der EIOPA beantwortet.

Zu ausgewählten Themen der Final Reports von EIOPA werden Sie in den kommenden Tagen weitere Beiträge von PwC in unserem Solvency II Blog finden.

Solvency II Newsletter Nr. 8, Juni 2015

Wir freuen uns, Sie mit der achten Ausgabe unseres interaktiven Solvency II-Newsletters über Themen rund um die aktuellen Entwicklungen von Solvency II zu informieren.

Auch in diesem Newsletter greifen wir wieder Schwerpunkte auf, die sich aus der Praxis im aktuellen Umfeld und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben. Somit finden Sie in dieser Ausgabe folgende Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Auf Hochtouren in der Vorbereitungsphase von Solvency II“
  • Solvabilitätsübersicht & Eigenmittel: „Latente Steuern unter Solvency II“
  • Prozesse, Kontrollen, Daten & IT: „Bedeutung des internen Kontrollsystems unter Solvency II“
  • Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung: „Die Erstellung des Narrativen Berichts in 2015“

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml?547.

Über unsere Solvency II-App können Sie sich darüber hinaus jederzeit über Ihr iPad über wesentliche Kernaspekte von Solvency II informieren. Zur kostenfreien Download-Möglichkeit für die Solvency II-App gelangen Sie über den folgenden Link bzw. Quellcode: https://itunes.apple.com/de/app/solvency-ii/id636538801?mt=8.

Weitere Interessenten für unseren Solvency II-Newsletter können sich ganz unkompliziert unter folgender E-Mail-Adresse anmelden: SUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com. Sofern Sie unseren Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung an: UNSUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com.

Aktualisierung der BaFin zu Themenblock 12/13 zur „Informationsübermittlung an die zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden während der Vorbereitungsphase“

Am 9. April aktualisierte die BaFin ihre Verlautbarung zur Informationsübermittlung an die zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden während der Vorbereitungsphase vom 20. Juni 2014 (vgl. Blog-Artikel vom 1. Juli 2014).

Neben der Aufnahme von Verweisen auf einschlägige, nationale Rechtsvorschriften (bzgl. Fristberechnung) wurden die Hinweise zu Antrags- und Genehmigungsverfahren herausgenommen. Diese Themen wurden in der Zwischenzeit von der BaFin in separaten Verlautbarungen im März und April 2015 adressiert.

Wesentliche Neuerungen in der aktualisierten Verlautbarung betreffen darüber hinaus die folgenden Bereiche:

1. Deaktivierung der Technischen Spezifikationen vom 30. April 2014 von EIOPA (Ziffer 15, 16)

Anfang April wurden die Technischen Spezifikationen, die die Anforderungen zu Säule 1 in der Vorbereitungsphase enthalten, sowie die dazugehörigen Q&A von EIOPA mit einem Disclaimer versehen, wonach deren Anwendung für die Vorbereitungsphase zurückgenommen wurde. Hintergrund für die Deaktivierung sind die in der Zwischenzeit abgeschlossenen Entwicklungen in Level 1 (SII-Rahmenrichtlinie 2009/138/EC) und Level 2 (Delegierte Verordnung (EU) 2015/35), die nunmehr gelten sollen. Eine Rücknahme von der EIOPA-Website wurde nicht vorgenommen, da insbesondere die Dokumentation zu „Underlying Assumptions“ für die Erstellung des FLOAR/ORSA relevant ist.

Die BaFin stellt klar, dass für die Ermittlung der Informationen des narrativen und quantitativen Berichtswesens in 2015 statt der Bezugnahme auf die Technischen Spezifikationen nunmehr die SII-Rahmenrichtlinie, die Delegierte Verordnung (EU) 2015/35) und die EIOPA Leitlinien zugrunde zu legen sind.

Für die Besonderheiten des deutschen Versicherungsgeschäftes hat die BaFin bereits am 8. April 2015 ergänzende Erläuterungen zur Säule 1 veröffentlicht (vgl. auch Blog-Beitrag v. 9. April 2015).

2. Erfordernis einer Ergänzung von Maßnahmen zur Berücksichtigung langfristiger Garantien in der narrativen Berichterstattung in 2015 (Ziffer 23, 24, 25)

Bezüglich der (geplanten) Anwendung von Maßnahmen zur Berücksichtigung langfristiger Garantien (Volatilitätsanpassung, Matching-Anpassung, Übergangsmaßnahmen risikofreie Zinssätze und versicherungstechnische Rückstellungen) erwartet die BaFin, dass diese bereits in der Vorbereitungsphase berücksichtigt werden. Sofern eine Entscheidung hinsichtlich der Anwendung der Maßnahmen noch aussteht, sind die Informationen mit der bevorzugten Variante darzulegen.

In den entsprechenden Kapiteln des narrativen Berichts (Bewertung für Solvabilitätszwecke) sind die Maßnahmen zu erläutern und in diesem Zusammenhang auch die Auswirkungen einzelner Maßnahmen auf die Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen und auf die Bedeckung der Solvabilitätskapitalanforderungen zu würdigen.

 

Verkündung des Gesetzes zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen (VAG) im Bundesgesetzblatt

Am 10. April 2015 wurde das Gesetz zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen vom 1. April 2015 nach dem Beschluss des Bundestages und Bundesrates (siehe Blog-Beitrag vom 6. Februar 2015) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Das Gesetz umfasst in Artikel 1 das neue Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und setzt damit die Solvency II-Rahmenrichtlinie in deutsches Recht um.

Das neue VAG gilt somit auf nationaler Ebene für Unternehmen, die in den Solvency II Anwendungsbereich fallen sowie für diejenigen Gesellschaften, die dem europäischen Aufsichtsregime nicht unterliegen (wie z.B. Pensionskassen oder kleine Versicherer für die die Ausnahmeregelungen greifen) und regelt insbesondere neue Vorschriften zu:

  • Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, insb. der versicherungstechnischen Rückstellungen
  • Ermittlung der Eigenmittel
  • Berechnung der Solvenzkapitalanforderung
  • Governance Anforderungen
  • Antragsverfahren
  • Vorschriften für Versicherungsgruppen
  • Vorschriften für Unternehmen in Drittstaaten
  • Berichtspflichten

Außerdem definiert das neue VAG umfangreiche Übergangsvorschriften, welche die Umsetzung der neuen Anforderungen unterstützen sollen. Des Weiteren fließen auch die neuen Regelungen aus dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) vom 1. August 2014 in das neue VAG ein.

Das Gesetz zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen tritt am 1. Januar 2016 in Kraft. Davon ausgenommen ist die Vorschrift des § 355 VAG, welche der BaFin ermöglicht, aufsichtsrechtliche Genehmigungsverfahren bereits ab dem 1. April 2015 durchzuführen. Mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes wird das derzeit geltende Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) in der Fassung vom 17. Dezember 1992, zuletzt geändert am 1. August 2014, abgelöst.

EZB veröffentlicht inoffizielle Reporting Templates inklusive der EZB add-ons

Am 4. März 2015 hat die Europäische Zentralbank (EZB) inoffizielle Reporting Templates inklusive der EZB add-ons (siehe ‚Forthcoming statistics‘) veröffentlicht. Damit konkretisiert die EZB die Anforderungen aus der Verordnung über die statistischen Berichtspflichten der Versicherungsgesellschaften (EZB/2014/50), welche am 20. Dezember 2014 erschienen ist (siehe auch Blog-Beitrag vom 12. Januar 2015).

Dieses Paket umfasst nur solche Quantitative Reporting Templates (QRTs), die durch die statistischen Berichtspflichten der EZB erweitert wurden (sog. ‚add-ons‘). Zudem wurden die entsprechenden ‚Log files‘, welche Beschreibungen zu den EZB add-ons enthalten, zur Verfügung gestellt.

Übersicht der veröffentlichten Templates

Die veröffentlichten Reporting Templates können zwei verschiedenen Kategorien zugeordnet werden:

  • QRTs entsprechend der ITS (aktuell laufende Konsultation), die um zusätzliche Positionen ergänzt wurden
  • QRTs, welche ausschließlich für die statistischen Berichtspflichten an die EZB zu berichten sind

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick der veröffentlichten Reporting Templates sowie der Berichtsanlässe:

  Berichtsanlass
Einzelunternehmen Drittstaaten-Versicherer mit
Niederlassung im EWR
Template Code Template
Name
Vierteljährlich
[.a]
Jährlich
[.b]
Vierteljährlich
[.o]
Jährlich
[.p]
QRTs inklusive der EZB add-ons
SE.02.01 Balance Sheet  .a .b .o .p
SE.06.02 List of Assets  .a .b .o .p
Neue QRTs ausschließlich zur Berichterstattung an die EZB     
E.01.01 Deposits to Cedants – Line-by-line Reporting .a .b .o .p
E.02.01 Life Obligations Analysis – Pension Entitlements .b .p
E.03.01 Non-life Technical Provisions – Reinsurance Policies – By Country .b .p

Die EZB add-ons werden auch in das technische Rahmenwerk von EIOPA, welches auf Data Point Model (DPM) und eXtensible Business Reporting Language (XBRL) basiert, integriert. Die EZB weist darauf hin, dass es sich um inoffizielle Reporting Templates zu Illustrationszwecken handelt. Sofern sich Änderungen an den Templates aus der laufenden Konsultation der ITS ergeben, werden diese entsprechend aktualisiert.

Versicherungsgesellschaften müssen erstmals vierteljährlich über das erste Quartal 2016 Bericht erstatten. Die erstmalige jährliche Berichterstattung findet dann in 2017 über das Jahr 2016 statt. Die erhobenen Daten sollen es der EZB und den nationalen Zentralbanken (NZBen) ermöglichen, Statistiken über die in der Europäischen Währungszone ansässigen Versicherungsgesellschaften zu erstellen. Um den Aufwand für die Versicherungsindustrie so gering wie möglich zu halten, erlaubt es die EZB den NZBen die benötigten statistischen Informationen, sofern möglich, aus den Daten, die von den nationalen zuständigen Behörden (National Competent Authorities – NCAs) für Aufsichtszwecke gemäß der Solvency II-Rahmenrichtlinie (2009/138/EG) gefordert werden, herzuleiten. Die erstmalige Veröffentlichung dieser Statistiken ist für die zweite Jahreshälfte 2016 geplant.

/* */