Kategorie: Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung

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EIOPA veröffentlicht im Rahmen der Konsultationsphase zu Set 2 der ITS und GL (Solvency II) eine Navigationshilfe für das Reporting Package

Wie bereits im Blog-Artikel vom 5. Dezember 2014 berichtet hat EIOPA am 2. Dezember 2014 die Konsultationsphase zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II gestartet. Ein wesentlicher Bestandteil der Konsultation sind das ITS CP-14/052 und CP-14/055. Diese beinhalten alle aktualisierten sowie neuen QRTs. Am 19. Dezember 2014 veröffentlichte EIOPA darüber hinaus Erläuterungen zu den Änderungen der QRTs („Navigation through the Solvency II reporting and disclosure package, Note accompanying the public consultation on the GL and ITS“).

Insgesamt gibt es zwei wesentliche Neuerungen im Hinblick auf den bereits bekannten QRT Reporting Umfang:

  1. Reporting Umfang für das „Day 1 Reporting“ wurde festgelegt – Gekennzeichnet durch: „.s“ und „.t“ am Ende der QRT Bezeichnung.
  2. Neue Reporting Anforderungen an Versicherungsunternehmen in Dritt-Ländern wurden definiert – Gekennzeichnet durch: „.o“, „.p“, „.r“ und „.u“ am Ende der QRT Bezeichnung.

Neben diversen formalen Änderungen (wie z.B. dem Aufbau des QRTs und Formulierungen) gibt es auch eine Reihe von inhaltliche Änderungen. Die nachfolgende Tabelle gibt je QRT einen Überblick über vollzogene wesentliche Änderungen:

 Kategorie Ausgewählte wesentliche Änderungen
 Basis Information S.01.02.:

  • z.T. mehr Informationen gefordert im Vgl. zur letzten Version, so müssen nun bspw. Angaben hinsichtlich LTG, RFF oder USPs angegeben werden
Solvabilitätsübersicht S.02.01.:

  • Eine neue Zelle „Reinsurance recoverables not recognised for TP calculation“
  • Für Financial Stability Reporting (FSR) nicht mehr unterjährig zu berichten (für Einzelunternehmen

S.03.01./S.03.02./S.03.03.:

  • QRT aufgeteilt in drei QRTs
  • Zwei neue Zellen zu „Guarantees provided by the undertaking“ zu berichten

S.02.02.:

  • QRT nun auch jährlich von Gruppen zu melden

S.04.01./S.04.02.:

  • QRT (vormals „Country“) wurde in zwei QRTs aufgeteilt
  • Neu zu liefernde Information: „Line of Business“, keine Aufteilung nach „Class of Business“ mehr notwendig
  • Zum Teil mehr Informationen (detailliertere Aufteilung) gefordert im Vgl. zum alten Stand (z.B. „FPS by country“ zusätzlich zu „branch“)

S.05.01./S.05.02.:

  • QRT (vormals „Cover“) wurde in zwei QRTs aufgeteilt
  • Für FSR nicht mehr unterjährig zu berichten (für Einzelunternehmen)
  • Neu zu liefern: „Changes in other technical provisions“ für Life und Non-Life
  • Neu zu liefern im Quartal: „Premium Earned“
Eigenmittel
  • Angaben zu Ring Fenced Funds erweitert auf Matching Adjustment Portfolio im Own Funds QRT
  • Insgesamt nur kleinere Änderungen
Vermögenswerte S.06.01.:

  • QRT (vormals “Asset – D1”) wurde inhaltlich stark überarbeitet.
  • Aufgeteilt in zwei QRTs (siehe S.06.02.)

S.06.02.:

  • Diverse neue Informationen zu liefern u.a.: „Identification on Infra-Structure investments“, “Identificatrion of matching portfolio”, “Identification of Custodian”

S.07.01.:

  • Neue Zellen: „Collateral Portfolio“, „Identification Code of the undertaking“

S.08.02.:

  • Zusätzlich jährliche Berichterstattung

S.09.01.:

  • Neue Informationen gefordert zu Zins und unrealisierten Gewinnen und Verlusten
Vt. Rückstellungen  S.12.01./S.12.02./S.17.01./S.17.02.:

  • Aufteilung des QRTs TP-F1 sowie TP-E1 jeweils in zwei QRTs
  • Neue Zeilen für „Recoverables“ zu „TP as a whole“, „Transitionals on TP“, zusätzliche Informationen zu TP ohne Matching Adjustment, Variation Analysis und Zinstransitional

S.15.01.:

  • Ist jetzt ebenfalls von der Gruppe zu melden
  • Angabe von Beginn und Ende der Garantie einzeln statt Deckungszeitraum gesamt

S.15.02.:

  • Ist jetzt ebenfalls von der Gruppe zu melden

S.16.01./S.19.01.:

  • Neu Zelle: „Total LoB or by currency“

S.21.01.:

  • Kann nun per Anfalljahr oder Zeichnungsjahr berichtet werden (vorher: nur Zeichnungsjahr)
SCR/ MCR  S.25.01.:

  • Neu: ausschließlich für Standardformelnutzer zu liefern, diesbezüglich Anpassungen der Struktur

S.25.02.:

  • Neu: ausschließlich für Partielles Internes Modell zu liefern, diesbezüglich Anpassungen der Struktur
  • Diverse zusätzliche Angaben zu liefern bspw. zur Berücksichtigung von Managementhandlungen, fiktiven SCRs, Kapitalanforderung für durationsbasiertes Aktienrisiko etc.

S.25.03.:

  • Diverse zusätzliche Angaben zu liefern bspw. zur Berücksichtigung von Managementhandlungen, fiktiven SCRs, Kapitalanforderung für durationsbasiertes Aktienrisiko etc.

S.26.01.:

  • Zusätzliche Angaben zu Spread Risiko, Währungsrisiko, Aktienrisiko, Zinsrisiko

S.26.04:

  • Angaben zu KV Krankheitsrisiko nun granularer gefordert für Krankheitskosten- und Einkommensersatzversicherung

S.26.05:

  • Zusätzliche Angaben zu USPs gefordert: „USP – Standard Deviation gross/ net“
Gruppen  S.32.01.:

  • Neu zu berichten: „Accounting standards“, „Proportional share used for group solvency calculation“

S.35.01.:

  • Neu: Informationen zu Long Term Guarantee Measures müssen berichtet werden

S.36.03.:

  • Neu zu berichten: „Cedent“, „Line of Business“ sowie „ID Codes“

S.36.04.:

  • Neu zu berichten: „Maximum value of letters of credit/ guarantees“, „Value of guaranteed assets“
Veränderungsanalyse
  • Neu zu berichten: „Details of Investment revenues“
  • Aufteilung des ehemaligen VA-C2C auf zwei QRTs
Rückversicherung  S.30.01.:

  • Neu zu berichten: „Finite reinsurance or similar arrangements“, „Identification of the company/ person to which the risk relates“ jeweils für Life und Non-Life

S.30.02:

  • Neu zu berichten: ”Type of code reinsurer“, „Credit quality step“, „Type of code broker“

S.30.03:

  • Eine neue Zelle: „Finite reinsurance or similar Arrangements“
  • Nicht mehr unterjährig zu berichten
  • Split von „Reinsurance commission“, „Overriding commission“ sowie „Profit commission“ jeweils in Maximum, Minimum und Expected

S.30.04:

  • Nicht mehr unterjährig zu berichten
  • Diverse neue Zellen zu liefern: überwiegend allgemeine Informationen zum Rückversicherer und Broker –  z.T. Überschneidungen zu anderen Reinsurance QRTs

S.31.02.:

  • Neue Zellen: „Internal Code of SPV“, „Lines of Business SPV securitisation relates“, „Credit quality step“ sowie „Internal Rating“
Finanzmarktstabilität  Keine wesentlichen Veränderungen

Die angehängte Übersicht illustriert den aktuellen Gesamtumfang der quantitativen Berichtserfordernisse. Neu zu liefernde QRTs sind dabei rot markiert und QRTs, die in der Vorbereitungsphase zu berichten sind, blau.

EZB veröffentlicht Verordnung über die statistischen Berichtspflichten der Versicherungsgesellschaften

Am 20. Dezember 2014 hat die Europäische Zentralbank die Verordnung über die statistischen Berichtspflichten der Versicherungsgesellschaften (EZB/2014/50) veröffentlicht. Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Damit ist die EZB befugt, statistische Daten mit Unterstützung der nationalen Zentralbanken (NZBen) von Versicherungsgesellschaften in den Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist (nachfolgend die „Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets“), zu erheben. Die monetären und finanziellen Statistiken sollen es der EZB ermöglichen, regelmäßige sowie ad-hoc Analysen durchzuführen und damit zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen.

Da ein enger Zusammenhang zwischen den Daten, die nach dieser Verordnung erhoben werden sollen, und den Daten, die von den nationalen zuständigen Behörden (National Competent Authorities – NCAs) für Aufsichtszwecke gemäß der Solvency II-Rahmenrichtlinie (2009/138/EG) gefordert werden, besteht, kann die Übermittlung über zwei verschiedene Wege geschehen. Sofern die jeweilige NZB und NCA eine Kooperationsvereinbarung geschlossen haben, so kann die NCA die Daten an die NZB übermitteln. Anderenfalls müssen die berichtspflichtigen Unternehmen die Daten direkt und gleichzeitig an die jeweilige NZB und NCA übermitteln.

Geltungsbereich der Verordnung

Die Verordnung gilt für alle Versicherungsgesellschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit, welche in den Mitgliedsstaaten des Euro-Währungsgebiets ansässig sind, einschließlich Tochtergesellschaften von außerhalb dieses Staatsgebiets ansässigen Muttergesellschaften. Außerdem unterliegen Zweigniederlassungen der oben genannten Versicherungsgesellschaften, die außerhalb des jeweiligen Mitgliedstaats des Euro-Währungsgebiets ansässig sind, der Berichtspflicht. Ebenso berichtspflichtig sind Zweigniederlassungen der Versicherungsgesellschaften, die im Euro-Währungsgebiet ansässig sind, aber deren Hauptverwaltung sich außerhalb des EWR befindet.

Darüber hinaus plant die EZB, sich bis zum Jahr 2020 mit der von der Versicherungsgesellschaft getrennten Meldung von Aktiva und Passiva der Zweigniederlassungen, die in Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets ansässig sind, von Versicherungsgesellschaften, die im EWR ansässig sind, zu befassen.

Für die jährliche Berichterstattung sollen mindestens 95% des gesamten Marktanteils der Versicherungsgesellschaften in jedem Mitgliedstaat des Euro-Währungsgebiets die Daten für die aggregierte Jahresbilanz liefern. Im Hinblick auf die vierteljährliche Berichterstattung sollen 80% des gesamten Marktanteils der Versicherungsgesellschaften in jedem Mitgliedstaat des Euro-Währungsgebiets ihre Daten einreichen. Die EZB plant darüber hinaus für die vierteljährliche Berichterstattung, sich spätestens bis zum Jahr 2020 mit den Kosten und Nutzen einer Ausweitung auf 95% des Marktes zu befassen.

Derzeit erstellt das Direktorium der EZB eine Liste der berichtspflichtigen Versicherungsgesellschaften und wird diese entweder auf elektronischem Wege, über das Internet, oder, auf Antrag der betreffenden Berichtspflichtigen, in gedruckter Form veröffentlichen.

Berichterstattung

Für die erstmalige vierteljährliche Berichterstattung haben die Versicherungsgesellschaften nach Ende des ersten Quartals 2016 8 Wochen Zeit. Anschließend verkürzt sich die Berichtsfrist bis 2019 jährlich um eine Woche, sodass die Versicherungsgesellschaften nach Ende des ersten Quartals 2019 innerhalb von 5 Wochen die Daten an die jeweilige NZB oder NCA übermitteln müssen. Die EZB plant darüber hinaus, sich spätestens bis zum Jahr 2020 mit den Kosten und Nutzen einer weiteren Verkürzung auf 4 Wochen nach Ende des Quartals zu befassen.

Für die erstmalige jährliche Berichterstattung verbleiben den Versicherungsgesellschaften nach Ende des Jahres 2016 20 Wochen Zeit, welche sich bis 2019 um zwei Wochen pro Jahr verkürzt. Für die Berichterstattung über das Jahr 2019 bleiben damit den Versicherungsgesellschaften 14 Wochen Zeit, die Daten an die jeweilige NZB oder NCA zu übermitteln.

Die berichtspflichtigen Versicherungsgesellschaften müssen der jeweiligen NZB entweder direkt oder über die betreffende NCA gemäß den Kooperationsvereinbarungen vor Ort folgende Daten zur Verfügung stellen:

 Lebensversicherung Nichtlebensversicherung
Vierteljährlich  
  • Wertpapierbestände mit ISIN-Code: Einzelwertpapiermeldungen
  • Wertpapierbestände ohne ISIN-Code: Meldung entweder auf der Basis von Einzelwertpapiermeldungen oder auf aggregierter Basis, untergliedert nach Arten der Instrumente, Laufzeitkategorien sowie der Geschäftspartner
  • Bestandsdaten über Aktiva und Passiva zum Quartalsende sowie gegebenenfalls vierteljährliche Bereinigungen infolge Neubewertung oder Finanztransaktionen
abcdefghijklmnopqrstuvwxyzabcdefghijklmnopqrstuv
  • Bestandsdaten über Ansprüche privater Haushalte aus Rückstellungen zum Quartalsende, nach Geschäftsbereichen aufgegliedert
Jährlich 
  • Jährliche Prämien, Versicherungsfälle und Provisionen, nach Inland, Zweigniederlassung (nach Ländern) innerhalb/außerhalb des EWR aufgegliedert
abcdefghijklmnopqrstuvwxyzabcdefghijklmnopqrstuv
  • Bestandsdaten über Ansprüche privater Haushalte aus Rückstellungen zum Jahresende, nach Geschäftsbereichen und geografischem Gebiet aufgegliedert

Solvency II Newsletter Nr. 7, Dezember 2014

Wir freuen uns, Sie mit der siebten Ausgabe unseres interaktiven Solvency II-Newsletters über die aktuellen Solvency II-Diskussionen zu informieren.

Auch in diesem Newsletter greifen wir wieder Schwerpunkte auf, die sich aus der Praxis im aktuellen Umfeld und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben. Somit finden Sie in dieser Ausgabe folgende Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Solvency II-Entwicklungen in 2014: mit voller Fahrt voraus!“
  • Solvabilitätsübersicht & Eigenmittel: „Pflichten des Abschlussprüfers“
  • Governance & risikostrategischer Rahmen: „Die Implementierung der künftigen Säule II-Anforderungen in nationales Recht“
  • Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung: „VAG-Novelle: Auswirkungen auf die Berichterstattung“

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

Über unsere Solvency II-App können Sie sich darüber hinaus jederzeit über Ihr iPad über wesentliche Kernaspekte von Solvency II informieren. Zur kostenfreien Download-Möglichkeit für die Solvency II-App gelangen Sie über den folgenden Link bzw. Quellcode: https://itunes.apple.com/de/app/solvency-ii/id636538801?mt=8.

Weitere Interessenten für unseren Solvency II-Newsletter können sich ganz unkompliziert unter folgender E-Mail-Adresse anmelden: SUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com. Sofern Sie unseren Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung an: UNSUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com.

EIOPA startet Konsultationsphase zu Set 2 der ITS und GL zu Solvency II

EIOPA hat, wie angekündigt (vgl. Blog-Artikel vom 25. November 2014), am 2. Dezember 2014 die Konsultationsphase zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II gestartet.

Die bereits finalen ITS und GL aus Set 1 gehen auf die Anforderungen an einen risikoorientierten Genehmigungsprozess unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips ein (vgl. Blog-Artikel vom 11. November 2014). Dieses zweite Paket (Set 2) umfasst nun weitere ITS und GL mit umfangreichen Anforderungen zu Säule 1 (quantitative Anforderungen), Säule 2 (qualitative Anforderungen) und Säule 3 (Anforderungen an die Berichterstattung). Die Inhalte der Dokumente haben wir in der folgenden Tabelle kurz umrissen:

Säule 1
Implementing Technical Standards (ITS)
CP-14-057 ITS on regional governments and local authorities treated as exposures (ITS zur Risikounterlegung bei regionalen Behörden und lokalen Aufsichtsbehörden)
 
  • Liste der Einrichtungen / Behörden, die innerhalb des Markt- und Ausfallrisikomoduls der gleichen (begünstigten) Behandlung unterliegen, wie zentrale Regierungen (z.B. Risikounterlegung von 0% bei Staatsanleihen).
CP-14-058 ITS on equity index for the equity dampener (ITS zur Berechnung der symmetrischen Anpassungen für Aktien)
 
  • Darstellung der Methodik und zugrunde gelegten Annahmen zur Berechnung der symmetrischen Anpassungen für Aktien Typ 1 und Typ innerhalb des Marktrisikomoduls.

(Veröffentlichung des CP-14-058 wurde am 23.12.2014 von EIOPA zur Verfügung gestellt und an dieser Stelle ergänzt.)

CP-14-059 ITS on adjustment for pegged currencies (ITS zu Anpassungen im Währungsrisiko)
 
  • Anforderungen im Hinblick auf die Anpassung des Schock-Faktors für Fremdwährungsrisiken, die an den Devisenkurs des Euro gekoppelt sind.
CP-14-060 ITS on health risk equalisation systems standard deviations (ITS zu Standardabweichung im Krankenrisikomodul)
 
  • Angabe der Standardabweichungen für die Berechnung des versicherungstechnischen Risikos im Krankenmodul („Health risk equalisation system“ (HRES)) – nur für die niederländische Versicherungsaufsicht relevant.
CP-14-061 ITS on the application of the equity transitional (ITS zu Übergangsvorschriften für Aktien)
 
  • Anforderungen zur Berechnung und Anwendung der Übergangvorschriften für Typ 1 Aktien.
CP-xx-xxx ITS on rating allocation to credit quality standards (ITS zu Ratingeinstufung anerkannter Rating-Agenturen)
 
  • Ankündigung von EIOPA, das Konsultationspapier im Hinblick auf die Zuordnung der Ratingeinstufungen von anerkannten Rating-Agenturen auf die Kreditqualitätsstufen erst Anfang 2015 zur Konsultation zu veröffentlichen.
Guidelines (GL)  
CP-14-043 Guidelines on Valuation assets and liabilities (GL zur Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten)
 
  • Anforderungen an die Anwendung der „International Financial Accounting Standards“ (IFRS) in Bezug auf eine marktkonsistente Bewertung nach Solvency II.

  • Leitlinien zu den Voraussetzungen zur Anwendung alternativer Bewertungsmethoden (z.B. für Kapitalanlagen und Immobilien).

  • Prinzipien der Wesentlichkeit und Proportionalität.

CP-14-049 Guidelines on long term guarantees and transitional measures (GL zu Übergangsvorschriften zu langfristigen Garantien)
 
  • Leitlinien zur Zusammenwirkung von Long Term Guarantee Anpassungen (Volatilitätsanpassung, Matching-Anpassung), separat und in Kombination, auf die Standardformel einerseits sowie den MCR, der Berechnung der zukünftigen Überschussbeteiligung und der Risikomarge andererseits.

  • Übergangsvorschriften zur risikofreien Zinsstrukturkurve und das SCR-Untermodul zum Zinsrisiko.

Säule 2
Implementing Technical Standards (ITS)
CP-14-051 ITS on supervisory transparency and accountability (ITS zur Transparenz und Verantwortung der Aufsichtsbehörden)
 
  • Vorgaben für die Veröffentlichungen von Berichten an die Aufsichtsbehörden.

  • Anforderungen an die Einreichung statistischer Daten der nationalen Aufsichtsbehörden zur Sicherstellung eines einheitlichen und vergleichbaren Berichtswesens.

CP-14-053 ITS on capital add-on (ITS zum Kapitalaufschlag)
 
  • Anforderungen an die Meldepflicht vor Ansatz eines Kapitalaufschlags.

  • Regelungen zur Zusammenarbeit von Aufsichtsbehörde und Versicherungsunternehmen.

  • Regelungen zur Kommunikation der Aufsichtsbehörde zum Ansatz eines Kapitalaufschlags (z.B. Begründung zum Ansatz, Methoden zur Berechnung, Frist der Ansatzpflicht, Fristen zur Beseitigung der Defizite beim VU, Umfang und Häufigkeit Fortschrittsberichts hinsichtlich der ergriffenen Maßnahmen des Versicherungsunternehmen).

  • Regelungen zur mind. jährlichen Überwachung des Kapitalaufschlags.

  • Anforderungen an die Änderung (Erhöhung oder Absenkung) oder Beseitigung des Kapitalaufschlags.

CP-14-054 ITS on risk management: procedures when assessing external credit assessments (ITS zum Risikomanagement: Anforderungen bei Verwendung externer Ratings)
 
  • Vorgehen zur Bewertung der Angemessenheit der Assessments von Rating-Agenturen und Verwendung der Ergebnisse bei der Berechnung von Solvenzkapitalanforderungen (SCR) und versicherungstechnischen Rückstellungen.
Guidelines (GL)  
CP-14-046 Guidelines on extension of the recovery period (GL zur Verlängerung des Sanierungszeitraums)
 
  • Leitlinien zur möglichen Verlängerung des Sanierungszeitraums im Falle außergewöhnlicher Umstände (wie Einbruch der Finanzmärkte, dauerhaftes Niedrigzinsumfeld, Katastrophenereignis) für Einzel- Versicherungsunternehmen und Versicherungsgruppen.
Säule 3
Implementing Technical Standards (ITS)
CP-14-052 ITS on regular supervisory reporting (ITS zur Berichterstattung an die Aufsichtsbehörde)
 
  • Auflistung der zu berichtenden Quantitative Reporting Templates (QRTs), jeweils getrennt für Einzel- und Gruppenunternehmen sowie unterjähriges und jährliches Reporting.

  • Festlegung des Reporting-Umfangs des sogenannten „Day 1 Reportings“.

CP-14-055 ITS on public disclosure: procedures, formats and templates (ITS zur Berichterstattung an die Öffentlichkeit: Verfahren, Formate und Templates)
 
  • Auflistung der von Einzel- und Gruppenunternehmen im Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report, SFCR) zu veröffentlichenden QRTs.
Guidelines (GL)  
CP-14-044 Guidelines on methods to determine the market share for the purpose of exemptions to supervisory reporting (GL zur Befreiung der Berichterstattung an die Aufsichtsbehörde)
 
  • Befreiung von der regulären Berichterstattung gemäß Art. 35 der SII-Rahmenrichtlinie.

  • Definition des Umfangs des zu berücksichtigenden Marktanteils (80% Abdeckung erforderlich).

  • Angaben zur Berechnung der jeweiligen Marktanteile, getrennt nach Leben, Nicht-Leben und Komposit.

CP-14-045 Guidelines on financial stability reporting (GL zur Berichterstattung über die Finanzstabilität)
 
  • Erläuterung der Berichtsformate, welche (wieder) von den regulären QRTs getrennt wurden. Fokus liegt auf Asset- sowie Bilanzdaten und gilt für Einzel- und Gruppenunternehmen mit einer Bilanzsumme von mindestens 12 Mrd. Euro.

  • Auflistung der unterjährig zu liefernden Informationen samt einer Erklärung zum Vorgehen hinsichtlich der unterjährigen SCR-Kalkulation.

  • Ausführliche Informationen zu den finalen Berichtsfristen sowie den bis 2018 geltenden Übergangsvorschriften.

CP-14-047 Guidelines on reporting and disclosure (GL zur Berichterstattung und Veröffentlichung)
 
  • Ergänzende Beschreibung der Inhalte des Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report, SFCR) und dem Bericht an die Aufsichtsbehörde (Regular Supervisory Report, RSR) im Vergleich zu den Level 2-Delegierten Rechtsakten, jeweils getrennt nach Einzel- und Gruppenunternehmen.

  • Detaillierte Übersicht der anzuwendenden Validierungsregeln (im Anhang der Guideline).

  • Details zur Berichterstattung im Falle vordefinierter Ereignisse.

  • Anforderungen an die Prozessdokumentation der aufsichtsrechtlichen sowie öffentlichen Berichterstattung.

CP-14-050 Guidelines on exchange of information on a systematic basis within colleges (GL zum Informationsaustausch zwischen Aufsichtskollegien)
 
  • Auflistung wesentlicher Kriterien zur Bestimmung des Informationsumfangs innerhalb des regelmäßiger Austauschs zwischen den Aufsichtskollegien.
CP-14-048 Guidelines on third country branches (GL zu Drittstaaten-Versicherer mit Niederlassung im EWR)
 
  • Definition angemessener aufsichtsrechtlicher Vorgehensweisen zum Umgang mit Niederlassungen im EWR, in Fällen in denen das Versicherungsunternehmen selbst einer Drittstaaten-Aufsicht unterliegt.

Im Auftrag der EU Kommission (von Juli 2014) veröffentlichte EIOPA im Zuge des Set 2 ein Konsultationspapier mit EIOPA-Empfehlungen in Form von Regulatory Technical Standards (RTS) zu „Recovery plan and finance scheme (CP-14-062) (RTS zur Sanierungs- und Finanzplanung). Ziel des RTS ist die Konkretisierung der Art. 138 bis 142 SII-RL, der die Folgen einer (möglichen) Nichtbedeckung der SCR bzw. MCR Anforderungen regelt und damit die Anforderungen an die Aufstellung eines Sanierungsplans („Recovery Plan“) bzw. eines Finanzplans („finance scheme“).

Die Stakeholder haben nun die Möglichkeit bis zum 2. März 2015 (im Falle des RTS zu „Recovery Plan and finance scheme“ bis zum 18. Februar) zu den ITS und GL Stellung zu nehmen.

Im Anschluss daran, werden die finalen Dokumente bis Ende Juni 2015 der EU Kommission zur Genehmigung vorgelegt. Nach Finalisierung entfalten die GL eine nicht-bindende Wirkung für die Versicherungsunternehmen, das bedeutet sie konkretisieren lediglich Aufsichtsprinzipien zur Umsetzung der Solvency II Anforderungen. Die ITS zielen hingegen auf eine einheitliche Anwendung der zwingenden Anforderungen aus Solvency II ab und entfalten nach ihrer Finalisierung rechtliche Gültigkeit und damit eine Bindungswirkung für die Versicherungsbranche. Für diese ITS hat daher die EU Kommission nach Finalisierung (Juni 2015) drei Monate Zeit (bis Ende September 2015) diese in Kraft zu setzen, bevor sie anschließend in jede der offiziellen EU-Amtssprachen übersetzt werden und damit rechtliche Gültigkeit erlangen. Die GL werden ebenfalls übersetzt und wie grundsätzlich alle Level 3 Dokumente durch das „Comply-or-Explain“ Prinzip lokal umgesetzt.

 

Ankündigung zur öffentlichen Konsultation von EIOPA zu Set 2 der ITS und GL

Im Dezember 2014 plant EIOPA den Start der öffentlichen Konsultation bis Februar 2015 zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II.

Das Set 2 der ITS soll die Erkenntnisse aus der Vorbereitungsphase, aus der Umsetzung durch die Aufsichtsbehörden und dem Dialog mit Stakeholdern berücksichtigen. EIOPA hat bereits einige inhaltliche Aspekte zu Set 2 der ITS angekündigt. Ein wesentlicher Bereich der ITS betrifft die nachfolgenden Themen hinsichtlich der Berichterstattung:

  • Im Zusammenhang mit dem Long-term Guarantee Assessment (LTGA) werden neue Quantitative Reporting Templates (QRTs) veröffentlicht und Änderungen an bestehenden QRTs vorgenommen. Darüber hinaus werden die QRTs umbenannt und Zellen neu kodifiziert. Zudem sollen die Data Point Model (DPM) verbessert werden, um Differenzen zwischen den Business- und den DPM-Templates zu minimieren.
  • Erläuterungen zu Sonderverbänden (ring-fenced funds, RFF), einschließlich spezifische Varianten, sowie zu Vereinfachungen und den QRTs zu RFF.
  • Change Logs und neue LOG-Files, welche Verbesserungen beinhalten und Klarheit schaffen sollen.
  • Leitlinien zu Berichterstattungsprozessen zum Zweck der Finanzmarktstabilität.
  • Details zum SFCR und RSR.
  • Vorlage zur Berichterstattung über Risikokonzentration und gruppeninterne Transaktionen.
  • Informationen zu den verwendeten Validierungen bei der Übermittlung von Daten an die nationalen Aufsichtsbehörden, Informationen zur Verwendung von Data Point Modeling, Informationen zur Berichterstattung beim Eintritt vordefinierter Ereignisse sowie Informationen zum Meldeprozess an die Aufsicht und der Veröffentlichung.
  • Darstellung des aktuellen Stands der Diskussionen zwischen EIOPA und der EZB (Das EZB Reporting soll im Rahmen des identischen Prozesses zur Berichterstattung sowie den gleichen Fristen wie Solvency II erfolgen. Dazu werden in die QRTs an vereinzelten Stellen zusätzliche Informationen aufgenommen, die für die EZB relevant sind).

Neben den vorgenannten Themenblöcken zur Berichterstattung, kündigte EIOPA auch an, mit den ITS und GL weitere Anforderungen zu den folgenden Inhalten zu veröffentlichen:

  • Ansatz und Berechnung von Kapitalaufschlägen und deren Aufhebung.
  • Risikomanagement-Anforderungen an die Bewertung externer Ratingagenturen.
  • Zuordnung von Ratingklassen in Bonitätsstufen.
  • Weitere Details zu Risiko-Submodulen (e.g. Krankenrisiko, Aktienrisiko, Währungsrisiko).
  • Formate für den Informationsaustausch innerhalb der Aufsichtskollegien.

Nach Abschluss der Konsultationsphase der ITS werden die Dokumente der Europäischen Kommission bis Ende Juni 2015 vorgelegt. Die Europäische Kommission hat dann bis Ende September 2015 drei Monate Zeit die ITS in Kraft zu setzen, bevor sie anschließend in jede der offiziellen EU-Amtssprachen übersetzt werden und damit rechtliche Gültigkeit erlangen. Die GL werden ebenfalls übersetzt und wie grundsätzlich alle Level 3 Dokumente durch das „Comply-or-Explain“ Prinzip lokal umgesetzt.

EIOPA veröffentlicht die finalen Guidelines für die Verwendung der Legal Entity Identifier (LEI) in den jeweiligen Amtssprachen

Anknüpfend an die am 29. August 2014 abgeschlossene Konsultation zur Verwendung der Legal Entity Identifier veröffentlichte EIOPA am 11. September 2014 die finalen „Guidelines on the use of the Legal Entity Identifier (LEI)“. Die Bereitstellung der Leitlinien in den jeweiligen Amtssprachen folgte am 20. Oktober 2014 (deutsche Übersetzung).

Bei dem LEI-Code handelt es sich eine 20-stellige alphanumerische Kennung, welche die eindeutige Identifizierung der an globalen Finanzmärkten teilnehmenden Unternehmen ermöglicht. Mit der Veröffentlichung der Leitlinien unterstützt EIOPA somit die Übernahme des LEI-Systems, welches vom Financial Stability Board (FSB) vorgeschlagen und von den G20 empfohlen wird.

EIOPA will mit der Einführung der LEI-Codes für die Versicherungswirtschaft eine Verbesserung der Konvergenz und Effizienz des aufsichtsrechtlichen Überwachungssystems bei einer gleichzeitigen Sicherstellung hoher Datenqualität, Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit erzielen.

Die nationalen Aufsichtsbehörden sind nun in einem „comply-or-explain“-Verfahren dazu aufgefordert innerhalb der nächsten zwei Monate zu bestätigen, dass sie den Leitlinien (rechtskräftig ab 31.12.2014) nachkommen bzw. beabsichtigen dies zu tun. Im Falle einer Ablehnung ist darzulegen, aus welchen Gründen eine Umsetzung nicht möglich ist.

Sofern die BaFin die Leitlinien annimmt, gilt es für Unternehmen der Versicherungswirtschaft in einem nächsten Schritt einen LEI-Code zu beantragen. Für Unternehmen, welche in den Geltungsbereich der Solvency II-Richtlinie fallen, hat dies bis zum 30. Juni 2015 zu erfolgen. Die Vergabe der LEI-Codes wird dabei von sogenannten Local Operating Units (LOU) geregelt und kann bei diversen Anbietern beantragt werden.

Der LEI-Code ist im QRT „Basic Information“ anzugeben, welches bereits im Rahmen der Preparatory Phase in 2015 zu berichten ist. Liegt dieser bis zum Berichtszeitpunkt nicht vor, so muss gemäß der EIOPA Log-Files entweder ein Pre-LEI (auch GEI, Global Entity Identifier) oder, wenn auch dieser nicht verfügbar ist, der jeweils im lokalen Markt verwendete Code berichtet werden.

EIOPA veröffentlicht eine aktualisierte Version der Quantitative Reporting Templates (QRT) im Rahmen der Vorbereitungsphase auf Solvency II

EIOPA hat am 18. August 2014 die folgenden zwei Dokumente zur Korrektur der Leitlinien für die Informationsübermittlung an die zuständigen nationalen Behörden (Guidelines on Submission of Information to National Competent Authorities) veröffentlicht:

In dem „Technical Annex II“ sind pro Zelle der QRT Templates alle Anmerkungen und Erläuterungen zusammengefasst, die auf Basis der ERRATA vom 17.02.2014, der von EIOPA zwischenzeitlich beantworteten Fragen und der aktuellen XBRL Taxonomie Version 1.5.2 vom 31.07.2014 geändert wurden.

Die entsprechenden Anmerkungen und Erläuterungen aus dem Technical Annex II wurden im „Appendix I: Quantitative reporting templates“ in den jeweiligen QRTs umgesetzt. Im Vergleich zu den im September 2013 veröffentlichten QRTs wurden neben einigen inhaltlichen Änderungen, z.B. Reporting von drei zusätzlichen Datenfeldern (Contingent Liabilities, Loans & mortgages to individuals, Other loans & mortgages) für die Spalte „Statutory Accounts value“ im BS-S.02.01.b QRT, überwiegend formale Anpassungen vorgenommen. Alle Änderungen zur vorherigen Version sind farblich durch gelbe Zellen sowie roten Text hinterlegt.

Abschließend weist EIOPA darauf hin, dass bis zur nächsten öffentlichen Konsultation keine weiteren Updates der QRT Templates geplant sind.

BaFin veröffentlicht Verlautbarung zur Informationsübermittlung an die zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden während der Vorbereitungsphase

Am 20. Juni 2014 hat die BaFin die Verlautbarung zur Informationsübermittlung an die zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden während der Vorbereitungsphase auf Solvency II veröffentlicht. Die Verlautbarung enthält neben allgemeinen Ausführungen zum Ansatz der BaFin hinsichtlich der Informationsübermittlung, fachliche Aspekte zu den in der Übergangs-/Vorbereitungsphase relevanten „Leitlinien für die Informationsübermittlung an die zuständigen nationalen Behörden“ (EIOPA-CP-13/010) sowie technische Aspekte sowohl zum quantitativen Berichtswesen als auch zum narrativen Bericht.

Wenngleich für diese Verlautbarung keine reguläre Dialogphase vorgesehen ist, stellt die BaFin in ihrer Verlautbarung klar, dass Versicherungsunternehmen dennoch in einen Dialog mit der BaFin treten können. Als nächsten Schritt plant die BaFin spätestens ab Mitte Oktober 2014 eine Sachstandsabfrage zur Informationsübermittlung durchzuführen, an der alle inländischen (Rück-)Versicherungsunternehmen, die ab 1. Januar 2016 unter die Solvency II Richtlinie fallen, sowie alle (Rück-)Versicherungsgruppen, für welche die BaFin die für die Solvency II – Gruppenaufsicht zuständige Behörde sein wird, verbindlich teilnehmen müssen.

Allgemeine Aspekte der Aufsicht zur Vorbereitung auf die erstmalige Berichterstattung in 2016
Die Aufsichtsbehörde betont in ihrer Verlautbarung, dass die nationalen Anforderungen zur Informationsübermittlung nicht über die europäischen Vorgaben hinausgehen. Die Übergangs-/Vorbereitungsphase soll es sowohl (Rück-)Versicherungsunternehmen und -gruppen als auch der Aufsichtsbehörde ermöglichen, sich adäquat auf die zukünftigen Berichtspflichten unter Solvency II vorzubereiten. Dabei spricht die BaFin vom so genannten „Day 1 Reporting“ (d.h., die erste Berichtspflicht nach Inkrafttreten von Solvency II), dem eine besondere Bedeutung zukommt. Das „Day 1 Reporting“, welches voraussichtlich folgende Informationen umfassen wird, soll der Aufsichtsbehörde einen schnellen Überblick über die wesentlichen Informationen nach dem neuen Aufsichtsrecht liefern:

a. Bilanzübersicht inkl. Erläuterungen zu den wesentlichen Bewertungsunterschieden zwischen Solvency I und Solvency II
b. Mindestkapitalanforderungen (MCR)
c. Solvenzkapitalanforderungen (SCR)
d. Eigenmittel

(Rück-)Versicherungsunternehmen, deren Geschäftsjahr im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2016 beginnt, müssen diese Informationen spätestens 14 Wochen (Gruppen: 20 Wochen) nach Geschäftsjahresbeginn vorlegen. Dem „Day 1 Reporting“ folgt das erste Quartalsberichtswesen 2016 mit einer Frist von 8 Wochen nach Quartalsende (Gruppen: 14 Wochen).

Anforderungen an die Berichterstattung in 2015 während der Vorbereitungsphase (fachliche Aspekte)

  • Proportionalität: Die BaFin betont, dass die Leitlinien zur Informationsübermittlung den Grundsatz der Proportionalität berücksichtigen, was insbesondere für die Quantität der geforderten Informationen gilt. Da die (Rück-)Versicherungsunternehmen in der Vorbereitungsphase die narrativen und quantitativen Informationen auf freiwilliger Basis einreichen dürfen, finden die in der Leitlinie aufgeführten Schwellenwerte in dieser Zeit keine Anwendung.
    Unter Solvency II können Versicherungsunternehmen ab 2016 unter bestimmten Voraussetzungen von den vierteljährlichen Berichtspflichten und der Einzelpostenberichterstattung ausgenommen werden (siehe Art. 35 Abs. 6 bis 8 Solvency II-Richtlinie), wobei hier insgesamt ein Marktanteil von 20%, getrennt nach dem Markt für Leben und Nicht-Leben, nicht überschritten werden darf. Die Aufsichtsbehörde plant den unter diese Erleichterungsmöglichkeit fallenden Unternehmen Ende 2014 eine erste Einschätzung zu zu übermitteln.
  • Narrative Berichterstattung: Für das narrative Berichtswesen während der Vorbereitungsphase empfiehlt die BaFin den teilnehmenden Unternehmen sich an der (Berichts-)Struktur zu orientieren, welche sie als Anlage zur Verfügung gestellt hat (siehe nachstehende Tabelle). Es ist nicht gefordert, dass die Kapitel so detailliert dargestellt werden, dass die BaFin eine vollständige Prüfung der Themen durchführen kann; vielmehr sollen die eingereichten Kapitel dazu dienen, der BaFin eine erste Einschätzung der Qualität der nachstehend aufgeführten Berichtsteile zu ermöglichen.
    Von Bedeutung ist dabei, dass die eingereichten Informationen auf die Sachkunde des Empfängers, der BaFin, abgestimmt werden sollen.
    Sofern keine Angaben zu einem Thema vorgenommen werden (beispielsweise wegen Materialität oder fehlender Anwendbarkeit), so erwartet die BaFin auch dazu eine kurze Angabe mit entsprechender kurzen Erklärung.
  Struktur des narrativen Berichtswesens in der Vorbereitungsphase
 Anmerkungen/Hinweise der BaFin
 A.  Governance System
 A.1 Informationen zu allgemeinen Governance Anforderungen
  • Ausreichend detaillierte Angaben zum Governance-System und zur Geschäftsstrategie zur Nachvollziehbarkeit der Angemessenheit der aufbau- und ablauforganisatorischen Regelungen in Bezug auf die Geschäftsstrategie und den Geschäftsbetrieb
  • Angaben zur Aufgabenverteilung und Delegation von Aufgaben zur Beurteilung der adäquaten Funktionstrennung Beschreibung der Zuständigkeiten des AMSB (je nach Kontext Vorstand und/oder Aufsichtsrat) im Hinblick auf Ressort-, Aufgabenverteilung und Ausschüsse
 A.2 Anforderungen an die fachliche Qualifikation und persönliche Zuverlässigkeit („fit & proper“)
  • Einreichung einer Liste mit den Inhabern der vier Schlüsselfunktionen sowie mit Inhabern weiterer Schlüsselaufgaben (im Falle von ausgegliederten Schlüsselfunktionen, abweichend von EIOPA-Leitlinie 22, auch des Ausgliederungsbeauftragten)
  • Zusammenfassung des wesentlichen Inhalts der Leitlinien und Beschreibung des Prozesses zur Sicherstellung sowie Überwachung und Aufrechterhaltung der ausreichenden Qualifikation von Personen der Sicherstellung der Überwachung und Aufrechterhaltung der ausreichenden Qualifikation
 A.3 Informationen zum Risikomanagementsystem
  • Angaben der Gewährleistung der Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des gesamten Kapitalanlageportfolios sowie einer angemessenen Mischung und Streuung
  • Angabe interner quantitativer Limite
  • Darstellung der Sicherstellung eines angemessenen Asset-Liability-Managements
  • Darstellung, wie derivative Finanzinstrumente zur Verringerung von Risiken oder zur Erleichterung einer effizienten Portfolioverwaltung beitragen (falls verwendet)
A.4 Informationen zum Internen Kontrollsystem
  • In Bezug auf die Compliance Funktion erwartet die Aufsicht eine Darstellung der aufbauorganisatorischen Ansiedlung, der personellen Ausstattung, eine konkrete Beschreibung der Aufgaben, Pflichten und Befugnisse
A.5 Zusätzliche Informationen
 B. Bewertung zu Solvabilitätszwecken
 B.1 Informationen zur Bewertung der Vermögenswerte
  • Es reicht in Bezug auf die Bewertung der Vermögenswerte, der vt. Rückstellungen und der sonstigen Verbindlichkeiten nicht aus, die grundsätzlichen und allgemeinen Unterschiede zwischen den Grundlagen, Methoden und Annahmen darzustellen;
  • Vielmehr erwartet die BaFin eine konkrete Analyse der Differenzen und wie sich die Unterschiede quantitativ ausgewirkt haben.
  • Eine Feststellung von Unterschieden zwischen Zeit- und Buchwerten reicht beispielsweise nicht aus; es werden Erklärungen erwartet für die unterschiedlichen Wertansätze bei Buch- und Zeitwert.
 B.2 Informationen zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen
 B.3 Informationen zur Bewertung sonstiger Verbindlichkeiten
 B.4 Sonstige wesentliche Informationen
  • Beschreibung der Ansprüche aus Rückversicherungsverträgen und Vereinbarungen mit Zweckgesellschaften (Informationen zu den Vertragspartnern und der Art der Vereinbarungen sowie zu den Versicherungszweigen, auf die sie sich beziehen) sowie aus welchen Vereinbarungen in welcher Höhe Ansprüche risikomindernd berücksichtigt worden sind
 C. Kapitalmanagement
 C.1  Informationen zu Eigenmitteln
  • Narrative Berichterstattung – Gruppen: Gruppeninterne Ausgliederungen müssen nur dann angegeben werden, insofern die innerhalb der Gruppe übertragenen Aufgaben und Funktionen materiell sind. Bei den Angaben zur Berechnung der Gruppeneigenmittel ist sowohl notwendig, die Eliminierung gruppeninterner Transaktionen aus den Gruppeneigenmitteln zu bestätigen als auch zu beschreiben, wie sichergestellt wurde, dass keine gruppeninternen Transaktionen in das Ergebnis eingeflossen sind.
  • Quantitative Berichterstattung: Der derzeitige Stand der quantitativen Anforderungen in der Übergangsphase auf Solvency II ist in den Ende April 2014 von EIOPA veröffentlichten Technical Specifications konkretisiert (siehe auch Blog vom 9. Mai 2014). Diese sollen die Ermittlung der erforderlichen Informationen für die quantitative und narrative Berichterstattung in der Übergangs- und Vorbereitungsperiode unterstützen. Die Aufsichtsbehörde hat bereits am 30.6./1.7.2014 eine deutsche Übersetzung der Technical Specifications nebst Anlagen veröffentlicht. In der quantitativen Berichterstattung sind die teilnehmenden (Rück-)Versicherungsunternehmen entsprechend den Anhängen IV und V der EIOPA Vorbereitungsleitlinien dafür verantwortlich, die Investments und Derivate durch den Complementary Identification Code (CIC) stimmig zu kategorisieren, da es nur so der Aufsichtsbehörde möglich sein wird, das Investmentportfolio zu analysieren und zu beaufsichtigen.
  • Quantitative Berichterstattung – Gruppen: In der Vorbereitungsphase dürfen die teilnehmenden Gruppen bei der Berechnung der Gruppensolvabilität zwischen Methode 1 (Art. 230 Solvabilität II Richtlinie, Standardmethode), Methode 2 (Abzugs- und Aggregationsmethode nach Art. 233 Solvabilität II-Richtlinie) oder einer Kombination aus Methode 1 und Methode 2 (Kombinationsmethode) wählen. Im Hinblick auf Drittlandunternehmen und die Wahl der Methode soll jedoch ein Dialog zwischen der teilnehmenden Gruppe und dem Gruppenaufseher in der Vorbereitungsphase erfolgen. Dabei soll erläutert werden, warum ggf. die ausschließliche Anwendung der Methode 1 als nicht sachgerecht erachtet wird und die Gründe für die Verwendung von Methode 2 oder die Kombinationsmethode dargelegt werden.
  • Fristen zur Berichterstattung in der Vorbereitungsphase: Von den betroffenen Unternehmen wird erwartet, dass die jährlichen quantitativen und narrativen Informationen zum Stichtag 31. Dezember 2014 bis 22 Wochen (Gruppen: 28 Wochen) nach Ende des Geschäftsjahres geliefert werden. Daran schließen sich ab dem 30. September 2015 erstmals die unterjährigen quantitativen Informationen mit einer Meldefrist von 8 Wochen (Gruppen: 14 Wochen) nach Quartalsende an.
    Letzlich stellt die BaFin klar, dass in der Übergangs-/Vorbereitungsphase eine Berichterstattung gegenüber der Öffentlichkeit nicht vorgesehen ist und ausschließlich gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde erfolgt. Monetäre Daten werden grundsätzlich in EURO berichtet, es sei denn die Leitlinien sehen Ausnahmen vor.

Technische Aspekte zum quantitativen und narrativen Berichtswesen
Versicherungsunternehmen können die qualitativen Informationen ausschließlich im pdf-Format und die quantitativen Informationen der Solvency II-Berichterstattung ausschließlich im XBRL–Format bei der BaFin einreichen. Die XBRL-Taxonomien werden bei Bedarf angepasst, so dass die Unternehmen jede Meldung der jeweils gültigen Taxonomie entspricht, welche die Aufsichtsbehörde auf ihrer Homepage bereitstellt.

Die Informationsübermittlung an die BaFin wird über das neu eingerichtete Fachverfahren „Meldewesen VA – Solvency II“ des MVP-Portals möglich sein, welches zu Testzwecken voraussichtlich im dritten Quartal 2014 freigeschaltet werden wird und interessierten Unternehmen die Gelegenheit zum Testen der Informationsübermittlung bieten wird. Sowohl für das quantitative als auch für das narrative Berichtswesen ist zu beachten, dass nur solche Meldedateien erfolgreich übermittelt werden können, welche die vorgegebene Namenskonvention erfüllen.

EIOPA veröffentlicht überarbeite Version des Data Point Models (DPM) und der XBRL Taxonomie für das QRT Reporting unter Solvency II

Am 28. Mai 2014 hat EIOPA eine überarbeitete Version (Version 1.4) ihres bestehenden Data Point Models (DPM) sowie der zu Grunde liegenden XBRL Taxonomie für das QRT Reporting im Rahmen der Preparatory Guidelines unter Solvency II veröffentlicht. Mit dieser vorläufigen Version werden die vorangegangenen Versionen an die konkreten Inhalte und Anforderungen der Level 3-Leitlinie „CP-13/010 Guidelines on Submission of Information to National Competent Authorities“ angepasst.

Neben Details zur Methodik der Modellierung von Solvency II-Metadaten sowie den zu Grunde liegenden architektonischen Prinzipien des Modells enthalten die Ausführungen von EIOPA Informationen zum XBRL-Design und Regeln zur Übersetzung des DPM in die Solvency II-XBRL-Taxonomie.

Betroffene Stakeholder können bis zum 11. Juni 2014 ihr Feedback bzw. ihre Fragen über eine eigens dafür eingerichtete Email-Adresse xbrl@eiopa.europa.eu mitteilen.

Eine Veröffentlichung der finalen Version des DPM und der entsprechenden Taxonomie für die QRT Berichterstattung im Rahmen der Preparatory Guidelines ist noch für das zweite Quartal 2014 vorgesehen. Nach der öffentlichen Konsultationsphase über das „Set 2 of Implementing Technical Standards“ im November 2014 soll zudem im vierten Quartal 2014 auch eine Version hinsichtlich der vollumfänglichen Solvency II-Anforderungen publiziert werden.

Dialog- und Verlautbarungsphasen der BaFin zu EIOPA-Leitlinien

Um die Versicherungsindustrie in der Vorbereitungsphase und bei der Implementierung der EIOPA-Leitlinien (sog. Preparatory Guidelines, siehe Blogbeitrag vom 5. November 2013) zu begleiten, hat die BaFin am 2. Januar 2014 ein strukturiertes und dialogorientiertes Verfahren entwickelt und veröffentlicht. Am 28. Februar 2014 erfolgten eine Aktualisierung und die Vorgabe einer detaillierten Zeitplanung der geplanten Dialog- und Verlautbarungsphasen zu den EIOPA-Leitlinien.

Übergreifend hebt die BaFin wesentliche Aspekte für die Vorbereitungsphase noch einmal hervor:

  • Prinzipienbasierter Ansatz: Unternehmen haben eigenverantwortlich zu überlegen, wie sie einzelne Leitlinien umsetzen und die Anforderungen dabei erfüllen.
  • Proportionalitätsgrundsatz: Anwendung auch ohne ausdrücklichen Verweis in den EIOPA-Leitlinien, immer dort, wo es Möglichkeiten zur Erreichung des Ergebnisses gibt.
  • Berichtsmeldungen: Aufforderung aller Unternehmen ab Mitte 2015 an geplanten Testläufen für die quantitative und narrative Berichterstattung teilzunehmen, in denen die BaFin noch keine Anwendung der EIOPA-Schwellenwerte für den deutschen Markt plant.
  • Vorausschauende Prüfung unternehmenseigener Risiken: Die BaFin erwartet von den Unternehmen eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit der Sicherstellung künftiger Solvency II-Kapitalanforderungen und eine Beurteilung der kontinuierlichen Einhaltung der Kapitalanforderungen bzgl. der eigenen Risiken in 2015.

BaFin gestaltet die Vorbereitungsphase strukturiert und dialogorientiert

Die BaFin nimmt eine thematische Unterteilung der Vorbereitungsphase in vier Bereiche analog der EIOPA-Leitlinien vor:

  • Anforderungen an die Geschäftsorganisation und das Risikomanagement („Gov.“)
  • Vorausschauende Prüfung der unternehmenseigenen Risiken („FLAOR“)
  • Vorantragsphase für interne Modelle („IM“)
  • Berichtswesen („BW“)

Diese vier Bereiche werden in 15 Themenblöcke (TB) gruppiert, die im Zeitraum Januar 2014-Juli 2015 verteilt werden. Die zeitliche Einteilung der Themenblöcke soll dabei ausdrücklich keine Priorisierung der BaFin darstellen. In der folgenden Übersicht wird die zeitliche Einteilung durch die  BaFin wiedergegeben sowie die Themenblöcke den Bereichen der EIOPA-Leitlinien zugeordnet: BaFin_Vorbereitungsphase Timeline.png

Im Rahmen von Dialog- und Verlautbarungsphasen für die Themenbereiche (TB) 1-11 wird die BaFin die Vorbereitung auf die Implementierung der Leitlinien aktiv mitgestalten. In den Dialogphasen werden während der Implementierung aufkommende Fragen mit Unternehmen erörtert. Durch Sachstandsabfragen der BaFin zum Umsetzungsstand jedes einzelnen Themenblocks sollen weitere Umsetzungs- und Implementierungsschritte identifiziert werden. Daneben kann die BaFin auf Basis der Rückmeldungen im Dialog die Informationen nutzen, um Schwerpunkte für örtliche Prüfungen zu bilden. Sollten deutliche Mängel von der BaFin identifiziert werden, kann dies auch als Beweggrund einer engen Begleitung bei der Umsetzung gesehen werden.

Durch Ergänzung von BaFin-Verlautbarungen zu einzelnen Themenblöcken werden jeweils praktikable Ansätze zur Anwendung der Solvency II Vorschriften entwickelt, die die Unternehmen zusätzlich informieren.

Für TB12 und TB13 (Quantitative & narrative Berichterstattung) veröffentlicht die BaFin eine übergreifende Verlautbarung in der 25. KW 2014.

Zu den TB14 (Vorantragsprozess IM) und TB15 (Quantitative Vollerhebung) findet keine Dialog- oder Verlautbarungsphase statt, da diese Themenblöcke anderen Verlautbarungen folgen. Für die TB14 und 15 gilt daher Folgendes:

  • TB 14: Eigenständiger Prozess für BaFin-Verlautbarungen für die betroffenen Unternehmen
  • TB15: Ab Q3 2014 werden quantitative Informationen von Lebensversicherern abgefragt, die Berechnungen unter SII-Bedingungen zum Stichtag 31. Dezember 2013 und eine Hochrechnung zum 1. Januar 2016 beinhalten.

Die nächsten Schritte der europäischen Aufsicht EIOPA

Auch auf europäischer Ebene wird die Implementierung der EIOPA-Leitlinien weiter unterstützt. Für Mitte 2014 plant EIOPA unter Berücksichtigung der veröffentlichten Omnibus II-Richtlinie weitere Unterlagen zur technischen Spezifizierung der vorausschauenden Beurteilung der unternehmenseigenen Risiken sowie der quantitativen Anforderungen zu

  • Solvabilitätskapitalanforderungen und deren Annahmen auf Basis der Standardformel,
  • Bewertung versicherungstechnischer Rückstellungen,
  • Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Die BaFin wird die in englischer Sprache veröffentlichten Anforderungen in deutsche Sprache, unter Berücksichtigung nationaler Besonderheiten, übersetzen.

Was ist als nächstes zu tun?

Ab 2014 werden die Versicherer gemäß den EIOPA-Leitlinien erste Meldungen über ihren Gesamtsolvabilitätsbedarf abgeben müssen. Die BaFin legt dar, dass diese Meldungen aus ihrer Sicht bereits durch Einhaltung der derzeit geltenden Rechtslage des § 64a Abs. 1 S. 4 Nr. 3a VAG (Risikotragfähigkeitskonzept) sowie § 55c Abs. 1 Nr. 1 VAG (Risikobericht) abgedeckt werden. Für die deutschen Versicherer ist daher eine Erfüllung dieser Anforderungen unerlässlich.

Ab 2015 haben die Versicherer auch die Einhaltung der Solvency II-Kapitalanforderungen, die Anforderungen an versicherungstechnische Rückstellungen sowie die Signifikanz der Abweichungen ihres Risikoprofils gegenüber der Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderungen (SCR) nach der Standardformel zu beurteilen. Die BaFin macht deutlich, dass keine Verpflichtung zur Einhaltung der Solvency II-Anforderungen besteht, jedoch eine Einschätzung der Unternehmen dahingehend abzugeben ist. Eine Beurteilung über die mittelfristige Einhaltung der Anforderungen an die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen ab dem Inkrafttreten von Solvency II (1. Januar 2016) ist ebenfalls in 2015 an die Aufsicht zu melden.

Die Herausforderung für die Versicherer, dem Übergang auf die neuen Anforderungen nach Solvency II angemessen zu begegnen, steigen nun zügig an. Hinweise und Informationen der BaFin im Rahmen ihrer Dialogphasen sollten daher aktiv genutzt werden, um den eigenen GAPs bei der Umsetzung Rechnung zu tragen und möglichst effizient den Übergang auf das neue Aufsichtsregime sicherzustellen.

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