Kategorie: Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung

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Start des vierten EU Stresstests: Europäische Versicherungsgruppen im Fokus

Am 14. Mai 2018 war Start des vierten europäischen Stresstests für Versicherungsunternehmen. Der Stresstest 2018 legt dabei den Fokus auf große europäische Versicherungsgruppen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Spanien, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Insgesamt werden 42 Gruppen, davon die folgenden fünf aus Deutschland, teilnehmen:

  • Allianz SE
  • HDI V.a.G.
  • HUK-Coburg Versicherungsgruppe
  • MunichRe
  • R+V Versicherung

Neben der Zeitplanung stellt EIOPA zur Durchführung des Stresstests weitere Spezifikationen und Templates bereit:

  • Technische Spezifikationen zu Verfahren und Methoden des Stresstests
  • Technische Informationen mit einer Anleitung zur Durchführung des Stresstests
  • Templates für die Berichterstattung an EIOPA
  • Q&A Templates zur Einreichung von Fragestellungen an EIOPA
  • Hintergrundinformationen zum Stresstest
  • FAQs

Ziel des im Zeitraum 14. Mai bis 16. August 2018 durchgeführten Stresstests ist es die Widerstandsfähigkeit und Anfälligkeit der Gruppen auf mögliche unerwartete Entwicklungen zu bewerten und deren Maßnahmen zu beurteilen. Bis zum Ende der Frist müssen die teilnehmenden Gruppen ihre Berichtsformulare an die nationalen Aufsichtsbehörden übermitteln. Diese werden nach anschließender Validierung im September 2018 an die EIOPA zur Auswertung weitergeleitet.

Bis zum 14. Juni 2018 können die deutschen Teilnehmer Fragen zu den Unterlagen des Stresstest an die BaFin richten. Fragen mit europaweiter Bedeutung werden ebenfalls bis Mitte Juni regelmäßig auf der Internetseite der EIOPA beantwortet und veröffentlicht.

Bereits 2016 wurde ein Stresstest mit dem Fokus auf Lebensversicherungsunternehmen durchgeführt (siehe Blog-Beitrag vom 27. Mai 2016). Die Ergebnisse des EIOPA-Stresstest 2016 wurden in einem Abschlussbericht im Dezember 2016 veröffentlicht (siehe Blog-Beitrag vom 19. Dezember 2016). Einen entsprechenden Abschlussbericht zum diesjährigen Stresstest plant EIOPA im Dezember 2018 / Januar 2019 zu veröffentlichen.

Zweiter jährlicher Termin zur Veröffentlichung des SFCR

Heute, am 7. Mai 2018, sind die Versicherungsunternehmen zum zweiten Mal, nach der erstmaligen Berichterstattung im vergangenen Jahr (siehe Blog-Beitrag vom 22. Mai 2017), dazu aufgerufen den Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (SFCR) für das Geschäftsjahr 2017 zu veröffentlichen. Der SFCR soll im Laufe des Tages zur freien Verfügung auf der jeweiligen Homepage des Versicherers zu finden sein. Neben der Veröffentlichung des SFCR über die unternehmenseigene Homepage ist dieser bei der BaFin einzureichen. Darüber hinaus sind der Regular Supervisory Report (RSR) sowie die QRTs für die Jahresmeldung des Geschäftsjahres 2017 ebenfalls einzureichen.

EIOPA finalisiert Berichtspflichten für EbAV

Am 10. April 2018 hat EIOPA ihre Entscheidung zu den Berichtspflichten für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) veröffentlicht. Darin detailliert EIOPA, welche Berichtspflichten in Zukunft auf die sog. „Institutions for Occupational Retirement Provision“ (IORP) und die zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden zukommen. In diesem Zusammenhang veröffentlicht EIOPA das finale Set an Reporting Templates, die von Juli bis Ende September 2017 Bestandteil der Konsultation von EIOPA und EZB waren (Siehe Blog-Beitrag vom 28. Juli 2017).

Das Ziel dieser Berichtspflichten ist es, den europäischen Sektor für betriebliche Altersversorgung durch einheitliche Berichtspflichten effektiv und konsistent zu überwachen. In diesem Zusammenhang sollen auch (mögliche) Auswirkungen des Sektors auf die europäische Finanzmarktstabilität analysiert werden.

Die zu übermittelnden Informationen beziehen sich auf drei Bereiche:

  1. Übermittlung von Informationen hinsichtlich der unterschiedlichen Positionen der Bilanz.
  2. Bereitstellung von Informationen zu angewandten Methoden und getroffenen Annahmen bei der Bewertung der Bilanzpositionen. Grundsätzlich sollen Vermögenswerte zu aktuellen Marktpreisen bewertet werden und Verbindlichkeiten nach national geltenden Standards. Dabei sollen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung des Going-Concern-Prinzips bewertet werden.
  3. Identifizierung von möglichen Trends im Sektor zwischen zwei Berichtsperioden.

Die Informationsübermittlung ist sowohl jährlich als auch vierteljährlich gefordert. Die vierteljährliche Berichterstattung ist im Umfang etwas reduziert. So müssen beispielsweise keine detaillierten Informationen über versicherungstechnische Rückstellungen übermittelt werden. Die vierteljährige Berichterstattung startet erstmalig ab dem dritten Quartal 2019, die jährliche Berichterstattung ist für das Berichtsjahr 2019 gefordert. Die Übersendung hat im XBRL Format zu erfolgen.

EIOPA veröffentlicht Explanatory Notes zu den Variation Analysis QRTs

EIOPA veröffentlichte am 20. März 2018 ein Update der Explanatory Notes (siehe Blog Beitrag vom 28. September 2017) zu den Variation Analysis QRTs. Die Updates berücksichtigen die eingebrachten Anregungen und Erläuterungswünsche sowie zusätzliche Fragen und Antworten, die an EIOPA adressiert wurden.

Die Explanatory Notes bündeln damit Erläuterungen und Beispiele in einem Dokument für die Befüllung der QRTs S.29.01 bis S.29.04. Sowohl die BaFin als auch EIOPA erwarten, dass die Versicherungsunternehmen die Exlanatory Notes in der Jahresmeldung 2017 mindestens auf Best Effort Basis berücksichtigen.

EIOPA veröffentlicht Konsultation zu den Änderungen und Korrekturen der ITS zum Reporting und Disclosure

Am 28. März 2018 veröffentlicht EIOPA eine Konsultation zu den geplanten Anpassungen der Implementing Technical Standards (ITS) zum Reporting und Disclosure. Neben einigen wenigen Korrekturen von Fehlern, ist das Ziel der vorgeschlagenen Änderungen das Verständnis der aktuellen Anforderungen zu verbessern, eine konsistente Anwendung sicherzustellen sowie die Qualität der berichteten und veröffentlichten Daten zu verbessern. Die Konsultationsphase endet am 11. Mai 2018.

Bestandteil der Konsultation ist ebenfalls eine Korrektur der EIOPA Guidelines zur Finanzmarktstabilität, die sich auf das QRT S.01.01 (Content of submission) bezieht sowie neue Validierungsregeln. Die neuen Validierungen werden in die XBRL Taxonomy Version 2.3.0 mit aufgenommen, die im Juli dieses Jahres veröffentlicht werden.

BaFin Sammelverfügung zur Bedeckungsrechnung unter Solvency II

Am 19. März 2018 hat die BaFin ihre Sammelverfügung zu Berichtspflichten über die Zeitwerte, stillen Reserven und stillen Lasten der Vermögensanlagen sowie die unterjährige Bedeckung der zu schätzenden versicherungstechnischen Passiva (14. Dezember 2017) geändert. Die Sammelverfügung gilt für Versicherungsunternehmen. Ausgenommen sind Pensionskassen, kleine Versicherer sowie Versicherungsunternehmen und Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) mit Sitz außerhalb des EWR. 

Die Adressaten der Sammelverfügung müssen über die Buch- und Zeitwerte, stillen Reserven und stillen Lasten der Vermögenswerte sowie die unterjährige Bedeckung der zu schätzenden versicherungstechnischen Passiva (§§ 125, 127 Abs. 2 VAG) berichten. Die hierfür von der BaFin bereitgestellten Vordrucke (Nachweisungen 674 und 675) müssen vierteljährlich über die Melde- und Veröffentlichungsplattform der BaFin (MVP Portal) eingereicht werden. Dies gilt erstmalig zum Stichtag 30. September 2018.

BaFin Rundschreiben und Meldeformular zur Finanzkonglomerate-Solvabilität

Am 20. Februar 2018 hat die BaFin das Rundschreiben 04/2018 zur Finanzkonglomerate-Solvabilität sowie den Meldevordruck zum Nachweis der angemessenen Eigenmittelausstattung eines Finanzkonglomerates veröffentlicht. Die beiden veröffentlichten Dokumente waren zuvor Gegenstand einer öffentlichen Konsultation (vgl. Blog-Beitrag vom 18. Oktober 2017).

Das gemeinsam mit der Bundesbank erstellte Rundschreiben richtet sich an alle Unternehmen, die der zusätzlichen Finanzkonglomerate-Aufsicht unterliegen. Es ersetzt die Finanzkonglomerate-Solvabilitäts-Verordnung (FkSolV), die in der Zwischenzeit aufgehoben wurde, und trägt den sektorspezifischen europäischen Vorgaben aus CRR, CRD IV, Solvency II sowie den technischen Regulierungsstandards (RTS, Delegierte Verordnung (EU) Nr. 342/2014) zur Berechnung der Eigenkapitalanforderungen für Finanzkonglomerate Rechnung. Der nun durch die BaFin veröffentlichte Meldevordruck ersetzt zudem die damaligen Meldevordrucke gemäß der FkSolV.

Das aktuelle Rundschreiben adressiert insbesondere die drei durch die technischen Regulierungsstandards (RTS) definierten Berechnungsmethoden zur Finanzkonglomerate-Solvabilität und gibt Hinweise zu deren Anwendung aus Sicht der BaFin und der Bundesbank. Gegenüber der Konsultation haben sich im Rundschreiben keine wesentlichen Änderungen ergeben. Hinsichtlich des Meldevordruckes wurde ein Hinweis aufgenommen, dass es sinnvoll sein kann, den Meldevordruck individuell zu ergänzen. Dabei sollte jedoch die vorgegebene Struktur beibehalten und neu hinzugefügte Felder farblich markiert werden.

Solvency II Newsletter Nr. 14, Februar 2018

Mit unserer 14. Ausgabe des interaktiven Solvency II-Newsletters greifen wir wieder aktuelle Themen rund um Solvency II auf und informieren Sie außerdem über weitere Themen, die zurzeit im Fokus der Aufsicht stehen.

In dieser Ausgabe finden Sie somit die folgenden Artikel:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Brexit – Auswirkung auf die Solvency II-Regulierung“ 
  • Prozesse, Kontrollen, Daten und & IT: „Cyber Risk & Co: Die Bedeutung von IT-Compliance und IT-Risikomanagement steigt auch in der Versicherungsbranche“ 
  • Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung: „Agile interne Steuerung: Auswirkungen von Solvency II auf die interne Steuerung und das Management Reporting“

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

Neben diesen Themen halten wir Sie außerdem mit unseren Blog-Beiträgen über aktuelle Entwicklungen zu Solvency II informiert. Den Solvency II-Blog können Sie einfach über folgenden Link auf unserer Homepage abrufen: https://blogs.pwc.de/solvency-2/.

Weitere Interessenten für unseren Solvency II-Newsletter können sich ganz unkompliziert unter folgender E-Mail-Adresse anmelden: SUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com. Sofern Sie unseren Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung an: UNSUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com.

EIOPA veröffentlicht Informationen zur Anwendung von Ausnahmeregelungen und Einschränkungen zu Berichtspflichten sowie Capital Add-Ons

Am 21. Dezember 2017 hat EIOPA ihre jährlichen Berichte zu der Anwendung von Ausnahmeregelungen und Einschränkungen bezüglich der regelmäßigen Aufsichtsberichte veröffentlicht. Weiterhin wurde erstmals der Bericht zur Anwendung von Kapitalaufschlägen veröffentlicht.

Information zu Berichtspflichten

Hinsichtlich der unterjährigen Berichtspflichten für (Rück-) Versicherer ist es den nationalen Aufsichtsbehörden gemäß DVO gestattet Ausnahmen und Einschränkungen der Berichtspflichten zu veranlassen. Die Möglichkeit der Veranlassung orientiert sich bspw. an der Größe bzw. dem Marktanteil der Versicherer.

Der Bericht zu den Ausnahmen und Einschränkungen der Berichtspflichten zeigt auf, dass 134 Unternehmen und 8 Gruppen unter spezifische Ausnahmeregelungen fallen sowie 703 Unternehmen bzw. 31 Gruppen eine Genehmigung zur Anwendung spezifischer Einschränkungen erhalten haben. 21 nationale Aufsichtsbehörden haben keine derartigen Regelungen genehmigt. Die Ausnahmeregelungen werden folglich von 0,4% des EWR Marktes für Nicht-Lebensversicherungen sowie 0,5% des EWR Marktes für Lebensversicherungen angewendet. In Bezug auf eingeschränkte Berichtspflichten wenden 4,8% des EWR Marktes für Nicht-Lebensversicherungen bzw. 2,5% des EWR Lebensversicherungsmarktes derartige Maßnahmen an.

Informationen zu Capital Add-Ons

Laut Bericht haben zu Ende 2016 vier Mitgliedsstaaten insgesamt 20 Capital Add-Ons (CAOs) auf Solo-Ebene (UK: 15, Frankreich: 2, Norwegen: 2 und Irland: 1) sowie vier CAOs auf Gruppenebene (alle in UK) auferlegt. Grund für die Auferlegung von CAOs ist die fehlende Angemessenheit der Standardformel bezüglich des individuellen Risikoprofils der Unternehmen. Die auferlegten Kapitalaufschläge variieren von 2% bis 85% der Solvenzkapitalanforderung.

Neben den vier Mitgliedstaaten, die CAOs auferlegt haben, haben sich 21 Mitgliedsstaaten dazu entschieden, in einer Übergangsphase keinerlei CAOs anwenden zu wollen.

EIOPA veröffentlicht Analyse der SFCR im Hinblick auf Verbesserungsmöglichkeiten

Am 18. Dezember 2017 veröffentlichte EIOPA eine Stellungnahme hinsichtlich ihrer Analyse der Solvency and Financial Condition Reports (SFCR) für das Jahr 2016 mit dem Ziel, Verbesserungspotential zukünftiger SFCR aufzuzeigen. Die Grundlage hierfür bildete eine repräsentative Stichprobe aller im europäischen Wirtschaftsraum veröffentlichten SFCRs.

Die Analyse zeigte, dass die Mehrheit der Berichte fristgerecht veröffentlicht wurde und diese die Solvency II-Anforderungen grundsätzlich erfüllen. Zudem sind die meisten SFCRs auf der jeweiligen Homepage des Versicherungsunternehmens leicht auffindbar und erreichbar.

Jedoch hat EIOPA neben den positiven Aspekten auch Verbesserungsmöglichkeiten festgestellt. Hierzu zählen unter anderem:

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