Kategorie: Kapitalanforderungen

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EIOPA Risk Dashboard – Zweites Quartal 2018

EIOPA hat am 22. Oktober 2018 das Risk Dashboard für das zweite Quartal 2018 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 4. Mai 2018 und 26. Juli 2018). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Das Risikoexposure für die Versicherungsbranche in der Europäischen Union blieb im zweiten Quartal 2018 stabil.
  • Die makroökonomischen Risiken bleiben angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Erholung und der weniger expansiven Geldpolitik auf mittlerem Niveau. Eine mögliche zukünftige Verschlechterung der Einschätzung aufgrund politischer und internationaler Handelsspannungen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.
  • Die Volatilität an den Anleihemärkten verringerte sich seit Juni und die Spreads für Credit Default Swaps (CDS) blieben trotz der ungünstigen Entwicklungen auf den Staatsanleihenmärkten einiger Länder weitgehend stabil.
  • Die Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken stiegen aufgrund einer höheren durchschnittlichen Kupon-Fälligkeit einer begrenzten Anzahl von Anleiheemissionen.
  • Die Rentabilität ist insgesamt stabil und die Solvenzkapitalquoten liegen bei den meisten Versicherern über 100%.
  • Die Marktwahrnehmung war gemischt mit einer Outperformance der Versicherungsaktien gegenüber dem Markt. Gleichzeitig nahmen die Bedenken hinsichtlich einer falschen Marktbewertung der Risiken zu.

EIOPA Risk Dashboard – Erstes Quartal 2018

EIOPA hat am 24. Juli 2018 das Risk Dashboard für das erste Quartal 2018 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 8. Mai 2018 und 26. Januar 2018). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Das Risikoexposure für die Versicherungsbranche blieb im ersten Quartal 2018 stabil. Der Rückgang von Makro- und Versicherungs(technischen)risiken wurde durch eine Zunahme von Marktrisiken ausgeglichen.
  • Die anhaltende Niedrigzinsphase und die jüngsten ungünstigen Entwicklungen, wie ein zunehmender Protektionismus, sollten trotz der Verbesserung der Wirtschaftsdaten und der anhaltenden Normalisierung der Geldpolitik nicht vernachlässigt werden.
  • Die seit März höhere Volatilität an den Anleihemärkten hat zu einem Anstieg der Marktrisiken geführt. Diese verbleiben jedoch auf mittlerem Niveau.
  • Trotz Zunahme der Spreads in allen Anleihesegmenten bleiben Kreditrisiken ebenfalls auf einem mittleren Niveau.
  • Die mittleren Solvabilitätsquoten verbleiben robust, obgleich einige Lebensversicherer stark auf Übergangsmaßnahmen angewiesen sind.
  • Die Markteinschätzung wurde durch eine insgesamt positive Veränderung der externen Ratingaussichten geprägt, die durch eine Underperformance der Aktien der Versicherer gegenüber dem Gesamtmarkt ausgeglichen wurde.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert. 

Solvency II Newsletter Nr. 15, Juli 2018

Mit unserer 15. Ausgabe des interaktiven Solvency II-Newsletters greifen wir wieder aktuelle Themen zu Solvency II und der internationalen Aufsicht auf:

  • Kapitalanforderungen: „EIOPA Standardformel Review: Update und Themen im Fokus
  • Governance & risikostrategischer Rahmen: „Implementierungsstand der MaGo nach einem Jahr und aktuelle Konkretisierungen zur IT durch die VAIT
  • Prozesse, Kontrollen, Daten und & IT: „Hohe Datenqualitätsanforderungen angemessen in der Praxis umsetzen

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

An dieser Stelle möchten wir Sie zudem herzlich zu unserem diesjährigen „Risk & Regulatory Insurance Business Breakfast“ einladen, welches im September 2018 an den Standorten Köln, Frankfurt a.M., Hannover, München und Stuttgart stattfindet. Informationen zu den geplanten Terminen und Themen finden Sie im vorliegenden Newsletter.

Weitere Interessenten für unseren Solvency II-Newsletter können sich ganz unkompliziert unter folgendem Link anmelden: Subscribe. Sofern Sie unseren Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung an:  UNSUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com.

EIOPA veröffentlicht Finanzmarktstabilitätsbericht 2018

Am 25. Juni 2018 hat EIOPA ihren turnusmäßigen Finanzmarktstabilitätsbericht (Financial Stability Report) veröffentlicht.

Der Bericht greift die wichtigsten Entwicklungen der europäischen und weltweiten Erst- und Rückversicherungsbranche, der europäischen Branche der Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge (EbAV) -darunter Pensionskassen und Pensionsfonds- sowie Ergebnisse einer globalen Risikoerhebung aller Branchen auf.

Start des vierten EU Stresstests: Europäische Versicherungsgruppen im Fokus

Am 14. Mai 2018 war Start des vierten europäischen Stresstests für Versicherungsunternehmen. Der Stresstest 2018 legt dabei den Fokus auf große europäische Versicherungsgruppen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Spanien, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Insgesamt werden 42 Gruppen, davon die folgenden fünf aus Deutschland, teilnehmen:

  • Allianz SE
  • HDI V.a.G.
  • HUK-Coburg Versicherungsgruppe
  • MunichRe
  • R+V Versicherung

Neben der Zeitplanung stellt EIOPA zur Durchführung des Stresstests weitere Spezifikationen und Templates bereit:

  • Technische Spezifikationen zu Verfahren und Methoden des Stresstests
  • Technische Informationen mit einer Anleitung zur Durchführung des Stresstests
  • Templates für die Berichterstattung an EIOPA
  • Q&A Templates zur Einreichung von Fragestellungen an EIOPA
  • Hintergrundinformationen zum Stresstest
  • FAQs

Ziel des im Zeitraum 14. Mai bis 16. August 2018 durchgeführten Stresstests ist es die Widerstandsfähigkeit und Anfälligkeit der Gruppen auf mögliche unerwartete Entwicklungen zu bewerten und deren Maßnahmen zu beurteilen. Bis zum Ende der Frist müssen die teilnehmenden Gruppen ihre Berichtsformulare an die nationalen Aufsichtsbehörden übermitteln. Diese werden nach anschließender Validierung im September 2018 an die EIOPA zur Auswertung weitergeleitet.

Bis zum 14. Juni 2018 können die deutschen Teilnehmer Fragen zu den Unterlagen des Stresstest an die BaFin richten. Fragen mit europaweiter Bedeutung werden ebenfalls bis Mitte Juni regelmäßig auf der Internetseite der EIOPA beantwortet und veröffentlicht.

Bereits 2016 wurde ein Stresstest mit dem Fokus auf Lebensversicherungsunternehmen durchgeführt (siehe Blog-Beitrag vom 27. Mai 2016). Die Ergebnisse des EIOPA-Stresstest 2016 wurden in einem Abschlussbericht im Dezember 2016 veröffentlicht (siehe Blog-Beitrag vom 19. Dezember 2016). Einen entsprechenden Abschlussbericht zum diesjährigen Stresstest plant EIOPA im Dezember 2018 / Januar 2019 zu veröffentlichen.

EIOPA Risk Dashboard – Viertes Quartal 2017

EIOPA hat am 27. April 2018 das Risk Dashboard für das vierte Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 26. Januar 2018 und 27. Oktober 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Das Risikoexposure für die Versicherungsbranche blieb im vierten Quartal 2017 stabil.
  • Trotz positiver makroökonomischer Entwicklungen sind niedrige Zinsen nach wie vor eine wesentliche Risikoquelle für Versicherer.
  • Kredit- und Marktrisiko liegen weiterhin auf mittlerem Niveau. Spreads verringerten sich weiter und Bedenken hinsichtlich potenzieller Risiko-Fehlbewertungen blieben bestehen. Die Volatilität der Aktienkurse ist gestiegen.
  • Die Medianwerte für alle Rentabilitätsindikatoren liegen weitgehend auf dem gleichen Niveau im Vergleich zum 4. Quartal 2016. Die Solvenzquoten blieben sowohl für Gruppen als auch für Einzelunternehmen hoch.
  • Die Auswirkungen der im dritten Quartal 2017 beobachteten Naturkatastrophen halten die versicherungstechnischen Risiken auf mittlerem Niveau.
  • Die Markteinschätzung war uneinheitlich: Aktien der Versicherer entwickelten sich besser als der Markt, gleichzeitig verschlechterten sich jedoch die externen Ratingaussichten für einige Versicherungsgruppen.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der Solvency II Quoten aller Versicherungs­unternehmen im Solvency II Regime zwischen Q1 2016 und Q4 2017. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).

ESRB Risk Dashboard – Drittes Quartal 2017

Der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board – ESRB) veröffentlicht quartalsweise ein Risk Dashboard mit qualitativen und quantitativen Indikatoren zu systemischen Risiken im Europäischen Finanzsystem.

Am 29. März 2018 hat der ESRB das Risk Dashboard zum 3. Quartal 2017 veröffentlicht. Zusammengefasst wird durch verschiedene Solvenz- und Profitabilität-Indikatoren ein gut laufender Versicherungsmarkt analysiert. Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die durchschnittliche (Median) Solvenzquote wuchs über den Zeitraum von einem Jahr im 3. Quartal 2017 auf über 200% an (180% zu Q3 2016).
  • Diese Entwicklung lässt sich zum Großteil auf die positive Entwicklung der Zinsmärkte zurückführen. Die risikofreie EIOPA 10-Jahres Kurve verzeichnete einen Anstieg von 0,187% (Q3 2016) auf 0,828% (Q3 2017).
  • Stabile Performance im Bereich Non-Life mit Combined Ratios von im Durchschnitt unter 100%.

BaFin-Auslegungsentscheidung zur Behandlung von Infrastrukturinvestitionen im Rahmen des Grundsatzes der unternehmerischen Vorsicht

Am 28. März 2018 hat die BaFin eine Auslegungsentscheidung zur Behandlung von Infrastrukturinvestitionen im Rahmen des Grundsatzes der unternehmerischen Vorsicht veröffentlicht. Die Auslegungsentscheidung richtet sich an alle Erst- und Rückversicherungsunternehmen, die unter die Vorschriften von Solvency II fallen. Sterbekassen, Pensionskassen und kleine Versicherungsunternehmen sind mithin nicht betroffen.

Wenngleich die BaFin davon ausgeht, dass Infrastrukturinvestitionen nicht grundsätzlich als „nicht alltägliche Anlagen“ im Sinne der EIOPA-Leitlinie 28 zum Governance System zu klassifizieren sind, so vertritt sie doch die Auffassung, dass Infrastrukturinvestitionen aufgrund ihrer Komplexität und ihrer regelmäßig hohen Volumina für die meisten Versicherer als „nicht alltägliche Anlage“ zu behandeln sein dürften. In diesem Zusammenhang zeigt die Auslegungsentscheidung diesbezügliche und als „Good-Practice-Ansätze“ zu verstehende Grundsätze und Prozesse zur Umsetzung der genannten EIOPA-Leitlinie auf. Unter anderem werden folgende Punkte genannt:

  • Laut BaFin kann es in Bezug auf Infrastrukturinvestitionen sinnvoll sein, den Rat und Bescheinigungen einschlägiger Experten einzuholen.
  • Die BaFin hebt hervor, dass es für Standardformelanwender von entscheidender Bedeutung ist, ob die Infrastrukturinvestition als qualifizierte Infrastrukturinvestition im Sinne des Art. 164a der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 einzustufen ist.
  • Die Versicherer sollten zunächst unternehmensindividuell bestimmen, ob es sich bei der jeweils betrachteten Infrastrukturinvestition um eine „nicht alltägliche Anlage“ handelt. Ist dies der Fall, muss vor dem Erwerb ein Neue-Produkte-Prozess durchlaufen werden.
  • Im Hinblick auf die Durchführung und die Verwaltung der Infrastrukturinvestition sollten die Versicherer über eine angemessene personelle und fachliche Ausstattung verfügen.
  • In Bezug auf die Identifikation und Bewertung der mit der Infrastrukturinvestition verbundenen Risiken werden diverse Vorgaben gemacht, die unter anderem auch die Behandlung im ORSA betreffen.
  • Weiterhin müssen die Versicherer beurteilen, ob die Infrastrukturinvestition mit den Interessen der Anspruchsberichtigten und Versicherungsnehmer vereinbar ist und welche Auswirkungen die Investition auf die Struktur des Portfolios hat.

Darüber hinaus vertritt die BaFin die Auffassung, dass es sich bei Infrastrukturinvestitionen um schwierig zu bewertende, komplexe Produkte gemäß EIOPA-Leitlinie 33 zum Governance-System handelt. Dementsprechend sind geeignete Risikomanagement- und Bewertungsverfahren zu implementieren. Im Rahmen dessen sollte von den Versicherern auch festgelegt werden, welche Personen und Gremien bei Infrastrukturinvestitionen einzubinden sind.

BaFin Sammelverfügung zur Bedeckungsrechnung unter Solvency II

Am 19. März 2018 hat die BaFin ihre Sammelverfügung zu Berichtspflichten über die Zeitwerte, stillen Reserven und stillen Lasten der Vermögensanlagen sowie die unterjährige Bedeckung der zu schätzenden versicherungstechnischen Passiva (14. Dezember 2017) geändert. Die Sammelverfügung gilt für Versicherungsunternehmen. Ausgenommen sind Pensionskassen, kleine Versicherer sowie Versicherungsunternehmen und Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) mit Sitz außerhalb des EWR. 

Die Adressaten der Sammelverfügung müssen über die Buch- und Zeitwerte, stillen Reserven und stillen Lasten der Vermögenswerte sowie die unterjährige Bedeckung der zu schätzenden versicherungstechnischen Passiva (§§ 125, 127 Abs. 2 VAG) berichten. Die hierfür von der BaFin bereitgestellten Vordrucke (Nachweisungen 674 und 675) müssen vierteljährlich über die Melde- und Veröffentlichungsplattform der BaFin (MVP Portal) eingereicht werden. Dies gilt erstmalig zum Stichtag 30. September 2018.

IAIS Updates im Februar

Am 28. Februar 2018 hat die International Association of Insurance Supervision (IAIS) ihren monatlichen Newsletter mit den wesentlichen Updates zu den aktuellen Konsultationen, Berichten und den Aktivitäten der einzelnen Komitees veröffentlicht.

Zusammenfassend stehen die folgenden Themen im Fokus des aktuellen Newsletters:

  • Aktueller Status zur vorläufigen Konsultation zum Aktivitäts-Basierten Ansatz (sog. „activity-based approach“) zum Systemrisiko. Eine öffentliche Konsultation ist bis zum Ende des Jahres geplant.
  • Highlights aus dem veröffentlichten „Global Insurance Market Report 2017“
  • Bericht zum Stand der Phase 1 zur Bewertung der Implementierung der Policy Measures für global systemrelevante Versicherungen und den Supervisory Colleges
  • Stand zur öffentliche Konsultation zum Einsatz von digitalen Technologien in der Inklusiv-Versicherung
  • Erarbeitung eines Anwendungspapiers zu Sanierung und Abwicklung durch die „Resolution Working Group“
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