Kategorie: Kapitalanforderungen

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Zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review – Auswirkung des „relative shifted approach“ auf die geschockten Zinskurven

EIOPA richtete am 28. Februar 2018 ein zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review an die Europäische Kommission (siehe Blogbeitrag vom 5. März 2018). Für das Zinsrisiko wird darin ein Vorschlag gewählt, der im zweiten Konsultationspapier noch nicht diskutiert wurde.

Die Berechnung der geschockten Zinsstrukturkurven soll demnach mit einem „relative shifted approach“ erfolgen. Für die EUR-SWAP Kurve resultieren daraus folgende Abweichungen zum derzeitig benutzten Vorgehen (current approach).

Grafik: EUR-SWAP Zinskurve – Vergleich der Schockansätze; Quelle: Eigene Darstellung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch die neue Berechnungsweise ergeben sich für den down-Schock über die gesamte Kurve höhere Schocks. Auch der floor auf die risikolose Zinskurve entfällt. Der up-Schock erhöht sich vor allem für Fälligkeitsdaten bis zu 20 Jahren. In einem nächsten Schritt entscheidet die Europäische Kommission über den Vorschlag. Ein genauer Zeitrahmen hierfür ist nicht vorgegeben. Der Review der Standardformel soll jedoch bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Hintergrund

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017). Nach der Veröffentlichung des zweiten Konsultationspapiers zum Review der Standardformel am 6. November 2017 (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017), bestand für Stakeholder wiederum die Möglichkeit bis zum 5. Januar 2018 Feedback dazu zu geben.

EIOPA richtet zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review an die Europäische Kommission

EIOPA richtete am 28. Februar 2018 ein zweites und finales Set of Advice zum Solvency II Standardformel Review an die Europäische Kommission.

Hintergrund:

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017). Nach der Veröffentlichung des zweiten Konsultationspapiers zum Review der Standardformel am 6. November 2017 (siehe Blogbeitrag vom 9. November 2017), bestand für Stakeholder wiederum die Möglichkeit bis zum 5. Januar 2018 Feedback dazu zu geben.

Das Schreiben baut strukturell auf den ausgearbeiteten Änderungsvorschlägen des zweiten Konsultationspapiers auf und nimmt inhaltliche Anpassungen, beziehungsweise die Auswahl verschiedener diskutierter Möglichkeiten vor. Diese Anpassungen und Entscheidungen betreffen:

  • Prämien- und Reserverisiko
  • Sterblichkeits- und Langlebigkeitsstresse
  • Seefahrtrisiko
  • Identifikation des größten man-made Katastrophen Risikos
  • Rekalibrierung der Naturkatastrophen Szenarien
  • Vertragsgrenzen in der Berechnung von Naturkatastrophen
  • Zinsrisiko
  • Konzentrationsrisiko
  • unrated debts
  • unlisted equity
  • Gegenparteiausfallrisiko
  • Behandlung von CCP-Exposures und Änderungen aufgrund von EMIR
  • Verlustausgleichsfähigkeit latenter Steuern
  • Vergleich von Eigenmittel in Versicherungs- und Bankensektoren
  • Kapitalinstrumente

Nächste Schritte:

Es ist geplant, dass der Standardformel Review Ende 2018 von der Europäischen Kommission finalisiert wird. Die Überprüfung der Solvency II Rahmenbedingungen im Gesamten, einschließlich der Behandlung von langfristigen Garantien, soll bis 2021 abgeschlossen sein.

BaFin Rundschreiben und Meldeformular zur Finanzkonglomerate-Solvabilität

Am 20. Februar 2018 hat die BaFin das Rundschreiben 04/2018 zur Finanzkonglomerate-Solvabilität sowie den Meldevordruck zum Nachweis der angemessenen Eigenmittelausstattung eines Finanzkonglomerates veröffentlicht. Die beiden veröffentlichten Dokumente waren zuvor Gegenstand einer öffentlichen Konsultation (vgl. Blog-Beitrag vom 18. Oktober 2017).

Das gemeinsam mit der Bundesbank erstellte Rundschreiben richtet sich an alle Unternehmen, die der zusätzlichen Finanzkonglomerate-Aufsicht unterliegen. Es ersetzt die Finanzkonglomerate-Solvabilitäts-Verordnung (FkSolV), die in der Zwischenzeit aufgehoben wurde, und trägt den sektorspezifischen europäischen Vorgaben aus CRR, CRD IV, Solvency II sowie den technischen Regulierungsstandards (RTS, Delegierte Verordnung (EU) Nr. 342/2014) zur Berechnung der Eigenkapitalanforderungen für Finanzkonglomerate Rechnung. Der nun durch die BaFin veröffentlichte Meldevordruck ersetzt zudem die damaligen Meldevordrucke gemäß der FkSolV.

Das aktuelle Rundschreiben adressiert insbesondere die drei durch die technischen Regulierungsstandards (RTS) definierten Berechnungsmethoden zur Finanzkonglomerate-Solvabilität und gibt Hinweise zu deren Anwendung aus Sicht der BaFin und der Bundesbank. Gegenüber der Konsultation haben sich im Rundschreiben keine wesentlichen Änderungen ergeben. Hinsichtlich des Meldevordruckes wurde ein Hinweis aufgenommen, dass es sinnvoll sein kann, den Meldevordruck individuell zu ergänzen. Dabei sollte jedoch die vorgegebene Struktur beibehalten und neu hinzugefügte Felder farblich markiert werden.

EIOPA veröffentlicht Zinsstruktur mit neuer UFR von 4,05%

EIOPA veröffentlichte in der technischen Dokumentation vom 31. Januar 2018 die neue Gestalt der Zinsstruktur. Es wurde in diesem Zusammenhang zum ersten Mal die neue Ultimate Forward Rate (UFR) von 4,05% verwendet. Damit wurde die Kalkulation der UFR gemäß der EIOPA Veröffentlichung  vom 30. März 2017 umgesetzt. Die folgende Grafik zeigt den Unterschied der Zinsstrukturkurve im Vergleich zur bisher verwendeten UFR von 4,2%.

Es wird erwartet, dass sich die UFR in den kommenden Jahren stets um den maximalen Betrag von 0,15%  pro Jahr bis auf die langfristig erwartete Rate von 3,65%  verringert.

Für die Zahlen aus dem vierten Quartal von 2017 wird nach wie vor die UFR von 4,2% verwendet. Die neue Ultimate Forward Rate wird erstmals in den kommenden Quartals- oder Halbjahreszahlen zum Einsatz kommen.

EIOPA Risk Dashboard – Drittes Quartal 2017

EIOPA hat am 25. Januar 2018 das Risk Dashboard für das dritte Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 27. Oktober 2017 und 9. August 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Solvency II Quoten der (Rück-)Versicherungs-Unternehmen stiegen bei Versicherungsgruppen (6 %-Punkte), Lebensversicherern (20 %-Punkte) und Nicht-Lebensversicherern (4 %-Punkte) im Vergleich zum zweiten Quartal 2017. Grund hierfür ist der Anstieg der anrechenbaren Eigenmittel.
  • Trotz positiver Makro- und Markttrends waren die Risiken in Verbindung mit den niedrigen Zinssätzen und der potenziellen Fehlbewertung von Kreditrisiken für die europäische Versicherungswirtschaft nach wie vor ein großes Problem.
  • Einige Profitabilitäts- und Underwriting-Indikatoren verschlechterten sich aufgrund der jüngsten Naturkatastrophen.
  • Die Marktwahrnehmung blieb mit einigen Verbesserungen der Ratingausblicke stabil.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der Solvency II Quoten aller Versicherungs­unternehmen im Solvency II Regime zwischen Q1 2016 und Q3 2017. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).

 

Stresstest für EbAV: EIOPA veröffentlicht Auswertungsbericht

Die EIOPA hat am 13. Dezember 2017 einen Auswertungsbericht zum europaweiten Stresstest für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) 2017 veröffentlicht.

Der europaweite EbAV-Stresstest wurde zum zweiten Mal im Zeitraum von 18. Mai bis 13. Juli 2017 durchgeführt (vgl. unseren Blog-Beitrag vom 22. Mai 2017). Ziel des Stresstests war eine Abschätzung der Belastbarkeit der europäischen EbAV unter adversen Kapitalmarktszenarien mit einheitlichen Methoden zu generieren. Zudem wurde analysiert, wie die Pensionskassen und Pensionsfonds den unter adversen Kapitalmarktszenarien entstehenden Schock auf die Realwirtschaft und Finanzmärkte übertragen.

Der Stresstest beinhaltete ein „Double-hit-scenario“, das zum einen aus einer Senkung der risikolosen Zinssätze besteht, was tendenziell die Höhe der Verpflichtungen der EbAV erhöht. Des Weiteren war ein Rückgang der Marktwerte der Kapitalanlagen vorgesehen, wodurch erreicht wurde, dass sich der Schock auf beiden Seiten der Bilanz niederschlägt. Der Stresstest umfasste darüber hinaus sowohl Leistungszusagen als auch reine Beitragszusagen. Letztere sind in Deutschland erst ab dem 1. Januar 2018 zulässig und waren daher für den Stresstest nicht relevant.

IAIS entwickelt ICPs kontinuierlich weiter

Anfang November 2017 hat die International Association of Insurance Supervision (IAIS) zum einen bereits konsultierte Insurance Core Principles (ICPs) im überarbeiteten Entwurf veröffentlicht bzw. verabschiedet. Zum anderen wurden ICPs zur Konsultation veröffentlicht, für die Kommentare bis 8. Januar 2018 eingereicht werden können.

Veröffentlichung überarbeiteter ICPs

Im IAIS General Meeting 2017 wurden folgende ICPs verabschiedet:

  • ICP 13 Rückversicherung und andere Formen des Risikotransfers,
  • ICP 18 Vermittler und
  • ICP 19 Geschäftsführung.

Solvency II Standardformel Review: EIOPA veröffentlicht zweites Konsultationspapier

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blog-Beitrag vom 9. November 2017).

EIOPA richtet erstes Set zum Solvency II Standardformel Review an EU Kommission

Nach der Veröffentlichung des Konsultationspapiers zum ersten Set zum Solvency II Standardformel Review (vgl. auch Blog-Beitrag vom 5. Juli 2017) hat EIOPA am 30. Oktober 2017 nun den „Final Report on the public consultation on EIOPA’s first set of advice“ einschließlich Kommentare der Stakeholder Gruppen auf ihrer Website veröffentlicht.

In gleichem Zuge richtet EIOPA ihr erstes Set an Empfehlungen (EIOPA’s first set of advice, EIOPA-BoS-17/280) an die Europäische Kommission. In den Empfehlungen baut EIOPA strukturell auf den ausgearbeiteten Änderungsvorschlägen des Konsultationspapiers auf und nimmt inhaltlich lediglich kleinere Anpassungen vor. Die Änderungen sind nach den folgenden Themenbereichen gegliedert (für eine Übersicht der Themenbereiche vgl. auch PwC Solvency II-Newsletter August 2017, S. 3 ff.):

Vereinfachte Berechnungen:

  • Ergänzung eines Vorschlags, nach dem es Unternehmen erlaubt sein soll, ihre Basissolvabilitätskapitalanforderung oder Solvabilitätskapitalanforderung für Sub-Module zu berechnen, ohne Diversifikationsvorteile zu berücksichtigen (vgl. Tz. 67 EIOPA-BoS-17/280).

Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings:

  • Konkretisierung des Schwellenwertes unter welchem es (Rück-) Versicherungsunternehmen gestattet ist auf Vereinfachungen in der Berechnung des Spread- und Konzentrationsrisikos zurückzugreifen. Vereinfachungen bei der Kalkulation dürfen vorgenommen werden, wenn unter anderem mindestens 80% (im Konsultationspapier noch „der Großteil“) des Portfolios von mindestens einer ECAI (External Credit Assessment Institution) bedeckt werden (vgl. Tz. 109 EIOPA-BoS-17/280).

Look-Through Ansatz:

  • Konkretisierung, nach der „related undertakings“, die nicht für Investmentzwecke gedacht sind, nach wie vor in der Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderungen wie Tochtergesellschaften behandelt werden (vgl. Tz. 265 EIOPA-BoS-17/280).
  • Konkretisierung zur vereinfachten Berechnung auf Basis der „Target Asset Allocation“ von Fonds (vgl. Tz. 266 EIOPA-BoS-17/280). Die Methode soll im Zuge des zweiten Sets noch genauer beschreiben werden.

EIOPA plant bis Februar 2018 das zweite Set an Empfehlungen der Europäischen Kommission vorzulegen. Die Konsultation zum zweiten Set wurde am 6. November 2017 von EIOPA veröffentlicht. Dieses zweite Set konzentriert sich vor allem auf die Analyse von Kapitalkosten bei der Kalkulation der Risikomarge und auf die Kalkulation von Risiken.

EIOPA Risk Dashboard – Zweites Quartal 2017

EIOPA hat am 26. Oktober 2017 das Risk Dashboard für das zweite Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 2. März 2017 und 9. August 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Solvency II Quoten der (Rück-)Versicherungs-Unternehmen verbleiben stabil. Es gibt kleinere Verbesserungen bei Versicherungsgruppen und Lebensversicherern. Auch bezüglich Profitabilität können erste positive Anzeichen sowohl für Lebensversicherer, als auch Nicht-Lebensversicherer beobachtet werden.
  • Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und Abweichungen zwischen Marktannahmen und zugrundeliegenden Kreditrisiken führen zu Spannungen und Besorgnis in der Versicherungsindustrie.
  • Weiterhin wenig Anlass zur Besorgnis bereiten Versicherungstechnische Risiken. Die jüngsten Nat-Cat Ereignisse wurden jedoch noch nicht in diesem Risk Dashboard berücksichtigt und könnten zu einem Anstieg der Versicherungstechnischen Risiken für Nicht-Lebensversicherer und Rückversicherungsgesellschaften führen.
  • Es kann eine Verbesserung der allgemeinen Markterwartungen beobachtet werden mit einer Outperformance von Aktien im Versicherungssektor und Verbesserungen der CDS Spreads.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert.

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der SCR Quoten aller Versicherungsunternehmen im Solvency II Regime im Verlauf des letzten Jahres bis Q2 2017. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).

 

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