Systeme und Datenmanagement unter IFRS 17 – 2 Jahre nach der Verabschiedung

Mit dem International Financial Reporting Standard (IFRS) 17 wurde den betroffenen Versicherungsunternehmen – nach Jahren der Konsultation und mehreren Entwürfen – erstmals ein weltweit einheitlicher Ansatz für die Bewertung von Versicherungsverträgen und die Performance-Berichterstattung in die Hand gegeben. Schon weit vor der Verabschiedung am 18. Mai 2017 war klar, dass die Implementierung nicht nur fachlich, sondern für viele Versicherer vor allem auch systemtechnisch große Herausforderungen mit sich bringt.

Zwei Jahre sind seit der Verabschiedung vergangen und zwischenzeitlich wurde die Implementierung um ein weiteres Jahr auf 2022 verschoben. In einer Serie von Blogeinträgen wollen wir etwas detaillierter betrachten, wie sich die Versicherer insbesondere den Herausforderungen an die Systemlandschaft und das Datenmanagement gestellt haben. Dem großen Teil kleiner und mittlerer Versicherer, die sich noch in einer frühen Phase der Implementierung befinden, sollen diese Erkenntnisse und Erfahrungen natürlich auch Hilfestellungen für anstehende Entscheidungen geben.

Für die Einführung von IFRS 17 wurde von Beginn an die Anwendung eines sogenannten holistischen Ansatzes empfohlen. Damit sollte sichergestellt werden, dass sämtliche Auswirkungen auf das CFO-Betriebsmodell (Risikomanagement, Aktuariat, Rechnungswesen, Konsolidierung, Berichterstattung) frühzeitig identifiziert und notwendige Änderungen in der Planung berücksichtigt werden können. Dieser holistische Ansatz sollte v.a. Änderungen in folgenden Bereichen untersuchen:

  • Prozesse
  • Organisation und Mitarbeiter
  • Versicherungsverträge (Bestands- und Neugeschäft)
  • Systemlandschaft
  • Datenmanagement

Mit den ganz wesentlichen Änderungen für Versicherer auf die Berichterstattung nach IFRS 17 war frühzeitig klar, dass damit recht komplexe Anforderungen an das künftige Datenmanagement gestellt werden. Die Definition der neuen Bewertungseinheit (unit-of-account) für die Ermittlung der Contractual Service Margin zwingt Versicherer in vielen Fällen, neue Maßstäbe an Datengranularität und –qualität zu setzen.

Mit den Herausforderungen an das Datenmanagement gehen natürlich auch die notwendigen Änderungen in der zugrundeliegenden Systemlandschaft einher. Neben Anpassungen in den Anwendungen der Bestandsverwaltung, erfordert die Berechnung der nach IFRS 17 neuen Komponente eine entsprechende Überarbeitung der aktuariellen Modelle. Für viele Versicherer macht die Einführung von IFRS 17 auch die Implementierung eines eigenständigen versicherungstechnischen Nebenbuchs erforderlich. Änderungen in der Bilanz, eine vollständig neu gestaltete GuV sowie zahlreiche zusätzliche neue Berichtspflichten machen umfangreiche Anpassungen im Hauptbuchsystem, der Konsolidierung sowie im Reporting unerlässlich.

IFRS 17 ruft sehr vielfältige Veränderungen bei Versicherern hervor. Auf die speziellen Probleme bei der Anpassung des Datenmanagements sowie den notwendigen Änderungen in der Systemwelt wollen wir in dieser Blogserie genauer eingehen.

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