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Last Call – Melden Sie sich jetzt noch an: Regulatorische Hot Topics in der Kapitalanlage (Versicherungen & EbAV)!

Die regulatorischen Rahmenbedingungen für Investments sind stetig im Wandel und die Änderungen bringen neben neuen Herausforderungen auch Chancen mit sich. Insbesondere Versicherungsunternehmen sowie Pensionskassen und -fonds mussten sich in den letzten Jahren immer wieder mit neuen regulatorischen Vorgaben auseinandersetzen.

BMF-Referentenentwurf „Entwurf eines Gesetzes zur Deckelung der Abschlussprovisionen von Lebensversicherungen und von Restschuldversicherungen“

Am 18. April 2019 veröffentlichte das Bundesministerium der Finanzen den Referentenentwurf für ein Gesetz zur Deckelung der Abschlussprovisionen von Lebensversicherungen und von Restschuldversicherungen. Sofern der Entwurf geltendes Recht wird, stellt das BMF die Versicherungswirtschaft vor erhebliche Herausforderungen.

Kerngedanke des Referentenentwurfs ist eine Stärkung des Verbraucherschutzes durch die Vermeidung von Fehlanreizen bei der Vermittlung von Versicherungsverträgen. Damit knüpft der Entwurf an die kürzlich in Kraft getretene Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) an. Noch vor der Evaluierung der IDD nutzt das BMF die „zweite Phase“ der Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG), um bei der Lebens- und Restschuldversicherung für regulatorische Vorgaben der Provisionsdeckelung zu sorgen. 

Offenlegungspflichten zu nachhaltigen Anlagen und Nachhaltigkeitsrisiken

Am 7. März 2019 verabschiedeten das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten neue Regeln zu Offenlegungspflichten im Zusammenhang mit nachhaltigen Anlagen und Nachhaltigkeitsrisiken. Die Maßnahmen gehen zurück auf die Legislativvorschläge der EU-Kommission vom 24. Mai 2018. Die Regeln sollen die Offenlegungspflichten von Informationen der Finanzberater sowie der Ersteller von Finanzprodukten gegenüber der Endanleger stärken und verbessern.

EIOPA übermittelt Empfehlungen zu Sustainable Finance an die EU Kommission

Am 3. Mai 2019 hat EIOPA ihre Empfehlungen (Technical Advice) zu möglichen Änderungen der Delegierten Rechtsakte unter Solvency II und der Versicherungs-Vertriebsrichtlinie (IDD) im Hinblick auf die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren an die Europäische Kommission übermittelt. Die Stakeholder konnten im Rahmen einer öffentlichen Konsultation vom 28.11.2018 bis 31.01.2019 Stellung zu den Inhalten nehmen (vgl. Blog Beitrag vom 18. Dezember 2018). EIOPA reagiert damit auf den „Call for Advice“ der Europäischen Kommission vom 1. August 2018.

BaFin-Konferenz „Nachhaltige Finanzwirtschaft“

Am 9. Mai 2019 kamen rund 350 Teilnehmer im Berliner Umweltforum zusammen, um im Rahmen der BaFin-Konferenz „Nachhaltige Finanzwirtschaft“ einen Überblick der Nachhaltigkeitsperspektiven des Finanzsektors zu erhalten.

Nachdem die BaFin im März 2018 Nachhaltigkeit zum strategisch wichtigen Thema erklärte, erscheint die erste Nachhaltigkeitskonferenz der Institution als konsequenter Schritt. So macht Felix Hufeld, Präsident der BaFin, gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich, dass es bei der Schaffung dieses Formats nicht darum gehe „im Trend zu liegen“, sondern die Debatte über Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft eine Notwendigkeit sei. Damit bestimmt sich auch das ausgeschriebene Ziel der Konferenz einer Schärfung des Bewusstseins von Finanzmarktakteuren für Nachhaltigkeitschancen und -risiken.

EIOPA-Bericht zu „Big Data Analytics in Motor and Health Insurance”

Am 08. Mai 2019 veröffentlichte EIOPA einen Bericht mit dem Titel “Big Data Analytics in Motor and Health Insurance“. Der Bericht basiert auf einer Befragung von Versicherungsunternehmen und -vermittlern der Sparten Kraftfahrzeug- und Krankenversicherung zum bisherigen und geplanten Einsatz von Big Data Analytics (BDA) sowie den daraus resultierenden Chancen und Risiken.

Die Verwendung datengetriebener Geschäftsmodelle in der gesamten Wertschöpfungskette nimmt stark zu. Traditionell verfügbare Daten werden zunehmend mit Daten aus neuen Quellen (bspw. Internet der Dinge und Telematik) ergänzt. Als wesentliche Chancen identifiziert EIOPA die Möglichkeit genauerer Risikobewertungen sowie mögliche Effizienzsteigerungen, insbesondere durch automatisierte Entscheidungsfindung und daraus resultierende geringere Kosten. Zudem eröffnen sich die Möglichkeiten neuer nutzungsbezogener Versicherungsprodukte wie z. B. Pay-As-You-Drive-Versicherungen.

Zentrale Herausforderung ist nach wie vor die Datenverfügbarkeit und -Qualität. Verzerrungen in den Datensätzen übertragen sich bei fehlender Bereinigung auf die Ergebnisse der BDA-Algorithmen. Darüber hinaus sind Erklärbarkeit, Transparenz, Prüfbarkeit sowie ethische Aspekte in der Anwendung zu berücksichtigen. Beispielsweise sind nicht gesetzeskonforme Benachteiligungen (z. B. aufgrund des Geschlechts) auszuschließen.

Derzeit werden BDA-Tools wie Künstliche Intelligenz oder Maschinelles Lernen von etwa 31 % der befragten Unternehmen verwendet, weitere 24 % der Unternehmen planen den Einsatz. Aktuell finden sich Anwendungsfälle insbesondere im Pricing, im Underwriting, in der Schadenregulierung sowie im Vertrieb.

Für Fragen stehen Ihnen unsere aktuariellen Data Analytics-Experten Dr. Clemens Frey und David Richter jederzeit zur Verfügung.

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Die regulatorischen Rahmenbedingungen für Investments sind stetig im Wandel und die Änderungen bringen neben neuen Herausforderungen auch Chancen mit sich. Insbesondere Versicherungsunternehmen sowie Pensionskassen und -fonds mussten sich in den letzten Jahren immer wieder mit neuen regulatorischen Vorgaben auseinandersetzen.

EIOPA Risk Dashboard – Viertes Quartal 2018

EIOPA hat am 11. April 2019 das Risk Dashboard für das vierte Quartal 2018 veröffentlicht (siehe hierzu auch die Blog-Beiträge vom 26. Juli 2018, 31. Oktober 2018 sowie dem 05. Februar 2019). Die wesentlichen Erkenntnisse hierbei sind:

  • Das Risikoexposure der Europäischen Versicherungsbranche verbleibt im vierten Quartal 2018 überwiegend stabil.
  • Die makroökonomischen Risiken befinden sich weiterhin auf mittlerem Niveau. Niedrige Swap-Rates und eine aktuelle Abwärtskorrektur des BIP-Wachstums sowie der Inflationsprognose geben weiterhin Anlass zur Sorge.
  • Die Kredit- und Marktrisiken bleiben inmitten von leicht gesunkenen Bond-Spreads, stabilen Portfolio-Exposures und weitestgehend unveränderter Volatilität beim Anleihenmarkt auf mittlerem Niveau.
  • Das Profitabilität- und Solvabilität-Risiko verbleibt durch die im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2018 bzw. zum Jahresende 2017 unveränderten Profitabilitätsindikatoren stabil. SCR Mittelwerte sind sowohl für Versicherungsgruppen als auch für Unternehmen (Leben und Schaden / Unfall) weit über 100%.
  • Die Versicherungstechnischen Risiken verbleiben aufgrund der anhaltenden Auswirkungen von Naturkatastrophen (aus Q3 2018) auf die Schadenquoten der (Rück-) Versicherer auf mittlerem Niveau.
  • Die Einschätzungen im Markt bleiben stabil auf mittlerem Niveau bei einer geringen Outperformance der Versicherungsaktien gegenüber dem Markt. Die CDS-Spreads stiegen bei unveränderten externen Ratings leicht an.
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