Insurance Blog

BaFin veröffentlicht Kapitalanlagerundschreiben für Nicht-Solvency II Anwender

Das neue Kapitalanlagerundschreiben 11/2017 (VA) der BaFin ist veröffentlicht worden. Dieses wurde von Ende 2016 bis Anfang 2017 konsultiert und nun in überarbeiteter Fassung herausgegeben. Es enthält Vorgaben zur Anlage des Sicherungsvermögens, sowie zu allgemeinen Anlagegrundsätzen und zum Kapitalanlagemanagement inklusive Anlagerichtlinien, ALM und der Einbindung der internen Revision.

Die überarbeitete Fassung weicht unter anderem in folgenden Aspekten vom Entwurf ab:

BaFin veröffentlicht aktualisierte Hinweise zum Berichtswesen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 14. Dezember 2017 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen für Erst- und Rückversicherungsunternehmen und Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts vom 16. Oktober 2015 veröffentlicht. Mit der Neufassung reagiert die BaFin auf die 2017 erstellten SFCR, RSR, QRTs sowie ORSA-Berichte und konkretisiert ihre Hinweise zu fachlichen Aspekten der Solvency II-Berichterstattung. Änderungen und Ergänzungen zur vorherigen Fassung vom 29. März 2017 sind im Wesentlichen die Folgenden:

Änderungen in der quantitativen Berichterstattung

Änderungen im quantitativen Berichtswesen beziehen sich beispielsweise auf den Umgang mit geschlossenen Listen: Felder, bei denen aus einer geschlossenen Liste auszuwählen ist, sind zwingend auszufüllen (sofern keine Ausnahmebedingungen existieren). Außerdem wird die Zuordnung von Ausleihungen an verbundene Unternehmen, die keinen eigenen Posten in der Solvabilitätsübersicht besitzen, thematisiert: Sie sind entsprechend ihrer Art dem jeweiligen zutreffenden Element in der Solvabilitätsübersicht zuzuordnen.

IAIS veröffentlicht vorläufiges Konsultationspapier zum aktivitätsbasierten Ansatz für systemische Risiken

Am 8. Dezember 2017 hat die International Association of Insurance Supervisors (IAIS) ein vorläufiges Konsultationspapier zum aktivitätenbasierten Ansatz (ABA) für systemische Risiken in der Versicherungsbranche veröffentlicht. Eine öffentliche Telefonkonferenz zur Vorstellung des vorläufigen Konsultationspapiers wird am 19. Dezember 2017 stattfinden.

Dieses Konsultationspapier ist der erste Schritt im Rahmen der beim IAIS Global Seminar im Juni 2017 beschlossenen Agenda für eine schrittweise Änderung der systemischen Risikobewertungsmethodik vom aktuellen unternehmensindividuellen Ansatz (Entity Based Approach, EBA) hin zu einem neuen aktivitätenbasierten Ansatz (Activity Based Approach, ABA). Ziel ist es, ein umfassendes Rahmenwerk für die Beurteilung und die Minderung systemischer Risiken zu schaffen. In den weiteren Schritten sollen Maßnahmen für systemisch risikoreiche Aktivitäten in die Entwicklung von ComFrame (siehe Blogbeitrag vom 15. März 2017 und vom 15. November 2017) und der Insurance Capital Standard (ICS) (siehe Blogbeitrag vom 26. Juli 2017) integriert und in der Überarbeitung der Higher Loss Absorbency (HLA) Requirements (siehe Blogbeitrag vom 9. Oktober 2015) angewendet werden.

Das veröffentlichte Konsultationspapier soll Stakeholdern die Möglichkeit geben, einen Beitrag zur Entwicklung des aktivitätenbasierten Ansatzes zu leisten und Feedback zu den von der IAIS vorgeschlagenen nächsten Schritten zur Entwicklung aktivitätenbasierter Maßnahmen zu geben. Kommentare können bis zum 15. Februar 2018 über das Konsultations-Tool auf der IAIS Website abgegeben werden. Nach Berücksichtigung des ersten Feedbacks ist für Ende 2018 voraussichtlich eine zweite öffentliche Konsultation geplant.

Änderung der ITS hinsichtlich Verfahren, Formate und Meldebögen des SFCR

Neben der Veröffentlichung einer Änderung der ITS zur Übermittlung von Informationen an die Aufsichtsbehörden DVO 2017/2189 (siehe Blogbeitrag vom 30. November 2017) wurde am 25. November 2017 im Amtsblatt der Europäischen Union ebenfalls die Durchführungsverordnung DVO 2017/2190 veröffentlicht. Sie ändert und berichtigt die im Dezember 2015 veröffentlichte DVO 2015/2452 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards hinsichtlich der Verfahren, Formate und Meldebögen für den Bericht über Solvabilität und Finanzlage (SFCR) gemäß der Richtlinie 2009/138/EG des Europäischen Parlaments und des Rates. Die Verordnung tritt am 14. Dezember 2017 in Kraft.

Die Änderungen und Berichtigungen der DVO 2017/2190 umfassen vor allem redaktionelle Anpassungen. Darüber hinaus werden Zellen der QRTs, welche als Anhang des SFCR zu übermitteln sind, zusätzlich erläutert und nicht auszufüllende Zellen geschwärzt. In einigen Fällen (siehe bspw. S.25.02.22 und S.25.03.22) werden Zeilen aus den QRTs eliminiert.

Mit den Änderungen wird ein besseres Verständnis der veröffentlichten Informationen verfolgt, insbesondere zum Zwecke zeit- und unternehmensübergreifender Vergleiche. Mit der Verwendung von Meldebögen sollen außerdem die Gleichbehandlung von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen gewährleistet und das Verständnis der von Gruppen offengelegten Informationen verbessert werden.

Änderung der ITS zur Informationsübermittlung an die Aufsicht

Am 25. November 2017 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union die Durchführungsverordnung DVO 2017/2189 zur Änderung und Berichtigung der Durchführungsverordnung (EU) 2015/2450 veröffentlicht, in welcher die technischen Durchführungsstandards hinsichtlich der Meldebögen für die Übermittlung von Informationen an die Aufsichtsbehörde festgelegt sind. Die nun vorliegende DVO 2017/2189 ändert und berichtigt unter anderem die folgenden QRTs:

Liste der global systemrelevanten Versicherungsunternehmen unverändert

Das Financial Stability Board (FSB) hat am 21. November 2017 mitgeteilt, dass die in 2016 und 2015 veröffentlichte Liste der global systemrelevanten Versicherungsunternehmen (global systemically important insurers – G-SIIs) weiterhin unverändert bleibt (vgl. Blog-Beitrag vom 6. November 2015).
Abhängig vom Fortschritt bei der Ausarbeitung eines Activities-Based Approaches durch die IAIS will das FSB im November 2018 wieder einen Review vornehmen.

IAIS entwickelt ICPs kontinuierlich weiter

Anfang November 2017 hat die International Association of Insurance Supervision (IAIS) zum einen bereits konsultierte Insurance Core Principles (ICPs) im überarbeiteten Entwurf veröffentlicht bzw. verabschiedet. Zum anderen wurden ICPs zur Konsultation veröffentlicht, für die Kommentare bis 8. Januar 2018 eingereicht werden können.

Veröffentlichung überarbeiteter ICPs

Im IAIS General Meeting 2017 wurden folgende ICPs verabschiedet:

  • ICP 13 Rückversicherung und andere Formen des Risikotransfers,
  • ICP 18 Vermittler und
  • ICP 19 Geschäftsführung.

Solvency II Standardformel Review: EIOPA veröffentlicht zweites Konsultationspapier

Am 8. Dezember 2016 startete EIOPA mit der Veröffentlichung des ersten Diskussionspapiers zum Review der Standardformel (siehe Blogbeitrag vom 12. Dezember 2016). Der Review wurde in zwei Sets aufgeteilt. In einem ersten Set wurden Änderungsvorschläge zu verschiedenen Themenbereichen in einem ersten Konsultationspapiers veröffentlicht (siehe Blogbeitrag vom 5. Juli 2017). Diese wurden anschließend mit verschiedenen Stakeholder Gruppen diskutiert und in einem ersten Set an Empfehlungen von EIOPA veröffentlicht (siehe Blog-Beitrag vom 9. November 2017).

EIOPA richtet erstes Set zum Solvency II Standardformel Review an EU Kommission

Nach der Veröffentlichung des Konsultationspapiers zum ersten Set zum Solvency II Standardformel Review (vgl. auch Blog-Beitrag vom 5. Juli 2017) hat EIOPA am 30. Oktober 2017 nun den „Final Report on the public consultation on EIOPA’s first set of advice“ einschließlich Kommentare der Stakeholder Gruppen auf ihrer Website veröffentlicht.

In gleichem Zuge richtet EIOPA ihr erstes Set an Empfehlungen (EIOPA’s first set of advice, EIOPA-BoS-17/280) an die Europäische Kommission. In den Empfehlungen baut EIOPA strukturell auf den ausgearbeiteten Änderungsvorschlägen des Konsultationspapiers auf und nimmt inhaltlich lediglich kleinere Anpassungen vor. Die Änderungen sind nach den folgenden Themenbereichen gegliedert (für eine Übersicht der Themenbereiche vgl. auch PwC Solvency II-Newsletter August 2017, S. 3 ff.):

Vereinfachte Berechnungen:

  • Ergänzung eines Vorschlags, nach dem es Unternehmen erlaubt sein soll, ihre Basissolvabilitätskapitalanforderung oder Solvabilitätskapitalanforderung für Sub-Module zu berechnen, ohne Diversifikationsvorteile zu berücksichtigen (vgl. Tz. 67 EIOPA-BoS-17/280).

Reduzierung der Abhängigkeit von externen Kredit Ratings:

  • Konkretisierung des Schwellenwertes unter welchem es (Rück-) Versicherungsunternehmen gestattet ist auf Vereinfachungen in der Berechnung des Spread- und Konzentrationsrisikos zurückzugreifen. Vereinfachungen bei der Kalkulation dürfen vorgenommen werden, wenn unter anderem mindestens 80% (im Konsultationspapier noch „der Großteil“) des Portfolios von mindestens einer ECAI (External Credit Assessment Institution) bedeckt werden (vgl. Tz. 109 EIOPA-BoS-17/280).

Look-Through Ansatz:

  • Konkretisierung, nach der „related undertakings“, die nicht für Investmentzwecke gedacht sind, nach wie vor in der Berechnung der Solvabilitätskapitalanforderungen wie Tochtergesellschaften behandelt werden (vgl. Tz. 265 EIOPA-BoS-17/280).
  • Konkretisierung zur vereinfachten Berechnung auf Basis der „Target Asset Allocation“ von Fonds (vgl. Tz. 266 EIOPA-BoS-17/280). Die Methode soll im Zuge des zweiten Sets noch genauer beschreiben werden.

EIOPA plant bis Februar 2018 das zweite Set an Empfehlungen der Europäischen Kommission vorzulegen. Die Konsultation zum zweiten Set wurde am 6. November 2017 von EIOPA veröffentlicht. Dieses zweite Set konzentriert sich vor allem auf die Analyse von Kapitalkosten bei der Kalkulation der Risikomarge und auf die Kalkulation von Risiken.

EIOPA Risk Dashboard – Zweites Quartal 2017

EIOPA hat am 26. Oktober 2017 das Risk Dashboard für das zweite Quartal 2017 veröffentlicht (siehe hierzu auch Blog-Beiträge vom 2. März 2017 und 9. August 2017). Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Solvency II Quoten der (Rück-)Versicherungs-Unternehmen verbleiben stabil. Es gibt kleinere Verbesserungen bei Versicherungsgruppen und Lebensversicherern. Auch bezüglich Profitabilität können erste positive Anzeichen sowohl für Lebensversicherer, als auch Nicht-Lebensversicherer beobachtet werden.
  • Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und Abweichungen zwischen Marktannahmen und zugrundeliegenden Kreditrisiken führen zu Spannungen und Besorgnis in der Versicherungsindustrie.
  • Weiterhin wenig Anlass zur Besorgnis bereiten Versicherungstechnische Risiken. Die jüngsten Nat-Cat Ereignisse wurden jedoch noch nicht in diesem Risk Dashboard berücksichtigt und könnten zu einem Anstieg der Versicherungstechnischen Risiken für Nicht-Lebensversicherer und Rückversicherungsgesellschaften führen.
  • Es kann eine Verbesserung der allgemeinen Markterwartungen beobachtet werden mit einer Outperformance von Aktien im Versicherungssektor und Verbesserungen der CDS Spreads.

Die folgende Tabelle stellt die Bewertung und den Trend zusammengefasst dar. Diese wird quartärlich aktualisiert.

Die folgenden Graphen zeigen die Entwicklung der SCR Quoten aller Versicherungsunternehmen im Solvency II Regime im Verlauf des letzten Jahres bis Q2 2017. Als Mittelwert wurde der Median gewählt (Quelle: EIOPA Risk Dashboard).

 

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