Insurance Blog

Abschlussbericht des Pilotprojekts des UNEP – Ansätze zur Analyse von Klimarisiken

In Zusammenarbeit mit führenden Versicherern und Rückversicherern hat das UN-Umweltprogramm (UNEP) ihren Abschlussbericht „Insuring the climate transition: Enhancing the insurance industry’s assessment of climate change futures“ veröffentlicht. Das unter dem sog. “Principles for Sustainable Insurance Initiative” (PSI) gestartete Pilotprojekt des UNEP in Zusammenarbeit mit 22 der weltweit führenden Versicherern, hatte den Auftrag Methoden für Szenarioanalysen im Versicherungsgeschäft zu eruieren und zu pilotieren. Ziel war auch die Umsetzung der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) des Financial Stability Boards zu berücksichtigen. Das Pilotprojekt wurde von PwC (siehe PwC-Insight vom 20.01.2021) und “The Sabin Center for Climate Change Law der Columbia Law School” beratend begleitet.

GDV: Nachhaltigkeitspositionierung der deutschen Versicherer

Am 22. Januar 2021 hat das GDV-Präsidium ein Positionspapier zur Nachhaltigkeitspositionierung verabschiedet, mit dem die deutsche Versicherungsbranche zu einem nachhaltigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft verpflichtet wird. Im Zuge der zahlreichen Diskussionen rund um den Klimawandel bezieht der GDV sehr konkret Stellung, trifft weitreichende Beschlüsse und setzt ambitionierte Nachhaltigkeitsziele für die Versicherungsbranche.

Ausschüttungen: BaFin fühlt sich durch Bericht zur Finanzstabilität bestätigt

Nachdem sowohl die BaFin als auch EIOPA im April 2020 (siehe Blog-Beitrag vom 3. April 2020) Versicherer dazu anhielten aufgrund der Covid-19 Pandemie mögliche Ausschüttungen, wie etwa Dividendenzahlungen, Aktienrückkäufe und variable Vergütungen sorgfältig abzuwägen oder gar auszusetzen, wurde dies von EIOPA erneut aufgrund der anhaltenden Pandemie-Situation in ihrem Bericht zu Finanzstabilität aufgegriffen. Dieser wurde am 18. Dezember 2020 veröffentlicht und beleuchtet die Finanzstabilitätsrisiken im europäischen Versicherungssektor.

EIOPA-Konsultation zu ORSA im Rahmen von Covid-19

Am 22. Dezember 2020 hat EIOPA ein Konsultationspapier zum ORSA im Zusammenhang mit Covid-19 veröffentlicht. Stellungnahmen können bis zum 15. März 2021 eingereicht werden.

EIOPA verfolgt mit der Konsultation das Ziel die Konvergenz zwischen den Unternehmen zu fördern, indem sie gemeinsame aufsichtsrechtliche Erwartungen an die Durchführung von (Ad-hoc)ORSA und dessen Berichterstattung formuliert. Gleichzeitig wird berücksichtigt, dass die Auswirkungen durch Covid-19, bedingt durch sich unterscheidende Risikoprofile, verschieden sein können. In diesem Zusammenhang untersuchte die BaFin im Sommer 2020 veröffentlichte Ad-hoc ORSA-Berichte und monierte deren Umsetzung (siehe Blog-Beitrag vom 7. August 2020).

DAC 6 UK Update

Die UK Steuerbehörde HMRC hat in der Silvesternacht in einem Schreiben an Branchenverbände eine wesentliche Änderung der Anwendung von DAC 6 in Großbritannien mitgeteilt.  Dies kommt etwas überraschend und wurde so nicht erwartet. Die Kernaussagen der HMRC und die aktualisierten Regelungen finden Sie hier

BaFin: Veröffentlichung Rundschreiben MaGo für EbAV und Mindestanforderungen der ERB

Am 30.12.2020 hat die BaFin sowohl das Rundschreiben 08/2020 – Aufsichtsrechtliche Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Einrichtungen der betrieblichen Altersversorung (MaGo für EbAV) als auch das Rundschreiben 09/2020 – Aufsichtsrechtliche Mindestanforderungen an die eigene Risikobeurteilung (ERB) von Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung veröffentlicht. Die nun veröffentlichten finalen Versionen der Rundschreiben entsprechen im Wesentlichen den zuvor konsultierten Entwurfsfassungen.

EIOPA veröffentlicht Sensitivitätsanalyse zu klimawandelbedingten transitorischen Risiken

EIOPA hat am 15.12.2020 eine erste Sensitivitätsanalyse zu transitorischen Klimarisiken in den Investmentportfolios europäischer Versicherer veröffentlicht. In dem Bericht untersucht EIOPA dafür die aktuellen Bestände von Versicherern an Corporate Bonds und Aktien inkl. durch Fonds indirekt gehaltene Vermögenswerte, die mit klimapolitisch relevanten Schlüsselsektoren wie der Gewinnung fossiler Brennstoffe, kohlenstoffintensiven Industrien, der Fahrzeugproduktion und dem Energiesektor in Verbindung gebracht werden können. Für diese Untersuchung werden unter Solvency II berichtete Daten sowie zusätzlich externe Daten verwendet. In dem Bericht werden zudem auch potenzielle klimawandelbedingte Übergangsrisiken quantifiziert und mögliche Auswirkungen auf die oben genannten Investments präsentiert, die entstehen können wenn sich Volkswirtschaften von der kohlenstoffintensiven Produktion und Energiegewinnung abwenden.

EIOPA veröffentlicht Opinion zum Solvency II Review 2020

Nach mehreren intensiven Konsultationen sowie einem ergänzenden Impact Assessment in 2020 hat EIOPA am 17. Dezember 2020 ihre „Opinion on the 2020 Review of Solvency II“ veröffentlicht. Neben der Opinion selbst besteht die Veröffentlichung unter anderem aus detaillierten Analysepapieren einschließlich der Ergebnisse des Impact Assessments. Der verpflichtende Review des Solvency II Rahmenwerks ist bereits seit Inkrafttreten von Solvency II in der Rahmenrichtlinie verankert.  

EIOPA schlägt zahlreiche Änderungen an der SII-Rahmenrichtlinie sowie der Delegierten Verordnung vor. Zu ausgewählten Aspekten sollen zudem ergänzende Implementing Technical Standards (ITS) und Leitlinien veröffentlicht werden. Viele Elemente des ausführlichen Konsultationspapiers aus Oktober 2019 finden sich in der finalen Opinion wieder. Im Einzelnen bleibt abzuwarten, wann mit einer Inkraftsetzung zu rechnen ist. Zu beachten sind in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen politischen Ebenen der Mitwirkung; so muss zur Änderung der Rahmenrichtlinie neben des offiziellen Vorschlags der Europäischen Kommission der erforderliche Erlass seitens Parlament und Rat erfolgen. Zur nationalen Umsetzung ist im Anschluss zudem eine Änderung des VAG erforderlich. Änderungen der Delegierten Verordnung bedürfen grundsätzlich nur des Erlasses der Europäischen Kommission und gelten auf nationaler Ebene unmittelbar. Jedoch sind diese nur dann ohne vorhergehende Änderung der Rahmenrichtlinie möglich, wenn sie Konkretisierungen bereits bestehender Vorgaben der Rahmenrichtlinie betreffen. Somit sind auch einige der vorgeschlagenen Änderungen der Delegierten Verordnung nur nach Erlass der geänderten Rahmenrichtlinie umsetzbar.

EIOPA veröffentlicht Peer Review über die Zusammenarbeit zwischen den Aufsichtsbehörden

EIOPA hat am 8. Dezember 2020 die Ergebnisse des Peer Reviews zur Zusammenarbeit der nationalen Aufsichtsbehörden innerhalb der EU bei der Beaufsichtigung grenzüberschreitender Tätigkeiten von Versicherungsunternehmen veröffentlicht. Die Schaffung einer aufsichtsrechtlichen Konvergenz und einer einheitlichen europäischen Aufsichtskultur ist für EIOPA von zentraler Bedeutung. Daher werden in dem Review konkrete Handlungsempfehlungen und Best Practices definiert. Diese zielen darauf ab, etwaige Defizite in Bezug auf die Effektivität des Aufsichtsprozesses aufzudecken sowie die Zusammenarbeit zwischen den Aufsichtsbehörden zu stärken.

FSB: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzstabilität

Das FSB (Financial Stability Board) hat am 23. November 2020 einen Bericht über die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzstabilität veröffentlicht.

Der Bericht identifiziert mögliche Kanäle, über die sich Klimarisiken auf das Finanzsystem auswirken könnten. Weiterhin werden Mechanismen innerhalb des Finanzsystems beleuchtet, die die Auswirkungen von Klimarisiken sowie die grenzüberschreitende Übertragung von Risiken verstärken könnten.