FSB: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzstabilität

Das FSB (Financial Stability Board) hat am 23. November 2020 einen Bericht über die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzstabilität veröffentlicht.

Der Bericht identifiziert mögliche Kanäle, über die sich Klimarisiken auf das Finanzsystem auswirken könnten. Weiterhin werden Mechanismen innerhalb des Finanzsystems beleuchtet, die die Auswirkungen von Klimarisiken sowie die grenzüberschreitende Übertragung von Risiken verstärken könnten.

Grundsätzlich können Risiken, die mit dem Klimawandel einhergehen, in die zwei Kategorien physische Risiken und Übergangsrisiken eingeordnet werden. Diese zwei Risiken könnten eine Gefahr für die Finanzstabilität darstellen, indem sie beispielsweise Einfluss auf den Wert von Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten haben. Außerdem könnte die Manifestation von physischen Risiken zu einem Rückgang der Vermögenspreise und einem Anstieg der Unsicherheit führen. Darüber hinaus prägen Klimarisiken die Reaktion des globalen Finanzsystems auf mögliche Schocks. Ein Beispiel dafür ist die sektoren- und länderübergreifende Veränderung der Preise von Vermögenswerten sowie mögliche Auswirkungen auf das Risikomanagement. Weiterhin würde dies auch bestehende Methoden zur Risikodiversifizierung und -steuerung beeinträchtigen. Unternehmen haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die Exponierung gegenüber Klimarisiken zu reduzieren. Allerdings kommen diese, aufgrund etwaiger Datenlücken in Bezug auf Klimarisiken, nur bedingt zur Anwendung. Daher ist eine Erweiterung der Daten notwendig, anhand derer Klimarisiken im Rahmen des Risikomanagements bewertet werden können.

Für Versicherer bedeutet dies insbesondere eine Zunahme der versicherungstechnischen Risiken. Allerdings erfolgt die Beurteilung der versicherungstechnischen Risiken als möglicher Risikokanal abhängig von mehreren Faktoren. Da die meisten Kompositversicherungsprodukte oft kurzfristiger ausgelegt sind und diese jährlich oder öfter neu bepreist werden, kann dies beispielsweise den Einfluss von physischen Risiken reduzieren. Dennoch hat die zunehmende Häufigkeit und Schwere von Unwetterereignissen zu Schäden geführt, die deutlich über den historischen Werten liegen. Dies zusammen mit der Unsicherheit über den zukünftigen Verlauf des Klimawandels, könnte die Fähigkeit der Versicherungsunternehmen einschränken, Risiken angemessen zu bepreisen, insbesondere wenn sich das Ausmaß der physischen Risiken unerwartet stark erhöhen würde. Dies könnte u.a. dazu führen, dass erhöhte Verluste durch physische Risiken die Widerstandskraft einiger Versicherungsunternehmen stark belasten könnte. Weiterhin ist zu beachten, dass Maßnahmen einzelner Versicherer, zur Reduzierung ihrer Risikoexponierung gegenüber solcher klimabedingten Risiken, negative Auswirkungen auf das gesamte Finanzsystem haben können. Dies wäre beispielsweise der Fall, sollte eine hohe Anzahl an Unternehmen ihre Prämien signifikant erhöhen oder ihre Deckung für bestimmte klimabedingte Risiken zurückziehen würden.

Ausblick

Das FSB wird bis Oktober 2021 weitere Untersuchungen zur Verfügbarkeit von Daten durchführen, die eine Messung der Klimarisiken für die Finanzstabilität gewährleisten.

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