Aufruf des NGFS zur umweltfreundlicheren Gestaltung der Finanzmärkte

Am 17. April 2019 hat die Gruppe von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden im Network for Greening the Financial System (NFGS) ihren ersten Bericht mit dem Titel „A call for action – Climate change as a source of financial risk“ veröffentlicht.

In dem Bericht wird dargestellt, wie sich Klima- und Umweltrisiken auf die Finanzmärkte auswirken. Es werden sechs Empfehlungen ausgesprochen, mit denen die Finanzbranche dazu beitragen kann, die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen. Dabei richten sich die ersten vier Empfehlungen an die Teilnehmer des Finanzmarktes und die letzten zwei an die Gesetzgeber:

  1. Integrierung von klimabezogene Risiken in die Überwachung von Finanzstabilität sowie Mikroüberwachung: Klimabedingte Risiken sind eine Quelle für finanzielle Risiken, weshalb das NFGS die zentralen Banken und Aufsichtsbehörden auffordert, die Integration klimabezogener Risiken in die Mikroaufsicht und die Überwachung der Finanzstabilität zu berücksichtigen.
  2. Integrierung von Nachhaltigkeitsfaktoren in das eigene Portfolio Management: NGFS-Mitglieder sollten mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie nachhaltige Anlagekriterien in ihr Portfolio aufnehmen.
  3. Überbrückung der Datenlücken: Es wird empfohlen, dass die zuständigen Behörden Daten, die von Relevanz für die Klima-Risiko-Bewertung sind, untereinander auszutauschen und, wenn möglich, öffentlich zugänglich zu machen.
  4. Ausbau von Bewusstsein und intellektuellen Fähigkeiten sowie Förderung der technischen Unterstützung und des Wissensaustausches: Es wird empfohlen innerhalb der Institution sowie mit anderen Organisationen zusammenzuarbeiten, um besser zu verstehen wie sich klimarelevante Faktoren in finanzielle Risiken und Chancen umwandeln lassen.
  5. Erreichung eines robuste und international konsistente klima- und umweltbezogene Offenlegung: Das NGFS betont in dem Bericht die Wichtigkeit von robusten und international einheitlichen Offenlegungsrichtlinien zum Thema Klima- und Umweltschutz.
  6. Unterstützung bei der Entwicklung einer Taxonomie der wirtschaftlichen Aktivitäten: Der NGFS ermutigt die politischen Entscheidungsträger, die relevanten Interessengruppen und Experten zusammenzubringen, um eine Taxonomie zu entwickeln, die die Transparenz erhöht. So soll es möglich sein, die Wirtschaftstätigkeiten zu erkennen, die zum Übergang zu einer grünen und kohlenstoffarmen Wirtschaft beitragen. Auch die Wirtschaftstätigkeiten, die stärker klima- und umweltbezogenen Risiken ausgesetzt sind, sollen so besser identifiziert werden können.

Hintergrund:
Das NFGS wurde im Dezember 2017 gegründet. Heute hat es über 36 Mitglieder und 5 Beobachter. Dazu gehören u.a. die Deutsche Bundesbank, die BaFin, die EIOPA, das Sustainable Insurance Forum, die OECD sowie die European Central Bank. Ziel des Netzwerks ist es, die globale Verantwortung zu stärken, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erfüllen sowie die Investition in grüne und CO2 arme Kapitalanlagen zu fördern.

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