Rückversicherungsstatistik 2017/2018

Am 26. November 2018 hat die BaFin ihre Rückversicherungsstatistik für 2017/2018 veröffentlicht. Anfang Januar 2019 wurde auch die englische Übersetzung der Statistik veröffentlicht. Die Statistik gibt einen Überblick über die Anzahl der zugelassenen Rückversicherungsunternehmen sowie Niederlassungen und geht auf die wirtschaftlichen Entwicklungen auf dem Rückversicherungsmarkt ein.

Nachfolgend werden die wesentlichen Entwicklungen kurz zusammengefasst.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Gemessen an den gebuchten Brutto-Beiträgen ergab sich eine Rückstellungsquote für das Gesamtgeschäft von 183,4 % (109,5 Mrd. Euro). Wobei der Schadenrückstellung die größte Bedeutung – mit 75,9 % der gesamten versicherungstechnischen Brutto-Rückstellungen – zukommt. Nahezu 80 % der gesamten Schadenrückstellungen entfielen zum Stichtag 31. Dezember 2017 auf die größten drei Rückversicherungsunternehmen. Hieran lässt sich die starke Konzentration der Branche ablesen.

Kapitalanlagen

Zum Stichtag verfügten die Rückversicherungsunternehmen über Kapitalanlagen von insgesamt 249,6 Mrd. Euro, die in etwa den Zeitwerten der Kapitalanlagen in der HGB-Rechnungslegung entsprechen. Die fünf größten Holdings und Finanzkonglomerate vereinigten rund 80 % der Kapitalanlagen aller Rückversicherungsunternehmen auf sich. Hierbei entfielen fast zwei Drittel der Kaptalanlagen auf verbundene Unternehmen und Beteiligungen.

In 2017 nahmen insbesondere Anlagen in Investmentfonds sowie in Darlehen und Hypotheken zu, wohingegen Anlagen in Unternehmens- und Staatsanleihen eher zurückgingen. Diese Verschiebungen in der Portfoliozusammensetzung lässt sich vor allem durch Änderungen im Ausweis der Kapitalanlagen erklären, die durch Klarstellungen der Aufsicht veranlasst wurden.

Solvabilität

Die Eigenmittel der Rückversicherungsunternehmen beliefen sich zum Stichtag 31. Dezember 2017 auf rund 212,5 Mrd. Euro. Diese setzen sich zu etwa zwei Dritteln aus der Ausgleichsrücklage zusammen. Die Ausgleichsrücklage stellt hierbei die Wertdifferenz zwischen der Handels- und Solvenzbilanz dar.

Von den 30 Rückversicherungsunternehmen berechneten 24 das SCR (Solvency Capital Requirement) mit der vorgegebenen Standardformel. Risikotreiber sind das Marktrisiko und das versicherungstechnische Risiko. Beachtlich ist die große Spannweite der SCR-Bedeckungsquoten, welche zum 31.12.2017 zwischen 124,6 % und 559,7 % schwankten. Nichtsdestotrotz sind die Bedeckungsquoten in den letzten Jahren konstant geblieben.

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